{"id":1934,"date":"2016-03-15T06:00:00","date_gmt":"2016-03-15T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/03\/15\/nordics-dnb-insights-volkswirtschaftliche-modelle-und-negative-zinsen-maerz-2016\/"},"modified":"2016-03-15T06:00:00","modified_gmt":"2016-03-15T06:00:00","slug":"nordics-dnb-insights-volkswirtschaftliche-modelle-und-negative-zinsen-maerz-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/nordics-dnb-insights-volkswirtschaftliche-modelle-und-negative-zinsen-maerz-2016\/","title":{"rendered":"Nordics \u2013 DNB Insights : Volkswirtschaftliche Modelle und negative Zinsen &#8211; M\u00e4rz 2016"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Studenten der Volkswirtschaftslehre lernen in den ersten Vorlesungen im Fach Makro&ouml;konomie volkswirtschaftliche Grundlagen und Zusammenh&auml;nge&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Hagen-Holger Apel, Dipl. Volkswirt DNB Asset Management<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>In der Volkswirtschaftslehre wird oftmals versucht die Realit&auml;t in Modellen abzubilden, allerdings, und das ist auch eine wichtige Erkenntnis aller VWL-Studenten, kann man die Realit&auml;t manchmal nicht in einem Modell abbilden. &Ouml;konomen behelfen sich dann, indem sie Parameter eines Modells sch&auml;tzen. Manchmal f&uuml;hrt das zu passablen L&ouml;sungen und manchmal muss das Modell angepasst werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein wichtiger volkswirtschaftlicher Zusammenhang besteht zwischen den Investitionen und dem Sparverm&ouml;gen einer Volkswirtschaft. Dieser Zusammenhang, bekannt aus dem IS\/LM-Modell, zeigt, dass die Investitionssumme gleich der Sparsumme einer Volkswirtschaft ist. Sparen und Investieren k&ouml;nnen der Staat sowie die einzelnen Individuen. Im IS\/LM-Modell beschreibt IS den Zusammenhang zwischen Investitionen und Sparen auf dem G&uuml;termarkt, LM beschreibt den Zusammenhang zwischen Geldangebot und Geldnachfrage auf dem Geldmarkt, angestrebt wird ein Gleichgewicht auf beiden. Sind beide M&auml;rkte im Gleichgewicht, dann resultiert daraus ein bestimmtes Zinsniveau sowie ein gesamtwirtschaftlicher Output, das Volkseinkommen oder BIP. Wie auf allen M&auml;rkten sorgen Ver&auml;nderungen der Nachfrage und des Angebots zu Ver&auml;nderungen der Preise. Sind G&uuml;ter knapp, verteuern sich ihre Preise und umgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verschiedene Ma&szlig;nahmen der Zentralbanken seit der Finanzkrise 2008\/2009 haben das Zinsniveau in vielen L&auml;ndern nah an die Grenze von 0% oder sogar schon darunter gebracht. Betrachtet man den Zinssatz als einen Preis f&uuml;r Geld, so scheint es gerade zu viel Geld zu geben. Gem&auml;&szlig; der Theorie des IS\/LM-Modells sorgen niedrige Zinsen f&uuml;r mehr Investitionen und somit f&uuml;r ein h&ouml;heres BIP. Zentralbanken weltweit versuchen das Wirtschaftswachstum durch geldpolitische Ma&szlig;nahmen anzukurbeln, die Investitionen also zu erh&ouml;hen. Allerdings, und das wird so langsam deutlich, ist der Erfolg dieser Ma&szlig;nahmen aktuell sehr bescheiden. Man hat untereinander einen Abwertungswettlauf (A Race to the bottom) begonnen, aus dem man auch nicht so schnell heraus kommen kann und wird. Jedes Land versucht, die eigene W&auml;hrung zu schw&auml;chen, die eigenen Exporteure zu beg&uuml;nstigen, die Importe zu verteuern und somit die heimische Wirtschaft zu unterst&uuml;tzen. In einigen L&auml;ndern gibt es inzwischen negative Zinsen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis diese an die Bankkunden weitergegeben werden. Als Lehre aus der Finanzkrise 2008\/2009 sind die regulatorischen Anforderungen an Banken in den letzten Jahren immer st&auml;rker geworden. Banken sollen zugleich mehr Kredite vergeben aber risikoreiche Gesch&auml;fte vermeiden. Nun ist die Kreditvergabe immer mit einem bestimmten Risiko verbunden, Banken stecken also in einem Dilemma. Dieses Dilemma ist nur l&ouml;sbar, wenn Banken die negativen Zinsen der Zentralbanken an ihre Kunden weitergeben. Doch eine Frage wird unter Volkswirten immer h&auml;ufiger gestellt: Wo ist die Untergrenze negativer Zinsen? Und viel wichtiger: Wie werden sich die einzelnen Individuen einer Volkswirtschaft verhalten, wenn sie pl&ouml;tzlich negative Zinsen auf ihre Spareinlagen berechnet bekommen. Die europ&auml;ische Zentralbank strebt die Abschaffung der 500.- EUR Banknote an, und sie begr&uuml;ndet dies mit der Bek&auml;mpfung organisierter Kriminalit&auml;t, nicht jedoch mit der m&ouml;glichen Ausweichreaktion vieler Sparer mehr Bargeld zu halten. Gleichzeitig m&ouml;chte die EZB das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ankurbeln. Und ich denke, dass es der EZB auch in Teilen der Wirtschaft gelungen ist. Niedrige Zinsen haben einen beispiellosen Bau- und Immobilienboom zum Beispiel in Deutschland hervorgerufen, die Anzeichen einer Preisblase in einigen Regionen sind erkennbar. Die schwedische Zentralbank zum Beispiel ist recht erfolgreich mit ihrer Geldpolitik und hat ihre Ziele einer schw&auml;cheren schwedischen Krone, etwas Inflation und Wachstum erreicht. Nur was wird passieren, wenn Bankkunden anfangen dem System Geld zu entziehen? Was wird dann aus dem Zusammenhang zwischen Investitionen und Sparen wenn der Kapitalstock schwindet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Muss man diese M&ouml;glichkeit als realistisch betrachten? Oder sind Bankkunden bereit ein bestimmtes Level Negativzinsen zu akzeptieren? Wichtig in diesem Zusammenhang ist eine langfristige Perspektive verbunden mit der Frage, ob die oben beschriebenen Zusammenh&auml;nge volkswirtschaftlicher Modelle ihre G&uuml;ltigkeit verloren haben oder verlieren werden?!? Unbestreitbar ist jedoch, dass Individuen viele Entscheidungen hinsichtlich der Allokation ihres Verm&ouml;gens treffen. Und wenn Zentralbanken den Geld- und Kapitalmarkt stark verf&auml;lschen, dann wird es zwangsl&auml;ufig Ausweichreaktionen geben. Geldpolitik kann in ihrer jetzigen Form nicht mehr wirken, dazu sollten Investoren die Entwicklung in Japan seit den 90er Jahren reflektieren. Hinzu kommt ein m&ouml;glicher Vertrauensverlust der Bev&ouml;lkerung in die Zentralbank. Wir befinden uns in der sogenannten Liquidit&auml;tsfalle, Geldpolitik ist unwirksam geworden, und ebenso in einer Bilanzrezession sowohl bei Staaten als auch bei Privatpersonen. Erst wenn die Verschuldung auf ein vertr&auml;gliches Level zur&uuml;ckgefahren ist wird auch wieder mehr Wachstum m&ouml;glich sein. Und dazu sollte meiner Meinung nach nicht noch mehr Geld in ein System gepumpt werden, dessen einzige Profiteure die Staaten sind, die diese Geldpolitik beg&uuml;nstigen und ben&ouml;tigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Schl&uuml;sse kann man als Anleger daraus ziehen? Anleger sollten rational und langfristig entscheiden, wie sie investieren. Welche Unternehmen haben ein solides Gesch&auml;ftsmodell, sind gering verschuldet und haben eine gute Dividendenhistorie? Diese Fragen sollten Investoren sich stellen und dementsprechend investieren, denn gute Unternehmen finden auch in geldpolitisch verzerrten M&auml;rkten ihre Nischen und erwirtschaften Ertr&auml;ge. Sollten die Inflationsraten wie von den Zentralbanken beabsichtigt irgendwann anziehen, so bieten solche Investitionen einen gewissen Schutz des Anlageverm&ouml;gens. Aktuell sehen Zentralbanken zwar nur Deflationsgefahren, allerdings w&uuml;rde ich die inflatorische Wirkung der aktuellen Geldpolitik langfristig nicht untersch&auml;tzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quele: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Studenten der Volkswirtschaftslehre lernen in den ersten Vorlesungen im Fach Makro&ouml;konomie volkswirtschaftliche Grundlagen und Zusammenh&auml;nge&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3734,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-1934","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1934","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1934"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1934\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3734"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}