{"id":18876,"date":"2023-08-14T09:05:18","date_gmt":"2023-08-14T07:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=18876"},"modified":"2023-08-14T09:05:18","modified_gmt":"2023-08-14T07:05:18","slug":"dje-zur-kuenstlichen-intelligenz-karten-im-technologiesektor-werden-neu-gemischt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dje-zur-kuenstlichen-intelligenz-karten-im-technologiesektor-werden-neu-gemischt\/","title":{"rendered":"DJE zur K\u00fcnstlichen Intelligenz: Karten im Technologiesektor werden neu gemischt"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>DJE<\/strong> : Die rasante Entwicklung von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) dominiert den Technologie-Sektor. Die Branche hat sich dank neuer Hochleistungsprozessoren und dem Durchbruch von ChatGPT rasant weiterentwickelt.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Hagen Ernst, stv. Leiter Research &amp; Portfoliomanagement bei DJE, Analyst der Sektoren\u00a0Telekommunikation, Technologie, Medien, Immobilien und Versorger<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Wie geht es weiter und welche Technologie-Unternehmen profitieren <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4testens seit dem j\u00fcngsten Ausblick des US-Chipherstellers NVIDIA ist klar, dass KI inzwischen auch in den Gesch\u00e4ftszahlen der Unternehmen angekommen ist: F\u00fcr das zweite Quartal hat NVIDIA, mit einem B\u00f6rsenwert von inzwischen weit \u00fcber 1100 Mrd. US-Dollar einen Umsatz von 11 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Dies liegt deutlich \u00fcber dem Vorquartal mit einem Umsatz von 7,19 Mrd. US-Dollar und ist mehr als 50 Prozent als von Analysten erwartet. Das zeigt, dass KI schon jetzt zu massiven Investitionen f\u00fchrt. Ungeachtet dessen d\u00fcrfte es bei den meisten Technologie-Unternehmen allerdings noch ein paar Jahre dauern, bis signifikante Ums\u00e4tze aus KI erzielt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ohne Halbleiter geht bei KI nichts<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am st\u00e4rksten profitieren sollte der Halbleitersektor. Um die F\u00e4higkeiten von KI g\u00e4nzlich zu entfalten, sind enorme Investitionen in den Aufbau neuer und vor allem schneller Daten- und Rechenzentren erforderlich. Neue Hochleistungschips (GPU) sind die Voraussetzung f\u00fcr KI-Anwendungen. Hier ist NVIDIA mit einem Marktanteil von 84 Prozent f\u00fchrend. Produzenten herk\u00f6mmlicher Chips wurden an der B\u00f6rse schon lange von NVIDIA \u00fcberholt. Denn erst mit den hohen Rechenleistungen der GPUs von NVIDIA und Co. ist es m\u00f6glich, eine nahezu unbegrenzte Datenmenge schnell auszuwerten. Die j\u00fcngste Entwicklung von KI erfordert allerdings nicht nur GPUs, sondern sollte auch allgemein f\u00fcr eine Nachfragebelebung im Halbleitersektor f\u00fchren. So werden etwa spezielle Speicherchips, ben\u00f6tigt -sogenannte DDR5-DRAM-Chips. F\u00fcr Datenzentren in der Cloud sind zudem f\u00fcr KI-Workloads sogenannte High-Speed-Switching-L\u00f6sungen, wie solche von Broadcom, erforderlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch befindet sich der Halbleitersektor aktuell noch im Abschwung: So revidierte erst k\u00fcrzlich der weltweit gr\u00f6sste Auftragsfertiger f\u00fcr Halbleiterprodukte TSMC, der u. a. mit NVIDIA und Apple zwei Grosskunden im Portfolio hat, den Ausblick f\u00fcr das laufende Jahr mit Blick auf den Umsatz nach unten und erwartet nun einen R\u00fcckgang von rund zehn Prozent. Investitionen werden nun am unteren Ende der Planungen von 32 bis 36 Mrd. US-Dollar liegen. Laut TSMC sind die Kunden weiter vorsichtig und erwarten, dass sich die Lagerbestandskorrektur bis ins vierte Quartal des aktuellen Gesch\u00e4ftsjahrs hinzieht. Viele Experten rechnen aber bereits wieder mit einem KI-bedingten Aufschwung im n\u00e4chsten Jahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hyperscaler &#8211; die neuen Gatekeeper?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend im Halbleitersektor die neuen Hochleistungschips von NVIDIA und Co. eine Schl\u00fcsselrolle bei KI einnehmen, ist zu erwarten, dass die grossen US-Cloudanbieter ihre Marktmacht weiter ausbauen und eine entscheidende Rolle beim Aufbau schneller KI-Rechenzentren spielen werden. Es gibt in diesem Bereich kein einziges europ\u00e4isches Unternehmen: Der Markt wird von US-Unternehmen dominiert. Marktf\u00fchrer ist AWS von Amazon mit einem Marktanteil von 32 Prozent, gefolgt von Azure von Microsoft mit 23 Prozent Marktanteil sowie Google Cloud mit zehn Prozent Marktanteil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele neue, auf \u201eLarge Language Modelling\u201c (grosse generative Sprachmodelle mit k\u00fcnstlicher Intelligenz, am bekanntesten unter den generativen Sprachmodellen ist derzeit wohl ChatGPT) spezialisierte Start-ups nutzen diese Cloud-Dienste. Bislang wuchs Microsofts Azure deutlich schneller als vergleichbare Produkte am Markt und auch der aktuelle Marktf\u00fchrer AWS von Amazon. Zudem k\u00f6nnte Azure aufgrund der Integration von ChatGPT in das Cloudgesch\u00e4ft, in Office-Programme von Microsoft und in die Suchmaschine Bing einen Vorsprung bei KI gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jenseits der USA gibt es zwar in China grosse Cloud-Anbieter. Sie sind Platzhirsche auf dem chinesischen Heimatmarkt sind, spielen aber ausserhalb Chinas kaum eine Rolle. Derzeit haben die chinesischen Unternehmen auch nur bedingt Zugang zu wichtigen Technologien wie GPUs. Hier greifen aktuell die Handelsbeschr\u00e4nkungen der US-Regierung, die GPU-Exporte nach China unterbinden. Somit ist wahrscheinlich, dass einige wenige US-Unternehmen den Markt f\u00fcr schnelle KI-Rechenzentren dominieren werden. Ausserdem ist zu erwarten, dass sich hier neue Gatekeeper herauskristallisieren werden, die entscheiden, wer Zugang zu KI bekommt und wer nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nutzen f\u00fcr Softwarefirmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch nicht nur Halbleiterhersteller und Cloudanbieter sollten von der j\u00fcngsten Entwicklung im Markt f\u00fcr KI profitieren, sondern auch Softwarefirmen. Hier ist aber wichtig, dass dies wohl nicht fl\u00e4chendeckend gilt: Eine spezielle KI-L\u00f6sung muss einen echten Mehrwert bieten, w\u00e4hrend gleichzeitig der Mehrwert gr\u00f6sser sein muss, als der negative Effekt bedingt durch eine geringer ausfallende Nutzung der Software aufgrund von weniger ben\u00f6tigten Mitarbeitenden. Die Softwarekosten richten sich in der Regel danach, wie viele Mitarbeitende die L\u00f6sung nutzen. Microsoft ist dank der Nutzung von ChatGPT gut positioniert. Das generative Sprachmodell hat mittlerweile \u00fcber 100 Mio. Nutzer und ist somit die erste breit genutzte KI. Die Strategie von Microsoft besteht darin, ChatGPT im Clouddienst Azure, in der Suchmaschine Bing und in den Office-Programmen zu integrieren. Andere Anbieter arbeiten beispielsweise mit staatlichen Beh\u00f6rden, u. a. dem Milit\u00e4r, zusammen. Solche KI-L\u00f6sungen sollen etwa verd\u00e4chtige Aktivit\u00e4ten fr\u00fchzeitig erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Newcomer oder etablierte Technologie-Konzerne?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Generell ist Gr\u00f6sse ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, da Investitionen in KI-L\u00f6sungen oftmals sehr langwierig sind und enorme Ressourcen f\u00fcr Forschung und Entwicklung erfordern. Jedoch steigt mit KI das Risiko, dass grosse etablierte Unternehmen verdr\u00e4ngt werden und ihre Marktmacht verlieren k\u00f6nnten. Das zeigt das j\u00fcngste Beispiel anhand von ChatGPT. Jahrelang galt Google-Mutter Alphabet im Bereich KI als f\u00fchrend und entwickelt sogar zusammen mit Broadcom eigene Hochleistungschips. Nun allerdings k\u00f6nnte das Unternehmen ihre Vorherrschaft in diesem Bereich verlieren. Erst durch ChatGPT und deren verbl\u00fcffend gute Ergebnisse gelang der Durchbruch von KI auf breiter Front. Aktuell scheint es so, dass ChatGPT mindestens ebenb\u00fcrtig, wenn nicht sogar besser ist als BARD von Google.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wo Licht ist, ist auch Schatten: Risiken von KI<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben zahlreichen Chancen birgt KI aber auch viele Risiken. So lassen sie beispielsweise Bilder bereits jetzt so manipulieren, dass nicht mehr erkennbar ist, ob es sich hierbei um F\u00e4lschungen handelt oder nicht. Weiterhin kann KI auch zu zerst\u00f6rerischen Zwecken wie zum Beispiel der Kriegsf\u00fchrung genutzt werden. Eine einheitliche Regulierung w\u00e4re hier n\u00f6tig die in der Ausgestaltung aber extrem schwierig umsetzbar sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessant wird sein, wer k\u00fcnftig von der rasanten Entwicklung von KI profitieren kann. Vor allem der Halbleitersektor und hier vor allem die Chiphersteller von Hochleistungsprozessoren sollten durch KI einen Wachstumsschub erzielen. Doch auch Cloudanbieter, die massiv in KI-Rechenzentren investieren, d\u00fcrften zu den Gewinnern z\u00e4hlen. Neue Gatekeeper k\u00f6nnten entstehen. Im Softwaresektor d\u00fcrften hingegen Unternehmen mit Fokus auf Datenanalyse und Auswertung profitieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DJE : Die rasante Entwicklung von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) dominiert den Technologie-Sektor. 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