{"id":1747,"date":"2015-09-09T05:00:00","date_gmt":"2015-09-09T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/09\/09\/voelkerwanderung\/"},"modified":"2015-09-09T05:00:00","modified_gmt":"2015-09-09T05:00:00","slug":"voelkerwanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/voelkerwanderung\/","title":{"rendered":"V\u00f6lkerwanderung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">China hat die M&auml;rkte zwar noch immer im Griff und es ist nicht auszuschliessen, dass dies auch noch bis auf weiteres so bleiben wird. Aber das vergangene Wo-chenende lieferte noch ganz andere Schlagzeilen, weniger interessante zwar f&uuml;r die Fi-nanzm&auml;rkte, daf&uuml;r aber emotio-nal umso mehr bewegende&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rede ist vom Fl&uuml;chtlingsdrama, das sich nun nicht mehr vor den Toren Europas abspielt sondern mittendrin. Das Fl&uuml;chtlingsdrama, das mit den sprachlos machenden Bildern des ertrunkenen Aylans an der t&uuml;rkischen Mittelmeerk&uuml;ste nun in aller Welt einen unvergesslichen Fussabdruck besitzt, hat wenigstens die Blockaden in den K&ouml;pfen der EU-Politik entkrampft. So dass jetzt Bewegung in die Sache kommt. Aktuell ist die personelle Freiz&uuml;gigkeit tats&auml;chlich vollst&auml;ndig in Europa, selbst f&uuml;r Asylsuchende und Fl&uuml;chtlinge. Die irrten j&uuml;ngst quer durch Europa von Grenze zu Grenze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verdr&auml;ngen, auf Zeit spielen, auf andere zielen, nur lang-sam ziehen, Gipfel nach Gipfel abhalten &#8211; die ureigene und unbew&auml;hrte europ&auml;ische Art der Problembew&auml;lti-gung war auch die erste Reaktion der Politiker auf die Fl&uuml;chtlingsproblematik. Zun&auml;chst wurden die Fluchtrou-ten als lokale Ph&auml;nomene relativiert, vor allem f&uuml;r Grie-chenland und Italien. In Deutschland, England und an-derswo erteilte man den Helfern auf Lampedusa sogar kluge Ratschl&auml;ge, wie die Masse bew&auml;ltigt werden k&ouml;n-ne. Aber ansonsten liess man die beiden B&uuml;ndnispartner allein mit dem Problem; noch war es ja recht weit weg. Man mimte grosse Betroffenheit &uuml;ber das Ungl&uuml;ck, das vielen auf der &Uuml;berfahrt widerfuhr und war sich einig, dass die Schlepper skrupellose Verbrecher seien. Mehr Hilfe ihrer B&uuml;ndnispartner durften die H&uuml;ter der von den Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;men am st&auml;rksten frequentieren EU-Aussengrenzen von ihren europ&auml;ischen B&uuml;ndnispartner nicht erhoffen. Selbst nicht als Calais oder Ventimiglia &uuml;berschwemmt wurden und in Mazedonien die Grenze gest&uuml;rmt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur blieb es nicht beim regionalen Ph&auml;nomen. Sp&auml;tes-tens seit von der &bdquo;Balkan Route&ldquo; die Rede ist und einige L&auml;nder wie Ungarn versuchten, ausgerechnet im Raum der umfangreichen Freiz&uuml;gigkeiten, ihre Aussengrenzen dicht zu machen, weiss jeder: Hier geht es um mehr als eine &bdquo;ausgewogene Verteilung&ldquo; von Fl&uuml;chtlingskontin-genten. Mittlerweile steht Europa einem Massenexodus gegen&uuml;ber, den es nur mit vereinten Kr&auml;ften &uuml;berhaupt bew&auml;ltigen kann. Und es zeigt den Europ&auml;ern auch die Grenzen ihrer Politik auf. So wurde das Schengen Ab-kommen j&uuml;ngst faktisch ausser Kraft gesetzt, in dem die Grenzen zum Teil wieder gesch&uuml;tzt und &uuml;berwacht wur-den. &Auml;hnlich wie das Dublin Verfahren, das die Asylsu-chenden verpflichtet, ihr Gesuch in dem Land zu bean-tragen, in welches sie auch (zuerst) eingereist sind. Die EU sieht sich folglich gezwungen, ihren rechtlichen und institutionellen Setup komplett zu &uuml;berpr&uuml;fen. Wie in Fragen der Staatsfinanzen w&auml;re auch in Fl&uuml;chtlingsfragen eine politische Union viel handlungsf&auml;higer und dar&uuml;ber hinaus w&uuml;rde sie nicht als unbeweglicher Moloch wahr-genommen, der das Elend der fl&uuml;chtenden Menschen unn&ouml;tig verl&auml;ngert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Gutes hat das ganze Trauerspiel. So unsch&ouml;n es sein mag, was sich momentan in Europa abspielt und welche Emotionen oder gar Ohnmacht es freisetzt, es zwingt Europa zum Handeln. Das Europa der Zauderer kann f&uuml;r einmal die Zeit nicht aussitzen und muss sich ernsthaft um L&ouml;sungen bem&uuml;hen, die diesen Namen auch verdie-nen. Vielleicht resultiert daraus ja sogar ein Lerneffekt. Hungernde Fl&uuml;chtige lassen sich eben nicht so einfach auf die lange Bank schieben wie die Begleichung von Staatsschulden. Umso weniger, wenn sie ein Gesicht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erzeugte &uuml;ber das Wochenende den n&ouml;tigen Hand-lungsdruck auf Seiten der Politik. Und da dieser humani-t&auml;r und nicht finanziell begr&uuml;ndet ist, besteht auch die M&ouml;glichkeit, dass sich die EU endlich zu einer Einheit zusammenrauft. Im Gegensatz zur Eurorettung gibt es keinen Neid unter den Europ&auml;ern, weil es keine Geber-und Nehmerl&auml;nder gibt. Alle m&uuml;ssen etwas geben, das macht vieles einfacher, auch wenn von Kontingenten geredet wird. In der &Ouml;konomie spricht man bei der Zu-spitzung einer Situation auf Grund eines ausser Kontrolle geratenen Ereignisses von einem sogenannten exogenen Schock. Um einen tief sitzenden strukturellen Mangel zu beseitigen, bedarf es meist mehr als leichter Symptome von Unwohlsein oder etwas Druck von aussen, wie uns die Eurokrise wiederholt vor Augen gef&uuml;hrt hat. Es braucht einen Schock, der (psychologisch) etwas ausl&ouml;st und emotional belastet. Mindestens so einen, wie ver-gangenes Wochenende, dem Beginn der V&ouml;lkerwande-rung entlang der &bdquo;Balkan Route&ldquo; nach Deutschland. Wer weiss, vielleicht schweissen ja ein paar Millionen Fl&uuml;cht-linge Europa endlich enger zusammen.<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>China hat die M&auml;rkte zwar noch immer im Griff und es ist nicht auszuschliessen, dass dies auch noch bis auf weiteres so bleiben wird. 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