{"id":1991,"date":"2016-04-29T05:00:00","date_gmt":"2016-04-29T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/04\/29\/warnung-vor-der-entwarnun\/"},"modified":"2016-04-29T05:00:00","modified_gmt":"2016-04-29T05:00:00","slug":"warnung-vor-der-entwarnun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/warnung-vor-der-entwarnun\/","title":{"rendered":"Warnung vor der Entwarnun"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wer nicht warnt, vor was auch immer, kommt in der Wirtschaft nicht in die Schlagzeilen. Angstmacherei ist ein grosses Gesch&auml;ft geworden, umso mehr in einer an sich heilen Welt &bdquo;im Westen&ldquo;, in der es eigentlich kaum mehr etwas zu f&uuml;rchten gibt&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Krebserregende Substanzen werden zuhauf entdeckt, auf der Strasse lauert der Tod, Studien am Laufmeter wittern neue Gefahren bei jeglichen Aktivit&auml;ten, Nahrungsmittel sind mal gef&auml;hrlich mal gesund und Urlaub in &Auml;gypten oder der T&uuml;rkei gerade wieder mal lebensgef&auml;hrlich. In der Finanzbranche sind Warnungen gang und g&auml;be nicht nur seitens der Aufsicht. Die quartalsweise wiederkehrenden Berichtssaisons strotzen zum Beispiel vor sogenannten Gewinn- oder Verlustwarnungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entwarnungen sind ebenfalls im Trend, zumal Warnungen irgendwann ins Leere laufen, wenn sie sich nicht bewahrheiten. Zwar warten wir noch immer auf die Entwarnung im Immobilienmarkt, doch was die Frankenst&auml;rke anbelangt, gab manches Medium j&uuml;ngst eine erste Entwarnung &ndash; dank einem Plus der Exporte im ersten Quartal des laufenden Jahres. Nat&uuml;rlich ist die Zunahme der Exporte um 2.5% erfreulich. Allerdings sagt diese Zahl allein wenig &uuml;ber den Zustand der Schweizer Exportindustrie aus und schon gar nichts dar&uuml;ber, ob der Frankenschock tats&auml;chlich verdaut ist. Auch der hervorragende Handelsbilanz&uuml;berschuss ist auf den zweiten Blick ein sehr einseitiger. Denn ohne Pharmaindustrie w&auml;re die Schweiz keine rekordverd&auml;chtige Exportnation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gross und gr&ouml;sser<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr&uuml;her hatten vornehmlich die Maschinenhersteller hierzulande Weltruf und noch viel fr&uuml;her die Textiler. Nicht, dass heute in diesen Branchen keine prominenten und kompetitiven Unternehmen mehr zu finden w&auml;ren, aber eine branchenweit hohe Wettbewerbsf&auml;higkeit l&auml;sst sich den ehemaligen Vorzeigebranchen nicht mehr attestieren. Heute ist die Pharmaindustrie die Schweizer Vorzeigebranche, die mittlerweile eine schon fast unheimlich anmutende Dominanz auf der Exportseite aufweist. Vor 25 Jahren bestritt die Pharmabranche 10% der Schweizer Exporte. Heute sind es gut 35%. Im Schnitt legte diese Branche also j&auml;hrlich einen Prozentpunkt Exportgewicht zu. Ohne Pharmaindustrie, die im ersten Quartal 2016 einen Handelsbilanz&uuml;berschuss von &uuml;ber 8% des nationalen Bruttoinlandproduktes erzielte, schriebe die Schweiz im Aussenhandel seit Jahrzehnten Defizite. Auch die Uhrenindustrie (inklusive Pr&auml;zisionsinstrumente) erzielt einen beachtlichen Handelsbilanz&uuml;berschuss &ndash; im ersten Quartal knapp 4% des Bruttoinlandproduktes &ndash; und auch die arg gebeutelte Maschinen- und Elektrobranche er- wirtschaftet einen Handelsbilanz&uuml;berschuss. Letzterer bl&auml;st aber schon l&auml;nger ein geh&ouml;riger Wind entgegen. 1990 noch dominante Exportbranche der Schweiz stemmt sie heute noch 15% des nationalen Warenexports, ein Gewichtsverlust von 17 Prozentpunkten. Der Aufstieg der Pharma- und Uhrenindustrie erfolgte demnach haupts&auml;chlich zu Lasten der Maschinenindustrie und der klassischen massenfertigenden Industrien, wie Papier, Stahl oder Metall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weniger Lichtblicke<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Plus von 2.5% der Exporte im ersten Quartal t&ouml;nt gut und macht den Schock des ersten Vorjahrsquartals, das ganz im Zeichen des 15. Januars stand, fast schon vergessen. Aber selbst die Uhrenindustrie lahmt inzwischen, vor allem wenn man die Exporte nach China betrachtet, die heute keine 20% der Uhrenausfuhren mehr ausmachen. Am H&ouml;hepunkt Ende 2011 und Anfang 2012 lag der Anteil noch bei &uuml;ber 30%. Und da der Rest der Welt diesen Ausfall kaum wettmachen kann, waren die Uhrenexporte auch im ersten Quartal 2016 mit fast 9% erneut stark r&uuml;ckl&auml;ufig. Fortlaufende Strukturbereinigungen in den klassischen Industrien, konjunktur- und wohl auch w&auml;hrungsbedingte Schw&auml;chen bei Uhren, etlichen Maschinenbauern und im Fahrzeugbau, es gibt kaum Lichtblicke im Schweizer Warenexport, ausser einem, daf&uuml;r aber umso helleren Lichtschein der Pharmaindustrie. Nichts gegen den Erfolg dieser Branche, aber sie ist auch in einem &#8220;nat&uuml;rlichen&#8221; Wachstumsmarkt t&auml;tig, der hoch reguliert, komplex und mit hohen Eintrittsbarrieren versehen ist. Die Nachfrage ist daher kaum anf&auml;llig gegen&uuml;ber Marktverwerfungen. Daf&uuml;r ist die Abh&auml;ngigkeit von der politischen Seite aber umso gr&ouml;sser. Bisher hat die Branche jeden politischen Versuch, die Explosion der Kosten im globalen Gesundheitswesen einzud&auml;mmen, schadlos &uuml;berstanden. Das k&ouml;nnte sich aber bald schon &auml;ndern, denn die &ouml;ffentlichen Finanzen sind in den Industrienationen so angeschlagen, dass auch das Gesundheitswesen nicht mehr tabu f&uuml;r den Rotstift sein d&uuml;rfte. Im SMI machen Roche und Novartis allein 37% der B&ouml;rsenkapitalisierung aus. Diese als defensiv geltenden Werte k&ouml;nnen manches Mal den Markt ganz sch&ouml;n bewegen, meist positiv bisher, doch das ist kein Garant f&uuml;r die Zukunft. Man denke nur an die ehemals dominanten Grossbanken, die 2007 am H&ouml;hepunkt auch 22% des SMI ausmachten. Heute sind es noch 9%. Zu viel des Guten tat der Schweiz bekanntlich nie gut, ein bisschen Diversifikation in der Industrie t&auml;te dringend Not, so wie etwas mehr Differenzierung in der Diskussion &uuml;ber den Industriestandort Schweiz.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer nicht warnt, vor was auch immer, kommt in der Wirtschaft nicht in die Schlagzeilen. 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