{"id":2002,"date":"2016-05-05T05:00:00","date_gmt":"2016-05-05T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/05\/05\/von-visionaeren-und-technikern\/"},"modified":"2016-05-05T05:00:00","modified_gmt":"2016-05-05T05:00:00","slug":"von-visionaeren-und-technikern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/von-visionaeren-und-technikern\/","title":{"rendered":"Von Vision\u00e4ren und Technikern"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wer weiss, vielleicht sind Kohl und Mitterand ja seinerzeit zum Schluss gekommen, dass nur mit dem Werkzeug einer Ge-meinschaftsw&auml;hrung die weite-re Integration Europas vorange-trieben werden k&ouml;nne&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sozusa-gen durch die Hintert&uuml;re sollten die letzten nationalen und nichteurop&auml;ischen Gedanken verdr&auml;ngt werden. Die Vision Europa musste sich gut verkaufen. Zun&auml;chst gab Ihnen der Erfolg ja auch Recht, denn der Euro spielte eine ganz gute Rolle &#8211; am Anfang. Aber anstatt die tieferen Zinsen zur Konsolidierung der Staatshaushalte zu nutzen, lebten weite Teile Europas weiter ungeniert auf Pump. Heute wissen wir: nicht &uuml;berall wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, vor allem wenn er durch eine unrealistische Vision nur vage beschrieben ist. Die politische Union mittels Pr&auml;judiz einer gemeinsamen W&auml;hrung zu beschleunigen, war Utopie. Heute droht der Euro Europa eher zu spalten als zu vereinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es gibt sie doch noch, die Euroturbos und Gl&auml;ubi-gen an die Alternativlosigkeit. So auch anl&auml;sslich des Europa Forums, das am Montag in Luzern stattfand und interessante Einblicke gab, wie schlecht es um Europa steht. Und das, obwohl es alternativlos ist, zumindest in den Augen der Vision&auml;re. Vielleicht geht es Europa ja gerade deshalb so schlecht, weil es als alternativlos zitiert wird, zumindest von der Politik. Luc Frieden, von 1998 bis 2009 Justiz- und Budgetminister und von 2009 bis 2013 Finanzminister in der Regierung Juncker in Luxem-burg und u.a. zust&auml;ndig f&uuml;r die Einf&uuml;hrung des Euro ver-trat dies unmissverst&auml;ndlich. Es gibt f&uuml;r ihn &auml;hnlich wie f&uuml;r Merkel oder Hollande nur die Vorw&auml;rtsstrategie. Zwar ohne Plan und jegliche Verbindlichkeit, aber r&uuml;ckw&auml;rts heisst gegen die europ&auml;ische Vision zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auf der Intensivstation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass der Euro nun bei 1.10 zum Franken notiert, attes-tiert ihm nicht etwa neue St&auml;rke. Eher d&uuml;rfte die Dollar-schw&auml;che im Zuge des z&ouml;gerlichen Nichtstuns der ameri-kanischen Notenbank dem Euro wieder etwas R&uuml;cken-wind verliehen haben. Die Fundamente des Euro sind nach wie vor schwach und im Grunde kann er nur &uuml;ber-leben, weil ihm die EZB auf der Notfallstation st&auml;ndig k&uuml;nstlichen Sauerstoff und alles M&ouml;gliche sonst noch zuf&uuml;hrt. L&auml;ngst schon ist die EZB ihrem Mandat untreu und zum Handlanger der Euroimprovisation geworden. Sie sendet reihenweise die falschen Signale, namentlich dass keine Eile besteht, die &ouml;ffentlichen Haushalte in Ordnung zu bringen und Reformen einzuleiten oder dass die Maastrichter Vertr&auml;ge genauso Makulatur sind wie die Nichtbeistandsklausel. Welches Regelwerk gilt eigent-lich f&uuml;r die Zukunft des Euro? Diese Frage, so gewann man den Eindruck, wenn man Luc Frieden lauschte, ist der Politik viel zu technisch und daher eine Frage f&uuml;r &Ouml;konomen. Was aber, wenn die zum Schluss kommen, dass ein technischer Konstruktionsfehler vorliegt? M&uuml;sste man dann nicht m&ouml;glichst rasch den fehlerhaften Setup beheben und somit alles auf die Karte der politischen Union setzen? Ja, nur jeder Politiker weiss im Grunde, dass das nicht minder schief gehen wird, wie die W&auml;h-rungsunion, die leider in der jetzigen Form zum Scheitern verurteilt ist oder weiter von der Improvisation lebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nicht Vision sondern unm&ouml;gliche Mission<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Apropos politische Union. Nationale Durchgriffsrechte f&uuml;r einen europ&auml;ischen Finanzminister, eine gemeinsame europ&auml;ische Aussenpolitik oder gar die Wahl eines mit anst&auml;ndig Macht (und nicht nur Ansehen) auszustatten-den europ&auml;ischen Pr&auml;sidenten oder Kanzlers. Wie viel weiter muss sich Europa eigentlich noch auseinanderle-ben, dass auch der Politik klar wird, dass diese Vision heute keine Option mehr ist und alles andere Improvisa-tion auf Kosten k&uuml;nftiger Generationen? Die Finanzm&auml;rk-te trauten der Vision schon l&auml;nger nicht mehr so richtig &uuml;ber den Weg. Zwei Eurokrisen konnte die EZB bis jetzt ausb&uuml;geln. Sie musste aber immer mehr nachlegen und hat mittlerweile auch Glaubw&uuml;rdigkeit an den Finanz-m&auml;rkten eingeb&uuml;sst. Damit steht sie zwar nicht allein, die Geldpolitik wird global zunehmend als Risikofaktor wahrgenommen. Mit der Strategie, den Euro um jeden Preis zu retten, stemmt sie aber eine Last, an der sie eher zerbrechen k&ouml;nnte als sich Gedanken dar&uuml;ber zu ma-chen, ob es nicht doch mehrere W&auml;hrungsr&auml;ume im vereinten Europa braucht. Das w&auml;re nicht europafeind-lich, sondern freundlich und ehrlich dazu.<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer weiss, vielleicht sind Kohl und Mitterand ja seinerzeit zum Schluss gekommen, dass nur mit dem Werkzeug einer Ge-meinschaftsw&auml;hrung die weite-re Integration Europas vorange-trieben werden k&ouml;nne&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3637,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[54],"tags":[],"class_list":["post-2002","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-die-sicht-des-raiffeisen-chefoekonomen"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2002"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2002\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}