{"id":1689,"date":"2015-06-25T08:00:00","date_gmt":"2015-06-25T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/06\/25\/m-g-griechenland-ist-nicht-argentinien-das-wachstum-wird-nicht-von-den-exporten-kommen-sollte-griechenland-d"},"modified":"2015-06-25T08:00:00","modified_gmt":"2015-06-25T08:00:00","slug":"m-g-griechenland-ist-nicht-argentinien-das-wachstum-wird-nicht-von-den-exporten-kommen-sollte-griechenland-den-euro-verlassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/m-g-griechenland-ist-nicht-argentinien-das-wachstum-wird-nicht-von-den-exporten-kommen-sollte-griechenland-den-euro-verlassen\/","title":{"rendered":"M&#038;G : Griechenland ist nicht Argentinien: Das Wachstum wird nicht von den Exporten kommen, sollte Griechenland den Euro verlassen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Ich habe geh&ouml;rt, mehr oder weniger ernsthaft, dass das gr&ouml;&szlig;te Risiko f&uuml;r die Eurozone bei einem griechischen Austritt nicht etwa eine kollabierende griechische Wirtschaft sei, sondern eine, die gedeiht und bl&uuml;ht&#8230;&#8230;.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld <a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\"><span class=\"byline\"><\/span><\/span><\/span>von Jim Leaviss<br \/><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Szenario steht Griechenland vor einem Neubeginn, ist schuldenfrei und in der Lage, Sparma&szlig;nahmen durch eine finanzpolitische Lockerung zu ersetzen. Eine &bdquo;neue Drachme&rdquo; lockt Touristen und ermutigt einen Aufschwung im produzierenden Gewerbe und in der Landwirtschaft. Die anderen verschuldeten und unter Sparma&szlig;nahmen leidenden europ&auml;ischen Nationen werden sich dem griechischen Vorbild anschlie&szlig;en, wenn sie die Vorteile eines Austritts aus der Eurozone sehen, ihre Schulden hinter sich lassen und so zur totalen Aufl&ouml;sung der Europ&auml;ischen Union in ihrer jetzigen Form beitragen (und zur zweiten gro&szlig;en Finanzkrise in nur einem Jahrzehnt). Eine regelm&auml;&szlig;ig angef&uuml;hrte Parallele ist die Abwertung Argentiniens im Jahr 2002 und die darauf folgende Konjunkturerholung. Wir haben bereits vor einigen Jahren &uuml;ber die Gemeinsamkeiten dieser beiden Volkswirtschaften geschrieben. Sie k&ouml;nnen unseren damaligen Blog hier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschluss an vier Jahre mit negativem BIP-Wachstum (bis zu -10% p.a.) und nach Ablegen der Zwangsjacke der W&auml;hrungsanbindung sah Argentinien eine f&uuml;nfj&auml;hrige Erholung mit hohem einstelligem BIP-Wachstum in jedem Jahr. K&ouml;nnen wir bei einem Austritt aus der Eurozone von Griechenland eine &auml;hnlich gute wirtschaftliche Erholung wie von Argentinien im Anschluss an die Abkopplung des Pesos vom USD erwarten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2015\/06\/Argentinien-erlebte-nach-Ende-der-Anbindung-an-den-USD-eine-enorme-Wachstumserholung.png\" alt=\"Argentinien erlebte nach Ende der Anbindung an den USD eine enorme Wachstumserholung\" width=\"450\" height=\"338\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2688\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Argentiniens reales BIP (j&auml;hrlich und im Jahresvergleich)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen der Krise in Argentinien und der in Griechenland gibt es viele wirtschaftliche Gemeinsamkeiten: &uuml;berbewertete W&auml;hrungsbindungen, eine unhaltbare Schuldenlage und die Einschaltung des IWF, schwache Steuereinnahmen, eine fragw&uuml;rdige statistische Genauigkeit sowie hohe Arbeitslosigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der argentinische Peso wurde im Anschluss an die Hyperinflation der 1980er Jahre an den USD angebunden. Die Inflation fiel dramatisch, und diese Stabilit&auml;t in Kombination mit der st&auml;rkeren W&auml;hrung f&uuml;hrte zu einer Verbesserung des Lebensstandards und einem gro&szlig;en Zuwachs an Importen. Es kam allerdings auch zu Kapitalflucht, da die Nachhaltigkeit der W&auml;hrungsanbindung vielerorts in Frage gestellt wurde, und das Leistungsbilanzdefizit schoss nach oben. 1999 k&uuml;hlte sich die Konjunktur ab, die Arbeitslosigkeit kletterte auf 15% und die &ouml;ffentliche Verschuldung erreichte ein alarmierendes Niveau. Die Auslandsschulden stiegen auf 50% des BIP und der Regierung wurde vom IWF auferlegt, dass nur Sparma&szlig;nahmen Zugang zu neuen Finanzmitteln zulassen w&uuml;rde. Die Marktzinsen verdoppelten sich fast auf 16%, und Argentiniens Bonit&auml;t wurde auf Junk-Status abgestuft (im Folgenden kam es zu einer Umstrukturierung der Schulden). Letzten Endes verweigerte der IWF die Freigabe weiterer Finanzmittel, da die Regierung die Ziele zur Reduzierung des Haushaltsdefizits nicht einhalten konnte. Ende 2001 lagen die Anleiherenditen um 42% h&ouml;her als die Renditen auf US-amerikanische Staatsanleihen, und Bankkonten waren mehr oder weniger eingefroren (&bdquo;Corralito&rdquo;), um einem Ansturm auf die Banken vorzubeugen. Inmitten des politischen Chaos, der Unruhen (die zunehmende Ungleichheit war ein weiterer Aspekt der argentinischen Wirtschaft) und einem Mangel an USD gaben die Kommunen alternative IOU-W&auml;hrungen heraus (Claudia Calich, hier im B&uuml;ro, besitzt einige &bdquo;Patacons&rdquo; von Buenos Aires. Wir habe einige Bilder auf @Bondv_deutsch und @bondvigilantes getweetet. Im Januar 2002 wurde der Peso dann vom USD abgekoppelt, wurde abgewertet und der Wechselkurs war flexibel. Bankkonten und Investments in US-Dollar wurden gezwungenerma&szlig;en in Pesos umgewandelt. Der Wechselkurs kletterte von 1:1 auf 1:4. Die Inflation kehrte zur&uuml;ck, importierte G&uuml;ter wurden Mangelware, Unternehmen meldeten Konkurs an und die Arbeitslosenquote erreichte 25% mit zus&auml;tzlich 19% Unterbesch&auml;ftigung. (Wikipedia hat eine ausgezeichnete Zeitachse der Krise Argentiniens mit wesentlich mehr Einzelheiten. Ich w&uuml;rde ebenfalls Arturo O&rsquo;Connells Studie &bdquo;The Recent Crisis &ndash; and Recovery &ndash; of the Argentine Economy&rdquo; empfehlen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 2003 kam es zu einer Trendwende und genau diese Erholung ist es, die darauf hoffen l&auml;sst, dass Griechenland nach dem Verlassen des Euro dem Vorbild Argentiniens folgen kann. Tourismus leistete dabei einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum, da die schwache W&auml;hrung Argentinien zu einem g&uuml;nstigen Reiseland machte. Im Jahr 1997 leistete die Tourismus- und Reisebranche einen Beitrag von 7,5% zum BIP, der bis 2006 auf 12,5% anwachsen sollte. Griechenland hat eine deutlich gr&ouml;&szlig;ere Tourismusindustrie, die jetzt schon 18% des BIP ausmacht. Die Frage ist, ob die gro&szlig;e Tourismusbranche Griechenlands eine Belastung sein k&ouml;nnte. Vielleicht hat sie bereits ihre volle Kapazit&auml;t erreicht (Flugh&auml;fen und Transport, Restaurants und Hotels)? Vielleicht besteht kein Appetit, unmittelbar nach dem Ausfall, Investitionskapital bereitzustellen? Es ist allerdings durchaus keine Fantasterei zu glauben, dass eine Abwertung der W&auml;hrung &uuml;ber die Tourismusbranche zu einer Erholung der Wirtschaft f&uuml;hren kann, auch wenn eine Verdopplung wie im Falle Argentiniens eher unwahrscheinlich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Argentiniens gro&szlig;er Vorteil war jedoch ein gl&uuml;ckliches Timing, was f&uuml;r Griechenland nicht der Fall ist. Das weltweite Wachstum war zum damaligen Zeitpunkt sehr stark, nachdem die Fed den Problemen im Fahrwasser der Terroranschl&auml;ge vom 11. September mit Notzinssenkungen begegnete. Das globale BIP-Wachstum f&uuml;r den Zeitraum von 1992 bis 2001 betrug 3,1% p.a., wuchs aber in den folgenden 10 Monaten auf durchschnittlich 3,9%. China trat im Jahr 2001 der Welthandelsorganisation (WTO) bei, und der globale Handel explodierte. Dies war vor allem f&uuml;r L&auml;nder von Vorteil, die nach China lieferten, u.a. Argentinien. Bis zum Ende der W&auml;hrungsanbindung an den US-Dollar war Argentinien alles andere als wettbewerbsf&auml;hig, insbesondere nach der W&auml;hrungsabwertung in Brasilien in 1999. (Asiatische W&auml;hrungen wurden ebenfalls abgewertet. O&rsquo;Connell weist daraufhin, dass lediglich Argentinien und Hongkong ihre W&auml;hrungsanbindungen beibehielten, und deutet eine Aufwertung des tats&auml;chlichen effektiven Wechselkurses des Pesos um 40% w&auml;hrend der 1990-er Jahre an). Das schnelle Wachstum des internationalen Handels und die neu gewonnene Wettbewerbsf&auml;higkeit nach der W&auml;hrungsabwertung halfen dabei, die Exporte Argentiniens zwischen 2002 und 2006 um 120% steigen zu lassen. Die chinesische Nachfrage nach Sojabohnen wird oft als ein entscheidender Faktor angef&uuml;hrt, doch h&auml;lt das Mark Weisbrot vom &bdquo;Guardian&rdquo; f&uuml;r &uuml;bertrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2015\/06\/Nach-Abkoppelung-vom-USD-haben-sich-Argentiniens-Exporte-mehr-als-verdoppelt.png\" alt=\"Nach Abkoppelung vom USD haben sich Argentiniens Exporte mehr als verdoppelt\" width=\"450\" height=\"338\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2689\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat Griechenland das Potenzial, sich aus seiner wirtschaftlichen Depression sozusagen herauszuexportieren? Vielleicht, doch macht es die gr&ouml;&szlig;tenteils f&uuml;r die Landwirtschaft ungeeignete Bodenqualit&auml;t schwierig. Nahrungsmittel und Fleisch machen gerade einmal 12% der Exporte aus, in Argentinien ist es ein Drittel. Griechenlands gr&ouml;&szlig;ter Exportschlager ist raffiniertes Mineral&ouml;l, ein Durchlaufprodukt in harter W&auml;hrung ohne die Vorteile durch eine W&auml;hrungsabwertung. Obendrein ist Deutschland der gr&ouml;&szlig;te Exportpartner Griechenlands, was sich nach einem Ausfall als problematisch erweisen k&ouml;nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammenfassend sei gesagt, dass jene L&auml;nder, die sich nach einer W&auml;hrungsabwertung erholen konnten (Argentinien, Kanada und Schweden) insofern Gl&uuml;ck hatten, als ihre Handelsnachbarn zu dem jeweiligen Zeitpunkt ein starkes Wirtschaftswachstum verzeichneten. Griechenland hat weder diesen Luxus noch eine Wirtschaft, die schnell auf eine neue exportorientierte Wettbewerbsf&auml;higkeit reagieren kann. Wir sollten ebenfalls daran denken, dass Argentinien nach der W&auml;hrungsabwertung und Schuldenumstrukturierung zwar sehr schnell wuchs, das gegenw&auml;rtige BIP-Wachstum aber lediglich 0,5% betr&auml;gt und die Renditen auf Staatsanleihen in harter W&auml;hrung bei rund 8% liegen. Die Abkoppelung vom US-Dollar und die Umstrukturierung der Schulden waren zwar kein permanentes Wundermittel, der Status quo war aber ebenfalls weder zukunftsf&auml;hig noch w&uuml;nschenswert. Die Verantwortlichen in Griechenland werden &auml;hnlich denken.<\/p>\n<p><strong><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\"><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\"><\/span><\/span><\/span><\/span><\/strong>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe geh&ouml;rt, mehr oder weniger ernsthaft, dass das gr&ouml;&szlig;te Risiko f&uuml;r die Eurozone bei einem griechischen Austritt nicht etwa eine kollabierende griechische Wirtschaft sei, sondern eine, die gedeiht und bl&uuml;ht&#8230;&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-1689","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-marktanalyse"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1689"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1689\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}