{"id":1978,"date":"2016-04-18T05:00:00","date_gmt":"2016-04-18T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/04\/18\/m-g-notizen-einer-russlandreise-leicht-angeschlagen-aber-immer-noch-aufrecht\/"},"modified":"2016-04-18T05:00:00","modified_gmt":"2016-04-18T05:00:00","slug":"m-g-notizen-einer-russlandreise-leicht-angeschlagen-aber-immer-noch-aufrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/m-g-notizen-einer-russlandreise-leicht-angeschlagen-aber-immer-noch-aufrecht\/","title":{"rendered":"M&#038;G: Notizen einer Russlandreise: Leicht angeschlagen, aber immer noch aufrecht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Russische Unternehmensanleihen z&auml;hlten im letzten Jahr zu den leistungsst&auml;rksten Anlageklassen. Der JPM CEMBI Russia Index erzielte eine Gesamtrendite von 26%, obwohl das BIP Russlands aufgrund eines &auml;u&szlig;erst schwierigen Wirtschaftsszenarios und des geopolitischen Gegenwinds um 3,7% zur&uuml;ckging&#8230;..<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span class=\"byline\"><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\">von Charles de Quinsonas<\/span><\/span><span class=\"posted-on\"><a href=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/deutsch\/2016\/04\/07\/eine-kleine-skandinavien-kunde\/\" rel=\"bookmark\"><time datetime=\"2016-04-07T08:32:55+00:00\" class=\"entry-date published\"><\/time><\/a><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verbrachte k&uuml;rzlich eine Woche in Moskau, wo ich bei kaltem Fr&uuml;hlingswetter Banken und Unternehmen besuchte, um besser einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen, ob Anleger in Anleihen auch 2016 nach wie vor von den Wirtschaftssanktionen und den niedrigen &Ouml;lpreisen paradoxerweise profitieren werden. Nachstehend einige der wichtigsten Erkenntnisse:<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Krise ist mit 1998 nicht zu vergleichen, aber die Wirtschaft schw&auml;chelt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessant ist, dass die Sanktionen kurzfristig kaum Wirkung gezeigt haben, jedenfalls nicht im Vergleich zu den niedrigeren &Ouml;lpreisen und der daraus resultierenden Abwertung des Rubels. Dadurch haben sich die Importe verteuert, die Gewinnspannen der Unternehmen verringert und der Lebensstandard von Millionen Russen hat sich verschlechtert. Die Menschen, mit denen ich sprach, meinten jedoch, dass die derzeitige Situation absolut nicht mit der Krise von 1998 zu vergleichen sei, als das Land keine Reserven und gleichzeitig ein gro&szlig;es Haushaltsdefizit hatte. Die meisten erkennen allerdings auch, dass die aktuelle Krise sch&auml;dlicher ist, da es sich um einen langsamen aber anhaltenden Abw&auml;rtstrend handelt. Sie fragen sich, wie in absehbarer Zeit eine Erholung herbeigef&uuml;hrt werden k&ouml;nne, falls die &Ouml;lpreise niedrig und die Sanktionen in Kraft bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf Mikroebene empfiehlt es sich immer, mit diversen lokalen Banken zu sprechen, wenn man die Realwirtschaft verstehen will. Fast alle (&ouml;ffentlichen und privaten) Finanzinstitute, mit deren Vertretern ich zusammenkam, sorgen sich um die abnehmende Asset-Qualit&auml;t, insbesondere in Bezug auf Unternehmenskredite, wo die Zahl der notleidenden Kredite steigen d&uuml;rfte. Branchen wie die Bauindustrie, Metalle und Bergbau, die Automobilindustrie, Gewerbeimmobilien und Transport sind stark betroffen. Bei den Privatkrediten sieht es kaum besser aus, und die Risikobereitschaft ist gering. Lichtblicke bieten 1. Exportunternehmen, die vom geschw&auml;chten Rubel unterst&uuml;tzt werden, da ihre Kosten in Landesw&auml;hrung, die Umsatzerl&ouml;se aber in US-Dollar anfallen sowie 2. der Lebensmittelsektor, der von den russischen Gegensanktionen auf europ&auml;ische Lebensmittelimporte nach Russland profitiert.<\/p>\n<p><strong>Russische Unternehmen sind widerstandsf&auml;hig, auf kurze Sicht besteht ein nur geringes Refinanzierungsrisiko<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Gespr&auml;che mit verschiedenen Anleihenemittenten aus dem Nichtfinanzsektor (&Ouml;l und Gas, Metalle und Bergbau, Telekommunikation und Transport) best&auml;tigten den oben beschriebenen Trend, boten aber auch eine andere Perspektive. Die Gesch&auml;ftsleitungen sind sich durchaus der Schwierigkeiten bewusst, und die meisten von ihnen scheinen die notwendigen Schritte zu ergreifen, um ihr Unternehmen f&uuml;r dieses neue Umfeld fit zu machen. In der Milit&auml;rgeschichte gibt es zahllose Beispiele daf&uuml;r, wie unglaublich z&auml;h das russische Volk ist. Von den besuchten Unternehmen hatte ich denselben Eindruck.<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2016\/04\/16.04.08-CdQ-blog1.png\" alt=\"16.04.08-CdQ-blog1\" width=\"450\" height=\"338\" class=\"alignnone size-full wp-image-3326\" \/> <\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da der Prim&auml;rmarkt seit 18&nbsp;Monaten praktisch geschlossen ist, waren russische Emittenten von Unternehmensanleihen zu gr&ouml;&szlig;erer Finanzdisziplin gezwungen. Sie hielten den Verschuldungsgrad relativ niedrig und sorgten f&uuml;r eine ausreichende Liquidit&auml;t, um die auf harte W&auml;hrungen lautenden Anleihen bei F&auml;lligkeit tilgen zu k&ouml;nnen. Die Verf&uuml;gbarkeit des Rubels im Finanzsystem des Landes ist einer der Gr&uuml;nde, warum es den Anleihenemittenten so gut gelingt, den finanziellen Sanktionen des Westens zu trotzen. Auf kurze Sicht und wie sich anhand der obigen Grafik erkennen l&auml;sst, scheint es durchaus m&ouml;glich, die Tilgungspl&auml;ne der russischen Emittenten von Unternehmensanleihen (einschlie&szlig;lich Finanzinstituten) in den Griff zu bekommen. Bei den gr&ouml;&szlig;ten in 2017 f&auml;lligen Titeln handelt es sich zudem haupts&auml;chlich um Anleihen, die von staatseigenen Banken begeben wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sanktionen sorgen f&uuml;r eine Verknappung, die Bewertungen unterscheiden sich aber stark von denen zu Anfang 2015<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was das Angebot von Anleihen angeht, so wirkten sich die Sanktionen im Jahr 2015 stark unterst&uuml;tzend auf die Anleihenrenditen aus und sorgen auch 2016 f&uuml;r ein g&uuml;nstiges technisches Umfeld. W&auml;hrend einige Emittenten Ende letzten Jahres und 2016 Anleihen emittieren konnten, expandiert der lokale Markt (auf Rubel lautende Bankkredite) und es ist davon auszugehen, dass in diesem Jahr auf Hartw&auml;hrung lautende Anleihen weiterhin nur in geringem Ma&szlig;e ausgegeben werden. Auf der Nachfrageseite d&uuml;rfte sich die Situation ganz anders als Anfang 2015 darstellen, als die Spreads aufgrund externer Bedrohungen (geopolitische Spannungen, &Ouml;lpreis, Rubel) statt des imminenten Risikos eines Zahlungsausfalls russischer Unternehmen auf ein sehr attraktives Niveau (Anstieg um rund 1.000 BP) stiegen. Mit einem Plus von rund 520 Bp hat sich der Markt f&uuml;r russische auf USD lautende Unternehmensanleihen wieder st&auml;rker dem Fair Value der Spreads gen&auml;hert, und die Gesamtrenditen betrugen im ersten Quartal 5,1%. Meines Erachtens war dies aufgrund der fundamentalen Robustheit der russischen Emittenten und der relativen Verbesserung der geopolitischen Lage gerechtfertigt. Mit Blick auf die Zukunft fragt man sich jedoch, wie nachhaltig diese Robustheit vor dem Hintergrund einer l&auml;nger anhaltenden Krise sein kann.<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2016\/04\/16.04.08-CdQ-blog2.png\" alt=\"16.04.08-CdQ-blog2\" width=\"450\" height=\"338\" class=\"alignnone size-full wp-image-3327\" \/> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bonit&auml;tsunterschiede spielen in einer Phase der niedrigen &Ouml;lpreise und Sanktionen eine kritische Rolle<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sofern die niedrigen &Ouml;lpreise und Sanktionen bestehen bleiben, d&uuml;rften sich die Fundamentalwerte der Unternehmen in diesem Jahr und 2017 deutlicher verschlechtern. Das steigende russische Haushaltsdefizit wird in n&auml;chster Zeit zu den wichtigsten fundamentalen Risiken f&uuml;r die Cashflows der Unternehmen z&auml;hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens haben die niedrigeren &Ouml;l- und Gaspreise zu geringeren Staatseinnahmen gef&uuml;hrt. Da die &Ouml;l- und Gasgesellschaften sich in der Krise aufgrund ihrer exportorientierten Ausrichtung als sehr widerstandsf&auml;hig erwiesen haben, zieht die Regierung Steuererh&ouml;hungen in diesem Bereich in Betracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens hat Russland aufgrund der verh&auml;ngten Sanktionen den Anleihenmarkt nicht so stark anzapfen k&ouml;nnen, wie es erforderlich w&auml;re, um die Haushaltsl&uuml;cke zu schlie&szlig;en. Daher erw&auml;gt die Regierung eine Erh&ouml;hung der Dividendenaussch&uuml;ttungsquote f&uuml;r Staatsunternehmen von 25% auf 50%. Dies k&ouml;nnte den Cashflow von &Ouml;l- und Gasgesellschaften noch st&auml;rker belasten. Der Privatsektor und insbesondere Stahlunternehmen k&ouml;nnten indirekt ebenfalls betroffen sein, wenn der Druck auf den Cashflow der Unternehmen zu weniger &ouml;ffentlichen Investitionen und einer daraus resultierenden geringeren Nachfrage f&uuml;hrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Falle dieser potenziellen Verschlechterung m&uuml;ssten die Unternehmen auf ihre Barbest&auml;nde zur&uuml;ckgreifen. Die Refinanzierung der auf Hartw&auml;hrung lautenden Unternehmensanleihen mit F&auml;lligkeit 2018 mit einem Volumen von &uuml;ber 20&nbsp;Milliarden USD k&ouml;nnte somit f&uuml;r einige Emittenten zum Problem werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Die Bonit&auml;tsunterschiede werden eine kritische Rolle spielen. Im Gegensatz zu der gesamtwirtschaftlich bedingten Nachfrage in 2015 m&uuml;ssen die Investoren in Bezug auf die Auswahl russischer Anleihen nun w&auml;hlerischer sein, da die langfristigen Auswirkungen wahrscheinlich dazu f&uuml;hren werden, dass sich die Kreditprofile im Segment der russischen Unternehmensanleihen auseinander entwickeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie&szlig;lich muss man nichtsdestotrotz auch in diesem Jahr mit gesamtwirtschaftlich bedingten Einflussfaktoren rechnen, falls sich die &Ouml;lpreise wesentlich erholen (Aufw&auml;rtspotenzial) oder die geopolitischen Spannungen bez&uuml;glich der Ukraine wieder aufflackern (Abw&auml;rtspotenzial). Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die russische Politik die Investoren immer wieder &uuml;berrascht hat.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russische Unternehmensanleihen z&auml;hlten im letzten Jahr zu den leistungsst&auml;rksten Anlageklassen. 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