{"id":16935,"date":"2023-12-06T17:22:51","date_gmt":"2023-12-06T16:22:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=16935"},"modified":"2023-12-06T17:49:15","modified_gmt":"2023-12-06T16:49:15","slug":"raiffeisen-schweizer-wirtschaft-2024-kaltstart-in-ein-anspruchsvolles-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/raiffeisen-schweizer-wirtschaft-2024-kaltstart-in-ein-anspruchsvolles-jahr\/","title":{"rendered":"Raiffeisen : Schweizer Wirtschaft 2024 &#8211; Kaltstart in ein anspruchsvolles Jahr"},"content":{"rendered":"<div class=\"text__base\">\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><span class=\"lead\"><strong>Raiffeisen : Die Schweizer Wirtschaft wird mit nur wenig Schwung ins neue Jahr starten. <\/strong><\/span><\/h5>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"contentpage__content\">\n<div class=\"content-main\">\n<div class=\"contentpage__content\">\n<div class=\"content-main\">\n<div class=\"contentpage__content\">\n<div class=\"content-main\">\n<div class=\"contentpage__content\">\n<div class=\"content-main\">\n<p><strong>Fredy Hasenmaile Chef\u00f6konom Raiffeisen Schweiz<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schweizer Wirtschaft wird mit nur wenig Schwung ins neue Jahr starten. Der Industriesektor muss mangels Neuauftr\u00e4gen die Produktion weiter drosseln und der Kaufkraftverlust d\u00e4mpft die Konsumdynamik. Ausbleibende Impulse werden das Wirtschaftsjahr 2024 charakterisieren, die Schweizer Wirtschaft d\u00fcrfte nur mit halber Kraft wachsen.<\/p>\n<p><strong>Inflation wieder unter Kontrolle<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schweizer Inflationsrate ist bereits zur Jahresmitte 2023 wieder unter die angestrebte Marke von weniger als zwei Prozent gefallen. Zum Jahreswechsel werden verz\u00f6gerte administrierte Preisanpassungen, vor allem bei den Miet- und Strompreisen, die Inflation nochmals ansteigen lassen. Administrierte Preise sind vom Staat oder von einer Regulierungsbeh\u00f6rde bestimmte Preise, wie etwa der Referenzzinssatz oder der Preis f\u00fcr Elektrizit\u00e4t. Dies sollte jedoch nichts an der generellen Abschw\u00e4chung des Preisauftriebs \u00e4ndern. Die Unternehmen planen sowohl in der Industrie als auch im Handel und bei Dienstleistungen keine st\u00e4rkeren Preiserh\u00f6hungen mehr. Der Kostenschub in der Beschaffung hat sich abgeschw\u00e4cht. Zudem wird das erwartete Lohnwachstum von durchschnittlich gut zwei Prozent die Schweizer Reall\u00f6hne im Jahr 2024 kaum steigen lassen. Die Kaufkraft d\u00fcrfte bei vielen Haushalten, unter anderem wegen der Pr\u00e4mienerh\u00f6hung der obligatorischen Krankenversicherung und den voraussichtlich erneut steigenden Mietzinsen, sogar sinken. Das hat eine inflationsd\u00e4mpfende Wirkung. Entsprechend rechnen die Raiffeisen-\u00d6konomen 2024 mit einem R\u00fcckgang der Inflation auf 1,8 Prozent im Jahresmittel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Industrie wartet auf Ende der Auftragsflaute<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Pandemie haben viele Schweizer Industrieunternehmen einen Auftragsschub verbucht. Dieser Nachholeffekt brach im laufenden Jahr wegen der Abk\u00fchlung der globalen Nachfrage ein. Zwar konnten die sehr gut gef\u00fcllten Auftragsb\u00fccher die Produktionst\u00e4tigkeit bis zuletzt noch stabilisieren, bleiben die Neuauftr\u00e4ge weiterhin aus, drohen nach Einsch\u00e4tzung von <strong>Raiffeisen-Chef\u00f6konom Fredy Hasenmaile<\/strong> jedoch st\u00e4rkere Produktionsk\u00fcrzungen: \u00abDie Auftragspolster sind bei immer mehr Unternehmen aufgebraucht. Die Industrie \u2013 nicht nur in der Schweiz \u2013 wartet daher sehnlichst auf neue Auftr\u00e4ge\u00bb, so Hasenmaile. Unter diesen Umst\u00e4nden hat sich die Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften merklich verringert, wobei viele Unternehmen einen Stellenabbau erst einmal zu vermeiden versuchen, um einer k\u00fcnftigen Personalknappheit vorzubeugen. \u00abEine andauernde Auftragsflaute d\u00fcrfte aber vor allem im verarbeitenden Gewerbe zu einer sinkenden Besch\u00e4ftigung f\u00fchren\u00bb, ist Hasenmaile \u00fcberzeugt. Kaum Impulse kommen von den Ausr\u00fcstungs- und Bauinvestitionen, da die steigenden Zinsen die Investitionst\u00e4tigkeiten drosseln. Zudem belasten die tr\u00fcberen Arbeitsmarktaussichten sowie der Druck auf die Kaufkraft auch die Konsumentenstimmung und somit den privaten Konsum.<\/p>\n<p><strong>Starker Franken zwingt Hersteller zur Flucht in h\u00f6here Wertsch\u00f6pfung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der starke Schweizer Franken erweist sich als weiterer Belastungsfaktor f\u00fcr die Industrie. Der langfristige Aufw\u00e4rtstrend der Schweizer W\u00e4hrung hat sich in diesem Jahr fortgesetzt. Hilferufe aus der Exportwirtschaft waren bis zum Sommer allerdings kaum zu vernehmen. Die Aufwertung des Frankens wurde durch geringere Beschaffungskosten, vor allem f\u00fcr importierte Waren, und geringere Lohnanstiege als in anderen W\u00e4hrungsr\u00e4umen ausgeglichen. \u00abDer Franken tendiert langfristig und auch preisbereinigt kontinuierlich nach oben. Dies h\u00e4lt den Druck auf Branchen im internationalen Preiswettbewerb hoch\u00bb, <strong>erg\u00e4nzt Fredy Hasenmaile.<\/strong> Im Zuge der Abk\u00fchlung der Weltwirtschaft haben die Sorgen vor einem zu starken Franken bei den Herstellern wieder zugenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als \u00dcberlebensstrategie verlagern Schweizer Exporteure \u00fcber die Branchen hinweg ihr Gesch\u00e4ft in Produktsegmente mit einer h\u00f6heren Wertsch\u00f6pfung. Differenzieren konnten sich insbesondere Unternehmen aus der Uhren- und Pharmabranche. Der Uhrensektor konnte seine internationale Stellung durch eine Verlagerung auf Luxusmodelle ausbauen. Besonders stark ist dabei die Nachfrage aus China gewachsen. Der Pharmasektor konnte das Angebot an hochwertigeren Produkten nochmals st\u00e4rker vorantreiben, mit einem aussergew\u00f6hnlich starken Exportwachstum in die USA. Auch der Chemiesektor und die Branche der Pr\u00e4zisionsinstrumente haben ihre Positionen erfolgreich verteidigt. Weniger rosig sieht es in den Bereichen Papier, Glas, Holz oder M\u00f6bel aus. Diese Branchen konnten insgesamt den Anteil an hochwertigen Produkten nicht wesentlich erh\u00f6hen und mussten beziehungsweise m\u00fcssen weiterhin Marktanteilsverluste hinnehmen. Diese schrumpfenden Branchen sind zudem st\u00e4rker auf die EU ausgerichtet, was sich aufgrund der st\u00e4rkeren Konjunkturabschw\u00e4chung in den Nachbarl\u00e4ndern zus\u00e4tzlich negativ auf eine Erholung auswirkt. Die Deindustrialisierung der Schweiz, die durch die aussergew\u00f6hnliche Performance des Pharmasektors seit Jahren verschleiert wird, d\u00fcrfte sich damit fortsetzen und zu einem erneut unterdurchschnittlichen Wachstum der Schweizer Wirtschaft von 0,8 Prozent im n\u00e4chsten Jahr beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zinssenkungen beginnen wohl 2024<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte bis in den Sommer hinein eine Fortf\u00fchrung der Zinsstraffung im September als sehr wahrscheinlich bewertet. Aufgrund des abnehmenden ausl\u00e4ndischen Preisdrucks und des tr\u00fcberen Konjunkturausblicks f\u00fcr die Schweiz hat sie aber \u00fcberraschend ihren pr\u00e4ventiven Straffungskurs verlassen und den Leitzins bei 1,75 Prozent belassen. Mit der Erwartung eines nur vor\u00fcbergehenden Wiederanstiegs der Inflation sehen die Raiffeisen-Experten den H\u00f6hepunkt des Zinszyklus erreicht. Am langen Ende ist der H\u00f6hepunkt sogar bereits deutlich \u00fcberschritten. Die Aussichten auf ein niedriger als urspr\u00fcnglich erwartetes SNB-Leitzinsniveau haben die Langfristzinsen nach unten gedr\u00fcckt. Zudem hat die Wahrscheinlichkeit zugenommen, dass aufgrund der ausgepr\u00e4gten Konjunkturschw\u00e4che vor allem die Europ\u00e4ische Zentralbank in nicht allzu ferner Zukunft die Leitzinsen wieder senken wird. Eine Verringerung des Zinsabstands zur Eurozone w\u00fcrde aber den Aufwertungsdruck auf den Franken wieder erh\u00f6hen. Die Raiffeisen-\u00d6konomen rechnen mit einer ersten Zinssenkung der SNB bis Ende 2024, um dem Aufwertungsdruck auf den Franken entgegenzuwirken und die Schweizer Exportwirtschaft nicht unn\u00f6tig weiterem Gegenwind auszusetzen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"footerHotlink\">\n<div data-nc-component=\"Hotlinks\">\n<div id=\"dl-hotlinks\" class=\"footerHotlinks__base\">\n<div class=\"footerHotlinks__wrapper\" style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Raiffeisen : Die Schweizer Wirtschaft wird mit nur wenig Schwung ins neue Jahr starten.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":14452,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":null,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[347],"tags":[84,351],"class_list":["post-16935","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ausblick-2024","tag-raiffeisen","tag-schweizer-wirtschaft-2024"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16935","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16935"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16935\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16939,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16935\/revisions\/16939"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14452"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16935"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16935"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16935"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}