{"id":1810,"date":"2015-11-26T06:00:00","date_gmt":"2015-11-26T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/11\/26\/permanenter-notstand-oder-krieg\/"},"modified":"2015-11-26T06:00:00","modified_gmt":"2015-11-26T06:00:00","slug":"permanenter-notstand-oder-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/permanenter-notstand-oder-krieg\/","title":{"rendered":"Permanenter Notstand oder Krieg?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mit permanentem Notstand sind die Finanzm&auml;rkte ver-traut. Seit der Finanzkrise ist der dauerhaft. Die M&auml;rkte boomen dem zu Trotz, denn seit der Lehman Pleite haben sie mit den Notenbanken einen steten Weggef&auml;hrten gefunden, der ihnen alle Probleme aus der Welt schafft. &#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"WordSection1\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Der abrupte Paradig-menwechsel der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar 2015 ist da lediglich eine die Regel best&auml;ti-gende Ausnahme. Ansonsten ist aber auf die W&auml;h-rungsh&uuml;ter Verlass.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letzte Woche legte der CAC 40, der franz&ouml;sische B&ouml;r-senindex um 2.1% zu. Der belgische BEL 20 Index in Br&uuml;ssel um 2.8% , der DAX 3.8% und der SMI um 3.0%. Eine ziemlich gute B&ouml;rsenwoche in Europa an-gesichts der blutigen Anschl&auml;ge, die flugs zuvor Paris heimsuchten. Wie kann es sein, dass die Finanzm&auml;rkte faktisch unger&uuml;hrt aufw&auml;rts streben, w&auml;hrend sich Europa im Ausnahmezustand befindet? In den franz&ouml;-sischen Medien ist von &#8220;Krieg&#8221; die Rede. Auch Francois Hollande sagt, man befinde sich im Krieg. Nur die Finanzm&auml;rkte wollen davon nichts wissen. Sie interpre-tieren das, was sich in Paris, Hannover oder Br&uuml;ssel abspielt, nicht als Krieg, sondern als permanenten Notstand. Das klingt handlicher und vor allem ge-wohnt. Gegen den permanenten Notstand gibt es schliesslich probate Mittel. Zumindest an den Finanz-m&auml;rkten. Kein Grund zur Sorge also.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bilder wie im Krieg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer vergangenes Wochenende die Bilder aus Br&uuml;ssel genau betrachtet hat, der kann nicht zum selben Schluss kommen wie die M&auml;rkte. Das sah fast aus wie ein milit&auml;rischer Einmarsch in Belgiens Hauptstadt. Dass gestern in Br&uuml;ssel auch noch Schulen und Univer-sit&auml;ten geschlossen waren, nachdem das ganze Wo-chenende die Angst gepaart mit Trotz und Ohnmacht regierte, hat die M&auml;rkte am Montag kaum aus der Bahn geworfen &ndash; zumindest noch nicht. Obwohl die Terroristen es sichtlich geschafft haben, Europa in einen Ausnahmezustand zu versetzen, bleiben die B&ouml;rsianer zuversichtlich. Diese Zuversicht ist indes tr&uuml;gerisch. Wer in Europa glaubte, der Krieg in der Levante ginge an ihm spurlos vorbei, sah sich schon angesichts ausufernder Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me im Irrtum. Inzwischen sind nicht nur die Leidtragenden des Kon-fliktes hier angekommen. Der Konflikt selbst hat sich in gef&auml;hrliche N&auml;he verlagert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unberechenbar&hellip;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist kein gew&ouml;hnlicher kriegerischer Konflikt, denn der IS ist keine Nation wie etwa Frankreich oder die Schweiz. Er ist ein mehr oder weniger anonymes Ge-bilde, ein Netzwerk ohne politisch definierten K&ouml;rper. Wie soll man ein solches Regime abschrecken? Wie und wo will man dieses weitverzweigte Netzwerk nachhaltig zur&uuml;ckbinden? Das Netzwerk ist schwer auszumachen, global t&auml;tig und kann unverhofft zu-schlagen. Das macht es unberechenbar. Und damit herrscht eine Asymmetrie der Verwundbarkeiten. Die zivilisierte, nicht mehr nur westliche Welt, das Feind-bild der Dschihadisten, ist riesig im Vergleich zu den vielen kleinen Zellen von &#8220;Gef&auml;hrdern&#8221;. Waffentechni-sche &Uuml;berlegenheit ist in diesem Krieg so lange nicht relevant, wie der Westen den Krieg auf Distanz zu halten versucht, in dem er lediglich Luftschl&auml;ge aus-f&uuml;hrt und die blutige Arbeit den Kurden, syrischen Rebellen oder irakischen Regierungstruppen &uuml;berl&auml;sst. Die Rollen Russlands und der T&uuml;rkei sind gelinde ge-sagt undurchsichtig. An beiden kommen Europa und die USA nicht mehr vorbei. Beide sind Hauptdarsteller in diesem Konflikt. Auch die Personalie Baschar al- Assad muss schnell gekl&auml;rt werden. Die Lage droht sonst aus dem Ruder zu laufen. Europa hat sich am 13.11.2015 als verwundbar erwiesen. Jetzt gilt es &#8211; allersp&auml;testens &#8211; Europa zu sein und nicht ein loser Bund von Nationalstaaten mit einer Einheitsw&auml;hrung, der sich &uuml;ber blosse gemeinsame Standpunkte hinaus zu gemeinsamen Taten durchringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die latente Unsicherheit auf Grund der Unberechen-barkeit des schwer fassbaren Gegners m&uuml;sste an den Finanzm&auml;rkten eigentlich Vorsicht ausl&ouml;sen, doch die feiern munter weiter. Dies nur, weil die Geldpolitik &uuml;ber allem steht. Kriegs&auml;hnlicher Ausnahmezustand hin oder her, das Protokoll der Sitzung der amerikani-schen Notenbank war letzte Woche das Highlight der M&auml;rkte und nicht die Bedrohung durch den Terroris-mus. Letzterer ist eine Unbekannte und daher kein Thema f&uuml;r die M&auml;rkte &#8211; die Geldpolitik hingegen schon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&hellip;und gef&auml;hrlich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den Anschl&auml;gen des 11. September 2001 in den USA herrschte &auml;hnlich wie heute Kriegsrhetorik. Aber dieser &#8220;Krieg&#8221; wurde weit entfernt der eigenen Gren-zen gef&uuml;hrt. Afghanistan, Pakistan und selbst der Irak waren f&uuml;r die USA weit entfernt und f&uuml;r M&auml;rkte maxi-mal Nebenkriegsschaupl&auml;tze. Br&uuml;ssel oder Paris sind das aber nicht mehr und wenn in der europ&auml;ischen Hauptstadt tagelang der Ausnahmezustand verh&auml;ngt wird, scheint die Sicherheit im Herzen Europas gef&auml;hr-det. Zudem streben t&auml;glich Tausende Fl&uuml;chtige nach Europa. Das &ouml;ffentliche Leben in Europa ist einge-schr&auml;nkt, genauso wie die individuelle Freiheit. Nicht wenige haben Angst. Das erinnert in der Tat mehr an Krieg als an Notstand. Und fr&uuml;her oder sp&auml;ter wird<span style=\"font-size: 11pt; line-height: 107%; font-family: 'Calibri',sans-serif;\"> <\/span>auch die Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wer-den. Da n&uuml;tzt der kurzfristige Wachstumseffekt der Fl&uuml;chtlingswelle wenig; er wird fast ausschliesslich durch die &ouml;ffentlichen Haushalte getragen werden.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Keine Bazooka gegen Gef&auml;hrder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M&auml;rkte werden dies bald feststellen (m&uuml;ssen). Gegen permanente Finanzkrisen gibt es im Keller der Notenbanken ein vermeintlich unersch&ouml;pfliches Waf-fenarsenal, darunter wahre Wunderwaffen wie Drag-his sprichw&ouml;rtliche Bazooka. Gegen den permanenten kriegs&auml;hnlichen Ausnahmezustand in Europa hingegen gibt es kein Mittel. Auch wenn Frankreich eine Atom-macht ist, kann es den IS &#8211; genauso wenig wie die hochger&uuml;steten Amerikaner &#8211; besiegen, zumindest nicht aus der Luft. Man wird sich in Europa vielleicht damit abfinden m&uuml;ssen, dass das Leben l&auml;ngere Zeit keinen normalen Lauf mehr nimmt. Die Menschen hoffen wohl, dass wie nach dem Attentat auf die Charlie Hebdo Redaktion bald alles wieder seinen normalen Lauf nimmt. Dagegen spricht der Notstand in Frankreich, der Ausnahmezustand in Br&uuml;ssel, eine f&uuml;r Rom g&auml;hnende Leere selbst an neuralgischen Tou-risten Hotspots, Deutschlands Angst vor Grossanl&auml;ssen nationaler Auspr&auml;gung und vieles mehr. Die &#8211; f&uuml;r mich neue &#8211; deutsche Wortsch&ouml;pfung dr&uuml;ckt den aktuellen Zustand ausgesprochen treffend aus: Gef&auml;hrder. Das sind Leute, die bei deutschen Beh&ouml;rden (und Politi-kern) unter Verdacht stehen, eine Straftat begehen zu wollen. Ein Wort das sich die Finanzm&auml;rkte einpr&auml;gen sollten. Denn gegen diese Gefahr gibt es keine Bazoo-ka. Kommende Woche, am 3. Dezember tagt die EZB und Mario Draghi wird wahrscheinlich wieder mal mehr liefern, als die M&auml;rkte erhoffen und sein kleines virtuelles Feuerwerk z&uuml;nden. Gegen das reale Feuer-werk in Paris ist das aber rein gar nichts.<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit permanentem Notstand sind die Finanzm&auml;rkte ver-traut. Seit der Finanzkrise ist der dauerhaft. 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