{"id":1937,"date":"2016-03-17T06:00:00","date_gmt":"2016-03-17T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/03\/17\/populisten\/"},"modified":"2016-03-17T06:00:00","modified_gmt":"2016-03-17T06:00:00","slug":"populisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/populisten\/","title":{"rendered":"Populisten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt auch noch die sonst als sehr besonnen geltenden Deutschen mit ihrer dunklen Vergangenheit. Beinahe jedes Land in Europa hat in den letzten Jahren seinen kleinen Rechtsrutsch erlebt &#8211; nur Deutschland nicht. Bis zu den Wahlen vom vergangenen Wochenende&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt ist Frau Merkel mit ihrer Alternativlosigkeit nicht mehr allein. Der erdrutschartige Wahltriumph der Alternative f&uuml;r Deutschland in drei Bundesl&auml;ndern ist ein doppeltes Warnsignal. Eines geht klar in Richtung Bundeskanzlerin, die irgendwann in ihrer Erfolgsverw&ouml;hntheit und vor lauter Machtbesessenheit die Bodenhaftung verloren zu haben scheint und so aufgeh&ouml;rt hat, das Volk ernst zu nehmen. Das Volk m&ouml;chte n&auml;mlich von Merkel nicht mehr h&ouml;ren &bdquo;wir schaffen das&ldquo;, sondern wie es das alles schaffen soll. Das zweite Signal geht Richtung Europa oder noch besser gegen den Euro, der bei den Deutschen alles andere als beliebt ist, von Frau Merkel aber als alternativlos betrachtet wird. Die Euroskepsis war wohl noch nie so gross in Deutschland, was auch daran liegt, dass sich Deutschlands leistungsf&auml;hige Wirtschaft in einem Weichw&auml;hrungsblock w&auml;hnt.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob sich die Alternative f&uuml;r Deutschland in der politischen Landschaft nachhaltig platzieren kann, ist schwer zu prognostizieren und f&uuml;rs erste gar nicht so relevant. Entscheidend ist vielmehr, dass es gar nicht so sehr um Alternativen ging bei dieser Wahl, sondern eher um Feedback, wie das heute so sch&ouml;n heisst. Feedback f&uuml;r die Bundesregierung, namentlich f&uuml;r ihre Fl&uuml;chtlingspolitik und ihre Eurorettungsaktionen. Und dieses Feedback fiel vernichtend aus, das ist die sicherste Schlussfolgerung, dies aus den drei Landtagswahlen gezogen werden kann. Deutschland hat nun aber auch eine neue politische Kraft, die als Alternative zum etablierten politischen System &ndash; zumindest f&uuml;rs erste &ndash; ganz gut ankommt. Das ist umso erstaunlicher, als aus den Kommentaren der Parteiangeh&ouml;rigen wenig Bereitschaft durchschimmerte, konstruktive L&ouml;sungen f&uuml;r die Zukunft Deutschlands aufzuzeigen. Einzig der Wille zur Opposition war bisher sp&uuml;rbar. Es kann folglich davon ausgegangen werden, dass das politische Klima nun frostiger wird in Deutschland, aber auch in Europa.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Am Volk vorbeiregiert <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn auch Deutschland in der EU eine dominante Rolle spielt und vom schwachen Euro etwas profitiert, empfinden das viele Deutsche v&ouml;llig anders. Sie f&uuml;hlen sich aus Br&uuml;ssel bevormundet und haben den Eindruck, dass Deutschland f&uuml;r die unseri&ouml;se Haushaltsf&uuml;hrung vieler&nbsp;&nbsp; Mitgliedsstaaten aufkommen muss, als selbsternannter Zahlmeister Europas. Es erzeugt auch Skepsis bei den Deutschen, dass ihre W&auml;hrung lediglich noch aus Frankfurt gesteuert wird und nicht mehr von Deutschland. Dass die Europ&auml;ische Zentralbank im internationalen W&auml;hrungswettlauf an vorderster Front mitk&auml;mpft und alles daran setzt, den Euro weichzuklopfen, sorgt f&uuml;r weitere Skepsis im Volk. Zumal auch der EZB-Pr&auml;sident &auml;hnlich am Ende seines Lateins angekommen zu sein scheint wie die deutsche Bundeskanzlerin. Vor der Komplexit&auml;t der Geldpolitik kapituliert inzwischen ohnehin fast jeder Normalb&uuml;rger. Selbst die Akteure an den Finanzm&auml;rkten verstehen nicht mehr, was die EZB jeweils aus ihrem Hut zaubert, ahnen aber insgeheim, dass es &auml;hnlich wie in der klassischen Politik nicht mehr als geschickte Rhetorik ist. Unterschwellig hat sich so in der Bev&ouml;lkerung das Gef&uuml;hl aufgestaut, etwas laufe aus dem Ruder&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweifel am Establishment<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man sich nun noch Baden-W&uuml;rttemberg zuwendet, kommt ein weiteres Ph&auml;nomen zum Vorschein. Das &bdquo;L&auml;ndle&ldquo; ist eine traditionelle Hochburg der CDU, wo sie jahrzehntelang allein regierte. Nur in Bayern waren die Mehrheitsverh&auml;ltnisse zu Gunsten der CDU\/CSU noch ausgepr&auml;gter. Doch nun sind die Gr&uuml;nen die st&auml;rkste Partei im L&auml;ndle, dem einstigen Kernland der CDU, das schon 2011 Geschichte schrieb, als es mit Winfried Kretschmann erstmals einen Gr&uuml;nen zum Ministerpr&auml;sidenten k&uuml;rte. Was damals noch stark nach Personenwahl roch und daher nicht als Richtungswechsel interpretiert werden konnte, erh&auml;lt nun schon etwas mehr Konturen. Es geht in immer mehr hochindustrialisierten Gesellschaften nicht nur um einen Protest am politischen Establishment sondern um generelle Zweifel. Zweifel am System der freien oder auch sozialen Marktwirtschaft, am Segen von Globalisierung und Konvergenz und vor allem aber der Allmacht von Politik im Besonderen. Das ist eine durchaus marktrelevante &Uuml;berlegung, da das Misstrauen gegen&uuml;ber der Politik auch vor den Finanzm&auml;rkten nicht Halt macht. Die gaben den Politikern bekanntlich immer wieder zu verstehen, dass zu viele Schulden ungesund sind. Bis die Geldpolitik das Zepter &uuml;bernahm und f&uuml;r vermeintliche Ruhe an der Schuldenfront sorgte. Sollte die Geldpolitik nun wie Frau Merkel und die renommierten Parteien in Deutschland ihre Glaubw&uuml;rdigkeit weiter aufs Spiel setzen, d&uuml;rfte der Markt zu &auml;hnlichen Reaktionen neigen wie die deutschen W&auml;hler. Viel Zeit haben Yellen, Draghi, Kuroda oder Jordan schon gekauft, mit vollmundigen Ank&uuml;ndigungen jeweils wirkungsvoll inszeniert, aber letztlich ist sie jeweils verstrichen. Politik ist eben keine Wissenschaft, genau so wenig wie Wirtschaft, auch wenn die Universit&auml;ten in den entsprechenden Fakult&auml;ten akademisieren. Momentan arbeiten wahrscheinlich Heerscharen daran, den Nutzen von Negativ- zinsen nachzuweisen. Doch ist das wirklich n&ouml;tig, denn Wissen nicht l&auml;ngst alle, dass etwas negatives kaum gut sein kann?<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt auch noch die sonst als sehr besonnen geltenden Deutschen mit ihrer dunklen Vergangenheit. Beinahe jedes Land in Europa hat in den letzten Jahren seinen kleinen Rechtsrutsch erlebt &#8211; nur Deutschland nicht. 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