{"id":20388,"date":"2021-07-07T10:36:37","date_gmt":"2021-07-07T08:36:37","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=10446"},"modified":"2021-07-07T10:36:37","modified_gmt":"2021-07-07T08:36:37","slug":"comgest-steigt-die-gefahr-einer-gruenen-blase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/comgest-steigt-die-gefahr-einer-gruenen-blase\/","title":{"rendered":"Comgest : Steigt die Gefahr einer Gr\u00fcnen Blase?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Comgest: Der Klimawandel stellt f\u00fcr Volkswirtschaften weltweit eine enorme Herausforderung dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><strong>Von S\u00e9bastien Th\u00e9voux-Chabuel, ESG-Analyst und Portfoliomanager bei Comgest<\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Investments nachhaltiger werden, d\u00fcrfte das Forschern zufolge jedoch einen gro\u00dfen Einfluss auf den Klimaschutz haben. So ist es wenig verwunderlich, dass Finanzm\u00e4rkte nach und nach gr\u00fcner werden. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Nur auf gr\u00fcne Anlagen zu setzen, kann sehr gef\u00e4hrlich werden und ist langfristig nicht die beste L\u00f6sung. Vielmehr gibt es andere Wege, wie Investoren zur Dekarbonisierung beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Temperaturanstieg von 5 Grad bis zum Jahr 2100 h\u00e4tte katastrophale Folgen f\u00fcr unser Leben auf der Erde. Die Zeit, um die Wirtschaft zu dekarbonisieren und den Klimawandel zu stoppen, l\u00e4uft unaufh\u00f6rlich ab. Das Bewusstsein daf\u00fcr ist in der Gesellschaft und auf den Kapitalm\u00e4rkten l\u00e4ngst angekommen. Die Nachfrage nach gr\u00fcnen Anlageinstrumenten steigt, auch durch entsprechende regulatorische Vorgaben. Kurzfristig ist daher eine spekulative Blase bei gr\u00fcnen Aktien nicht auszuschlie\u00dfen. Darauf deutet die Entwicklung von Indizes wie dem MSCI World Environment oder ETF\u2019s wie dem iShares Global Clean Energy hin. Gr\u00fcne Branche sind hier selbstverst\u00e4ndlich reichlich vertreten \u2013 etwa in Form von Elektromobilit\u00e4t, erneuerbaren Energien und nicht zuletzt Wasserstoff. Gleichzeitig sind die meisten gr\u00fcnen Unternehmen jung \u2013 selbst Tesla ist noch keine 20 Jahre alt \u2013 und befinden sich teilweise noch in einem sehr fr\u00fchen Entwicklungsstadium. Es gibt deshalb einige kritische Punkte, die Investoren, welche ihr Vertrauen ausschlie\u00dflich in gr\u00fcne Aktien legen, nicht ignorieren sollten. Denn auch wenn die Rolle der Aktienm\u00e4rkte prinzipiell darin besteht, Risikokapital bereitzustellen, um Wachstum und Innovation zu finanzieren, so stellt sich die Frage, ob es nicht zu fr\u00fch ist, um g\u00e4nzlich auf gr\u00fcne Aktien zu setzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle sei auf die Dotcom-Blase aus dem Jahr 2000 verwiesen: Viele Investoren hatten bereits damals erkannt, welch ungeheures Potenzial im Internet steckte. Allerdings waren sie ihrer Zeit um gut f\u00fcnf bis zehn Jahre voraus, weil weder die Infrastruktur noch der Verbraucher f\u00fcr diese neue Technologie bereit waren. Was w\u00e4re also, wenn die heutige \u201egr\u00fcne Welle\u201c, die links und rechts auf uns einwirkt, genauso endet wie jene Euphorie, die damals alle Technologie-Aktien getragen hat?<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Vorsicht vor Modeerscheinungen<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Erfahrung als langfristiger Investor zeigt, dass man sich vor kurzfristigen Modeerscheinungen h\u00fcten sollte. Die Investition in Trends ist unserer Ansicht nach nicht der beste Weg, um langfristig erfolgreich anzulegen und zur Dekarbonisierung der Wirtschaft beizutragen. Ein Bottom-up-getriebener Investmentansatz, der darin besteht, die m\u00f6gliche Rendite und die Ber\u00fccksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten auf einer unternehmensbezogenen Basis zu bewerten, scheint die bessere Wahl zu sein. So vermeiden wir, uns von den neuesten Trends verf\u00fchren zu lassen und identifizieren stattdessen die zuk\u00fcnftigen Gewinner im Sinne eines langfristigen und nachhaltigen Wachstums. Dieses Vorgehen f\u00fchrt auch dazu, dass wir eher in Old-Economy-Akteure mit einer langen Innovationsgeschichte investieren, die in der Lage sind, L\u00f6sungen f\u00fcr die Reduktion des CO2-Fu\u00dfabdrucks zu bieten. In diesem Kontext kann die Unterst\u00fctzung von Unternehmen, die die Kohlenstoffintensit\u00e4t von umweltverschmutzenden Industrien reduzieren, einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der UN-Klimaziele leisten. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist das Schweizer Unternehmen Sika, das umweltvertr\u00e4gliche L\u00f6sungen f\u00fcr die Bauindustrie entwickelt: ein Sektor, der mit Blick auf die weltweit zunehmende Urbanisierung von zentraler Bedeutung ist, um den CO2-Aussto\u00df zu reduzieren.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Engagement: Abstimmen, diskutieren und im Extremfall verkaufen<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der gezielten Aktienauswahl f\u00fcr ihre Portfolios, sollten Fondsgesellschaften aber auch von ihrem nicht unerheblichen Einfluss Gebrauch machen und durch einen konstruktiven Dialog mit den Unternehmen Verbesserungen anregen. So ist die Wahrnehmung des Stimmrechts eine der wichtigsten und zentralen Aufgaben eines Anteilseigners. Denn nur durch seine Stimmabgabe auf der Hauptversammlung kann ein Anleger ein starkes Signal an die Unternehmensf\u00fchrung senden oder sogar eine \u00c4nderung der Strategie herbeif\u00fchren. Die Aufgabe von langfristig orientierten Aktion\u00e4ren besteht auch darin, die Unternehmen im Dialog dabei zu unterst\u00fctzen, sich in Umweltfragen besser zu positionieren. Dabei geht es nicht um einen moralischen Zeigefinger, sondern einen langfristig angelegten, konstruktiven Dialog, um Bewusstsein zu schaffen und Verhaltensweisen langfristig zu \u00e4ndern. Beispielsweise begann Inner Mongolia Yili, der f\u00fchrende Hersteller von Molkereiprodukten in China, im Jahr 2016 mit einer Strategie zur Reduktion seines CO2-Fu\u00dfabdrucks, nachdem wir als langfristiger Anteilseigner und im st\u00e4ndigen Austausch mit dem Unternehmen stehend einen Best-Practice-Vergleich mit dem Wettbewerber Nestl\u00e9 im Bereich des Umweltschutzes initiiert hatten. Das Unternehmen hat bereits 2016 seinen ersten Sustainability Report erstellt, 2017 die UN-Global-Compacts-Richtlinien unterschrieben und seit 2018 neun SDGs (Sustainable Development Goals der UN) quantitativ in seine Unternehmensplanung aufgenommen. Zudem erf\u00fcllt es seit 2020 alle Transparenzauflagen des Carbon Disclosure Project (CDP). Inner Mongolia Yili reduzierte auf diesem Weg zwischen 2012 und 2019 den CO2-Aussto\u00df pro Tonne hergestellter Produkte um 50 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Verantwortungsbewusstsein einer Fondsgesellschaft sollte aber auch die Bereitschaft z\u00e4hlen, sich im Extremfall von Aktien zu trennen, wenn es un\u00fcberwindbare ESG-Hindernisse gibt. So haben wir nach einj\u00e4hrigem Dialog mit dem Unternehmen unsere Aktien des chinesischen Video\u00fcberwachungsanbieters Hikvision verkauft, da seine Technik zur Unterdr\u00fcckung der chinesischen Minderheit der Uiguren in sogenannten Umerziehungscamps eingesetzt wurde, das Unternehmen jedoch nicht bereit war, sich von diesem Public-Private-Partnership-Projekt zu trennen. Von der Beteiligung am deutschen Chemie- und Pharmakonzern Bayer haben wir uns nach der \u00dcbernahme von Monsanto sofort getrennt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Masse macht den Unterschied<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichzeitig sind wir der festen \u00dcberzeugung, dass sich insbesondere im Kollektiv einiges bewegen l\u00e4sst. So startete vergangenes Jahr eine Gruppe von 29 Investoren, die insgesamt ein Verm\u00f6gen von 3,7 Billionen US-Dollar verwalten, die erste Anlegerinitiative gegen die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien. Comgest hat sich an diesem kollektiven Engagement beteiligt. Ein weiteres Beispiel ist die Teilnahme am Carbon Disclosure Project. 600 Investoren weltweit arbeiten aktiv mit, um den weltweiten Wasserverbrauch zu reduzieren, die Entwaldung einzud\u00e4mmen und Klimarisiken einzuschr\u00e4nken. Durch die Vervielfachung der Stimmen und die Kombination des verwalteten Verm\u00f6gens all dieser Anleger wird eine Hebelwirkung auf Unternehmen erzeugt, sodass diese sich umso mehr um eine nachhaltige Entwicklung ihres Gesch\u00e4ftsbetriebes bem\u00fchen m\u00fcssen.<\/p>\n<h6><strong>Keine L\u00f6sung auf Knopfdruck<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Finanzm\u00e4rkte, Investoren und Fondsgesellschaften k\u00f6nnen in vielerlei Hinsicht einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Erreichung der Klimaziele leisten. Allerdings ist das Thema eine Aufgabe auf Zeit, die langen Atem und eine klare Anlegervision erfordert. Eine L\u00f6sung auf Knopfdruck gibt es nicht \u2013 auch wenn das angesichts des Booms von gr\u00fcnen Aktien an der B\u00f6rse zeitweise so scheinen mag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Comgest: Der Klimawandel stellt f\u00fcr Volkswirtschaften weltweit eine enorme Herausforderung dar.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":10449,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[150],"tags":[208],"class_list":["post-20388","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-esg","tag-comgest"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20388","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20388"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20388\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10449"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}