{"id":20394,"date":"2021-08-31T09:51:01","date_gmt":"2021-08-31T07:51:01","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=10746"},"modified":"2021-08-31T09:51:01","modified_gmt":"2021-08-31T07:51:01","slug":"comgest-krisen-als-charaktertest-fuer-das-werteverstaendnis-eines-unternehmens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/comgest-krisen-als-charaktertest-fuer-das-werteverstaendnis-eines-unternehmens\/","title":{"rendered":"Comgest : Krisen als Charaktertest f\u00fcr das Werteverst\u00e4ndnis eines Unternehmens"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Comgest: Nachhaltigkeit ist unl\u00e4ngst in die Unternehmenspolitik vieler Organisationen eingeflossen und auch Investoren achten immer mehr darauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><strong>Von S\u00e9bastien Th\u00e9voux-Chabuel &#8211; Comgest<\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Oft f\u00fchren jedoch erst Krisen im Unternehmen zum Umdenken. Durch die Pandemie und dem damit einhergehenden Konjunktureinbruch wurden viele Betriebe auf eine noch nie dagewesene Probe gestellt. Es galt nicht nur, die operative Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit aufrechtzuerhalten, sondern auch Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Aktion\u00e4re gleicherma\u00dfen zu bedienen. Die Art und Weise, wie sich Unternehmen dieser Herausforderung stellten, brachte Interessantes \u00fcber die jeweilige Firmen- und F\u00fchrungskultur ans Licht. S\u00e9bastien Th\u00e9voux-Chabuel, ESG-Analyst und Portfoliomanager bei Comgest, ist davon \u00fcberzeugt, dass Anleger hierdurch R\u00fcckschl\u00fcsse auf das ESG-Qualit\u00e4tsniveau eines Unternehmens ziehen k\u00f6nnen, welches wiederum Auswirkungen auf dessen Gewinnpotential und seine Zukunftsf\u00e4higkeit hat:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pandemie hat gezeigt, wie unterschiedlich Unternehmen auf unerwartete ESG-Risiken und -Chancen reagieren: Welcher Interessensgruppe sie dabei Vorrang einr\u00e4umten, wurde daran deutlich, inwieweit sie die Arbeitspl\u00e4tze und L\u00f6hne mit oder ohne staatliche Hilfe sicherten sowie andere Ma\u00dfnahmen ergriffen, um ihre Mitarbeiter vor gesundheitlichen Gefahren zu sch\u00fctzen. Wie sie sie an Entscheidungen beteiligten, die ihre Mitarbeiter unmittelbar betrafen, wie sie die Lieferanten und Kunden durch kulante und individuelle Zahlungsvereinbarungen unterst\u00fctzten oder, wie sie finanzielle Opfer seitens der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, leitender Angestellter und der Aktion\u00e4re einforderten, anstatt die gesamte Belegschaft in Mitleidenschaft zu ziehen. Bei unserer Analyse ging es uns nicht darum, die Unternehmensreaktionen als \u201erichtig\u201c oder \u201efalsch\u201c zu beurteilen. Schlie\u00dflich hatte jedes Unternehmen unterschiedliche Gr\u00fcnde f\u00fcr seine Entscheidungen, wie die kontroversen Diskussionen um die Dividendenpolitik deutlich machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>LVMH<\/strong> und <strong>Unilever<\/strong> etwa reagierten, abgesehen von ihrer Dividendenpolitik, in sehr \u00e4hnlicher Weise auf die Pandemie. So waren beide Unternehmen darauf bedacht, auf Mitarbeiterk\u00fcndigungen zu verzichten, keine staatliche Unterst\u00fctzung in Anspruch zu nehmen und durch Spenden und eigenes Engagement, etwa durch Produktionsumstellung, einen Beitrag zur Bew\u00e4ltigung der Krise zu leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Beispiel ist <strong>Orp\u00e9a<\/strong>, Europas f\u00fchrender Betreiber von Seniorenpflegeheimen. W\u00e4hrend der Krise stand die Branche wie kaum eine andere unter Beobachtung der \u00d6ffentlichkeit und in einigen Pflegeheimen legten Besch\u00e4ftigte wegen COVID-19 die Arbeit nieder. Orp\u00e9a versorgte dagegen seine Mitarbeiter in Windeseile mit Schutzausr\u00fcstung und zahlte ihnen eine Sonderzulage. Daf\u00fcr stellte das Unternehmen ein F\u00fcnftel des im Gesch\u00e4ftsjahr 2019 erwirtschafteten Reingewinns bereit. Mit diesen Ma\u00dfnahmen sicherte es sich die Loyalit\u00e4t seiner Mitarbeiter und das Pflegeniveau in seinen Einrichtungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit \u00e4hnlichen Initiativen half auch der weltweit zweitgr\u00f6\u00dfte Brauereikonzern <strong>Heineken<\/strong> seinen Kunden. So erlie\u00df der Konzern in einigen F\u00e4llen den Gastwirten Mietzahlungen und bezahlte seine Lieferanten weiter. Gleichzeitig verzichteten die F\u00fchrungskr\u00e4fte von M\u00e4rz bis Dezember 2020 auf 20 Prozent ihres Gehalts, w\u00e4hrend das Unternehmen selbst 23 Millionen Euro zur Unterst\u00fctzung von medizinischem Personal spendete. Wie bereits in den Jahren 2008 und 2009 war Heineken einer der Letzten in der Branche, die auf die Kostenbremse traten. Dies spiegelt nicht nur seine Einstellung gegen\u00fcber seinen Mitarbeitern wider, sondern auch seine langfristige Herangehensweise an die Entwicklung seiner Marke. Doch auch seine Mitarbeiter unterst\u00fctzte der Einzelhandelskonzern, indem er den Jahresbonus um f\u00fcnf Prozent anhob.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Effiziente Lieferketten haben auch f\u00fcr den Einzelh\u00e4ndler <strong>J\u00e9ronimo Martins<\/strong> einen hohen Stellenwert und erheblichen Anteil an seinem Wettbewerbsvorteil. Das Unternehmen ist f\u00fcr seinen fairen Umgang mit Lieferanten bekannt, den diese wiederum mit Treue belohnen. Als J\u00e9ronimo Martins 2013 nach Kolumbien expandierte, flogen Mitarbeiter seiner polnischen Lieferanten nach Lateinamerika, um die Unternehmen vor Ort beim Aufbau effizienter Lieferketten zu unterst\u00fctzen. Auch w\u00e4hrend der Pandemie behielt das Unternehmen den fairen Umgang mit seinen Zulieferern bei, denen es in der Krise \u00dcberbr\u00fcckungskredite anbot. In diesem Kontext ist davon auszugehen, dass dieses Verhalten die Loyalit\u00e4t der Lieferanten weiter verst\u00e4rken wird, in dessen Folge es dem Unternehmen auch in Zukunft gelingen sollte, seinen Kostenvorteil zu behaupten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einigen Unternehmen fiel dabei die Unterst\u00fctzung ihrer Interessensgruppen deutlich leichter als anderen. Der italienische Automobilhersteller <strong>Ferrari<\/strong> ergriff ein ganzes Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel, um seinen Mitarbeitern trotz zeitweiliger Produktionsunterbrechung unter die Arme zu greifen, was sich der finanzstarke Hersteller von Luxusautos wohl auch leisten konnte. F\u00fcr <strong>Amadeus<\/strong>, dessen Umsatz in Folge der Krise um 70 Prozent einbrach, galt das nicht in gleichem Ma\u00dfe. Doch auch hier versuchte die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Entlassungen zu vermeiden, indem sie unbezahlten Urlaub anbot. Andere Unternehmen wie die US-amerikanische Gro\u00dfhandelskette <strong>Costco<\/strong> stellten sogar die Sicherheit ihrer Mitarbeiter und Kunden \u00fcber ihren eigenen betrieblichen Nutzen. In diesem Zusammenhang f\u00fchrte der Konzern viele Ma\u00dfnahmen ein, die sp\u00e4ter von Wettbewerbern kopiert wurden. Dazu z\u00e4hlt etwa die Notwendigkeit des Tragens von Mund-Nasen-Schutz w\u00e4hrend des Einkaufs oder exklusive Einkaufszeiten f\u00fcr \u00fcber 60-J\u00e4hrige und Mitarbeiter im Gesundheitswesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammenfassend gilt: Alle Unternehmen mussten in dieser Krise schwierige Entscheidungen zum Umgang mit ihren verschiedenen Interessensgruppen treffen \u2013 inklusive der Frage, welche finanzielle Opfer sie daf\u00fcr bringen wollten. Die Folgen dieser Entscheidungen m\u00f6gen sich zwar noch nicht in den ESG-Datenbanken widerspiegeln. Aus unserer Sicht werden sie aber langfristig Einfluss auf die F\u00e4higkeit der Unternehmen haben, ihren Gewinn nachhaltig zu steigern und ihre ESG-Qualit\u00e4t weiter zu verbessern. Schlie\u00dflich sagt die Reaktion der Unternehmen einiges dar\u00fcber aus, wie sehr ihre Gesch\u00e4ftspolitik mit Blick auf eine verantwortungsbewusste Unternehmensf\u00fchrung an den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) ausgerichtet ist \u2013 ein Ma\u00df, an welchem Unternehmen zuk\u00fcnftig wohl immer h\u00e4ufiger gemessen werden d\u00fcrften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Comgest: Nachhaltigkeit ist unl\u00e4ngst in die Unternehmenspolitik vieler Organisationen eingeflossen und auch Investoren achten immer mehr darauf.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":10449,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[150],"tags":[208],"class_list":["post-20394","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-esg","tag-comgest"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20394","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20394"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20394\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10449"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}