{"id":20381,"date":"2021-04-28T15:03:01","date_gmt":"2021-04-28T13:03:01","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=9860"},"modified":"2021-04-28T15:03:01","modified_gmt":"2021-04-28T13:03:01","slug":"dpam-sfdr-die-schwachstellen-der-ersten-implementierungsstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dpam-sfdr-die-schwachstellen-der-ersten-implementierungsstufe\/","title":{"rendered":"DPAM: SFDR- Die Schwachstellen der ersten Implementierungsstufe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">DPAM: Die Integration von ESG-Faktoren hat ihren Mehrwert bereits w\u00e4hrend der Gro\u00dfen Finanzkrise 2008\/2009 bewiesen, die haupts\u00e4chlich eine Corporate-Governance-Krise war.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Oph\u00e9lie Mortier, Head of Responsible Investments bei DPAM<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dieser ESG-Mehrwert hat sich auch w\u00e4hrend der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Lockdowns gezeigt.<\/strong> Deutlich wurde dabei, dass es enorm wichtig ist, bei Anlageentscheidungen die potenziellen Auswirkungen aller Stakeholder auf jeder Ebene abzusch\u00e4tzen: wirtschaftlich, w\u00e4hrungspolitisch, \u00f6kologisch, sozial und in Bezug auf die Unternehmensf\u00fchrung. Die EU gibt mit Blick auf nachhaltige Investitionen und ihre Bereitschaft, sich bei diesem Thema als Vorreiter zu positionieren, eindeutig den Ton an. Im Jahr 2016 \u00fcbernahm sie die F\u00fchrungsrolle mit ihrem Aktionsplan f\u00fcr nachhaltige Finanzen, der sich auf drei Hauptziele konzentriert: F\u00f6rderung einer langfristigen Ausrichtung der Wirtschaft, Finanzierung von nachhaltigem Wachstum und Ber\u00fccksichtigung von Umweltrisiken als systematisches Anlagerisiko. Alle Regelungen, die seither verabschiedet wurden, verfolgen diese drei Ziele.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus ebnen die Offenlegungsverordnung SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation) und die EU-Taxonomie den Weg in eine nachhaltige finanzielle Zukunft und besch\u00e4ftigen sich mit dem Mangel an Normen und gemeinsamen Definitionen. Die EU muss jedoch unerw\u00fcnschte Auswirkungen einer zu starren und unflexiblen Regelung vermeiden. Dies k\u00f6nnte zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen und potenziell kontraproduktiven Anzahl von Verfahren, Verwaltungslasten und Berichtsh\u00fcrden f\u00fchren.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Oph\u00e9lie Mortier, Responsible Investment Strategist bei DPAM, wirft einen Blick auf den aktuellen Stand der SFDR und deren Schwachstellen in der ersten Implementierungsstufe:<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; <strong>Die hohe Komplexit\u00e4t der Texte ist eindeutig ein Problem.<\/strong> Dies wurde durch die sp\u00e4te Ver\u00f6ffentlichung der technischen Texte, die zur Umsetzung der Verordnung erforderlich sind, noch verst\u00e4rkt. Wichtig ist zu erw\u00e4hnen, dass die neuesten, Ende Februar ver\u00f6ffentlichten technischen Texte noch nicht endg\u00fcltig sind und noch nicht durch den Regulierungsprozess der EU genehmigt worden sind. In letzter Zeit wurden vereinzelt zus\u00e4tzliche Texte ver\u00f6ffentlicht, die die technischen Texte der EU zu erkl\u00e4ren versuchen. Diese zus\u00e4tzlichen Angaben verst\u00e4rken allerdings nur die Komplexit\u00e4t und Auslegungsfragen der Ausgangstexte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; <strong>Unterschiedliche Auslegungen zwischen den einzelnen EU-Regulierungsbeh\u00f6rden haben zu einer Diskrepanz bei der typologischen Einordnung gleichartiger Produkte gef\u00fchrt.<\/strong> Die jeweiligen Finanzmarkt-Regulierungsbeh\u00f6rden haben nicht-standardisierte und jeweils eigene Ans\u00e4tze f\u00fcr die Umsetzung der Verordnung gew\u00e4hlt. Einige haben Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Marktteilnehmer gezeigt und ihnen erlaubt, ihren eigenen Weg durch dieses komplexe und manchmal undurchsichtige \u201ePuzzle\u201c zu finden; andere haben den gesamten Prozess vereinfacht, um die Umsetzung bis zum 10. M\u00e4rz 2021 sicherzustellen. Und wiederum andere ziehen es vor, an einer sehr strengen Auslegung der sogenannten \u201eArtikel 9-Produkte\u201c festzuhalten, die als einzige im offiziellen Text als \u201enachhaltige Investitionen\u201c bezeichnet werden. Die lokalen Aufsichtsbeh\u00f6rden, die f\u00fcr die \u00dcberwachung der SFDR-Umsetzung zust\u00e4ndig sind, scheinen in ihrer jeweiligen Auslegung unterschiedlich streng zu sein. Dies macht es einfacher bzw. schwieriger, einen Artikel 9-Status zu erhalten, je nachdem, in welchem Mitgliedsstaat man ans\u00e4ssig ist. Diese unterschiedlichen Ans\u00e4tze und Einstellungen sind eine erhebliche H\u00fcrde und behindern die Schaffung der von der EU erwarteten \u201egleichen Wettbewerbsbedingungen\u201c durch die SFDR-Vorgaben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; <strong>Dar\u00fcber hinaus wird dieses \u201eeinheitliche Spielfeld\u201c durch separate individuelle nationale Regelungen in den verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten beeintr\u00e4chtigt.<\/strong> Diese stimmen nicht immer vollst\u00e4ndig mit der SFDR-Typologie \u00fcberein, was das Erscheinungsbild noch komplexer macht. In der Tat erw\u00e4gen einige EU-Mitgliedsstaaten eine eigene Taxonomie und Regulierung. Auch das Vorhandensein inl\u00e4ndischer Labels mit eigenen Anforderungen ist nicht hilfreich f\u00fcr die Situation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; <strong>Der Mangel an Daten von Unternehmen ist eine weitere Herausforderung, die es zu ber\u00fccksichtigen gilt. Diese Kritik existiert nun schon eine Weile.<\/strong> Zwar wird dieses Problem auf EU-Seite durch die Richtlinie zur Erstellung von nicht-finanziellen Berichten, die EU-Unternehmen dazu verpflichtet, den Finanzteilnehmern die erforderlichen Daten zur Verf\u00fcgung zu stellen, schrittweise korrigiert, doch bleibt der Anwendungsbereich auf die EU beschr\u00e4nkt. Dies macht nachhaltige Anlagen zu einer auf die EU eingeschr\u00e4nkten Anlageklasse. Nachhaltige Akteure wie DPAM k\u00e4mpfen seit Jahren daf\u00fcr, dass nachhaltiges Investieren zu einem Mainstream-Ph\u00e4nomen statt einer Nischen-Anlagekategorie wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die SFDR und die EU-Taxonomie zielen zudem darauf ab, das Greenwashing zu reduzieren, was zweifelsohne eine zu begr\u00fc\u00dfende Bestrebung ist.<\/strong> Die SFDR basiert haupts\u00e4chlich auf quantitativen Daten, die den M\u00e4rkten noch nicht vollst\u00e4ndig zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Verpflichtung, nachhaltige Ziele und die entsprechenden KPIs (Key Performance Indicators) darzulegen und dar\u00fcber detailliert zu berichten, reduziert dieses Risiko deutlich.<\/strong> Wer seinen Weg in Richtung eines richtigen nachhaltigen Anlageansatzes noch nicht eingeschlagen hat, wird es schwer haben, sein Versprechen zu erf\u00fcllen. Sowohl die SFDR als auch die EU-Taxonomie sind in hohem Ma\u00dfe auf quantitative Daten angewiesen. Nur ein oder zwei quantitative Indikatoren k\u00f6nnen nicht das vollst\u00e4ndige Bild einer Investition bzw. die vollst\u00e4ndigen Auswirkungen einer wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t abdecken. Dies stellt eine Herausforderung f\u00fcr Akteure wie DPAM dar, die ihre nachhaltige Expertise auf einen aktiven und Research-bestimmten Ansatz mit viel qualitativem, fundiertem Research st\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die gesamte Arbeit auf nur wenige quantitative Indikatoren zu \u00fcbertragen greift viel zu kurz.<\/strong> Die Nachhaltigkeitsbestrebungen der EU sollten sich nicht auf eine tr\u00fcgerische \u201eAnkreuz-\u00dcbung\u201c beschr\u00e4nken. Leider zeichnen sich aber solch eingeschr\u00e4nkte Ergebnisse am Horizont ab. Nur nochmal zur Erinnerung: Bis 2030 m\u00fcssen f\u00fcr die Finanzierung des europ\u00e4ischen Programms f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Mittel in H\u00f6he von knapp 180 Milliarden Euro pro Jahr aufgebracht werden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DPAM: Die Integration von ESG-Faktoren hat ihren Mehrwert bereits w\u00e4hrend der Gro\u00dfen Finanzkrise 2008\/2009 bewiesen, die haupts\u00e4chlich eine Corporate-Governance-Krise war.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":9057,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[150],"tags":[113,151,511],"class_list":["post-20381","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-esg","tag-dpam","tag-esg","tag-sfdr"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20381"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20381\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}