{"id":1836,"date":"2015-12-18T09:00:00","date_gmt":"2015-12-18T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/12\/18\/die-geldpolitik-als-gefangenendilemma-revisited\/"},"modified":"2015-12-18T09:00:00","modified_gmt":"2015-12-18T09:00:00","slug":"die-geldpolitik-als-gefangenendilemma-revisited","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/die-geldpolitik-als-gefangenendilemma-revisited\/","title":{"rendered":"Die Geldpolitik als Gefangenendilemma (revisited)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wir bewegen uns in einem Umfeld noch immer vergleichsweise blutleeren weltwirtschaftlichen Wachstums, das nicht nur durch eine De-Synchronisierung zwischen den entwickelten und den sich entwickelnden Volkwirtschaften, sondern auch zwischen den einzelnen Industriestaaten gepr&auml;gt ist&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Hans-J&ouml;rg Naumer Global Head of Global Capital Markets &amp; Thematic Research<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">W&auml;hrend sich beispielsweise die US-Wirtschaft auf einem stabilen Konjunkturpfad zu entwickeln scheint, erholen sich die L&auml;nder der Eurozone mit unterschiedlicher Geschwindigkeit vom Krisenmodus. In Japan wiederum stehen die erhofften Erfolge von &bdquo;Abenomics&ldquo;, der Verbindung massiver Fiskal- mit ebenso massiven geldpolitischen Programmen, noch aus. Auch bei den Inflationsraten ist noch nicht ausgemacht, wohin die Reise geht. Zwar werden diese stark von den zur&uuml;ckgegangenen Rohstoffpreisen &uuml;berlagert, aber sie sind noch weit von der Marke entfernt, die zumindest die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) mit ihrem 2%-Ziel als stabilit&auml;tspolitisch erw&uuml;nscht ansieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Antwort auf die Frage, warum die anhaltende Phase &bdquo;billigen&ldquo; Geldes sich weder in st&auml;rker steigenden Konjunktur- noch in Verbaucherpreisdaten niedergeschlagen hat, k&ouml;nnen mehrerlei Argumente angef&uuml;gt werden. So d&uuml;rften die privaten Haushalte, die mehrere Verm&ouml;genspreisschocks in Folge der Krisen &uuml;ber die letzten Jahrzehnte durchleben mussten, insgesamt sorgsamer im Ausgabengebaren sein und ihre Sparquote eher h&ouml;her halten als vor den Krisen &ndash; trotz oder gerade auch wegen der niedrigen Zinsen auf Spareinlagen. Niedrige Zinsen m&uuml;ssen nicht, wie geldpolitisch erw&uuml;nscht, zu einem h&ouml;heren Konsum f&uuml;hren, da die Opportunit&auml;tskosten des Konsums mit den niedrigen Zinsen gesunken sind. Sie k&ouml;nnen genau das Gegenteil bewirken: Da der Ertrag auf das angelegte Kapital geringer geworden ist, muss heute mehr zur&uuml;ckgelegt werden, um morgen das urspr&uuml;nglich ben&ouml;tigte Kapital zur Verf&uuml;gung zu haben. Auch der Schuldenabbau lastet insgesamt auf dem Wachstum &ndash; bei den Staaten wie auch bei den privaten Haushalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was aber sind L&ouml;sungen, die auf einen global nachhaltigen und h&ouml;heren Wachstumspfad f&uuml;hren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die fiskalische Situation l&auml;sst in vielen L&auml;ndern kaum eine h&ouml;here Neu-verschuldung zu. Offen bleibt auch die Frage, ob steigende Staatsaus-gaben zu einem Multiplikator f&uuml;hren w&uuml;rden, der gr&ouml;&szlig;er als eins ist &ndash; also dass tats&auml;chlich mehr Wachstum entsteht, als dies dem fiskalischen Impuls entspricht. Strukturreformen sind oft schwierig durchzusetzen und langwierig. Bleibt der Wechselkurs. Die Importe des einen sind die Exporte des anderen. Wer es schafft, seinen Wechselkurs zu schw&auml;chen, darf Exportzuw&auml;chse erwarten &ndash; es sei denn, auch die Gegenseite setzt auf dieses Instrument. Da Geldpolitik in ihrer Konsequenz, ob gewollt oder ungewollt, aber immer auch Wechselkurspolitik ist, ger&auml;t die Geldpolitik schnell in die Situation eines Gefangenendilemmas. Die Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses der letzten Monate erinnert an dieses Zusammenspiel, aber nicht nur dieser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Paradigma des Gefangenendilemmas ist schnell erkl&auml;rt: Zwei (zur Vereinfachung) Spieler k&ouml;nnen miteinander kooperieren oder versuchen, zu Lasten des anderen Vorteile zu erhalten. Beide wissen: Wenn sie miteinander kooperieren, stellen sie sich beide besser, als in dem Fall, dass der andere sie verr&auml;t, und es zu einem Schuldspruch kommt. Das Problem ist nur: Verr&auml;t einer den anderen, aber der andere vertraut auf eine unausgesprochene Kooperation (beide k&ouml;nnen sich nur ohne gegenseitige Absprache entscheiden), dann stellt sich der Verr&auml;ter besser da als im Falle gegenseitiger Kooperation. Wie verhalten sich die beiden also, wenn jeder einen Anreiz hat, sich zu Lasten des anderen besser zu stellen, in der Hoffnung, dass dieser nicht mit der gleichen M&uuml;nze zur&uuml;ckzahlt? Denn tut er dies, dann stellen sich beide deutlich schlechter (und wandern ohne Strafminderung ins Gef&auml;ngnis). Die Parallelen zur Geldpolitik liegen auf der Hand. Wenn die Zentral-banken davon ausgehen, dass Abwertungswettl&auml;ufe auf Dauer besten-falls ein Null-, eher aber ein Minussummenspiel sind, ist die Empfehlung klar: Am besten gar nicht erst damit beginnen. Hat dieser Wettlauf aber erst einmal begonnen, was umso leichter f&auml;llt, wenn sich die Inflations-raten fast &uuml;berall in der N&auml;he der Nullgrenze oder darunter bewegen, dann ist es schwer, wieder auszusteigen. Unter diesem Paradigma muss der j&uuml;ngste Schritt der US-Fed gesehen werden, wie auch die Internati-onalisierungsstrategie der People Bank of China f&uuml;r den Renminbi. Die Bindung an einen W&auml;hrungskorb hilft aus der Aufwertungsspirale, zu der die Bindung an den Dollar f&uuml;hrte, heraus.<\/p>\n<p>Das Gefangenendilemmas wird uns auch 2016 begleiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir bewegen uns in einem Umfeld noch immer vergleichsweise blutleeren weltwirtschaftlichen Wachstums, das nicht nur durch eine De-Synchronisierung zwischen den entwickelten und den sich entwickelnden Volkwirtschaften, sondern auch zwischen den einzelnen Industriestaaten gepr&auml;gt ist&#8230;&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3642,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[],"class_list":["post-1836","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1836","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1836"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1836\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3642"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1836"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1836"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1836"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}