{"id":1724,"date":"2015-07-31T05:00:00","date_gmt":"2015-07-31T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/07\/31\/m-g-investments-schuldenerlass-fuer-griechenland-wo-ein-wille-ist-da-ist-auch-ein-weg\/"},"modified":"2015-07-31T05:00:00","modified_gmt":"2015-07-31T05:00:00","slug":"m-g-investments-schuldenerlass-fuer-griechenland-wo-ein-wille-ist-da-ist-auch-ein-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/m-g-investments-schuldenerlass-fuer-griechenland-wo-ein-wille-ist-da-ist-auch-ein-weg\/","title":{"rendered":"M&#038;G Investments: Schuldenerlass f\u00fcr Griechenland: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Euro-Gipfel vor zwei Wochen in Br&uuml;ssel scheint die griechische Schuldenkrise wenigstens vorl&auml;ufig zu einem Ende gebracht zu haben. Der bef&uuml;rchtete Grexit konnte vermieden werden (zumindest im Moment), und die griechische Regierung konnte ihre Zahlungsr&uuml;ckst&auml;nde an den IWF und die EZB mithilfe des Br&uuml;ckendarlehns vom Europarat &ndash; 7,2 &euro; Mrd. &ndash; begleichen.<span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">&#8230;<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld <a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><span class=\"byline\">von <span class=\"author vcard\">Pierre Chartre<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf die Zukunft haben Griechenland und die Gl&auml;ubiger wertvolle Zeit gewonnen. Sie k&ouml;nnen nun eine &bdquo;Gemeinsame Absichtserkl&auml;rung&rdquo; f&uuml;r ein umfangreicheres Rettungspaket entwickeln, das sich &uuml;ber die n&auml;chsten drei Jahre auf 85 &euro; Mrd. belaufen sollte. Die griechische Regierung war gezwungen, Kompromisse einzugehen, die in vielen Aspekten die von Premierminister Tsipras und seiner Partei urspr&uuml;nglich gezogenen Grenzlinien zu Steuererh&ouml;hungen und Sparma&szlig;nahmen durchbrachen. Diese Ma&szlig;nahmen werden wahrscheinlich f&uuml;r Monate und Jahre Druck auf die griechische Wirtschaft aus&uuml;ben.<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die langwierigen Verhandlungen haben sich bisher vorrangig auf die von der griechischen Regierung zu implementierenden Reformen konzentriert. Ich finde es in diesem Zusammenhang sehr interessant, dass in puncto Schuldenentlastung f&uuml;r Griechenland und die Griechen bisher so wenig Fortschritte erzielt wurden. Obwohl die Schulden im Jahr 2012 deutlich reduziert werden konnten, machen sie im Verh&auml;ltnis zum BIP mittlerweile 180% aus. In 2009 waren es noch 130%, und der IWF erwartet einen Anstieg auf 200% des BIP in den n&auml;chsten zwei Jahren. Noch alarmierender ist allerdings die Schuldendynamik. Sie ist extrem besorgniserregend, da der finanzpolitische Schlitterkurs und die entt&auml;uschenden Wachstumszahlen (die Europ&auml;ische Kommission hat k&uuml;rzlich ihre 2015-Wachstumsprognose f&uuml;r Griechenland von 2,5% auf 0,5% reduziert) bedeuten, dass die Situation sich verschlechtert bevor sie besser wird. In j&uuml;ngster Zeit wurden die Probleme des Landes zudem durch die Bankenschlie&szlig;ung und die Einf&uuml;hrung von Kapitalkontrollen versch&auml;rft. Eine gr&ouml;&szlig;er als erwartete Injektion &ouml;ffentlichen Kapitals in die Bankinstitute wird nun notwendig sein, um das Bankensystem zu stabilisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund der Ereignisse scheint es mittlerweile allgemein akzeptiert, dass die Schulden Griechenlands in ihrer derzeitigen Form nicht tragbar sind. Dies wurde nicht nur ausdr&uuml;cklich in der aktualisierten &bdquo;Schuldentragf&auml;higkeitsanalyse&rdquo; des IWF vom 14. Juli formuliert, sondern spiegelt auch die Meinung vieler beteiligter Personen wie z.B. die des f&uuml;r Wirtschaft und Finanzen zust&auml;ndigen Kommissionsmitglieds Pierre Moscovici. Die kritische und hei&szlig; diskutierte Frage ist nun, ob ein unmittelbarer Schuldenerlass, wie von Tsipras und der griechischen Regierung gewollt (auch &bdquo;Haircut&rdquo; genannt), oder eine Schuldenumstrukturierung umgesetzt werden soll. Letztere Alternative ist die Pr&auml;ferenz der Eurogruppe unter Leitung von Angela Merkel und bedeutet, dass das Schuldenvolumen unver&auml;ndert bleibt, die Laufzeiten aber verl&auml;ngert und die Zinsen reduziert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angela Merkel und ihre Partner in der Eurozone haben von Beginn der Krise argumentiert, dass ein Schuldenerlass nicht zur Diskussion stehe. Diese Unnachgiebigkeit hat ihnen von internationalen Beobachtern und den Griechen selbst eine Menge Kritik eingebracht. Tats&auml;chlich hat ein Schuldenerlass einige Nachteile.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Beispielsweise k&ouml;nnte es einige populistische Stimmen in anderen Schuldnerl&auml;ndern anfeuern, insbesondere w&uuml;rde die spanische Podemos-Partei sich best&auml;tigt f&uuml;hlen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Die unmittelbaren Auswirkungen auf den griechischen Bankensektor w&auml;ren ebenfalls negativ. Er h&auml;lt immer noch 26 &euro; Mrd. in griechischen Staatsanleihen (auch wenn dies lediglich 10% der gesamten griechischen Schulden sind) und w&auml;re gezwungen, weitere Verluste hinzunehmen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Die EZB kaufte 2010 im Rahmen ihres Security Market Program (SMP) mehr als 20 &euro; Mrd. in griechischen Anleihen und w&uuml;rde ebenfalls Verluste hinnehmen m&uuml;ssen. Die rechtlichen Folgen in diesem Zusammenhang sind zudem immer noch unklar.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Letztlich w&uuml;rde ein Schuldenerlass &ndash; dies ist Angela Merkels Hauptargument &ndash; schlichtweg unm&ouml;glich sein, da er gegen Artikel 125 des Vertrags von Lissabon versto&szlig;en w&uuml;rde. Der als No-Bailout-Klausel bekannte Artikel legt fest, dass die Union f&uuml;r die Verbindlichkeiten anderer Mitglieder weder haftbar ist noch deren Verpflichtungen &uuml;bernehmen muss.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich pers&ouml;nlich finde es ein wenig dubios, dass dieses Argument von derselben Angela Merkel vorgebracht wird, die auf David Camerons Wunsch nach Vertragsver&auml;nderungen am 29. Mai antwortete: &bdquo;Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg&rdquo;. Als Anekdote sei hier auf den 12. Juni verwiesen, als sie dasselbe Sprichwort f&uuml;r Herrn Tsipras wiederholte. Sie mag es offensichtlich. Es scheint also so zu sein, dass der Vertrag von Lissabon f&uuml;r David Camerons europ&auml;ischen Immigrations- und Pensionsreformen ge&auml;ndert werden kann, nicht aber um eine Schuldenentlastung f&uuml;r Griechenland m&ouml;glich zu machen.<\/p>\n<p>Dies ist schade, da trotz der Nachteile einige zwingende Argumente f&uuml;r einen &bdquo;Haircut&rdquo; sprechen.<\/p>\n<p>1. Nach den bereits in den Jahren 2010 und 2012 durchgef&uuml;hrten Umstrukturierungen der griechischen Schulden sind die durchschnittlichen Zinsen bereits recht niedrig. Laut der Europ&auml;ischen Kommission belaufen sie sich auf 2,4% und liegen damit nur um 0,2% h&ouml;her als die f&uuml;r Frankreich und Deutschland (siehe die Graphik).<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2015\/07\/EU-implicit-interest-rates.pptx_en-GB_de-DE.png\" alt=\"EU implicit interest rates.pptx_en-GB_de-DE\" width=\"450\" height=\"225\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2714\" \/> <\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die durchschnittliche Laufzeit ist zudem bereits lang, n&auml;mlich &uuml;ber 20 Jahre. Vor diesem Hintergrund ist es klar, dass eine erneute Umstrukturierung nicht nur die Schuldenlast lediglich marginal reduzieren w&uuml;rde, sondern auch Griechenlands finanzielle Betreuung und die Notwendigkeit f&uuml;r Sparma&szlig;nahmen &uuml;ber Jahrzehnte verl&auml;ngert w&uuml;rden.&nbsp; Beispielsweise k&ouml;nnten die Durchschnittszinsen f&uuml;r griechische Schulden von 2,4% auf 1,4% reduziert und die durchschnittlichen Laufzeiten auf 30 Jahre verl&auml;ngert werden (so die Empfehlung bestimmter Institutionen). Dies w&uuml;rde jedoch die gegenw&auml;rtige Nettoverschuldung um nur ca. 30% senken1. Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht genug Luft f&uuml;r die griechische Regierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere Frage im Falle von Zinsk&uuml;rzungen und Laufzeitenverl&auml;ngerung f&uuml;r Griechenland ist die Reaktion anderer populistischer Parteien in Europa. Ihre Forderung nach Schuldenentlastung ist sicherlich fast ebenso stark wie die Griechenlands, egal ob es sich um einen Schuldenerlass oder eine Umstrukturierung handelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Man k&ouml;nnte argumentieren, dass Griechenland und seine B&uuml;rger nach sieben Jahren Rezession ihre Schmerzgrenze erreicht haben und keine weiteren Sparma&szlig;nahmen mehr verkraften k&ouml;nnen. Ein Schuldenerlass f&uuml;r Griechenland w&uuml;rde kurzfristig f&uuml;r dringend ben&ouml;tigte Ausgaben sorgen und so Investitionen f&ouml;rdern und die Arbeitslosigkeit reduzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutschland und die Partner in der Eurogruppe sehen hoffentlich diese potenziellen Vorteile eines Schuldenerlasses und haben ihm bislang lediglich deshalb nicht zugestimmt, weil der Zeitpunkt nicht geeignet war. Tats&auml;chlich ist momentan, angesichts der bevorstehenden Wahlen in Portugal, Spanien und Irland sowie den Bundestagswahlen in Deutschland in 2017, wirklich nicht der ideale Zeitpunkt, die griechischen Schulden abzuschreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Sinne macht die deutsche Strategie vielleicht Sinn, und man kann nur hoffen, dass die Idee eines Schuldenerlasses &ndash; falls Griechenland seine Reformbereitschaft demonstriert und der politische Druck nachgelassen hat &ndash; in ein paar Jahren wieder auf die Tagesordnung kommt. Vielleicht h&ouml;ren wir dann wieder Angela Merkels Lieblingssprichwort. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, oder nicht Frau Merkel?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1 Unter Annahme eines pauschalen Abschlags von 2,4%Unter Annahme eines pauschalen Abschlags von 2,4%<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Euro-Gipfel vor zwei Wochen in Br&uuml;ssel scheint die griechische Schuldenkrise wenigstens vorl&auml;ufig zu einem Ende gebracht zu haben. Der bef&uuml;rchtete Grexit konnte vermieden werden (zumindest im Moment), und die griechische Regierung konnte ihre Zahlungsr&uuml;ckst&auml;nde an den IWF und die EZB mithilfe des Br&uuml;ckendarlehns vom Europarat &ndash; 7,2 &euro; Mrd. &ndash; begleichen.&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-1724","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-marktanalyse"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1724"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1724\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}