{"id":20149,"date":"2023-12-21T12:24:08","date_gmt":"2023-12-21T11:24:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=20149"},"modified":"2024-01-22T16:26:23","modified_gmt":"2024-01-22T15:26:23","slug":"la-francaise-cop-28-eine-bittersuesse-symphonie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/la-francaise-cop-28-eine-bittersuesse-symphonie\/","title":{"rendered":"La Fran\u00e7aise : COP 28 &#8211; Eine bitters\u00fc\u00dfe Symphonie"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>La Fran\u00e7aise AM<\/strong> : Die COP 28 war eine Achterbahnfahrt. Die Forderung nach einem Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe, um die Erderw\u00e4rmung auf 1,5\u00b0C zu begrenzen, sei laut dem COP 28-Pr\u00e4sidenten \u201ewissenschaftlich nicht fundiert\u201c.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>von Oc\u00e9ane BALBINOT-VIALE, Senior ESG Analyst, La Fran\u00e7aise AM<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dreizehn Tage lang hielt die Welt den Atem an, bis das mit Spannung erwartete abschlie\u00dfende Abkommen ausgehandelt war. Das Ergebnis ist zweifellos bitters\u00fc\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgesehen von der erneuten Verpflichtung zur Einhaltung der 1,5\u00b0C-Grenze hebt sich der Text der Globalen Bestandsaufnahme (GST) insofern von den Ergebnissen fr\u00fcherer UN-Klimakonferenzen ab, als er zu einem \u201e\u00dcbergang weg von fossilen Brennstoffen\u201c aufruft, was \u00fcber Kohle hinausgeht und erstmals auch \u00d6l und Gas einschlie\u00dft. Bei den siebenundzwanzig vorangegangenen Gipfeltreffen wurde dies eklatant vers\u00e4umt, weshalb die im diesj\u00e4hrigen Text gew\u00e4hlte Formulierung so symbolisch ist. Die Symbolik kann jedoch die Ungenauigkeit des Textes nicht wettmachen. Viele L\u00e4nder, darunter auch EU-Staaten und die Allianz der kleinen Inselstaaten, dr\u00e4ngten auf eine Verpflichtung zum \u201eAusstieg\u201c aus fossilen Brennstoffen, doch der Begriff wurde nicht in den endg\u00fcltigen Text aufgenommen. Zusammen mit den fehlenden Zwischenzielen bis 2050 bedeutet dies, dass sich die L\u00e4nder ihren eigenen Weg zum Netto-Nullverbrauch aussuchen d\u00fcrfen, und dass wir von den \u00d6l- und Gasunternehmen in n\u00e4chster Zeit wahrscheinlich keine gro\u00dfen Ma\u00dfnahmen erwarten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der urspr\u00fcnglich auf der COP 27 vereinbarte Loss &amp; Damage (L&amp;D)-Fonds, der L\u00e4nder entsch\u00e4digen soll, die nicht \u00fcber die Mittel zur Bew\u00e4ltigung des Klimawandels verf\u00fcgen, erlebte in Dubai mit der Einigung auf seine \u201eOperationalisierung\u201c im Jahr 2024 einen gewissen Durchbruch. Allerdings fehlen wichtige Details: Wer soll zahlen und wer soll profitieren? Der Status Chinas ist hierbei ein zentraler Streitpunkt. Dar\u00fcber hinaus berichtete die \u201eVulnerable 20 Group\u201c, dass ihre Mitglieder (68) in den letzten zwanzig Jahren 525 Mrd. US-Dollar durch den Klimawandel verloren haben[2], w\u00e4hrend die urspr\u00fcnglich zugesagten Mittel weniger als 1 Mrd. US-Dollar betrugen[3]. Die vorgesehene Finanzierung liegt weit unter dem ben\u00f6tigten Wert. Die Entsch\u00e4digung der betroffenen L\u00e4nder f\u00fcr ihre Verluste ist zwar l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig, doch besteht unseres Erachtens nach wie vor gro\u00dfe Unsicherheit in Bezug auf die Funktionsweise des Fonds und damit seine Effizienz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von vielen mit Spannung erwartet wurden die Verhandlungen \u00fcber das Globale Anpassungsziel (GGA), eine Kollektivverpflichtung gem\u00e4\u00df Artikel 7.1 des Pariser Abkommens. Viele Industriel\u00e4nder z\u00f6gerten leider, \u00fcber die Anpassungsfinanzierung zu diskutieren, nachdem sie Verpflichtungen gegen\u00fcber dem L&amp;D-Fonds eingegangen waren. Wir halten das Endergebnis des GGA-Rahmens f\u00fcr entt\u00e4uschend. Die Vertragsparteien wurden dazu \u201egedr\u00e4ngt\u201c, Ziele zu erreichen, die unserer Ansicht nach nicht spezifisch genug sind, um den Bed\u00fcrfnissen der am meisten gef\u00e4hrdeten Menschen tats\u00e4chlich gerecht zu werden (z. B. \u201eResilienz gegen die Auswirkungen des Klimawandels erreichen\u201c oder \u201eKlimaauswirkungen auf \u00d6kosysteme und Biodiversit\u00e4t verringern\u201c). Parallel dazu wurde auf der COP 28 beschlossen, ein zweij\u00e4hriges Programm zur Erarbeitung von Indikatoren f\u00fcr die Messung der Fortschritte bei der Verwirklichung der oben genannten Ziele aufzustellen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend das schwache Ergebnis der GGA-Verhandlungen in gewissem Ma\u00dfe erwartet wurde, \u00fcberraschten jedoch einige der Diskussionen um Artikel 6 des Pariser Abkommens. Einige Parteien forderten sogar ein Moratorium der Kohlenstoffm\u00e4rkte im Abkommen. Die zu ber\u00fccksichtigenden Elemente f\u00fcr die \u201eGenehmigung\u201c von international transferierten Minderungsleistungen (ITMOs) (Art. 6.2) wurden mit jedem neuen Entwurf verw\u00e4ssert. Der endg\u00fcltige Text \u201eermutigt\u201c die Vertragsparteien lediglich dazu, die Elemente einzubeziehen&#8230; nach eigenem Ermessen. Wir glauben, dass dies die Glaubw\u00fcrdigkeit der ITMOs in Frage stellt. Dar\u00fcber hinaus unterstreicht die fehlende Entscheidung zur Emissionsvermeidung (Art. 6.4) den Mangel an notwendigem Konsens, um einen klaren Weg in Richtung Netto-Null zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz der Entt\u00e4uschung gibt es auch einige Hoffnungsschimmer. Zum ersten Mal wird in der endg\u00fcltigen Vereinbarung auf die Ziele der \u201eVerdreifachung der erneuerbaren Energien\u201c und der \u201eVerdoppelung der durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Energieeffizienzrate\u201c bis 2030 verwiesen. Diese Ziele wurden urspr\u00fcnglich von den G20 im September gebilligt und von einer Koalition aus 130 L\u00e4ndern im Rahmen der COP 28 Global Renewable and Energy Efficiency Pledge angenommen. Rund 50 \u00d6l- und Gasproduzenten und 29 weitere nationale \u00d6lgesellschaften haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die vorsieht, bis 2030 keine Methanemissionen mehr zu produzieren und das routinem\u00e4\u00dfige Abfackeln zu beenden. F\u00fcr uns als Investoren ist es wichtig, dass wir uns weiterhin mit diesen Unternehmen auseinandersetzen, um ihre entsprechenden Ma\u00dfnahmenpl\u00e4ne zu verstehen und sie f\u00fcr deren Umsetzung in die Pflicht zu nehmen. Wir begr\u00fc\u00dfen auch die von 123 L\u00e4ndern auf dem Gipfel unterzeichnete Erkl\u00e4rung zum Thema Klima und Gesundheit, in der hervorgehoben wird, wie wichtig die Vorbereitung der Gesundheitssysteme auf die immer st\u00e4rker werdenden klimabedingten Gesundheitsprobleme ist. Ebenso begr\u00fc\u00dfen wir die Erkl\u00e4rung der Vereinigten Arabischen Emirate \u00fcber nachhaltige Landwirtschaft, widerstandsf\u00e4hige Nahrungsmittelsysteme und Klimaschutz, die von 134 L\u00e4ndern unterzeichnet wurde. Sie enth\u00e4lt eine bahnbrechende neue Zusage f\u00fcr nachhaltige Lebensmittelsysteme, die bereits 2,5 Mrd. US-Dollar mobilisiert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die Diskussion \u00fcber den Erfolg der COP 28 noch andauert, zeichnet sich ein offensichtliches und kritisches Problem ab: Woher soll das notwendige Kapital, insbesondere f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder, mittel- bis langfristig kommen, um den \u00dcbergang und die Anpassung zu unterst\u00fctzen und Sch\u00e4den zu kompensieren? Es bleibt abzuwarten, wohin die ca. 83 Mrd. US-Dollar, die auf dem Gipfel mobilisiert wurden, flie\u00dfen werden (einschlie\u00dflich der 30 Mrd. US-Dollar, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten in einem Investitionsvehikel zugesagt wurden, das nach eigenen Angaben bis 2030 250 Mrd. US-Dollar an Investitionen aufbringen k\u00f6nnte[4]). Die vergangenen zwei Wochen haben gezeigt, dass die wahre Herausforderung nicht nur in der Kapitalbeschaffung, sondern auch in der gerechten und effizienten Verteilung des Kapitals liegt. Dar\u00fcber hinaus hat ein OECD-Bericht[5] aus dem Jahr 2022 gezeigt, dass die gesamte Klimafinanzierung zwischen 2013 und 2020 durchweg hinter dem auf der COP 15[6] festgelegten Ziel von 100 Mrd. US-Dollar pro Jahr zur\u00fcckblieb, wobei die L\u00fccke im schlimmsten Fall \u00fcber 45 % betrug. Die COP 28 endet also mit einer Einigung \u00fcber fossile Brennstoffe, aber der schwierigste Teil steht uns noch bevor. W\u00e4hrend die Welt mit den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels zu k\u00e4mpfen hat, wird die Frage, ob es dem internationalen Klimagipfel gelingt, die Kluft zwischen Versprechen und Praxis zu \u00fcberbr\u00fccken, entscheidend daf\u00fcr sein, inwieweit die Weltgemeinschaft diese Herausforderungen abmildern und sich ihnen anpassen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La Fran\u00e7aise AM : Die COP 28 war eine Achterbahnfahrt. 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