{"id":16850,"date":"2023-11-28T09:54:25","date_gmt":"2023-11-28T08:54:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=16850"},"modified":"2023-11-28T10:04:57","modified_gmt":"2023-11-28T09:04:57","slug":"eyb-wallwitz-kommentar-konjunkturdelle-im-winter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/eyb-wallwitz-kommentar-konjunkturdelle-im-winter\/","title":{"rendered":"Eyb &#038; Wallwitz : Ausblick 2024 &#8211; Konjunkturdelle im Winter"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\">Eyb &amp; Wallwitz . W\u00e4hrend Europas Wirtschaft 2023 fast stagnierte, wuchs die US-Wirtschaft um etwa 2,5%.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb &amp; Wallwitz.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u201eF\u00fcr 2024 erwarten wir ein \u00e4hnliches Ergebnis\u201c, schreibt Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt von Eyb &amp; Wallwitz. Die Entwicklung verlaufe aber nicht linear. \u201e<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir rechnen mit einer dynamischen Wellenbewegung der Konjunktur. Denn \u00fcber das Winterhalbjahr d\u00fcrfte die gesamtwirtschaftliche Nachfrage in beiden Regionen zun\u00e4chst sp\u00fcrbar nachlassen.\u201c Die lang erwartete Rezession d\u00fcrfte in den USA \u00e4u\u00dferst milde ausfallen. F\u00fcr Europa seien erst im Sommer wieder positive Wachstumsraten zu erwarten. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die robustere Entwicklung der US-Wirtschaft finden sich auf der Angebots- wie auf der Nachfrageseite. So liegt das Wachstumspotenzial in den USA relativ stabil bei etwa 2% p.a. In Deutschland ist es auf nur noch 0,5% gesunken. \u201eDie schwache Entwicklung von Bev\u00f6lkerung und Arbeitsvolumen, der veraltete Kapitalstock und eine verbreitete Vollkaskomentalit\u00e4t bremsen hierzulande die Dynamik\u201c, f\u00fchrt Mayr aus. Gleichzeitig werde die Nachfrage in Europa st\u00e4rker durch die Geldpolitik ged\u00e4mpft. \u201eMit 4% liegt der Leitzins zwar unter dem Niveau in den USA. Gleichwohl wirkt er bremsender, da sich die Finanzierungskonditionen der Wirtschaft st\u00e4rker versch\u00e4rft haben und das nat\u00fcrliche Zinsniveau niedriger liegt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In Europa k\u00f6nnte Konsum \u00fcberraschen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Europa k\u00f6nne im weiteren Jahresverlauf der R\u00fcckgang der Inflation f\u00fcr eine Erholung der realen Kaufkraft und ein Comeback des Konsums sorgen. In den USA stehen Eyb &amp; Wallwitz zufolge die Chancen f\u00fcr einen Investitionszyklus trotz h\u00f6herer Zinsen gut. \u201eUS-Unternehmen haben auch in der Vergangenheit in Phasen restriktiverer monet\u00e4rer Konditionen deutlich st\u00e4rker investiert. Dies liegt vor allem an dem deutlich h\u00f6heren Anteil von Investitionen in \u201egeistiges Eigentum\u201c und insbesondere in Software. Sie machen bereits 40% der gesamten Investitionst\u00e4tigkeit in der US-Wirtschaft aus\u201c, so Mayr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zinsen \u2013 auf dem Weg zum \u201eneuen Normal\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Voraussetzung f\u00fcr das Szenario sei, dass sich die Inflation auf ein Niveau zur\u00fcckbilde, welches von den Notenbanken und der Gesellschaft mittelfristig toleriert werden kann. Fed und EZB m\u00fcssten das richtige Gleichgewicht zwischen einer gerade noch ausreichenden Straffung zur Inflationsbek\u00e4mpfung und einer schnellen Lockerung f\u00fcr weiteres Wirtschaftswachstum finden. Dieser Prozess d\u00fcrfte in Europa rascher verlaufen, da die gesamtwirtschaftliche Nachfrage bereits sp\u00fcrbar nachgegeben habe. Eine rasche und vor allem nachhaltige R\u00fcckkehr zu den 2%-Zielen h\u00e4lt Mayr allerdings f\u00fcr wenig wahrscheinlich. \u201eDie Inflationserwartungen sind zwar stabil, sie haben sich aber auf etwas h\u00f6herem Niveau verankert.\u201c Neben der gef\u00fchlten Inflation sieht der \u00d6konom strukturelle Trends wie die demografisch bedingte Knappheit von Arbeitskr\u00e4ften, das Re-Shoring und die Internalisierung von externen Kosten des Energieverbrauchs als Ursache. Im Jahresdurchschnitt d\u00fcrfte die Inflation in den USA deshalb nur auf etwa 3% sinken, in Europa auf etwa 2,5%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zinssenkungen \u2013 EZB vor Fed?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMit Blick auf die Geldpolitik lautet die Gretchenfrage nicht mehr, wie hoch der Zinsgipfel liegt, sondern wo das neue Normal f\u00fcr Leitzinsen liegt, wie weit also Fed und EZB ihre Zinsen in den kommenden Jahren wieder senken werden\u201c, fasst Mayr zusammen. In Summe halten die Experten von Eyb &amp; Wallwitz ein neues Normal der US-Leitzinsen im Bereich zwischen 3 und 4 Prozent f\u00fcr realistisch. \u201eAngesichts der Divergenz der konjunkturellen Entwicklung und des st\u00e4rkeren Abw\u00e4rtsdrucks auf die Preise k\u00f6nnte die EZB den Zinssenkungszyklus erstmals fr\u00fcher beginnen als die Fed\u201c, prognostiziert Mayr. Damit zeichne sich f\u00fcr 2024 ein monet\u00e4res Umfeld ab, in dem die gro\u00dfen Wachstumstrends den Finanzmarkt erneut dominieren sollten und gleichzeitig mit Kollateralsch\u00e4den der bisherigen Zinswende zu rechnen sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Attraktivere Ertragsaussichten f\u00fcr gemischte Portfolios<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Konrad-Ernst-Eyb-Wallwitz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-16853 alignleft\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Konrad-Ernst-Eyb-Wallwitz.jpg\" alt=\"Konrad Ernst Eyb &amp; Wallwitz\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Konrad-Ernst-Eyb-Wallwitz.jpg 750w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Konrad-Ernst-Eyb-Wallwitz-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Laut Dr. Ernst Konrad, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter und Lead Portfoliomanager von Eyb &amp; Wallwitz, k\u00f6nnte sich 2024 f\u00fcr Investoren in etwa so anf\u00fchlen wie ein stabileres Jahr 2023.<\/strong> Aber durch das neue Normal der Zinsen erg\u00e4ben sich auch neue Konzepte f\u00fcr die Asset Allokation. So seien die Ertragsaussichten f\u00fcr Mischfonds f\u00fcr die kommenden Jahre deutlich attraktiver geworden. Der h\u00f6here Zinssockel gew\u00e4hre Anleihen guter Bonit\u00e4t in einem Mischportfolio eine neue Daseinsberichtigung, da diese nun eine ausk\u00f6mmliche Rendite aufweisen und zudem als Stabilit\u00e4tsanker im Portfolio fungieren. Konrad betont: \u201eEine reine Aktien-Anleihen-Gewichtung wird in Zukunft aber nicht ausreichen, weshalb wir diese \u201emultidimensional\u201c \u00fcber entsprechende Investment Grade-Anleihen und weniger High Yield Exposure umsetzen. Zinssenkungen ab Mitte des n\u00e4chsten Jahres f\u00fchren zu einem weiteren R\u00fcckgang der Renditen von Staats- und Investment-Grade-Anleihen, weshalb wir am bereits erfolgten Durationsaufbau festhalten. Zudem befinden sich die Renditen von Staatsanleihen auf dem h\u00f6chsten Niveau der vergangenen Dekade.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anleihen: Durations- vor Kreditrisiken, selektive Chancen in High Yield<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konrad zufolge k\u00f6nnte die im Jahr 2024 anstehende F\u00e4lligkeitsmauer bei einigen High Yield-Emittenten aufgrund des gestiegenen Refinanzierungsniveaus zu weiteren Finanzierungsproblemen f\u00fchren, insbesondere bei Emittenten der \u201eold economy\u201c. \u201eIn Verbindung mit dem langsameren Wirtschaftswachstum wird dies bei Emittenten schlechter Qualit\u00e4t zu mehr Ausf\u00e4llen und Ratingherabstufungen f\u00fchren. Ein Anstieg der Risikopr\u00e4mien im schlechten High Yield-Segment wird die Folge sein\u201c, so Ernst Konrad. Hinzu komme, dass in diesem Szenario auch mit \u201eLiquidit\u00e4tsentzug\u201c aufgrund von Mittelumschichtungen zu rechnen ist, die Hochzinsanleihen insgesamt unter Druck bringen w\u00fcrden. \u201eDoch genau hier entstehen im Jahr 2024 Chancen. Sobald sich die Spreads im Jahresverlauf weiter ausgedehnt haben, werden wir dies nutzen, um wieder selektive Kreditrisiken aufzunehmen\u201c, f\u00fchrt der Lead Portfoliomanager aus. Zentrale Risiken f\u00fcr Anleihen macht der Verm\u00f6gensverwalter auch 2024 in einem erneuten Anstieg der Kerninflation und damit einhergehend der Notwendigkeit geldpolitischer Straffung durch die Zentralbanken aus.<\/p>\n<p><strong>Trotz niedriger Aktienrisikopr\u00e4mien sorgt Gewinndynamik f\u00fcr Zuversicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der durch die Zinswende verursachte Gegenwind an den Aktienm\u00e4rkten \u00fcberschattete auch 2023 die Fundamentaldaten vieler Unternehmen, k\u00f6nnte sich aber zum R\u00fcckenwind drehen. \u201eVor allem f\u00fcr das Gewinnwachstum einiger Unternehmen in den von uns favorisierten Wachstumssegmenten sind wir optimistisch. Auch im Hinblick auf die Portfoliounternehmen der Phaidros Funds wie zum Beispiel Amazon, Alphabet, Apple und Microsoft halten wir perspektivisch eine \u00fcberdurchschnittliche und nachhaltige Gewinndynamik f\u00fcr wahrscheinlich\u201c, schreibt Konrad. Die Big-Tech-Unternehmen zeichneten sich nicht nur durch ihre marktbeherrschende Position aus, sondern agieren auch als ma\u00dfgebliche Disruptoren im Wirtschaftsgef\u00fcge. \u201eIhre bedeutende Rolle als Monopolisten in ihrem jeweiligen Kerngesch\u00e4ft geht Hand in Hand mit ihrer F\u00e4higkeit, traditionelle Gesch\u00e4ftsmodelle zu revolutionieren und innovative Ver\u00e4nderungen in verschiedenen Sektoren voranzutreiben. Deshalb fungieren diese weiterhin in unseren Portfolios als defensive Wachstumstreiber\u201c, pr\u00e4zisiert Konrad. Im Rahmen des (Software-)Investitionszyklus erg\u00e4ben sich neben den Big Techs auch f\u00fcr zahlreiche innovative und disruptive Gesch\u00e4ftsmodelle junger Unternehmen verbesserte Profitabilit\u00e4tsaussichten. Aufgrund erheblicher Kursr\u00fcckg\u00e4nge wiesen diese vermehrt eine vertretbare Bewertung auf. \u201eZudem halten wir Qualit\u00e4tsunternehmen als Portfoliobeimischung als unabdingbar. Neben stabilen Margen und Cash-Flows zeichnen sie sich dadurch aus, dass deren Gesch\u00e4ftsmodelle auch in einem sich unerwartet ver\u00e4nderten Umfeld funktionieren,\u201c betont Konrad. Solche Qualit\u00e4tsunternehmen lassen sich in Sektoren wie Konsum, der Medizintechnik oder der Pharmabranche finden. Untergewichtet bleibt Eyb &amp; Wallwitz bei Zyklikern, Finanzwerten sowie Unternehmen mit einer hohen Verschuldung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eyb &amp; Wallwitz . 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