{"id":1688,"date":"2015-06-25T05:00:00","date_gmt":"2015-06-25T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/06\/25\/morgen-ist-bald-schon-heute\/"},"modified":"2015-06-25T05:00:00","modified_gmt":"2015-06-25T05:00:00","slug":"morgen-ist-bald-schon-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/morgen-ist-bald-schon-heute\/","title":{"rendered":"Morgen ist bald schon heute"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Dank einem kr&auml;ftigen mone-t&auml;ren R&uuml;ckenwind und dank sich aufhellender Konjunktur-perspektiven legten die europ&auml;i-schen Aktienm&auml;rkte bis im Mai des Jahres zweistellig zu. Grie-chenland war zwar in den K&ouml;p-fen pr&auml;sent, aber kein Thema mehr, das den Markt irritierte. Erst Ende Mai gingen die B&ouml;r-sianer ernsthaft &uuml;ber die B&uuml;cher und begannen, sich vertieft mit der drohenden Staats-pleite Griechenlands zu besch&auml;ftigen&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pl&ouml;tzlich war die Euphorie verflossen und es setzten heftige Korrekturen der Aktiennotierungen ein. Nachdem es lange danach ausgesehen hatte, dass die M&auml;rkte Griechenland bereits abgeschrieben haben, bekamen die B&ouml;rsianer pl&ouml;tzlich doch kalte F&uuml;sse. Und schon schwebte der &#8220;Grexit&#8221; nicht mehr nur wie ein Damoklesschwert &uuml;ber den M&auml;rkten, sondern er nahm konkretere Gestalt an. Vor allem aber r&uuml;ckte er gef&auml;hrlich nah. Die Griechen &#8211; so schien es &#8211; wollten es tats&auml;chlich darauf ankommen lassen und die ehemals Troika genannte Gl&auml;ubigergemeinschaft vernein-te nicht mehr kategorisch, dass Griechenland den ge-meinsamen W&auml;hrungsraum verlassen k&ouml;nnte. Der unter-schwellige Konflikt wurde pl&ouml;tzlich offen und mit allen Mitteln der Diplomatie und des Lobbyismus ausgetragen. Das machte die M&auml;rkte recht nerv&ouml;s und die Angst ge-wann wieder &uuml;berhand, dass Griechenland dem Druck der Geldgeber nicht nachgeben w&uuml;rde, und die griechi-sche Regierung seinem Volk deren Auflagen auch nicht auferlegen w&uuml;rde. Dies allein schon deshalb, weil es mit dem Euro viel schwerer f&auml;llt und l&auml;nger dauert, bis das Land auch nur wieder ein bisschen wachsen kann, als wenn es die M&ouml;glichkeit h&auml;tte, mittels kompetitiver Ab-wertung wieder ein St&uuml;ck Wettbewerbsf&auml;higkeit zu er-langen. Etliche Finanzmarktteilnehmer konnten sich zu-letzt sogar mit dem Gedanken anfreunden, dass die W&auml;hrungsunion mit dem Ausscheiden Griechenlands an Stabilit&auml;t gewinnen k&ouml;nnte. Griechenland als das (teure) Bauernopfer f&uuml;r einen Neuanfang der W&auml;hrungsunion?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Morgen nicht heute <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Flirt mit dem grossen Showdown einer griechischen Staatspleite gerieten die M&auml;rkte zuletzt aber zusehends aus den Bahnen. Die Turbulenzen gingen an die Nerven und so begab man sich Ende letzter Woche in die Wohl-f&uuml;hloase der europ&auml;ischen Zauderer zur&uuml;ck und gibt sich mit deren Art der Politik wieder zufrieden: Besser keine Schritte, als unangenehme, lieber Durchschnitt als Spitze, besser morgen nicht heute. Nachdem der ultimative Gipfel der Finanzminister ergebnislos verstrichen war, w&auml;re letzten Freitag wahrscheinlich schon das Licht aus-gegangen in Griechenland. Nun aber l&auml;uft wieder alles auf das altbekannte Spiel hinaus. Neue Ultimaten, Fris-tenverl&auml;ngerung. &Uuml;berbr&uuml;ckungskredite und vor allem die unangenehmen Entscheidungen vertagen und wenn m&ouml;glich nicht selbst f&auml;llen. Die Finanzminister der W&auml;h-rungsunion, die sogenannte Eurogruppe, schieben den Ball den Regierungschefs zu. Diese haben eigentlich nichts gemacht, ausser festgestellt, dass noch etwas Zeit sei und den Ball daher an die Eurogruppe, die heute Abend wieder mal &uuml;ber den Athener Reformpl&auml;nen br&uuml;-tet, zur&uuml;ckgespielt. Die EZB &ndash; oder besser Mario Draghi &#8211; m&ouml;chte auch nicht am Scheitern der Griechenlandrettung schuld sein und heisst unver&auml;ndert gut, dass die griechi-sche Notenbank den Gesch&auml;ftsbanken Notfallliquidit&auml;t zur Verf&uuml;gung stellt. Was also gibt es am Finanzmarkt zu jubeln, dass die Kurse so in die H&ouml;he schossen? Die grie-chische Trag&ouml;die ist keineswegs beendet. Nichts ist heute gross anders als gestern. Dass wieder einmal griechische Reformpl&auml;ne viel zu sp&auml;t vorgelegt wurden und sehr wahrscheinlich auch nicht in allen Belangen den Erwar-tungen entsprechen ist der aktuelle Stand. Von einem Fortschritt kann doch da kaum die Rede sein. Und von einer Wende schon gar nicht. Griechenland musste schliesslich nachbessern, um im Rennen zu bleiben und hat daher wieder ein H&auml;ppchen vorgelegt. Auch wenn die Reduktion von Fr&uuml;hpensionierungen und die Erh&ouml;-hung von Pensionsbeitr&auml;gen nun etwas Geld bringen und die Unternehmens-, Einkommens- und sogar Mehrwert-steuer erh&ouml;ht werden sollten, ist das noch immer zu wenig, um das Land aus dem Schuldensumpf zu hieven. Vielleicht aber schon wieder zu viel, um auf einen Wachs-tumspfad zur&uuml;ckzufinden. 2015 bringen die heute Abend in der Eurogruppe zu diskutierenden Vorschl&auml;ge etwa mehr als 2 Milliarden Euro Mehreinnahmen bzw. Min-derausgaben f&uuml;r Griechenland, 2016 sollen es gut vier Milliarden sein. Nur: Ende Juni sind bekanntlich 1.5 Milli-arden R&uuml;ckzahlungen f&auml;llig, und am 20. Juli 3.5 Milliar-den. Die Rechnung geht folglich langfristig kaum auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wendeh&auml;lse <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keine Wende also im Griechenlandspiel, sondern Hoch-zeit der Wendeh&auml;lse. Die B&ouml;rsianer hatten pl&ouml;tzlich Angst vor der eigenen Courage und einem vermeintlichen Ende mit Schrecken. Sie h&ouml;rten daher unvermittelt auf, Grie-chenland aus der W&auml;hrungsunion zu preisen. Die Locker-heit, mit der man die Staatspleite Griechenlands herun-tergespielt hatte, wurde zunehmend von Panik abgel&ouml;st. In der europ&auml;ischen Politik gilt dasselbe. Bluff an allen Fronten und leere Drohungen, weil niemand am Ende derjenige sein m&ouml;chte, der den Griechen den Ausgang zeigt. Prinzip Hoffnung, bis Griechenland wieder das Geld ausgeht. Nur schon die Erleichterung der M&auml;rkte dar-&uuml;ber, dass nichts entschieden und wie gewohnt vertagt wurde, entlud sich in einem wahren Kursfeuerwerk. Das ist keine nachhaltige Entwicklung. Der griechische Som-mer dauert bekanntlich lang. 2015 d&uuml;rfte es ein beson-ders heisser werden. Denn, egal was heute entschieden wird, wahr wird es erst dann, wenn es das griechische Parlament auch durchl&auml;sst. Eigentlich sogar erst dann, wenn Geld fliesst und zwar nicht nach Athen.<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dank einem kr&auml;ftigen mone-t&auml;ren R&uuml;ckenwind und dank sich aufhellender Konjunktur-perspektiven legten die europ&auml;i-schen Aktienm&auml;rkte bis im Mai des Jahres zweistellig zu. Grie-chenland war zwar in den K&ouml;p-fen pr&auml;sent, aber kein Thema mehr, das den Markt irritierte. 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