{"id":19256,"date":"2023-09-26T15:08:30","date_gmt":"2023-09-26T13:08:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=19256"},"modified":"2024-01-23T11:33:31","modified_gmt":"2024-01-23T10:33:31","slug":"blackrock-marktausblick-blindflug-in-die-stagnation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-marktausblick-blindflug-in-die-stagnation\/","title":{"rendered":"BlackRock Marktausblick : Blindflug in die Stagnation?"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR-LU\"><strong>BlackRock<\/strong> : Dass die amerikanische Notenbank die Zinsen in der vergangenen Woche nicht weiter erh\u00f6hen w\u00fcrde, war am Markt mit nahezu vollst\u00e4ndiger Wahrscheinlichkeit eingepreist gewesen.<br \/>\n<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Von Dr. Martin L\u00fcck , Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<br \/>\n<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Aussagen des Fed-Chairman Jerome Powell im Kontext der Zinsentscheidung aber waren so in ihrer Sch\u00e4rfe nicht erwartet worden<\/strong>, denn trotz einer deutlich sinkenden Inflationsrate und einem im restriktiven Bereich befindlichen Leitzins monierte der Zentralbankchef, die Preisdynamik sei immer noch zu stark und angesichts der robusten Wirtschaftsaktivit\u00e4t sei wohl eine weitere Anhebung der Zinsen unumg\u00e4nglich. Anders als die EZB also, die in der Vorwoche einen \u201adovish hike\u2018 geliefert hatte, also eine von eher lockerer Rhetorik begleitete Zinserh\u00f6hung, kam das FOMC mit der exakt umkehrten Kombination aus seinem Meeting. Wenig \u00fcberraschend sorgten Powells kernige Ansagen f\u00fcr kr\u00e4ftig steigende Marktzinsen und R\u00fccksetzer am Aktienmarkt. Die Rendite zehnj\u00e4hriger US-Staatsanleihen stieg in der Spitze auf \u00fcber 4,5%, den h\u00f6chsten Wert seit 16 Jahren, um dann gegen Wochenausgang auf rund 4,1% zur\u00fcckzufallen. Auch diesseits des Atlantik waren die Schockwellen zu sp\u00fcren. So gab der Bund-Future um fast 400 Ticks nach, die Rendite zehnj\u00e4hriger Bundesanleihen sprang \u00fcber den Wochenverlauf um 32 Basispunkte auf nun 2,75%. Und an den Aktienm\u00e4rkten verzeichneten sowohl amerikanische als auch europ\u00e4ische Indizes Kursabschl\u00e4ge. Ab deutlichsten war die Reaktion bei den notorisch zinssensiblen Wachstumswerten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dass die amerikanische Notenbank grimmig entschlossen bleibt im Kampf gegen die Inflation oder zumindest so wirken m\u00f6chte, zeigte sich auch in einer markanten Verschiebung des \u201adot plot\u2018, der grafischen Darstellung von Zinserwartungen der FOMC-Mitglieder.<\/strong> F\u00fcr das Jahr 2024 und 2025 wanderte der Median um 50 Basispunkte nach oben. F\u00fcr das kommende Jahr erwarten die Entscheidungstr\u00e4ger der Fed also nicht mehr 100 Basispunkte Zinssenkungen, sondern nur noch 50. Dies wirkt schon fast merkw\u00fcrdig, angesichts der deutlich nachlassenden Preisdynamik. Und es suggeriert sehr festes Vertrauen darauf, dass die US-Wirtschaft tats\u00e4chlich so robust ist wie auf den ersten Blick zu vermuten. In der Tat deuten erste Taxen f\u00fcr das dritte Quartal auf eine Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von \u00fcber 3% hin, weit entfernt also von Stagnations- oder gar Rezessionsszenarien. Schaut man aber auf andere Datens\u00e4tze, wirkt die Dynamik der Wirtschaftsaktivit\u00e4t nicht mehr ganz so stark. So befindet sich die Expansion des Nationaleinkommens \u2013 das im Vergleich zum BIP eine etwas andere Abgrenzung hat \u2013 nahe null. Und die Einkaufsmanagerindizes, die in der letzten Woche ver\u00f6ffentlicht wurden, zeigen weiter leichtes Rezessionsniveau in der Industrie (48,9 und damit knapp unterhalb der Expansionsschwelle von 50) und quasi Stagnation in den \u2013 weit bedeutenderen &#8211; Dienstleistungssektoren (50,2). Dazu l\u00e4sst sich immer noch nicht mit Sicherheit sagen, dass die US-Wirtschaft die drastischen Zinsanhebungen der Fed wirklich ohne Rezession weggesteckt hat. Denn die nach wie vor zu beobachtende Schw\u00e4che am Immobilienmarkt hat sich bisher nicht nachhaltig gedreht, und beim Konsum k\u00f6nnte in den n\u00e4chsten Quartalen die Schubkraft der aus der Pandemie herr\u00fchrenden \u00dcberersparnisse abflauen. Manches spricht also daf\u00fcr, dass die Wirtschaft nicht ganz so sattelfest ist wie sie auf den ersten Blick aussieht. \u00dcbersetzt k\u00f6nnte dies hei\u00dfen, dass mit seiner Ank\u00fcndigung weiterer Zinsanhebungen Jerome Powell das Hineinbremsen in eine m\u00f6glicherweise bereits stagnierende Wirtschaft angek\u00fcndigt hat. Die nicht unbedingt euphorische Reaktion der Aktien- und Anleihem\u00e4rkte erscheint vor diesem Hintergrund nachvollziehbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bemerkenswert war neben der Entwicklung von Zinsen und Assetpreisen im Gefolge der Fed-Entscheidung auch der Anstieg der Volatilit\u00e4t. Sowohl in den USA (VIX) als auch Europa (VSTOXX) stieg die Schwankungsintensit\u00e4t bei Aktien massiv. Derart pl\u00f6tzliches Aufflammen von Volatilit\u00e4t spricht, vor allem im Kontext mit einem st\u00e4ndig lauernden Stagflationsrisiko, f\u00fcr die Erkenntnis, dass wir uns nicht in einem typisch zyklischen Konjunkturmuster befinden. Vielmehr werden die M\u00e4rkte nach wie vor von den Nachwirkungen des Doppelschocks Pandemie und Krieg gepr\u00e4gt. Makroanalysen aus der Zeit der \u201aGreat Moderation\u2018 k\u00f6nnen da genauso leicht in die Irre f\u00fchren wie entsprechende Ableitungen f\u00fcr die Investmentstrategie.<\/p>\n<p><strong>Die SNB spielt geschickt mit den Markterwartungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Im Sommer 2022 hatte die Schweizer Notenbank (SNB) die M\u00e4rkte \u00fcberrascht, indem sie noch vor der EZB den Leitzins deutlich, um 50 Basispunkte, anhob.<\/strong> \u00dcberraschend war dies deshalb gewesen, weil die SNB in vielen Jahren davor ihre Geldpolitik eng an der EZB orientiert hatte, um der Gefahr einer unerw\u00fcnschten Aufwertung des Franken und damit einer Beeintr\u00e4chtigung der preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Exporteure zu begegnen. Im Jahr 2022 aber trat diese Strategie angesichts der Inflationsgefahr in den Hintergrund. Nun erschien im Gegenteil ein starker Franken sogar w\u00fcnschenswert, als Bollwerk gegen h\u00f6here Importpreise. Folgerichtig stieg der Wechselkurs zum Euro bis auf fast 95 Rappen. Nun aber scheint sich die SNB von der Strategie des starken Franken wieder verabschiedet zu haben. Trotz des Zinsschritts der EZB blieben die Schweizer Zinsen unver\u00e4ndert. Dies erscheint angesichts der nachlassenden (und in der Schweiz ja ohnehin vergleichsweise moderaten) Inflation gut erkl\u00e4rbar. Wenig \u00fcberraschend also, dass der Euro-Wechselkurs nun in wenigen Tagen wieder fast zur Parit\u00e4t zur\u00fcckgekehrt ist. Die SNB scheint damit geschickt die Markterwartungen ausgenutzt zu haben. Die Orientierung ihrer Zinsentscheidungen an der EZB bzw. an dem, was der Markt in Bezug auf die EZB-Entscheidung von ihr erwartete, d\u00fcrfte ihr, mit Transmission \u00fcber den Wechselkurs, maximale Wirksamkeit ihrer Zinsschritte gesichert haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock : Dass die amerikanische Notenbank die Zinsen in der vergangenen Woche nicht weiter erh\u00f6hen w\u00fcrde, war am Markt mit nahezu vollst\u00e4ndiger Wahrscheinlichkeit eingepreist gewesen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":23265,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":null,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,677],"class_list":["post-19256","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-stagnation"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19256"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19256\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23273,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19256\/revisions\/23273"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}