{"id":19531,"date":"2023-10-24T11:53:17","date_gmt":"2023-10-24T09:53:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=19531"},"modified":"2024-01-23T11:32:49","modified_gmt":"2024-01-23T10:32:49","slug":"blackrock-marktausblick-gruselstimmung-an-den-maerkten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-marktausblick-gruselstimmung-an-den-maerkten\/","title":{"rendered":"BlackRock Marktausblick : \u201eGruselstimmung an den M\u00e4rkten\u201c"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR-LU\"><strong>BlackRock<\/strong> : Halloween wirft an den Kapitalm\u00e4rkten seine Schatten voraus. Im Bann von emporkletternden Langfristzinsen einerseits und der komplexen, best\u00fcrzenden Gemengelage im Nahen Osten andererseits war die vergangene Handelswoche von Kursr\u00fccksetzern und hoher Volatilit\u00e4t gepr\u00e4gt.<br \/>\n<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"h2-dark-blue\"><strong><span style=\"font-size: 12pt;\"><span class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Ann-Katrin Petersen CFA BlackRock Senior Kapitalmarktstrategin<\/span><\/span><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rendite 10-j\u00e4hriger US-Staatsanleihen markierte j\u00fcngst ein neues 16-Jahres-Hoch von knapp \u00fcber 5% und schickte die US-B\u00f6rsen in die N\u00e4he ihrer Tiefst\u00e4nde vom September. Der gleichgewichtete S&amp;P 500\u00a0 liegt seit Jahresbeginn im Minus. Auch hierzulande lasten die straffen Finanzierungsbedingungen auf den B\u00f6rsen in der Breite \u2013 Euro STOXX und DAX notieren auf den tiefsten Niveaus seit M\u00e4rz. Die folgenschweren geopolitischen Entwicklungen stellen einen weiteren Belastungsfaktor dar, der bislang im Rahmen der Erwartungen nicht nur den \u00d6lpreis bewegt hat, sondern mit einem \u201eRisk-off\u201c einhergegangen ist: Gold und US-Dollar gest\u00fctzt, Aktien im Korrekturmodus. Doch stehen auch die globalen Anleihem\u00e4rkte weiter unter Druck, was eine aus Anlegersicht unerquickliche positive Korrelation von Renten- und Aktienm\u00e4rkten mit sich bringt, wie wir sie vor allem aus dem Jahr 2022 noch in schlechter Erinnerung haben.<\/p>\n<p><strong>Renditeaufw\u00e4rtsdruck ungeachtet geopolitischer Risiken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Staatsanleihen werden somit derzeit ihrer traditionell zugeschriebenen Rolle als \u201esichere H\u00e4fen\u201c nicht gerecht. Die Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen an den Rentenm\u00e4rkten spielt eine ma\u00dfgebliche Rolle. Der Fokus hat sich von der Frage der H\u00f6he der Leitzinsen hin zur Frage verschoben, wie lange diese auf restriktiven Niveaus verharren. Unsere Einsch\u00e4tzung: Auf den Leitzinsgipfel d\u00fcrfte ein Zinsplateau folgen, kein baldiges Zur\u00fcckrutschen ins Tal der Niedrigzinsen. Ein Tafelberg, kein Matterhorn. Ganz in diesem Sinne hatte US-Notenbankchef Jerome Powell in einer vielbeachteten Rede letzte Woche die Aussicht auf eine l\u00e4nger anhaltend straffe Zinspolitik bekr\u00e4ftigt. W\u00e4hrend die US-Notenbank Fed in der Vergangenheit nach Erreichen des Leitzinsgipfels z\u00fcgig die Zinsen senkte \u2013 im historischen Durchschnitt um rund 300 Basispunkte innerhalb von drei Jahren \u2013 spiegeln die Anleihem\u00e4rkte aktuell Zinssenkungserwartungen von lediglich etwa 100 Basispunkten in den kommenden drei Jahren wider. Dar\u00fcber hinaus ist der kr\u00e4ftige Renditeanstieg bei l\u00e4ngeren Laufzeiten auch als Reaktion auf fiskalische Risiken in den USA zu interpretieren. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass an den Devisenm\u00e4rkten der US-Dollar nur unterproportional von der sich ausweitenden Renditedifferenz gegen\u00fcber anderen W\u00e4hrungsr\u00e4umen profitierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Donnerstag richtet sich das Augenmerk auf die von der Fed bevorzugte Inflationskennzahl \u201ePCE\u201c, den Preisindex f\u00fcr pers\u00f6nliche Konsumausgaben. Dass die Kerninflationswerte im Sommer aus dem aufw\u00e4rtsgerichteten Muster der letzten zwei Jahre ausgebrochen sind, stellt einen echten Fortschritt dar und zeigt, dass der pandemiebedingte Schock bei den Konsumausgaben f\u00fcr Waren und Dienstleistungen nachl\u00e4sst. Zweifelsohne hat die Abschw\u00e4chung des Inflationsdrucks in den vergangenen Monaten f\u00fcr Erleichterung gesorgt, wenngleich die 2%-Preisstabilit\u00e4tsmarke der Fed noch nicht erreicht ist. Gleichzeitig rechnen wir mit einem schwankungsreichen US-amerikanischen Inflationspfad, was wiederum zu erratischen Zinserwartungen beitragen k\u00f6nnte und die Laufzeitenpr\u00e4mie \u2013 die Kompensation, die Anleiheinvestoren f\u00fcr das Risiko des Haltens langfristiger Anleihen fordern \u2013 weiter aufblasen k\u00f6nnte. Denn w\u00e4hrend ein Schock nachl\u00e4sst, scheint ein zweiter \u2013 die alternde Erwerbsbev\u00f6lkerung \u2013 bereit, das Zepter schrittweise zu \u00fcbernehmen. Dies wiederum k\u00f6nnte die Inflation auf eine Achterbahnfahrt schicken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend sich die Neubewertung der erwarteten US-Geldpolitik \u2013 vom Zinsgipfel zum Zinsplateau, Stichwort \u201eTafelberg\u201c \u2013 bereits weitgehend vollzogen hat, betr\u00e4gt die sog. Laufzeitpr\u00e4mie in den USA nur einen Bruchteil unserer Erwartungen. Wir gehen unver\u00e4ndert davon aus, dass die Laufzeitpr\u00e4mien noch weiter steigen k\u00f6nnten und behalten daher unser strategisches Untergewicht bei. W\u00e4hrend die zu niedrige Laufzeitpr\u00e4mie zur Vorsicht mahnt &#8211; beim Eingehen von Durations-Risiken in der mittleren Frist &#8211; haben wir gleichzeitig unser taktisches Untergewicht bei US-Staatsanleihen geschlossen, da die geldpolitischen Erwartungen inzwischen ad\u00e4quater gepreist sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>EZB-Sitzung: Zinsseitig die Reiseflugh\u00f6he erreicht <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) hat zinsseitig aller Voraussicht nach ihre Reiseflugh\u00f6he erreicht und d\u00fcrfte erstmals seit dem letzten Sommer eine Zinspause einlegen. Seit Juli 2022 haben die W\u00e4hrungsh\u00fcter die Leitzinsen im Kampf gegen Inflationsrisiken zehnmal um insgesamt 450 Basispunkte angehoben, auf einen Einlagenzins von 4,0%. Der Inflationsdruck im Euroraum hat zuletzt sp\u00fcrbar nachgelassen, w\u00e4hrend die au\u00dfergew\u00f6hnlich scharfe geldpolitische Straffung \u2013 auf seit Gr\u00fcndung des Euroraums 1999 nie gesehene Leitzinsniveaus \u2013 zunehmend Bremsspuren in der Realwirtschaft hinterl\u00e4sst. So d\u00fcrften die am heutigen Dienstag anstehenden Einkaufsmanagerindizes f\u00fcr den Euroraum der Hoffnung auf eine baldige konjunkturelle Belebung erneut einen D\u00e4mpfer verpassen. Die Frage ist vielmehr, ob und inwiefern der Pessimismus abnimmt. Sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor d\u00fcrften sich die Stimmungsbarometer kaum verbessern und damit mit Werten von deutlich unter 50 weiter vor einer Rezession warnen. \u00a0F\u00fcr den deutschen ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex (Mittwoch) wird vom Konsens der Analysten ein R\u00fcckgang von 85,7 auf 85,5 Z\u00e4hler erwartet. Damit w\u00fcrde sich die Stimmungseintr\u00fcbung auf deutschen Chefetagen seit Mai fortsetzen. Von besonderem Interesse ist wie immer, ob dies gleicherma\u00dfen f\u00fcr die Gesch\u00e4ftslage und die Erwartungskomponente gilt. Im Gro\u00dfen und Ganzen haben die Wachstumsrisiken seit der EZB-Sitzung im September angesichts m\u00f6glicher neuer Angebotsschocks eher noch zugenommen, hatte EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde Mitte Oktober auf der Jahresversammlung des Internationalen W\u00e4hrungsfonds in Marrakesch gewarnt. Mit einem Fragezeichen behaftet bleibt etwa die \u00d6lpreisentwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unseres Erachtens d\u00fcrfte die EZB erst weit ins Jahr 2024 Zinssenkungen wagen. Der unterliegende Inflationsdruck f\u00e4llt auf absehbare Zeit weiterhin hartn\u00e4ckig hoch aus, angesichts eines engen Arbeitsmarkts und ged\u00e4mpfter Produktivit\u00e4t. Besonderes Augenmerk d\u00fcrften die M\u00e4rkte den Kommentaren von Pr\u00e4sidentin Lagarde w\u00e4hrend der Pressekonferenz widmen, um daraus Erkenntnisse f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Kurs in der Bilanzpolitik (quantitative Straffung) und eine m\u00f6gliche Erh\u00f6hung der Mindestreservepflicht f\u00fcr Gesch\u00e4ftsbanken abzuleiten. F\u00fcr beides scheint es in naher Zukunft unter den EZB-Notenbankern keine Mehrheit zu geben. Ein fr\u00fcheres Ende der Reinvestitionen auslaufender Anleihen im Rahmen des Pandemieprogramms (PEPP) w\u00fcrde insbesondere Staatsanleihen der Peripherie zus\u00e4tzlich unter Druck setzen. Und das in einem Umfeld, in dem auf EU-Ebene die avisierte Reform des Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakts trotz Bem\u00fchungen der spanischen EU-Ratspr\u00e4sidentschaft noch nicht in trockenen T\u00fcchern ist. Nur eines steht f\u00fcr die Finanzminister fest: Ab 2024 gelten wieder die EU-Fiskalregeln \u2013 ob in flexiblerer Auslegung oder nicht \u2013 und lassen nach fast vier Ausnahmejahren moderaten fiskalpolitischen Gegenwind erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter den G4-Zentralbanken scheint derweil einzig in Japan, wo die Bank of Japan (BoJ) an Halloween \u00fcber die Ausrichtung ihrer Geldpolitik entscheidet, die Frage \u201eTafelberg\u201c oder \u201eMatterhorn\u201c noch l\u00e4ngst nicht in Sicht zu sein. Vielmehr stemmt sich die BoJ durch fortgesetzte, milliardenschwere Anleihek\u00e4ufe gegen einen z\u00fcgigeren Renditeanstieg japanischer zehnj\u00e4hriger Staatsanleihen. Allm\u00e4hlich n\u00e4hern sich aber auch in Japan die Zeiten einer ultra-lockeren Geldpolitik dem Ende. So steht im Raum, dass die BoJ Ende Oktober ihre Inflationsprognosen f\u00fcr das im M\u00e4rz 2024 endende Gesch\u00e4ftsjahr auf rund 3% und f\u00fcr das Folgejahr auf \u00fcber 2% erh\u00f6hen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gewinnberichtssaison k\u00e4mpft um Aufmerksamkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts von Zinsanstieg und geopolitischen Risiken k\u00e4mpft die Gewinnberichtssaison zum dritten Quartal um Aufmerksamkeit. Die H\u00fcrde f\u00fcr positive \u00dcberraschungen bei den vorgelegten Zahlenwerken erscheint in Europa niedriger zu sein als in den USA. \u00a0F\u00fcr den alten Kontinent erwarten Analysten im Durchschnitt eine Eintr\u00fcbung und ein kr\u00e4ftiges Minus im zweistelligen Bereich gegen\u00fcber dem Vorjahr, in der US-Berichtssaison eine Belebung bzw. einen leichten Anstieg der Unternehmensgewinne. Ein Blick in den R\u00fcckspiegel zeigt, dass in den vergangenen Quartalen das Gewinnwachstum in den USA de facto ins Stocken geraten war, die Aktienmarktperformance entsprechend prim\u00e4r von Bewertungsexpansion getrieben worden ist. Insbesondere der Technologiesektor hat in diesem Jahr zu verbesserten Gewinnmargen beigetragen, w\u00e4hrend die recht stattlichen gehaltenen Barmittel der Unternehmen den Gegenwind durch h\u00f6here Zinsaufwendungen abgemildert haben. F\u00fcr die kommenden zw\u00f6lf Monate geht der Konsens von einer weiteren Belebung aus (Gewinnwachstum des S&amp;P 500 von etwa 10%, wobei etwa die H\u00e4lfte des erwarteten Gewinnwachstums an Mega-Caps gebunden ist). Verschleiern die Hoffnungen auf eine lang erwartete Erholung einen immer noch relativ stagnierenden Wachstumstrend?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es bleibt dabei:<\/strong> <em>Bei risikoreicheren Anlageklassen mag das schwankungsreichere Umfeld, gepr\u00e4gt von geopolitischer Unsicherheit, hohen Zinsen, abgebremstem Wirtschaftswachstum in Europa und den USA und hartn\u00e4ckigem Inflationsdruck den Anschein haben, nur wenige Renditechancen zu bieten. Dennoch sehen wir zahlreiche, auch in einem Umfeld weniger rosig daherkommender gesamtwirtschaftlicher Perspektiven. Fingerspitzengef\u00fchl bleibt gefragt. Innerhalb des Aktienuniversums der Industriel\u00e4nder stehen wir beispielsweise dem japanischen Aktienmarkt konstruktiv gegen\u00fcber dank eines sp\u00fcrbar aktion\u00e4rsfreundlicheren Ansatzes japanischer Unternehmen. Zum anderen bieten \u201eMegaforces\u201c aus unserer Sicht spannende regionen- und sektoren\u00fcbergreifende Anlagechancen.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock : Halloween wirft an den Kapitalm\u00e4rkten seine Schatten voraus. 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