{"id":19097,"date":"2023-09-12T12:02:15","date_gmt":"2023-09-12T10:02:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=19097"},"modified":"2023-09-12T12:02:15","modified_gmt":"2023-09-12T10:02:15","slug":"blackrock-spannende-ezb-woche-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-spannende-ezb-woche-2\/","title":{"rendered":"BlackRock Marktausblick : Spannende EZB-Woche"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR-LU\"><strong>BlackRock<\/strong> : Seit rund einem Jahr ist die Frage vor anstehenden EZB-Sitzungen (Europ\u00e4ische Zentralbank) gewesen nicht so sehr ob, sondern bestenfalls um wieviel die Zinsen angehoben werden.<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Dr. Martin L\u00fcck , Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen hat die Notenbank den Einlagezins von seinem mehrj\u00e4hrigen Tief bei -0,5% auf 3,75% klettern lassen, und bis zuletzt lie\u00dfen f\u00fchrende Mitglieder des Zentralbankrates (Governing Council) wenig Zweifel daran, dass die Inflation im Euroraum mit zuletzt 5,3% f\u00fcr eine Zinspause nach wie vor viel zu hoch und damit weitere Straffung angezeigt sei. Besonders eine \u00c4u\u00dferung von Francois Villeroy de Galhau, die in Richtung eines weiteren Zinsschritts interpretiert wurde, fand Beachtung. Denn der franz\u00f6sische Zentralbankgouverneur hat als Vertreter der zweitgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft nicht nur besonderes Gewicht im Entscheidungsgremium, sondern Marktteilnehmer attestieren ihm auch eine hohe Trefferquote in seinen Einsch\u00e4tzungen zu anstehenden Zinsbeschl\u00fcssen. Bemerkenswert ist allemal, wie knapp die Marktwetten im Vorfeld der Entscheidung \u00fcber die vermutlich letzte Zinsanhebung dieses Zyklus\u2018 stehen. Zu rund 40% preisen aktuell Futures-Kontrakte einen Schritt um 25 Basispunkte ein. Das ist zwar ein Anstieg gegen\u00fcber den rund 30% vor etwa einer Woche, aber immer noch knapp die Minderheitsmeinung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dabei stehen die Argumente meines Erachtens leicht auf der Seite eines weiteren Zinsschrittes.<\/strong> Denn erstens kommen am Donnerstag auch die neuesten Staff Projections, die Sch\u00e4tzungen der EZB-Volkswirte, auf den Tisch. Und es spricht einiges daf\u00fcr, dass auch f\u00fcr 2025 die Inflation im Euroraum noch auf \u00fcber 2% gesch\u00e4tzt wird, wenn auch nur knapp. Eine Zentralbank aber, die das Ziel ausgibt, die Inflation \u201ezeitnah\u201c wieder auf 2% reduzieren zu wollen und dann angesichts der Aussicht, auch zwei Jahre von heute dieses Ziel nicht erreicht zu haben, auf weitere Zinsanhebungen verzichtet, riskiert ihre Glaubw\u00fcrdigkeit. Das zweite Argument f\u00fcr eine Zinsanhebung diese Woche ist, dass es die letzte Gelegenheit sein k\u00f6nnte. Denn die restlichen in diesem Jahr zur Verf\u00fcgung stehenden Zinstermine am 26. Oktober und 14. Dezember k\u00f6nnten schon in einer Zeit liegen, in der sich die Makrodaten soweit verschlechtert haben, dass ein weiterer Zinsschritt die Gefahr eines Politikfehlers erh\u00f6ht. Sollte die EZB dann bald die Zinsen schon wieder lockern m\u00fcssen, weil die Eurozonen-Volkswirtschaft in eine Rezession abgerutscht ist, w\u00fcrde dies ihre Glaubw\u00fcrdigkeit erst recht besch\u00e4digen. Mit anderen Worten: Die EZB k\u00f6nnte jetzt im September die Gunst der Stunde f\u00fcr den wohl letzten Zinsschritt nutzen, solange es von den Wachstumsdaten noch einigerma\u00dfen vertretbar erscheint. Schlie\u00dflich ist zuletzt der stark beachtete Einkaufsmanagerindex f\u00fcr die Dienstleistungssektoren auf 47,9 (von 48,3 im Juli) weiter abgebr\u00f6ckelt und steht damit im Schrumpfungsbereich. Die Tatsache, dass die als Falke bekannte EZB-Direktorin Isabel Schnabel sich \u00f6ffentlich besorgt \u00fcber die schwache Wachstumsdynamik im Euroraum ge\u00e4u\u00dfert und damit dem Ruf nach fortgesetzter monet\u00e4rer Straffung den Wind aus den Segeln genommen hatte, verdeutlicht, dass sich die verschiedenen Lager im EZB-Rat durchaus des Zielkonflikts zwischen Inflationsbek\u00e4mpfung und R\u00fccksicht auf Wachstum und Arbeitspl\u00e4tze bewusst sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>An dieser Stelle stellt sich die Frage, wie restriktiv die Geldpolitik derzeit \u00fcberhaupt schon ist, mithin also die Frage nach dem neutralen Zentralbankzins.<\/strong> Denn nur oberhalb dieses Niveaus wird die gesamtwirtschaftliche Aktivit\u00e4t \u00fcberhaupt gebremst, darunter wird sie eher angeregt. Problem: Dieser neutrale Zins ist ein theoretisches Konstrukt, er ist nicht beobachtbar. F\u00fcr die Eurozone verorten ihn die meisten \u00d6konomen in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von etwa 2%, so dass der aktuelle Einlagenzins von 3,75% schon sehr deutlich dar\u00fcber liegt. Nimmt man als Vergleichsma\u00dfstab den Repo-Zins (4,25%), zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen k\u00f6nnen, ist der Abstand sogar noch gr\u00f6\u00dfer. Und vergleicht man den Grad der geldpolitischen Straffung zwischen der Eurozone und den USA, stellt man in etwa das gleiche Ma\u00df an Restriktion fest, n\u00e4mlich einen Zentralbankleitzins, der sich \u00e4hnlich weit im restriktiven Bereich befindet (in den USA 5,25%, also 2,75 Prozentpunkte oberhalb des neutralen Zinses von 2,5%, in Europa bei einem erneuten Schritt am Donnerstag 4,5% (Repo), also 2,5 Prozentpunkte \u00fcber neutral).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie geht es weiter mit der EZB-Politik?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie auch immer die Entscheidung des EZB-Rates am Donnerstag ausf\u00e4llt: Es d\u00fcrfte klar sein, dass wir uns unmittelbar in der N\u00e4he des maximalen Leitzinses befinden. Dabei ist klarzustellen, dass es sich vermutlich nicht um einen Gipfel, sondern eher um ein Plateau handelt. Denn die Zinsen d\u00fcrften \u2013 abgesehen vom eher unwahrscheinlichen Fall einer tiefen Rezession \u2013 nicht so bald wieder sinken. F\u00fcr Europa scheint die Perspektive fr\u00fchestens Mitte 2024 zu sein. Stattdessen wird sich, sobald die Zinsanhebungen abgeschlossen sind, der Fokus auf die Anleihekaufprogramme richten. Denn nachdem die Reinvestition f\u00e4lliger Anleihen im allgemeinen Programm APP (Programm zum Ankauf von Verm\u00f6genswerten; Asset Purchase Programme) im Juli eingestellt wurde, sollen unter dem viel gr\u00f6\u00dferen Covid-Hilfsprogramm PEPP (Pandemie-Notfallankaufprogramm; Pandemic Emergency Purchase Programme) noch bis Ende 2024 alle R\u00fcckfl\u00fcsse aus f\u00e4lligen Papieren wieder in den Geldmarkt flie\u00dfen. Gerade f\u00fcr die Anleihem\u00e4rkte k\u00f6nnten eventuelle \u00dcberlegungen der EZB-Falken, fr\u00fcher als geplant aus den PEPP-Reinvestitionen auszusteigen, erhebliche Folgen haben. Vieles spricht also daf\u00fcr, dass es bei der EZB auch nach dem vermutlich letzten Zinsschritt, ob nun in dieser Woche oder erst im Oktober, spannend bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock : Seit rund einem Jahr ist die Frage vor anstehenden EZB-Sitzungen (Europ\u00e4ische Zentralbank) gewesen nicht so sehr ob, sondern bestenfalls um wieviel die Zinsen angehoben werden.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,189],"class_list":["post-19097","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-ezb"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19097"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19097\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}