{"id":1972,"date":"2016-04-14T05:00:00","date_gmt":"2016-04-14T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/04\/14\/schafft-europa-das\/"},"modified":"2016-04-14T05:00:00","modified_gmt":"2016-04-14T05:00:00","slug":"schafft-europa-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/schafft-europa-das\/","title":{"rendered":"Schafft Europa das?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Zwar sind die Fl&uuml;chtlinge nicht mehr t&auml;glich auf den Titelseiten der europ&auml;ischen Gazetten, aber sie besch&auml;ftigen Europa weiter. Und wer dachte, dass die T&uuml;rkei dazu verhelfe, den Knoten zu l&ouml;sen, muss wohl einsehen, dass auch dieser Versuch zum Scheitern verurteilt sein d&uuml;rfte&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bilder aus Chios sprechen noch immer eine klare Sprache. Das Ziel der dort Gestrandeten ist Europa und nicht die R&uuml;ckf&uuml;hrung in die T&uuml;rkei. Selbstverst&auml;ndlich spielt die T&uuml;rkei eine wichtige Rolle in der ganzen Thematik. Diese Rolle ist aber vornehmlich geografisch begr&uuml;ndet, denn die T&uuml;rkei liegt nun mal genau im Vorzimmer Europas. Von einer L&ouml;sung der Fl&uuml;chtlingsproblematik ist Europa auch nach dem Deal mit der T&uuml;rkei meilenweit entfernt. Das Ganze entpuppte sich schon rasch mehr als Show denn als L&ouml;sung. Dar&uuml;ber hinaus hat man nun mit dem t&uuml;rkischen Pr&auml;sidenten Erdogan einen Partner, der seine Zuverl&auml;ssigkeit erst unter Beweis stellen muss, sicher keine Geschenke macht und eher sogar ein lukratives Gesch&auml;ft hinter dem Deal mit Europa wittert. Das verheisst nichts Gutes. Das Vorgehen ist leider symptomatisch f&uuml;r die Art, wie Europa schwer wiegende Probleme auf die lange Bank schiebt. Ein grosser Wurf ist dieser Staatengemeinschaft lange nicht mehr gelungen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anschauungsunterricht daf&uuml;r erhielten wir in der europ&auml;ischen Schuldenkrise. Von Griechenland war jahrelang kaum die Rede. Das kleine Land am s&uuml;d&ouml;stlichen Zipfel der Eurozone war bekannt als Urlaubsort und sogenannte Wiege der Demokratie mit einer Hochkultur, die in einem historischen Kontext sicherlich Hervorragendes geleistet hat. Bis dort aus heiterem Himmel die Schuldenkrise ausbrach und Europa an den Rand eines finanziellen GAU brachte. Es ist noch kein Jahr her, dass Griechenland die M&auml;rkte erneut ersch&uuml;tterte. Damals glichen die Monate vor dem Showdown im Juli 2015 der sprichw&ouml;rtlichen Ruhe vor dem Sturm. Die Finanzm&auml;rkte ignorierten weitgehend, dass Griechenland nicht in der Lage sein w&uuml;rde, die f&auml;lligen IWF-Tranchen zu bedienen, bis es schliesslich so weit war. Dann aber z&uuml;ckten die M&auml;rkte ohne Vorwarnung die rote Karte, was die europ&auml;ische Politik zu hektischem Tun zwang. Eigentlich ist allen klar, dass auch der Durchbruch in der Griechenlandfrage 2015 nur ein vermeintlicher war, der Sommer wieder n&auml;her r&uuml;ckt und eine Wiederholung des Schauspiels aus dem Vorjahr nicht unwahrscheinlich ist.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Skeptische M&auml;rkte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn die Griechenlandfrage die M&auml;rkte heute nicht k&uuml;mmert, wird sie schon bald zur Nagelprobe. Und sie k&ouml;nnte dieses Jahr einiges h&auml;rter ausfallen als vor einem&nbsp;&nbsp; Jahr, denn erstens haben sich die globalen Rahmenbedingungen &#8211; Wachstum, Inflation oder die Besch&auml;ftigung speziell in Europa &#8211; kaum verbessert und zweitens werden die Briten die europ&auml;ische Diskussion im Vorfeld der Brexit-Abstimmung vom 23.6.2016 zus&auml;tzlich anheizen. Im Vorfeld der Abstimmung d&uuml;rften die M&auml;rkte ihrer Skepsis Ausdruck verleihen. Und sollten die Briten sich tats&auml;chlich f&uuml;r den Brexit aussprechen, dann wird dies kein lokaler oder regionaler Event sein, sondern am Fundament des Euros r&uuml;tteln. Denn im Grunde ist jedem klar, dass der Euro eine W&auml;hrung ist, deren Fortbestehen nicht in ihrer wirtschaftlichen Logik liegt, sondern einzig vom Willen der Politik abh&auml;ngt, mit Sch&uuml;tzenhilfe der EZB.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pendenzen abarbeiten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Aktienm&auml;rkte nicht richtig vom Fleck kommen, hat viele Gr&uuml;nde, die hier seit dem letztem Sommer, als Sand ins Getriebe kam, wiederholt zur Sprache kamen. Die Zweifel am chinesischen Wachstum(smodell), Bedenken, dass der amerikanischen Konjunktur der Schnauf ausgeht, bevor es auch nur zu einer ann&auml;hernden Normalisierung der Zinslandschaft gekommen ist und der &Ouml;lpreiszerfall, den der Markt inzwischen eher als B&uuml;rde statt Entlastung interpretiert, sind die wichtigsten Gr&uuml;nde &#8211; und: dass die Geldpolitik an Grenzen st&ouml;sst. Diese Themen sind l&auml;ngst noch nicht abgearbeitet worden und keimen wiederholt auf, ganz abgesehen von den geopolitischen Verwerfungen, die der Markt tendenziell vernachl&auml;ssigt. Mit der latenten Gefahr eines Brexit und einer absehbaren Neuauflage der endlosen griechischen Trag&ouml;die kommt bald noch mehr Unbill auf, der die M&auml;rkte zusehends in ihren Bann ziehen d&uuml;rfte. Ein Showdown im Sommer kann heute nicht ausgeschlossen werden und deshalb haben viele Investoren den Tradern das Spielfeld &uuml;berlassen und warten an der Seitenlinie. Was hat das nun mit der T&uuml;rkei und den Fl&uuml;chtlingen zu tun? Ganz einfach: wenn der Euro eine W&auml;hrung ist, die ihre Legitimation einzig aus &Uuml;berlebensparolen der Politik speist und nicht aus wirtschaftlicher Logik, dann wird dieser politische Wille sehr bald schon wieder auf dem Pr&uuml;fstand stehen. Dass der Wille allein f&uuml;r den Euro nicht der Weg ist, haben die M&auml;rkte schon l&auml;nger begriffen. Die Fl&uuml;chtlingskrise fordert nun aber diesen politischen Willen zur Einheit und die EU ist auf dem besten Weg, an der Fl&uuml;chtlingskrise zu scheitern, da Einzelinteressen der E(W)U-Staaten den gemeinsamen Weg verbaut haben. Allein schon dass die EU ausgerechnet die T&uuml;rkei als entscheidenden Wegweiser Richtung Pfad aus der Krise identifiziert und als sicheren Drittstaat identifiziert, ist eine Bankrotterkl&auml;rung der europ&auml;ischen Politik.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Peter Prinzip<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist das Peter Prinzip in Urform: wenn die h&ouml;chste Stufe der Inkompetenz einmal erreicht ist, helfen nur Hilferufe. Laurence J. Peter zufolge neigen wir dann dazu, elementare Entscheidungen, zu denen wir nicht (mehr) f&auml;hig sind unter anderem auch auszulagern. Genau das passiert heute in der EU. Wenn diese Staatengemeinschaft aber nicht einmal in der Lage ist, einen tragf&auml;higen Konsens in der Fl&uuml;chtlingsfrage zu etablieren, wie will sie dann den n&auml;chsten Sturm auf den Euro bew&auml;ltigen? Mit Durchhalteparolen und postulierter Alternativlosigkeit kaum. Genau das haben die euroskeptischen Briten l&auml;ngst begriffen, nur der Markt noch nicht, denn sonst w&uuml;rde der britische Pfund kaum so schwach notieren. Der Sommer wird mit Sicherheit heiss, vielleicht gar noch heisser als der bisherige Rekordsommer 2015. Und Hitze f&ouml;rdert Gewitter, das wissen auch die Investoren.<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwar sind die Fl&uuml;chtlinge nicht mehr t&auml;glich auf den Titelseiten der europ&auml;ischen Gazetten, aber sie besch&auml;ftigen Europa weiter. 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