{"id":1974,"date":"2016-04-15T05:00:00","date_gmt":"2016-04-15T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/04\/15\/m-g-negativzinsumfeld-ein-wiki-der-unbeabsichtigten-folgen\/"},"modified":"2016-04-15T05:00:00","modified_gmt":"2016-04-15T05:00:00","slug":"m-g-negativzinsumfeld-ein-wiki-der-unbeabsichtigten-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/m-g-negativzinsumfeld-ein-wiki-der-unbeabsichtigten-folgen\/","title":{"rendered":"M&#038;G: Negativzinsumfeld \u2013 ein Wiki der unbeabsichtigten Folgen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Negativzinsen sind kein neues Ph&auml;nomen. So senkte die Schweiz bereits in den 1970er-Jahren die Verzinsung f&uuml;r ausl&auml;ndische Geldgeber auf unter Null, um den Kapitalzufluss in die Schweizer W&auml;hrung zu bremsen&#8230;.<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span class=\"byline\"><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\">von Jim Leaviss<\/span><\/span><span class=\"posted-on\"><a href=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/deutsch\/2016\/04\/07\/eine-kleine-skandinavien-kunde\/\" rel=\"bookmark\"><time datetime=\"2016-04-07T08:32:55+00:00\" class=\"entry-date published\"><\/time><\/a><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das heutige Negativzinsumfeld ist jedoch deutlich umfassender. Die Schweiz, D&auml;nemark, Schweden, Japan und die Eurozone betreiben alle eine Politik der Negativzinsen. &Uuml;ber den beabsichtigten &Uuml;bertragungsmechanismus bei negativen Zinsen wurde bereits viel geschrieben: Billigere direkte Kreditkosten f&uuml;r Haushalte und Unternehmen f&uuml;hren zu st&auml;rkeren Wirtschaftsaktivit&auml;ten und bewirken au&szlig;erdem Portfolioneuausrichtungen, weil Anleger Assets mit niedrigen bzw. negativen Renditen verkaufen, um in risikoreichere Instrumente zu investieren, wodurch die Finanzierungskosten der Unternehmen sinken. Zudem reduzieren Negativzinsen kontroverserweise die Attraktivit&auml;t der Landesw&auml;hrung in einer Welt, in der die Geldentwertung aus Wettbewerbsgr&uuml;nden als w&uuml;nschenswert gilt. In diesem Blogbeitrag m&ouml;chte ich jedoch auf einige der anderen Folgen von Negativzinsen eingehen, von denen manche unbeabsichtigt sind und manche den politischen Entscheidungstr&auml;gern diverse Probleme bereiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angefangen habe ich mit der Auflistung von zehn Beobachtungen. Diese Liste soll aber regelm&auml;&szlig;ig entsprechend den Entwicklungen, die das Negativzinsumfeld in den kommenden Monaten oder Jahren nimmt, aktualisiert werden. Dabei bitte ich um Ihre Mithilfe: Wenn Sie Ver&auml;nderungen in den Verhaltensmustern (Stichwort: &bdquo;Behavioural Finance&ldquo;) oder Nachrichten von historischer Bedeutung entdecken, w&uuml;rde ich mich &uuml;ber einen entsprechenden Hinweis freuen. Fakten mit Quellenangaben sind nat&uuml;rlich immer am besten, aber auch anekdotische Informationen sind evtl. interessant. Einige der nachfolgenden Links erfordern eventuell eine Registrierung, bei den meisten ist dies jedoch nicht der Fall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F&uuml;r Unternehmen mit hohem Barbestand f&uuml;hren Negativzinsen zu unerwarteten Kosten. Versicherungen haben beispielsweise bislang Pr&auml;mien von ihren Kunden eingenommen, diese Barmittel angelegt und damit eine Rendite erzielt. In einem Niedrigzinsumfeld wird die Rendite nun bei vorzeitigen Pr&auml;mienzahlungen beeintr&auml;chtigt. Das gilt f&uuml;r Unternehmen aller Branchen. Sp&auml;tzahler werden zu den wertvollsten Kunden. Dasselbe gilt auch f&uuml;r den Fiskus. Im Schweizer Kanton Zug wurden die Steuerzahler vom Finanzamt explizit gebeten, ihre Steuerzahlungen so lange wie m&ouml;glich aufzuschieben. Auf diese Weise sollen dem Kanton Einsparungen in H&ouml;he von 2,5&nbsp;Mio. SFR im Jahr erm&ouml;glicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Absatz von Tresoren Wenn man sein Geld von der Bank abhebt und zu Hause oder an einem sicheren Ort wegschlie&szlig;t, kann man sicher sein, dass die Verzinsung schlimmstenfalls bei Null liegt. Au&szlig;erdem ist man dann auch davor gesch&uuml;tzt, als Sparer zur Rettung des Bankensektors herangezogen zu werden (wie z.&nbsp;B. im Falle Zyperns geschehen). Gegen&uuml;ber dem Vorjahr ist der Tresor-Absatz des japanischen Eisenwarenh&auml;ndlers Shimachu nach eigener Aussage um das 2,5-Fache gestiegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind nicht nur Privathaushalte, die ihr Bargeld verstecken, um nicht f&uuml;rs Sparen zur Kasse gebeten zu werden. Der deutsche R&uuml;ckversicherer Munich Re probiert derzeit die Lagerung von Bargeld in eigenen Tresoren. Zun&auml;chst will das Unternehmen Banknoten im Wert von 10&nbsp;Mio. EUR bunkern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was k&ouml;nnen die Zentralbanken tun, um die St&ouml;rung des Transmissionsmechanismus durch hauseigene Geldeinlagerungen zu erschweren? Laut Mario Draghi denkt die EZB &uuml;ber die Abschaffung des 500-Euro-Scheins nach, der 30% des in Umlauf befindlichen Bargelds ausmacht. Er nannte die 500-Euro-Note ein Instrument der organisierten Kriminalit&auml;t. Dass sie die Umsetzung der Geldpolitik st&ouml;rt, sprach er nicht an, doch das ist ganz eindeutig ein Faktor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnten die Finanzbeh&ouml;rden entweder ausdr&uuml;cklich durch Regulierungsma&szlig;nahmen oder durch die bew&auml;hrte Methode der informellen Hinweise das Abheben gr&ouml;&szlig;erer Bargeldsummen durch Banken, Pensionsfonds und Versicherungen verhindern. In der Schweiz hat eine Bank augenscheinlich einem Pensionsfonds die Abhebung eines gro&szlig;en Betrags von seinem Konto in Form von Banknoten verweigert. Die Banken sind wohl von der SNB angewiesen worden, derartige Auszahlungen &bdquo;restriktiv&ldquo; zu handhaben &ndash; sehr zum &Auml;rger des Schweizerischen Pensionskassenverbands.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Negativzinsen bringen einen technologischen und administrativen Mehraufwand mit sich. Finanzinstitute haben ihre Computersysteme umstellen m&uuml;ssen, Vertr&auml;ge (z.&nbsp;B. ISDA-Swap-Vertr&auml;ge) sind ge&auml;ndert und Anleihendokumentationen (Mindestzinssatz bei FRN) neu gefasst worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem der 12-Monats-EURIBOR im Februar 2016 erstmalig ein negatives Niveau erreichte, erleben spanische Immobilienbesitzer &ndash; deren Hypothekenzinsen &uuml;blicherweise an diesen Referenzzinssatz gekoppelt sind, und zwar ohne Nullzins-Untergrenze &ndash; einen deutlichen R&uuml;ckgang ihrer Ausgaben. Die spanische Bankinter bot zudem an den Schweizer Leitzins gekoppelte Hypotheken an. Den Kunden stehen nun teilweise monatliche Zahlungen von Seiten der Bank zu (in der Praxis zahlt die Bank den Betrag nicht aus, sondern verrechnet ihn mit der Kreditsumme). Der spanische Hypothekensektor wurde h&auml;ufig als einer der Gr&uuml;nde angef&uuml;hrt, weshalb die EZB niemals einen Negativzins beschlie&szlig;en w&uuml;rde, weil dies die Gewinn- und Verlustrechnung der Banken enorm beeintr&auml;chtigen w&uuml;rde. Ein &auml;hnliches Argument bezogen auf den britischen Bausparsektor f&uuml;hrte die Bank of England in ihrer Begr&uuml;ndung an, als sie den Leitzins auf dem relativ hohen Niveau von 0,5% belie&szlig;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den Schweizer Bankensektor sind die Auswirkungen wiederum anders. Paradoxerweise sind in der Schweiz die von den Banken angebotenen Hypothekenzinsen nach Einf&uuml;hrung der Negativzinsen gestiegen. Die dortigen Privatkundenbanken erkannten n&auml;mlich, dass es schwierig sein w&uuml;rde, die Negativzinsen, die sie selbst f&uuml;r ihre Einlagen bei der SNB zahlen m&uuml;ssen, an die Sparer weiterzugeben. Um ihr Gewinnniveau in etwa zu halten, mussten sie daher Darlehensnehmern mehr berechnen. Deshalb wurden die Kreditzinsen angehoben. Auch Schweizer Versicherungen bieten Hypotheken an, nutzen zur Finanzierung aber nicht Einlagen, sondern Anleihen mit l&auml;ngeren Laufzeiten. Da die damit verbundenen niedrigeren Zinss&auml;tze an die Investoren weitergegeben werden konnten, haben die Versicherungen gegen&uuml;ber den Banken an Attraktivit&auml;t gewonnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wir gesehen haben, kann die M&ouml;glichkeit, Geldscheine dem offiziellen System zu entziehen, den Transmissionsmechanismus der Geldpolitik st&ouml;ren und bei denjenigen, die sich f&uuml;r diese Eigeneinlagerung entscheiden, daf&uuml;r sorgen, dass die Zinsen nicht unter Null sinken. Vor diesem Hintergrund ist das Thema elektronisches Geld aktuell geworden. Moderne Volkswirtschaften entwickeln sich ohnehin in diese Richtung: Die Nutzung von Kreditkarten, mobilen Transaktionen, PayPal und E-Banking ist in den letzten Jahren exponentiell gestiegen. In Schweden machen Bargeldzahlungen inzwischen nur 2% der Volkswirtschaft aus, gegen&uuml;ber 7,7% in den USA und 10% in der Eurozone. Die Reduzierung der Bargeldnutzung wurde in Schweden teilweise durch neue Vorschriften zur Eind&auml;mmung der Steuervermeidung vorangetrieben. Allerdings geh&ouml;ren die Schweden auch immer mit zu den ersten, die neue Technologien einsetzen. Die Reduzierung der in Umlauf befindlichen Bargeldmenge bedeutet, dass es weniger M&ouml;glichkeiten gibt, Negativzinsen zu entkommen. K&ouml;nnte Papiergeld von den Beh&ouml;rden ganz abgeschafft werden? Das ist ein Thema, dass sogar Andy Haldane von der Bank of England im Zusammenhang mit den Negativzinsen angesprochen hat. Ich rate allerdings davon ab, dar&uuml;ber &ouml;ffentlich zu diskutieren, da so mancher total allergisch darauf reagiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die unbeabsichtigten Folgen ihrer Negativzinspolitik abzumildern, haben die meisten Zentralbanken versucht, die Unterminierung der Bankengewinne durch die Einf&uuml;hrung von Staffelzinsen zu minimieren. F&uuml;r die verschiedenen Teilbereiche der Bankenreserven gelten dabei unterschiedliche Zinss&auml;tze. In Japan zum Beispiel w&uuml;rden Reserven, die vor Inkrafttreten der Negativzinsen gehalten wurden, weiter mit 0,1% verzinst. Banken werden generell dazu motiviert, ihre Reserven nicht in Banknoten umzuwandeln: Derartige Reduktionen werden n&auml;mlich in dem Teilbereich mit der h&ouml;chsten positiven Verzinsung und nicht dem mit dem h&ouml;chsten Negativzins vorgenommen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haben wir etwas vergessen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Negativzinsen sind kein neues Ph&auml;nomen. 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