{"id":2024,"date":"2016-05-19T05:00:00","date_gmt":"2016-05-19T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/05\/19\/geldpolitischer-kauderwelsch\/"},"modified":"2016-05-19T05:00:00","modified_gmt":"2016-05-19T05:00:00","slug":"geldpolitischer-kauderwelsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/geldpolitischer-kauderwelsch\/","title":{"rendered":"Geldpolitischer Kauderwelsch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">W&auml;re, k&ouml;nnte, sollte, alles nur bloss keinen Indikativ gebrauchen, anders l&auml;sst sich die historische Verkl&auml;rung der Geldpolitik durch ihre Hauptexponenten kaum mehr festmachen. Eventualversprechungen und Ank&uuml;ndigungen hypothetischer Wirkungsketten h&ouml;ren wir von den verschiedenen Zentralbankvorsitzenden nun schon seit 2008&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Und eine Masse von Analysten vornehmlich aus Finanzkreisen, die genau diese Botschaften im gleichlautenden Konjunktiv wiederk&auml;uen, ebenso.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist der Leistungsausweis der Notenbankpolitik eher d&uuml;rftig. Beanspruchen k&ouml;nnen die Zentralbanken eigentlich nur, dass sie in den letzten Jahren jeweils rechtzeitig zur Stelle waren, wenn die Finanzm&auml;rkte zu hyperventilieren drohten, um denen dann Trost in Form komplexer Massnahmen auszusprechen. Diese Feuerwehr&uuml;bungen l&ouml;sten 2009 einen historischen (!) B&ouml;rsenboom aus, der erst richtig zum Stillstand kam, seit die Geldpolitik hinterfragt wird. Was die Notenbankchefs ferner ins Feld f&uuml;hren ist, dass nur dank ihrem beherzten Einschreiten bei Ausbruch der Finanzkrise ein megabrutaler Kollaps vermieden worden sei. Zum Gl&uuml;ck h&auml;tten sie die Fehler, die seinerzeit die grosse Depression &bdquo;ausl&ouml;sten&ldquo;, nicht wiederholt. Damals agierten die Notenbanken nach allgemeinem Daf&uuml;rhalten zu z&ouml;gerlich und zu moderat. Das sei heute gl&uuml;cklicherweise nicht der Fall (gewesen). Aber wissen wir das oder sie? W&auml;re es wirklich noch zu einem gr&ouml;sseren Crash der Realwirtschaft gekommen? Das mit dem beherzten Eingreifen ist wohl sch&ouml;ngef&auml;rbt und &uuml;berinterpretiert. Oder dominiert(e) tats&auml;chlich Herz den Verstand und was genau hat die Geldflut eigentlich seit dem bewirkt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sieben Jahre Spesen <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Siebeneinhalb Jahre nach der Finanzkrise hat sich die Weltwirtschaft bestenfalls stabilisiert. In Amerika, wo die Geldpolitik besonders unglimpflich einschritt, fasste die Konjunktur zwar zuerst wieder Tritt, doch richtig auf Touren kommt die US-Wirtschaft seitdem nicht. Der Aufschwung d&uuml;mpelt eher dahin als dass er brummt. Europa wurde zwar auch wegen der Eurokrise zur&uuml;ckgeworfen, doch die verkrusteten Strukturen im alten Kontinent wurden mit der Therapie der Geldh&uuml;ter verfestigt und der Druck zu Reformen so von den Regierungen genommen. Letztere sind nun in der Problemzone und versteifen sich auf Lippenbekenntnisse zum Euro ohne etwas f&uuml;r dessen Stabilit&auml;t zu tun. Denn sie haben schliesslich unendlich R&uuml;ckendeckung von Mario Draghi, der den Euro ebenfalls um jeden Preis retten m&ouml;chte und daf&uuml;r schon auch mal die Bazooka rausnimmt. Dass wir uns mittlerweile in einem veritablen Dilemma der Geldpolitik befinden, weiss eigentlich jeder. Ihre vermeintliche Unantastbarkeit und die Komplexit&auml;t ihrer Aufgaben sch&uuml;tzte die Geldpolitik bislang aber vor st&auml;rkerer Kritik. Kritik vertragen die Geldh&uuml;ter traditionell nicht gut. Und wenn nat&uuml;rlich fast alle Notenbanken dasselbe tun, dann muss das ja richtig sein. Doch bei richtig heftigem Gegenwind kippt auch mal die eine oder andere Notenbank um, so wie die SNB bei ihrem Loslassen des Wechselkurses &uuml;ber Nacht zu Beginn des vergangenen Jahres. Die Wechselkursobergrenze zum Euro geriet mehr und mehr unter Beschuss und schon wurde sie leichtfertig &uuml;ber Bord geworfen. Auch wenn viele anderes behaupten, l&auml;sst sich der Erfolg der Geldpolitik kaum quantifizieren, geschweige denn qualifizieren. Fest steht aber, dass sie hohe Kosten erzeugt, was sich in einem exorbitanten Bilanzwachstum der Notenbanken niederschl&auml;gt. Doch misst dieses Bilanzwachstum eher Aktivit&auml;t und weniger den Erfolg oder einfacher: die Spesen und nicht den Ertrag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3780\" src=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/etfworld\/investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/19-05-16_chefRaf.png\" alt=\"19 05 16 chefRaf\" width=\"338\" height=\"284\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/19-05-16_chefRaf.png 338w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/19-05-16_chefRaf-300x252.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Wind hat gedreht, Herr Draghi<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man muss sich das nochmals vor Augen f&uuml;hren. Die ganze Finanzmarktcommunity ist ob der Eurokrise in Angst und Schrecken versetzt und dann gen&uuml;gt ein &bdquo;whatever it takes&ldquo; seitens Mario Draghi, um diese Schlacht um den Euro zu beenden. Klingt ganz nach Geheimwaffe, das kann es aber schlichtweg nicht sein. Was, wenn das alles nur ein M&auml;rchen ist und die sich mehrenden Zweifel an der Geldpolitik pl&ouml;tzlich ins Gegenteil umschlagen? Einen Vorgeschmack daf&uuml;r bekam Mario Draghi im Dezember, als es ihm nicht mehr gelang, mit einem Mehr des Selben den beliebten Applaus zu generieren. Selbst die Deflationshysterie nimmt man der EZB und ihrem Chef nicht mehr ab. Denn im Grunde weiss man, dass das ganze Geld sowieso im Finanzsektor kleben bleibt, die Deflation in Wirklichkeit eine eher &bdquo;harmlose&ldquo; Konsequenz der Produktionsl&uuml;cke ist und eigentlich nur als Alibi daf&uuml;r dient, nichts an der aktuellen Politik zu &auml;ndern und schon gar nicht weiter Zweifel an ihr aufkommen zu lassen. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise bekam die Welt neue Helden. L&auml;ngst nicht mehr sind es die Investmentbanker, die Magier von Verbriefungen und jeder Art komplexer Finanzprodukte, sondern deren Retter, Staaten aber vor allem Zentralbanken. Nun aber dreht der Wind, wie damals an der Wall Street. Bedingungslos will kaum jemand mehr glauben, dass Yellen, Draghi und Co den Dampfer gut durch den Sturm bringen. Denn der Wind hat gedreht und der Deflationssturm im Wasserglas hat sich gelegt. Es w&auml;re daher an der Zeit, das Ruder abzugeben, doch welcher Kapit&auml;n tut dies schon gern. Selbst Francesco Schettino tat das seinerzeit nur ungern, w&auml;hnte er sich zun&auml;chst doch als Held, fast wie ein Brandstifter, der das eigene Feuer zu l&ouml;schen hilft. Wehe jemand kommt dem auf die Schliche.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W&auml;re, k&ouml;nnte, sollte, alles nur bloss keinen Indikativ gebrauchen, anders l&auml;sst sich die historische Verkl&auml;rung der Geldpolitik durch ihre Hauptexponenten kaum mehr festmachen. 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