{"id":17053,"date":"2023-03-29T16:41:33","date_gmt":"2023-03-29T14:41:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=17053"},"modified":"2023-03-29T16:41:33","modified_gmt":"2023-03-29T14:41:33","slug":"union-investment-heterogener-tech-sektor-richtet-sich-neu-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-heterogener-tech-sektor-richtet-sich-neu-aus\/","title":{"rendered":"Union Investment : Heterogener Tech-Sektor richtet sich neu aus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Union Investment : Ist das Technologie-Jahrzehnt an der B\u00f6rse vorbei? Im letzten Jahr ging es f\u00fcr Alphabet, Meta und Microsoft deutlich bergab. Gleichzeitig sind die Megatrends wie Digitalisierung oder K\u00fcnstliche Intelligenz intakt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Markus Golinski, Aktien-Portfoliomanager und Technologie-Analyst bei Union Investment<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Technologienahe Aktien haben das letzte Jahrzehnt an der B\u00f6rse extrem dominiert \u2013 sowohl in der Marktkapitalisierung als auch bei der Wertentwicklung. Der US-Technologie-Index NASDAQ 100 markierte einen Rekordstand nach dem n\u00e4chsten. Doch Ende 2021 war es damit vorbei. Die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Sektor haben sich deutlich verschlechtert. Allen voran ist die Zinswende als Grund zu nennen. Die Notenbanken in den USA und auch in Europa haben 2022 begonnen, die Leitzinsen kr\u00e4ftig anzuheben. Sie wollen damit der hohen Inflation entgegentreten. Technologietitel sind davon doppelt betroffen, denn zum einen sind sie ein zyklischer Sektor. Das bedeutet, dass sie unter einer wirtschaftlichen Abschw\u00e4chung \u2013 als Folge der h\u00f6heren Zinsen, aber auch des Krieges und der Energiekrise \u2013 leiden. Zum anderen sind Teile des Technologiesektors besonders zinssensitiv. H\u00f6here Zinsen bedeuten, dass Gewinne, die weit in der Zukunft anfallen, heute weniger wert sind. Das betrifft vor allem junge, wachstumsstarke Unternehmen, also ein Segment, in dem die Technologiebranche \u00fcberrepr\u00e4sentiert ist. Deren Bewertungen sind daraufhin auch deutlich gefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Markt ist ges\u00e4ttigt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund der hohen Teuerung wird das verf\u00fcgbare Einkommen bei den Konsumenten knapp. Dann kaufen sie kein neues Smartphone und keine neue Spielekonsole mehr. Und wenn ein Unternehmen sparen muss, k\u00fcrzt es die IT-Budgets, ersetzt den Server oder die PCs vielleicht erst ein Jahr sp\u00e4ter und konsolidiert die Softwaresysteme. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von Technologie-Werten besonders stark von den Auswirkungen der Pandemie profitiert hat, da sich die Menschen erst einmal mit Notebooks, Webcams und Videokonferenz-Software ausstatten mussten, mehr Streaming-Dienste in Anspruch nahmen, online eingekauft und digital bezahlt haben. Das muss sich jetzt erst einmal normalisieren. Der Markt f\u00fcr viele Hardwareprodukte ist ges\u00e4ttigt und die Lagerbest\u00e4nde sind hoch. Das sp\u00fcren die Hersteller wie HP, Intel oder Logitech deutlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Deglobalisierung belastet<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus haben die Technologie-Unternehmen die Globalisierung auf die Spitze getrieben und massiv von der damit verbundenen Arbeitsteilung profitiert. Apple entwickelt in den USA, l\u00e4sst gr\u00f6sstenteils in China produzieren und verkauft weltweit. Der derzeitige Trend zu mehr Regionalisierung ist vor allem durch die geopolitischen Unruhen getrieben und belastet entsprechend. Denn mit dem Trend zur De-globalisierung r\u00fcckt die Absicherung von Lieferketten f\u00fcr die nationale Sicherheit mehr in den Mittelpunkt. Dabei m\u00fcssen strategisch wichtige Lieferwege restrukturiert werden. Die USA wollen etwa die Bezugsquellen von Computerchips, Batterien und kritischen Mineralen im eigenen Land oder in befreundeten Regionen ansiedeln. Die Produktionskosten der Unternehmen d\u00fcrften dadurch steigen. Immerhin: Die US-Regierung unterst\u00fctzt diesen Umbau mit Investitionsanreizen von knapp 1,3 Billionen US-Dollar, die zus\u00e4tzlich zur Absicherung von Lieferketten bei strategisch bedeutenden Vorprodukten auch die klassische Infrastruktur und die Energiewende vorantreiben sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Effizienter wirtschaften<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Belastungsfaktoren d\u00fcrften den Sektor auch noch eine Weile begleiten. So kam es auch zur \u201eVerschnaufpause\u201c der Technologie-Titel an der B\u00f6rse. Doch schon zu Jahresbeginn gab es bereits eine Aufholbewegung an der B\u00f6rse. Der NASDAQ 100-Index hat bereits in diesem Jahr knapp 15 Prozent zugelegt. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind sicherlich in der vorsichtigen Positionierung der Anleger zu Jahresbeginn aber auch in den Ergebnissen der Berichtssaison zum vierten Quartal 2022 zu finden. Die meisten Technologieunternehmen haben Kostensenkungsprogramme initiiert und wollen effizienter wirtschaften \u2013 das scheint die Anleger zu \u00fcberzeugen. Dies geschieht bei den Tech-Konzernen vor allem \u00fcber Personalabbau. Amazon, Microsoft und Google wollen insgesamt 40\u2018000 Mitarbeiter entlassen. Die Technologie-Unternehmen haben w\u00e4hrend der Corona-Pandemie massenhaft Mitarbeiter eingestellt. Nun wird der Personalbestand verkleinert. Auch die Facebook-Mutter Meta erkl\u00e4rte das Jahr 2023 zum Jahr der Effizienz und will die Kosten um f\u00fcnf Milliarden US-Dollar reduzieren. Zwar fielen die Berichte insgesamt gemischt aus. Relativ betrachtet bleiben die Zahlen im Technologiesektor jedoch besser als jene von Unternehmen aus anderen Sektoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus d\u00fcrfen wir nicht vergessen: Die \u00fcbergeordneten Megatrends wie Elektrifizierung, Digitalisierung und K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) sind intakt und werden die n\u00e4chsten Jahrzehnte bestimmen \u2013 das spielt den Technologiewerten in die Karten. Aber der Sektor in sich ist sehr heterogen: Software, Hardware, Halbleiter, Services, Internet \u2013 jeder Bereich hat andere Wachstumstreiber. Das sollten auch die Investoren ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vorsicht bei Hardwareherstellern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorsichtig sind wir derzeit bei Hardwareherstellern mit hohem Exposure zu PCs, Smartphones, Konsumelektronik. Zudem halten wir uns noch zur\u00fcck im Segment der schnell wachsenden Softwareunternehmen aus dem Cloud-Umfeld. Diese Unternehmen sind zum gr\u00f6ssten Teil nicht profitabel und daher von der Bewertung schwer zu greifen. Zudem haben sie oft nutzungsabh\u00e4ngige Umsatzmodelle, leiden also unter einem sich abschw\u00e4chenden wirtschaftlichen Umfeld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Chancen bei Software- und Halbleiter-Firmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Chancen sehen wir bei eher traditionellen Software-Anbietern, die einen hohen Anteil an wiederkehrenden Ums\u00e4tzen haben, moderat bewertet sind, und deren Produkte f\u00fcr die Kunden gesch\u00e4ftskritisch sind. Wenn ein Unternehmen die Software von Marktf\u00fchrern wie SAP, Oracle oder Microsoft installiert hat, kann es diese nicht einfach abschalten oder zu einem vermeintlich g\u00fcnstigeren Anbieter wechseln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders interessant f\u00fcr Anleger wird in diesem Jahr auch die Halbleiter-Branche. Zykliker, funktionieren in beide Richtungen. Sollte sich das konjunkturelle Bild wieder aufhellen und sind die Lagerbest\u00e4nde bereinigt, bietet sich hier Kurspotenzial. Langfristig profitiert diese Industrie \u00fcberdurchschnittlich von strukturellen Trends. Man k\u00f6nnte die Halbleiter auch als Schaufeln im Goldrausch bezeichnen. Nehmen wir als Beispiel KI \u2013 hier ist ohne immer leistungsst\u00e4rkere Prozessoren kein technologischer Fortschritt m\u00f6glich. Welchen Stellenwert KI in Zukunft einnehmen wird und wozu sie jetzt schon f\u00e4hig ist, zeigt der Hype um ChatGPT. Dieser hat die Schlagzeilen der vergangenen Wochen bestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Chatbot ChatGPT kann kommunizieren. Damit kann er nicht nur Essays f\u00fcr Studenten verfassen und r\u00fcttelt damit die ganze Lehrbranche auf, sondern hat auch noch vor wenigen Wochen die Zulassungspr\u00fcfung f\u00fcr US-amerikanische \u00c4rzte bestanden. KI wird k\u00fcnftig bei allen Unternehmen eine Rolle spielen (m\u00fcssen), wenn sie im Wettbewerb bestehen wollen. Eine teure Kundenhotline kann sich keiner mehr leisten, wenn die KI einen ebenso guten Job macht. Sicherlich wird dies noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber dass dies passieren wird, daran habe ich keinen Zweifel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zehn-Milliarden-US-Dollar-Beteiligung von Microsoft an OpenAI, dem Entwickler dieser Chatbot-Anwendung, macht zudem deutlich, dass auch beim Thema KI die Technologie-Flaggschiffe eine f\u00fchrende Rolle spielen werden. Diese haben einen riesigen Vorsprung, was das Sammeln und die Analyse grosser Datenmengen angeht, die Grundlage f\u00fcr alle selbstlernenden Systeme. Denn je strukturierter und vielschichtiger die Daten sind, mit denen die KI gef\u00fcttert wird, umso besser werden die Ergebnisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist klar: Das \u201eBeste aller Welten\u201c-Umfeld f\u00fcr Technologie-Aktien scheint erst einmal vorbei zu sein. Dennoch bieten viele Firmen gerade nach der Bewertungskorrektur im Jahr 2022 einiges an Aufholpotenzial. Sie sind weiterhin hochprofitabel, reagieren auf schw\u00e4cheres Wachstum mit Kostensenkungsprogrammen, haben eine starke Marktposition und profitieren langfristig von den grossen Zukunftsthemen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : Ist das Technologie-Jahrzehnt an der B\u00f6rse vorbei? Im letzten Jahr ging es f\u00fcr Alphabet, Meta und Microsoft deutlich bergab. 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