{"id":20002,"date":"2023-12-07T11:33:25","date_gmt":"2023-12-07T10:33:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=20002"},"modified":"2024-01-22T16:27:21","modified_gmt":"2024-01-22T15:27:21","slug":"la-francaise-am-un-forum-fuer-wirtschaft-und-menschenrechte-ein-gerechter-uebergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/la-francaise-am-un-forum-fuer-wirtschaft-und-menschenrechte-ein-gerechter-uebergang\/","title":{"rendered":"La Fran\u00e7aise AM &#8211; UN-Forum f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte: \u201eEin gerechter \u00dcbergang\u201c"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>La Fran\u00e7aise AM<\/strong> : Das 12. Forum der Vereinten Nationen \u00fcber Wirtschaft und Menschenrechte befasste sich mit dem aktuellen Stand der Menschenrechte, den j\u00fcngsten Fortschritten und den k\u00fcnftigen Ma\u00dfnahmen.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Claudia RAVAT, ESG Analyst, La Fran\u00e7aise AM<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdr\u00fccklich wurde gefordert, die Klima- und die Menschenrechtskrise nicht l\u00e4nger voneinander zu trennen, und auf deren Zusammenhang hingewiesen. Zum 75. Jubil\u00e4um der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte erkannten die Teilnehmer die komplexen Zusammenh\u00e4nge zwischen diesen Herausforderungen an und ebneten so den Weg f\u00fcr Diskussionen dar\u00fcber, wie die Wirtschaft eine transformative Rolle bei der Erarbeitung nachhaltiger L\u00f6sungen spielen kann. Diese Feststellung unterstrich die Bedeutung eines entschlossenen Handelns f\u00fcr einen gerechten und nachhaltigen Klimawandel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Menschenrechte, Staat und Menschenrechtsverletzungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Konferenz befasste sich mit der heutigen globalen Menschenrechtslage, in der politische Konflikte, Klimawandel und technologischer Fortschritt einen Dreiklang an Herausforderungen bilden. Die Verflechtung von Klima- und Menschenrechtskrisen verdeutlicht, dass ein gerechter \u00dcbergang unabdingbar ist. Vor allem die Lieferketten standen im Mittelpunkt der Diskussionen und entpuppten sich als Risikoherd in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen. Indigene Gemeinschaften, die 80 % der verbleibenden Biodiversit\u00e4t<sup>[1]<\/sup> sch\u00fctzen, sind die Hauptleidtragenden von Menschenrechtsverletzungen. Sie sehen sich mit Herausforderungen wie Diskriminierung, Landraub und Ressourcenausbeutung konfrontiert und sind am st\u00e4rksten durch die negativen Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Es f\u00e4llt auf, dass die bereits stark vom Klimawandel betroffenen Gemeinschaften doppelt belastet und Opfer von Klimaschutzinitiativen sind, die gro\u00df angelegte Infrastruktur- und Erneuerbare-Energien-Projekte auf ihrem Land sowie eine verst\u00e4rkte Mineralienf\u00f6rderung umfassen. Das Forum betonte die Bedeutung des, wenn auch nur begrenzt gelebten, Rechts auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (Free, Prior and Informed Consent \u2013 FPIC) und forderte die Unternehmen auf, mit den indigenen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten. Der Perspektivwechsel von einer moralischen Betrachtung hin zu einer strategischen Ressourcenzuteilung ist entscheidend f\u00fcr die F\u00f6rderung verantwortungsvoller und nachhaltiger Gesch\u00e4ftspraktiken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Komplexit\u00e4t der Migration von Menschen, insbesondere als Reaktion auf den Klimawandel, macht zudem erhebliche L\u00fccken im rechtlichen und politischen Rahmen deutlich. Die sich versch\u00e4rfende Krise der Zwangs- und Kinderarbeit stellt eine Bedrohung f\u00fcr M\u00e4nner, Frauen und Kinder dar und wird in erster Linie von privaten Wirtschaftsinteressen angeheizt. Wir sch\u00e4tzen, dass heute 50 Millionen Menschen Opfer moderner Sklaverei sind<sup>[2]<\/sup>. Betrachtet man die Arbeitnehmerrechte in diesem Zusammenhang genauer, werden dr\u00e4ngende Probleme deutlich, darunter die Versammlungsfreiheit, der Zugang zu Abhilfema\u00dfnahmen und grundlegende Arbeitsplatzrechte. Selbst in den am weitesten entwickelten L\u00e4ndern sto\u00dfen die Arbeitnehmer bei der Wahrung ihrer Rechte und der Aushandlung fairer Arbeitsbedingungen auf Hindernisse. Das Forum betonte die Notwendigkeit stabiler Schutzmechanismen, des Rechtsschutzes und der Wiedergutmachung f\u00fcr Arbeitnehmer, die von Menschenrechtsverletzungen betroffen sind, einschlie\u00dflich solcher, die auf klimabedingte Ver\u00e4nderungen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zuk\u00fcnftige Regelungen und L\u00f6sungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Forum feierte das zehnj\u00e4hrige Bestehen der Leitprinzipien der Vereinten Nationen f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) und bekr\u00e4ftigte den weltweiten Standard. Die 2011 vom UN-Menschenrechtsrat verabschiedeten UNGPs bieten mit &#8220;Protect, Respect and Remedy&#8221; einen umfassenden Rahmen, der die Verantwortung von Staaten und Unternehmen f\u00fcr die Menschenrechte umrei\u00dft. Auch die Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der OECD<sup>[3]<\/sup> wurden er\u00f6rtert, wobei die Notwendigkeit einer verst\u00e4rkten Sorgfaltspflicht, insbesondere gegen\u00fcber indigenen Bev\u00f6lkerungsgruppen, betont wurde. Die Notwendigkeit einer erh\u00f6hten Transparenz und einer Risikobewertung der Lieferketten wurde ebenfalls unterstrichen. Dies verdeutlicht die zentrale Rolle, die Unternehmen bei der Achtung und dem Schutz der Menschenrechte spielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Ausblick rief das Forum zu innovativen L\u00f6sungen und konzertierten Bem\u00fchungen auf, um die komplexe Verflechtung von Wirtschaftst\u00e4tigkeit und Menschenrechten anzugehen. In den Diskussionen wurden die Bem\u00fchungen der Offenen Zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe (OEIGWG) hervorgehoben, ein \u201erechtsverbindliches Instrument zur Regelung der Aktivit\u00e4ten transnationaler Konzerne und anderer Wirtschaftsunternehmen im Rahmen der internationalen Menschenrechtsgesetzgebung\u201c auszuarbeiten.\u00a0 Die Arbeitsgruppe f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte wird dem UN-Menschenrechtsrat im Juni 2024 einen Bericht vorlegen, in dem die Anpassung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Praktiken (ESG) im Finanzsektor an die UNGPs untersucht werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abschluss des Forums schloss der UN-Hochkommissar f\u00fcr Menschenrechte mit den Worten: \u201eIch fordere Sie dringend auf, die Menschenrechte in den Mittelpunkt aller klimapolitischen Entscheidungen auf der COP 28 und dar\u00fcber hinaus zu stellen.\u201c<\/p>\n<div id=\"_ftn1\">\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>[1]<\/sup> The Role of Indigenous Peoples in Biodiversity Conservation, Claudia Sobrevila, The World Bank, Mai 2008<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"_ftn2\">\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>[2]<\/sup> Global Estimates of Modern Slavery report, Internationale Arbeitsorganisation, September 2022<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"_ftn3\">\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>[3]<\/sup> Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La Fran\u00e7aise AM : Das 12. 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