{"id":18403,"date":"2023-07-03T12:26:44","date_gmt":"2023-07-03T10:26:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=18403"},"modified":"2023-07-03T12:26:44","modified_gmt":"2023-07-03T10:26:44","slug":"dje-anlegerklassiker-mit-attraktiven-aussichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dje-anlegerklassiker-mit-attraktiven-aussichten\/","title":{"rendered":"DJE: Anlegerklassiker mit attraktiven Aussichten"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>DJE<\/strong> : Konsumg\u00fcter sind Anlegerklassiker: Faktoren wie Rohstoffknappheit, gest\u00f6rte Lieferketten und Inflation setzen die Freude der Konsumenten aber unter Druck.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Manuel Zeuch, Analyst im Bereich Research &amp; Portfoliomanagement bei DJE Kapital<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch bieten strukturell wachsende Kategorien wie Kaffee oder Heimtiernahrung Chancen &#8211; ebenso wie die stetig wachsende Mittelschicht in den Schwellenl\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachdem der (Basis-)Konsumg\u00fctersektor \u00fcber zwei Jahre lang verl\u00e4sslich stieg, flaute das Wachstum im vergangenen Jahr ab. W\u00e4hrend der Pandemie hatten vor allem Unternehmen mit einer robusten Lieferkette und einer hohen<\/strong> Verf\u00fcgbarkeit von Produkten und Waren Vorteile. Zudem profitierten Unternehmen mit einem hohen Anteil an Online-Ums\u00e4tzen &#8211; bei L\u2019Or\u00e9al zum Beispiel machen diese 28 Prozent der Ums\u00e4tze aus &#8211; und einem geringen Umsatz aus Schwellenl\u00e4ndern. Ausserdem waren Unternehmen gefragt, die in strukturell wachsenden Kategorien t\u00e4tig sind. Zu diesen Kategorien z\u00e4hlen unter anderem Heimtiernahrung und Kaffee. Herausfordernd waren vor allem die weiterhin angespannten Lieferketten und die rasant steigenden Inputkosten: Herstellungskosten machen rund 50 Prozent vom Umsatz aus, wovon wiederum etwa 80 Prozent auf Rohstoffkosten entfallen. Diese stiegen im Vergleich zu 2021 um rund 16 Prozent. Um die Schwierigkeiten auszugleichen, haben die Unternehmen die Lieferketten gest\u00e4rkt, die Produktion durch mehr Automatisierung effizienter und flexibler aufgestellt und auch die Preise deutlich erh\u00f6ht; bei den Branchenriesen lagen diese Preisanstiege zuletzt bei neun bis 13 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aussichten sind weiterhin attraktiv<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang Juni fand die gr\u00f6sste Investmentkonferenz im Bereich Konsumg\u00fcter in Paris statt, an der \u00fcber 90 Unternehmen aus den Bereichen Basiskonsumg\u00fcter, Luxusg\u00fcter sowie Lebensmittel- und Non-Food-Einzelhandel teilnahmen. Die Stimmung war konstruktiver als von vielen Investoren erwartet, da die Unternehmen bei Volumenentwicklung und weiteren Preisanpassungen optimistischer waren. Eine der Hauptsorgen der Investoren war die Entwicklung in den USA, einem der wichtigsten M\u00e4rkte f\u00fcr viele Unternehmen. Dort ist eine Abschw\u00e4chung unter anderem bei Grossprojekten in diskretion\u00e4ren, d. h. aufschiebbaren oder gar verzichtbaren Bereichen (wie Wohnungsbau oder Heimwerkermarkt) bereits sichtbar. Entgegen den Erwartungen zeigen sich Konsumenten in den USA aber weiterhin (noch) robust. Die Nachfrage ist trotz der hohen Preisanpassungen weiterhin stabil und scheint sich nicht weiter zu verschlechtern. Die Arbeitslosenquote ist mit 3,7 Prozent weiterhin niedrig, und die Ersparnisse der Konsumenten liegen noch \u00fcber dem Niveau von 2019. Im Gegensatz dazu leiden europ\u00e4ische Konsumenten unter gestiegenen Kosten. Dennoch entwickelt sich auch das Vertrauen der europ\u00e4ischen Konsumenten besser als erwartet, gemessen am Vertrauensindikator der europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr die Eurozone.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wachstumsmotor China: Ja, aber\u2026<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">China ist f\u00fcr den Konsumg\u00fctersektor sehr wichtig, erholt sich nach der Corona-Wiederer\u00f6ffnung allerdings deutlich langsamer als von vielen erwartet. Der Einkaufsmanagerindex f\u00fcr das verarbeitende Gewerbe in China lag im Mai mit 48,8 unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Dies ist nur eine leichte Erholung im Vergleich zum pandemiegepr\u00e4gten Dezember 2022 mit 47 Punkten. Einige Unternehmen, die an der Investorenkonferenz in Paris teilnahmen, verzeichnen inzwischen aber eine sp\u00fcrbare Nachfragebeschleunigung in China. Gleichzeitig berichteten verschiedene Unternehmen, dass die chinesischen Kunden immer anspruchsvoller in Bezug auf Marken und deren Wertversprechen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wohin mit Kostensteigerungen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus stand die Entwicklung der Kosten im Fokus, die zuletzt stark gestiegen waren und Unternehmensmargen und -gewinne belasteten. Aktuell erwarten die meisten Unternehmen, dass der Druck von steigenden Inputkosten in der zweiten Jahresh\u00e4lfte abnehmen sollte. Unilever erwartet f\u00fcr das Gesamtjahr 2023 eine Nettomaterialinflation in H\u00f6he von 2,2 Mrd. Euro, wobei zwei Drittel der Kosten auf das erste Halbjahr und ein Drittel auf das zweite Halbjahr entfallen. Das entspricht einem R\u00fcckgang gegen\u00fcber dem Vorjahr in H\u00f6he von 4,5 Mrd. Euro. Weiter wird erwartet, dass positives Volumenwachstum zur\u00fcckkehrt und die Margen wieder ansteigen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wachstumsm\u00e4rkte: Schwellenl\u00e4nder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Pandemie haben Unternehmen mit einem hohen Umsatzanteil aus Schwellenl\u00e4ndern stark gelitten. Diese Regionen beginnen, sich nun nach der Pandemie wieder zu erholen, obwohl sie teilweise mit hohen Inflationsraten zu k\u00e4mpfen haben. Wie wichtig die Schwellenl\u00e4nder f\u00fcr die Unternehmen sind, zeigten Unilever und Nestl\u00e9 auf der Konferenz in Paris. Die Unternehmen berichteten davon, dass das Umsatzwachstum in Schwellenl\u00e4ndern anderthalb Mal schneller war als in entwickelten L\u00e4ndern und die Margen deutlich h\u00f6her waren. F\u00fcr das Wachstum gibt es verschiedene Gr\u00fcnde, unter anderem eine stetig wachsende Bev\u00f6lkerung, die den Fokus mehr auf erschwingliche und gleichzeitig hochwertige Produkte legt. Dar\u00fcber hinaus sind gesundheitsf\u00f6rdernde Produkte sowie Waren, die den t\u00e4glichen N\u00e4hrstoffbedarf decken, gefragt. F\u00fcr die Unternehmen sind die Schwellenl\u00e4nder auch in Zukunft sehr interessant, da laut aktuellen Prognosen das durchschnittliche Wirtschaftswachstum deutlich (anderthalb bis zweimal so gross) \u00fcber dem der Industriestaaten liegen sollte. Das steigert den Wohlstand und l\u00e4sst die Mittelschicht, die tendenziell mehr konsumiert, in diesen Regionen weiterwachsen: Bis 2030 sollen nach Sch\u00e4tzungen weitere 800 Mio. Menschen in die globale Mittelschicht aufsteigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wachstumssegment Heimtiernahrung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den vergangenen Jahren waren Heimtiernahrung und Kaffee zwei strukturell stark wachsende Kategorien. Der globale Markt f\u00fcr Heimtiernahrung ist rund 115 Mrd. Euro gross und wuchs in den vergangenen f\u00fcnf Jahren um rund 9% pro Jahr. Es wird erwartet, dass das Wachstum auch in den kommenden vier Jahren bei \u00fcber 7% pro Jahr liegen wird. Der gr\u00f6sste Markt f\u00fcr Heimtiernahrung ist die USA, welcher 6,5 Mal gr\u00f6sser ist als der zweitgr\u00f6sste Markt China. Tiere sind ein Teil der Familie geworden und f\u00fcr viele eine Art \u201eKinderersatz\u201c. Das zeigt auch die Entwicklung der Ausgaben: Die Pet Products Association in den USA beziffert die Ausgaben f\u00fcr Tiernahrung und \u201eLeckerlis\u201c in den USA auf 58 Mrd. USD im Jahr 2022, im Vergleich zu 36 Mrd. USD im Jahr 2019. Das entspricht einem Wachstum von 18 Prozent pro Jahr. Neben dem starken Wachstum ist das Margenlevel besonders attraktiv \u2013 es ist eines der h\u00f6chsten im Sektor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kaffee geht immer \u2013 auch kalt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass Kaffee ein beliebtes Getr\u00e4nk ist, zeigt die weltweite Marktgr\u00f6sse von 495 Mrd. USD. Zwei Drittel des Konsums entfallen dabei auf die Kategorie ausser Haus. In den letzten 40 Jahren ist der Markt unabh\u00e4ngig vom makro\u00f6konomischen Zyklus kontinuierlich gewachsen. Innovationen wie verschiedene Geschmacksrichtungen je nach Saison und der Ausbau des Angebots an individuellen Kaltgetr\u00e4nken spielen dabei eine wichtige Rolle. Der amerikanische Branchenprimus erzielte im Jahr 2022 rund 70 Prozent seiner Ums\u00e4tze in den USA aus Kaltgetr\u00e4nken im Vergleich zu noch etwa 45 Prozent im Jahr 2018. Die Kategorie wuchs insgesamt in den letzten f\u00fcnf Jahren im Durchschnitt mit 7 Prozent pro Jahr, zur\u00fcckzuf\u00fchren auf den zunehmenden Konsum an Kaffee pro Person und die \u201ePremiumisierung\u201c des Angebots.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aktuell entfallen rund 50 Prozent der globalen Kaffeeverk\u00e4ufe auf Nordamerika und Westeuropa. Der nordamerikanische Markt ist in den letzten f\u00fcnf Jahren allerdings nur im niedrigen einstelligen Bereich gewachsen. Inzwischen kommt das Wachstum immer mehr aus den Schwellenl\u00e4ndern, vor allem aus dem Mittleren Osten und Afrika. Dort ist die Kategorie in den letzten vier Jahren um 10 Prozent pro Jahr gewachsen. Laut Nestl\u00e9 haben Schwellenl\u00e4nder auch in Zukunft enormes Potenzial im Bereich Kaffee. Der aktuelle Konsum von Kaffee pro Person in China, Indien und Afrika liegt bei 32 Tassen und damit deutlich unter dem Konsum der restlichen Welt, wo er bei \u00fcber 200 Tassen pro Person liegt. Nestl\u00e9 baute in den letzten Jahren seine Pr\u00e4senz im Kaffee-Segment (das rund elf Prozent vom Gruppenumsatz ausmacht) weiter aus, unter anderem durch eine Vermarktungspartnerschaft mit dem amerikanischen Branchenprimus. Dessen Produkte machen jetzt etwa ein Drittel vom gesamten Kaffeeumsatz in den USA aus &#8211; insgesamt ein kluger Schachzug von Nestl\u00e9.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Zukunft? \u201eDie Segel richtig setzen&#8221;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittel- bis langfristig bestehen weiterhin attraktive Wachstumsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Konsumg\u00fcter-Unternehmen. Besonders in unsicheren und rezessionsgepr\u00e4gten Zeiten hat sich f\u00fcr Anleger der Sektor in der Vergangenheit des \u00d6fteren als defensiver Value-Bereich erwiesen. Die Richtung f\u00fcr den Sektor ist klar vorgegeben: Unternehmen, die durch Innovation (neue Produkte &amp; Produktl\u00f6sungen), eine breite regionale Pr\u00e4senz und Lieferketten sowie die richtigen Vertriebskan\u00e4le verf\u00fcgen, sollten in den kommenden Jahren Wettbewerbsvorteile besitzen. Sie k\u00f6nnen weiterhin \u00fcber dem Markt wachsen und weitere Marktanteile hinzugewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DJE : Konsumg\u00fcter sind Anlegerklassiker: Faktoren wie Rohstoffknappheit, gest\u00f6rte Lieferketten und Inflation setzen die Freude der Konsumenten aber unter Druck.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":18404,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[176],"class_list":["post-18403","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-dje"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18403","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18403"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18403\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}