{"id":1923,"date":"2016-03-09T06:00:00","date_gmt":"2016-03-09T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/03\/09\/die-ezb-negative-zinsen-und-die-erfahrungen-der-schweiz\/"},"modified":"2016-03-09T06:00:00","modified_gmt":"2016-03-09T06:00:00","slug":"die-ezb-negative-zinsen-und-die-erfahrungen-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/die-ezb-negative-zinsen-und-die-erfahrungen-der-schweiz\/","title":{"rendered":"M&#038;G: Die EZB, negative Zinsen und die Erfahrungen der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Im Vorfeld der morgigen EZB-Sitzung zur Geldmarktpolitik geht man am Markt sehr davon aus, dass die Zinsen noch weiter in negatives Terrain geschleust werden (im Allgemeinen rechnet man mit einer Senkung des Depositensatzes um 10 bis 20 BP)&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Mario Eisenegger<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings spricht ein Bericht der Bank f&uuml;r internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) aus dieser Woche daf&uuml;r, dass eine weitere Reduzierung der Zinsen durchaus kontraproduktiv sein und dem Bankensektor sogar schaden k&ouml;nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus dem Quartalsr&uuml;ckblick der BIZ&nbsp;geht hervor, dass negative Leitzinsen entweder gar nicht dazu beitragen, die Kreditkosten f&uuml;r Privathaushalte und Unternehmen zu senken (weshalb sollte man sie also noch weiter verringern?), oder aber im Rahmen der Kreditzinsen weitergegeben werden. Das bedeutet aber, dass sie auch den Kontoinhabern und Sparern auferlegt werden m&uuml;ssen, weil die Banken ansonsten Gewinneinbu&szlig;en erleiden w&uuml;rden. W&uuml;rde man negative Zinsen aber an Kontoinhaber und Sparer weitergeben, so best&uuml;nde die Gefahr, dass Liquidit&auml;t aus dem Bankensystem abgezogen wird &ndash; ebenfalls eine nicht gerade erstrebenswerte Entwicklung. In dem Bericht wurde allerdings auch einger&auml;umt, dass weitere Zinssenkungen einen m&ouml;glichen Transmissionsmechanismus zur Folge haben k&ouml;nnten, der keine derartigen Konsequenzen f&uuml;r die Eurozone h&auml;tte. So ist eine Abwertung des Euro durchaus w&uuml;nschenswert, obwohl eine solche Tendenz auch geopolitische Folgen hat (W&auml;hrungskriege).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erfahrungen, welche die Schweiz mit negativen Zinsen gemacht hat, zeigt eindeutig, dass Negativzinsen unmittelbare Auswirkungen auf den Bankensektor haben und sogar zu einer Versch&auml;rfung der Kreditvergabestandards f&uuml;hren k&ouml;nnen. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein etwa ein Jahr alter Bericht der UBS (der unseres Wissens nach nicht in englischer Sprache verf&uuml;gbar ist, aber hier&nbsp;auf Deutsch zu finden ist), aus dem hervorgeht, dass die 10-j&auml;hrigen Hypothekenzinsen f&uuml;r Bankkunden sogar angestiegen sind, nachdem die SNB ihren Depositensatz ins Minus geschleust hatte.<\/p>\n<p style=\"line-height: 15.75pt;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3728\" src=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/etfworld\/investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/09-03-16_MG.png\" alt=\"09 03 16 MG\" width=\"450\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/09-03-16_MG.png 450w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/09-03-16_MG-300x227.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nehmen wir ein vereinfachtes Beispiel, um das Gesch&auml;ft einer Handelsbank mit den Zinsspannen zu illustrieren. Eine wichtige Aufgabe einer Bank besteht darin, sozusagen als Zwischenh&auml;ndler f&uuml;r Geld zu fungieren. Die Kontoinhaber stellen der Bank ihr Geld kurzfristig zur Verf&uuml;gung, indem sie es beispielsweise auf Sparkonten einzahlen. Im Gegensatz dazu bedarf es bei vielen Investitionen eher langfristiger Finanzierungszusagen. Diesen Prozess, der Banken bestimmten Risiken wie etwa dem Zinsrisiko aussetzt, bezeichnet man als Fristentransformation. Nun stelle man sich vor, dass die Zinsen deutlich ansteigen. Die Sparer verlangen daraufhin eine h&ouml;here Verzinsung ihrer Sparkonten. Allerdings hat die Bank in diesem Beispiel f&uuml;r die n&auml;chsten 10 Jahre einen Hypothekenzins von 1,12% festgelegt. Somit w&uuml;rde die Gewinnspanne der entsprechenden Bank unmittelbar beeintr&auml;chtigt werden. Gl&uuml;cklicherweise gibt es ja den Kapitalmarkt, an dem man das Zinsrisiko absichern kann. Schaut man sich die aktuelle schweizerische Swap-Kurve an, so k&ouml;nnte die Bank in unserem Beispiel ihr Zinsrisiko absichern, indem sie das 10-j&auml;hrige Segment der Kurve (-0,38%) abl&ouml;st, um eine variable Verzinsung zu erhalten. Diese ist mit -0,8% zurzeit sogar noch negativer. Bei einem Negativzinsumfeld gibt es allerdings ein Problem: Banken k&ouml;nnen den negativen Zins von -0,8% nicht an ihre Kunden weitergeben, weil dann die gro&szlig;e Gefahr besteht, dass die Sparer ihr Geld abziehen und irgendwo anders anlegen. Dar&uuml;ber habe ich bereits in meinem j&uuml;ngsten Blog-Beitrag berichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was k&ouml;nnen die Banken also &uuml;berhaupt tun?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Entweder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.&nbsp;&nbsp;&nbsp; akzeptieren die Banken eine kleinere Gewinnspanne, durch welche ihre Profitabilit&auml;t in Mitleidenschaft gezogen wird, oder<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.&nbsp;&nbsp;&nbsp; sie sichern die Laufzeitendifferenz zwischen ihren Aktiva und Passiva nicht ab; dadurch w&auml;ren sie im Falle rasant steigender Zinsen aber sogar einem noch gr&ouml;&szlig;eren Profitabilit&auml;tsrisiko ausgesetzt; oder<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3.&nbsp;&nbsp;&nbsp; die Banken sichern das Zinsrisiko ab und versuchen gleichzeitig, ihre Gewinnspannen mit anderen Einnahmequellen zu steigern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut dem UBS-Bericht aus dem Jahr 2015 war in der Schweiz die letzt genannte Entwicklung zu beobachten. Nachdem die SNB im Januar 2015 die Zinsen auf -0,75% gesenkt hatte, stiegen die Preise f&uuml;r 10-j&auml;hrige Hypothekenkredite bei den schweizerischen Banken an. Die Banken haben also ihre Margen bei langfristigen Hypotheken erh&ouml;ht, um so die immer negativeren Zinsen auf Depositeneinlagen auszugleichen. Das aber ist letztlich nichts anderes als eine Kreditverknappung. Mit anderen Worten subventionieren die Hypothekenschuldner also die Kontoinhaber. Geht man nun davon aus, dass die Banken wegen der negativen Zinsen auch ihre Gewinnspannen bei Unternehmenskrediten angehoben haben, w&uuml;rde sich das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich eher abschw&auml;chen als beschleunigen.<\/p>\n<p><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #222222;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3729\" src=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/etfworld\/investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/09-03-16_2MG.png\" alt=\"09 03 16 2MG\" width=\"450\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/09-03-16_2MG.png 450w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/09-03-16_2MG-300x227.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schweizerische Versicherungsgesellschaften bieten ihren Kunden oftmals auch Hypotheken an. Dadurch wird die Situation f&uuml;r die Banken sogar noch schwieriger. Wie die UBS ausf&uuml;hrt, sind die Versicherer n&auml;mlich nicht gezwungen, ihre Margen ebenso stark anzuheben wie die Banken, weil es sich bei ihren Depositeneinlagen in der Regel um langfristige Investments (zum Beispiel um Lebensversicherungen mit 10-j&auml;hriger Vertragslaufzeit) handelt. Die obige Grafik belegt recht anschaulich, dass Hypotheken, die von Versicherern angeboten werden, gegen&uuml;ber Immobilienkrediten von Banken seit der Einf&uuml;hrung negativer Zinsen durch die SNB immer wettbewerbsf&auml;higer geworden sind. Allerdings sind Hypothekenkredite nicht gerade das Kerngesch&auml;ftsfeld von Versicherungsgesellschaften. Deshalb kann man davon ausgehen, dass diesen Unternehmen nicht so umfangreiche Informationen &uuml;ber ihre Schuldner vorliegen und sie deren Bonit&auml;t nicht so gr&uuml;ndlich &uuml;berpr&uuml;fen wie die Banken. Dadurch jedoch steigt laut UBS das Risiko einer Fehlallokation des Kapitals sowie einer h&ouml;heren Zahl von Kreditausf&auml;llen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zurzeit steckt Mario Draghi also in einer Zwickm&uuml;hle. Eine &uuml;bertrieben deutliche Senkung der bereits negativen Depositens&auml;tze k&ouml;nnte am Markt nicht gut ankommen, weil sie die Profitabilit&auml;t der Banken ebenso beeintr&auml;chtigen w&uuml;rde wie den Transmissionsmechanismus f&uuml;r die Realwirtschaft. Gleichzeitig muss Draghi aber auch sein Versprechen halten, die Inflation nach oben zu treiben, ohne dabei das System zu belasten, das &ndash; in Ermangelung einer fiskalpolitischen Lockerung &ndash; aber notwendig ist, um den europ&auml;ischen Unternehmen und Privathaushalten Wachstum zu bescheren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quele: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Vorfeld der morgigen EZB-Sitzung zur Geldmarktpolitik geht man am Markt sehr davon aus, dass die Zinsen noch weiter in negatives Terrain geschleust werden (im Allgemeinen rechnet man mit einer Senkung des Depositensatzes um 10 bis 20 BP)&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3680,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-1923","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1923","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1923"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1923\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1923"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1923"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1923"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}