{"id":19873,"date":"2023-11-24T16:07:52","date_gmt":"2023-11-24T15:07:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=19873"},"modified":"2023-11-24T16:07:52","modified_gmt":"2023-11-24T15:07:52","slug":"dje-kapital-autofreier-sonntag-vor-50-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dje-kapital-autofreier-sonntag-vor-50-jahren\/","title":{"rendered":"DJE Kapital : Autofreier Sonntag vor 50 Jahren"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>DJE Kapital<\/strong> : Autofreier Sonntag vor 50 Jahren: Lehren aus der Energiekrise von 1973 f\u00fcr Anleger.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor 50 Jahren erlebte die Schweiz den ersten von vier autofreien Sonntagen des Jahres als eine direkte Folge der \u00d6lkrise, die durch den Jom-Kippur-Krieg ausgel\u00f6st wurde. Der erste autofreie Sonntag am 25. November 1973 wird zu einer Art Volksfest auf den Schweizer Strassen. Ziel des Bundes war, damit Energie zu sparen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das \u00d6l-Embargo hatte f\u00fcr die westlichen Staaten weitreichende Auswirkungen: Binnen weniger Monate vervierfachte sich der \u00d6lpreis und die Aktienm\u00e4rkte \u2013 gemessen am S&amp;P 500 in Punkten \u2013 erlebten zwischen Oktober 1973 und Oktober 1974 einen Crash von etwa 40 Prozent. Erst nach etwa sechs Jahren hatte der Index wieder den Stand vor Kriegsbeginn erreicht. Gleichzeitig versch\u00e4rfte der hohe \u00d6lpreis die Inflation, so dass die Wirtschaft in eine Stagflation schlitterte: ein Konjunkturzustand, in dem die Preise steigen, obwohl die Wirtschaft stagniert. Heute scheint es fast so, als erleben wir ein Dej\u00e0-vu angesichts des Krieges in Nahost. Allerdings sind im Vergleich zu damals die gegenw\u00e4rtigen Auswirkungen auf den \u00d6lpreis, die Weltwirtschaft und die Aktienm\u00e4rkte anders einzuordnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00d6lpreis stieg um 70 Prozent<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 6. Oktober 1973 f\u00fchrten \u00e4gyptische und syrische Streitkr\u00e4fte an Jom Kippur, dem heiligsten Tag im j\u00fcdischen Kalender, einen grossangelegten Angriff auf Israel aus. Trotz der anf\u00e4nglichen \u00dcberraschung r\u00fcckte Israel binnen drei Wochen bis auf 100 Kilometer an Kairo und 60 Kilometer an Damaskus heran. In dieser Zeit setzten die arabischen Staaten \u00d6l als strategisches Druckmittel ein. Die Organisation erd\u00f6lexportierender L\u00e4nder (OPEC) beschloss, die \u00d6lf\u00f6rderung so lange zu drosseln, bis die von Israel besetzten Gebiete freigegeben w\u00fcrden. Diese Entscheidung f\u00fchrte zu einem sofortigen Anstieg des \u00d6lpreises um 70 Prozent auf f\u00fcnf US-Dollar pro Barrel. Versorgungsengp\u00e4sse waren die Folge, woraufhin sich unter anderem die deutsche Bundesregierung dazu entschied, einen autofreien Sonntag zu veranlassen. Das sorgte f\u00fcr spektakul\u00e4re Bilder, als bundesweit keine Autos mehr \u00fcber die Autobahnen fuhren, sondern stattdessen Eltern mit ihren Kindern dort spazieren gingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ver\u00e4nderte Versorgungssituation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Bilder sind aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar, da die Abh\u00e4ngigkeit vom Roh\u00f6l speziell im Bereich der Mobilit\u00e4t durch die zunehmende Elektrifizierung der letzten Jahre deutlich zur\u00fcckgegangen ist. Ausserdem hat sich die Versorgungssituation im Vergleich zu damals grundlegend ver\u00e4ndert. Doch auch wenn sich die Bilder von 1973 nicht wiederholen d\u00fcrften, heisst dies nicht, dass die Bedeutung des \u201eschwarzen Goldes\u201c f\u00fcr die westlichen Volkswirtschaften und die Kapitalm\u00e4rkte zur\u00fcckgegangen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entgegen den allgemeinen Diskussionen \u00fcber Nachhaltigkeit und das Streben nach Netto-Null-Emissionen zeigt sich, dass der weltweite \u00d6lverbrauch sogar weiter zunimmt. Im Jahr 2023 erreichte der t\u00e4gliche \u00d6lbedarf mit 102,3 Millionen bislang einen neuen H\u00f6hepunkt. Es wird erwartet, dass dieser Trend bis mindestens ins Jahr 2028 anh\u00e4lt. Obwohl im Bereich der Mobilit\u00e4t, insbesondere bei Benzin, aufgrund der zunehmenden Elektrifizierung im Privatsektor ein leichter R\u00fcckgang zu beobachten ist, bleiben andere Sektoren wie die Luftfahrt, die auf Flugzeugkerosin angewiesen ist, weit hinter dieser Entwicklung zur\u00fcck. \u00c4hnliche Entwicklungen lassen sich auch in der Schiffffahrt feststellen. Trotz der globalen Bem\u00fchungen um nachhaltigere Energiequellen wie etwa Wasserstoff wird bei Roh\u00f6l ein j\u00e4hrlicher Anstieg von 5,9 Mio. Barrel pro Tag bzw. 1% im Gesamtverbrauch erwartet. Die Menschheit nutzt demnach nicht weniger, sondern zunehmend mehr \u00d6l (Quelle: IEA, JWN Energy. Stand: 30.06.2023).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auswirkungen auf die Aktienm\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zeigte sich auch an den Aktienm\u00e4rkten: \u00d6laktien und Versorgertitel geh\u00f6rten im dritten Quartal zu den sich am besten entwickelnden Aktien und performten auch besser als alternative Energieaktien. Alternative Energieaktien litten unter der vorangegangenen \u00dcberinvestierung und \u00dcberbewertung, w\u00e4hrend \u00d6laktien von im historischen Vergleich niedriger Gewinnbewertung sowie hohen Dividendenrenditen profitierten. Diese Titel d\u00fcrften auch l\u00e4ngerfristig gut abschneiden, da die sehr niedrigen Investitionsquoten dieser Unternehmen in den letzten Jahren zu niedrigen Abschreibungen und damit hohen Gewinnausweisen gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings gibt es derzeit, im Gegensatz zu den 1970er Jahren, kein Bestreben der OPEC, \u00d6l als Druckmittel gegen den Westen einzusetzen und ein \u00d6l-Embargo auszusprechen. Die Erd\u00f6lexportierenden Staaten haben offenbar kein Interesse daran, westlichen Staaten weitere Anreize f\u00fcr eine schnelle Abkehr von fossilen Brennstoffen zu liefern. Zwar reagierte der \u00d6lpreis auf den Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 zun\u00e4chst mit einem leichten Anstieg auf 90 US-Dollar pro Barrel (Brent), fiel danach aber schnell wieder auf das Niveau vor dem Angriff zur\u00fcck. Dennoch: Der \u00d6lmarkt ist global, und auch wenn der Gazastreifen f\u00fcr die \u00d6lproduktion wenig Bedeutung hat, ist die Region \u2013 insbesondere Saudi-Arabien, der Iran, Irak und Kuwait \u2013 f\u00fcr den globalen \u00d6lpreis entscheidend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wichtige Strasse von Hormus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine grosse Rolle spielt dabei die Strasse von Hormus. Der Iran, der sowohl die Hamas als auch die Hisbollah-Miliz im Libanon unterst\u00fctzt, k\u00f6nnte die Durchfahrt von Tankern durch die Meerenge behindern oder sogar verhindern, sollte der Konflikt eskalieren. Da durch die Strasse von Hormus ein Grossteil des weltweiten Roh\u00f6ls transportiert wird, k\u00f6nnte durch eine Behinderung des Schiffsverkehrs der \u00d6lpreis deutlich steigen. Eine Sperrung h\u00e4tte aber auch grosse Auswirkungen auf Fl\u00fcssiggaslieferungen, da Katar dieselbe Route f\u00fcr den Transport nutzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch der vielleicht wichtigste Einfluss der \u00d6lpreise auf die Kapitalm\u00e4rkte d\u00fcrfte vom inflationstreibenden Effekt fossiler Energietr\u00e4ger in Folge von Preissteigerungen ausgehen. Zuletzt ging die Inflation im Euroraum zwar von 4,3 Prozent im September auf 2,9 Prozent im Oktober zur\u00fcck, und auch in den USA lag sie im Oktober bei 3,2 Prozent. Sollte die Inflation jedoch beispielsweise durch Energiepreissteigerungen wieder anziehen, k\u00f6nnte dies die Notenbanken dazu bewegen, die Leitzinsen noch weiter zu erh\u00f6hen, was die Aktienm\u00e4rkte und die Wirtschaft als Ganzes belasten d\u00fcrften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DJE Kapital : Autofreier Sonntag vor 50 Jahren: Lehren aus der Energiekrise von 1973 f\u00fcr Anleger.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":19875,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":null,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[176,754],"class_list":["post-19873","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-dje","tag-dje-kapital"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19873"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19873\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}