{"id":18676,"date":"2023-07-25T10:21:42","date_gmt":"2023-07-25T08:21:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=18676"},"modified":"2023-07-25T10:21:42","modified_gmt":"2023-07-25T08:21:42","slug":"blackrock-marktausblick-fed-in-die-ecke-geboxt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-marktausblick-fed-in-die-ecke-geboxt\/","title":{"rendered":"BlackRock Marktausblick : Fed &#8211; In die Ecke geboxt"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock :\u00a0<\/strong>Ein Seufzer der Erleichterung ging durch die Finanzm\u00e4rkte, als am 3. Mai Fed-Chairman Jerome Powell \u00fcberraschend deutlich ank\u00fcndigte, die amerikanische Notenbank sei nach dem an jenem Tag vollzogenen Zinsschritt aller Voraussicht nach mit ihren Zinsanhebungen fertig.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span id=\"page19R_mcid23\" class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Dr. Martin L\u00fcck , Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<br \/>\n<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fed Funds Target Rate, der US-Leitzins, war nun in zehn aufeinander folgenden Sitzungen seit M\u00e4rz des Vorjahres um volle f\u00fcnf Prozentpunkte erh\u00f6ht worden, was diesen Zinszyklus zum steilsten seit 1980 macht. Die weitere geldpolitische Straffung, die angesichts der nach wie vor zu hohen Inflation n\u00f6tig sein w\u00fcrde, k\u00f6nne, so Powell, nun von den Finanzm\u00e4rkten selbst erledigt werden. Und wenn sich ein Notenbanker derart klar positioniert, den M\u00e4rkten also Entwarnung in Bezug auf weitere Zinsschritte gibt, dann ist mit grosser Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass sich sein Institut auch daran halten wird. Denn so hatte es die \u00fcber ein gutes Jahrzehnt antrainierte Logik der Forward Guidance stets verl\u00e4sslich suggeriert: Was die Zentralbank ank\u00fcndigt, das tut sie auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zur Gew\u00f6hnung an das neue Investmentumfeld, in dem wir uns vermutlich befinden, geh\u00f6rt aber auch, dass die Zeiten der Forward Guidance vorbei sind.<\/strong> Was sich auch gut begr\u00fcnden l\u00e4sst, denn wenn in einer von Angebotsknappheiten dominierten Makrowelt die Zentralbanken weniger Einfluss auf die Steuerung von Inflation haben und letztere damit volatiler wird, kann es sein, dass man \u00f6fter mal seine noch vor kurzem gefassten Vors\u00e4tze \u00fcber den Haufen werfen muss. Genau so d\u00fcrfte es der Fed \u00fcber die vergangenen Monate ergangen sein. Hatten der Mai-Beschluss und Powells anschliessende Presseerkl\u00e4rung stark unter dem Eindruck der Regionalbankenkrise in den USA gestanden und sah es zu diesem Zeitpunkt noch sehr nach einer unvermeidbaren Eintr\u00fcbung der Finanzierungsbedingungen aus, so hellte sich in den darauffolgenden Monaten der Konjunkturhimmel doch deutlich auf. Vor allem die Payrolls, der US-Arbeitsmarktbericht, warteten mit einem positiven Datensatz nach dem anderen auf. Anhaltend niedrige Arbeitslosigkeit und hoher Lohndruck schienen die Fed Monat f\u00fcr Monat widerlegen zu wollen, und so schw\u00e4rmten die FOMC-Mitglieder aus und bereiteten M\u00e4rkte und \u00d6ffentlichkeit darauf vor, dass trotz Powells \u00c4usserungen im Mai weitere Zinsschritte eher wahrscheinlich seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Inflationswert f\u00fcr Juni, welcher mit nur noch 3,0% ein schnelles Absinken der Preisdynamik Richtung 2%-Ziel suggeriert, h\u00e4tte der Notenbank nun den Wind aus den Segeln nehmen k\u00f6nnen.<\/strong> Gegen\u00fcber dem Vorjahreswert, der noch bei 9,1% gelegen hatte, ist die Inflation also geradezu in sich zusammengefallen. Und auch unter der Motorhaube zeigt sich der Preisauftrieb deutlich gebremst. So sind etwa die um Wohnkosten bereinigten Dienstleistungspreise, gern auch \u201aSuper Core Inflation\u2018 genannt, um nur noch 0,1% im Monatsvergleich gestiegen. Zwar d\u00fcrfte der R\u00fcckgang der gesamten CPI-Zahl im Juli aufgrund von Basiseffekten gebremst ausfallen, aber dass die Inflation auf dem R\u00fcckweg ist, d\u00fcrfte dennoch un\u00fcbersehbar bleiben. Trotz alledem hat der Markt f\u00fcr die Fed Funds Futures vermutlich recht, wenn er mit einer Wahrscheinlichkeit von \u00fcber 90% einen 25 Basispunkte-Schritt f\u00fcr den morgigen Mittwoch einpreist. Denn die Fed kann nun nicht mehr zur\u00fcck. Sie hat sich innerhalb weniger Monate einmal gedreht. Ein weiteres Mal k\u00f6nnte ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit schaden. Daher wird wohl morgen der US-Leitzins auf 5,25-5,0% steigen, auch wenn vermutlich nicht einmal die Fed selbst dies f\u00fcr notwendig h\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, wie stark sich die bisher ins Werk gesetzte Straffung nun wirklich auf die US-Wirtschaft auswirkt.<\/strong> Bisher sind Bremsspuren beim Konsum, der f\u00fcr \u00fcber zwei Drittel der aggregierten Nachfrage steht, \u00fcberschaubar. Und mit jedem Quartal, das nach dem \u00dcberschreiten des neutralen Zinses ins Land geht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Volkswirtschaft eine Rezession doch wird vermeiden k\u00f6nnen. Zwar sind die Wirkungsverz\u00f6gerungen geldpolitischer Straffung lang und variabel, aber inzwischen spricht einiges daf\u00fcr, dass die Realwirtschaft die Schocktherapie der Fed besser verkraftet als viele bef\u00fcrchtet hatten. Zu beobachten sind weiterhin die wahrscheinlichsten Einfallstore f\u00fcr m\u00f6gliche negative Auswirkungen h\u00f6herer Zinsen. Das sind die Immobilienm\u00e4rkte, allen voran die Gewerbeimmobilien, sowie die Konsumentenkredite. F\u00fcr endg\u00fcltige Entwarnung ist und bleibt es zu fr\u00fch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>EZB mit Beinfreiheit, Bank of Japan in Warteposition<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen Tag nach der Fed d\u00fcrfte auch die EZB den n\u00e4chsten Schritt um 25 Basispunkte gehen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es der letzte ist, k\u00f6nnte geringer sein als in den USA. Zwar ist auch in Europa die Inflationsdynamik r\u00fcckl\u00e4ufig. So stark wie in den USA ist die Gesamtinflation aber bisher nicht gefallen. Ausserdem hat die EZB sp\u00e4ter angefangen, die Zinsen zu erh\u00f6hen. Das Leitzinsniveau d\u00fcrfte \u00fcberhaupt erst seit Anfang 2023 restriktiv sein. Die spannende Frage bei der Pressekonferenz k\u00f6nnte somit sein, ob die Notenbank im September eine Pause einlegt. Einiges spricht daf\u00fcr. Ganz in Wartestellung bleibt dagegen die Bank of Japan. Zwar gilt als ausgemacht, dass sich die Bank unter dem neuen Gouverneur Kazuo Ueda fr\u00fcher oder sp\u00e4ter von der Politik der Zinskurvensteuerung verabschieden wird. Allerdings m\u00fcsse daf\u00fcr, so Ueda k\u00fcrzlich, die Aussicht bestehen, dass sich auf Sicht der n\u00e4chsten 18 Monate der Inflationsausblick bei 2% stabilisiere. Beim BoJ-Treffen am Freitag d\u00fcrften also die Inflationsprognosen der Notenbankvolkswirte im Mittelpunkt stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock :\u00a0Ein Seufzer der Erleichterung ging durch die Finanzm\u00e4rkte, als am 3. 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