{"id":20402,"date":"2021-09-23T11:11:04","date_gmt":"2021-09-23T09:11:04","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=10934"},"modified":"2021-09-23T11:11:04","modified_gmt":"2021-09-23T09:11:04","slug":"reyl-chinas-30-60-kohlenstoff-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/reyl-chinas-30-60-kohlenstoff-ziel\/","title":{"rendered":"REYL: Chinas 30-60-Kohlenstoff-Ziel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">REYL  : Pr\u00e4sident Xi Jinping \u00fcberraschte die Welt im vergangenen September. Er erkl\u00e4rte, China wolle bis 2030 den H\u00f6hepunkt der Kohlenstoffemissionen erreichen und bis 2060 kohlenstoffneutral sein.<!--more--><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Von Daryl Liew, Chief Investment Officer, REYL Singapur <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist in der globalen Klimaschutzinitiative ein bedeutender Schritt nach vorne, da China mit 20 Prozent der j\u00e4hrlichen globalen Emissionen der gr\u00f6sste Kohlenstoffemittent der Welt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ziel bis 2030 den h\u00f6chsten Kohlenstoffausstoss zu erreichen, stellt eine Herausforderung dar, ist aber erreichbar. Das andere Ziel bis 2060 kohlenstoffneutral zu sein, erscheint als eine gigantische Aufgabe. Der Grund daf\u00fcr ist, dass Chinas Kohlenstoffspitzenwert wahrscheinlich viel h\u00f6her liegen wird als in anderen Regionen &#8211; fast doppelt so hoch wie in den USA und zweieinhalbmal so hoch wie in Europa. Die Senkung der Kohlenstoffemissionen aus einer solchen H\u00f6he erfordert nicht nur erhebliche Investitionen in gr\u00fcne Energie, sondern auch drastische \u00c4nderungen des Wirtschaftsmodells, das China so viel Erfolg gebracht hat.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Abkehr von der Kohle<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Schl\u00fcsselstrategie besteht darin, den Energiemix Chinas zu ver\u00e4ndern: weg von schmutzigen fossilen Brennstoffen wie Kohle und hin zur verst\u00e4rkten Nutzung sauberer Energiequellen wie Wind, Sonne, Wasserkraft und Kernkraft. Kohle als einer der g\u00fcnstigsten fossilen Brennstoffe ist immer noch der wichtigste Rohstoff f\u00fcr die Energieerzeugung in China. Dies auch wenn die Dominanz von fast 80 Prozent der Stromerzeugung vor einem Jahrzehnt auf heute etwa 60 Prozent gesunken ist und nicht-fossile Quellen inzwischen zehn Prozent ausmachen. Die Internationale Energieagentur sch\u00e4tzt, dass China j\u00e4hrlich etwa 3,9 Milliarden Tonnen Kohle verbrennt &#8211; mehr als das Vierfache des n\u00e4chstgr\u00f6ssten Kohleverbrauchers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">China muss offensichtlich mehr tun. Im April hat Pr\u00e4sident Xi zugesagt, dass Chinas Kohleverbrauch bis 2025 seinen H\u00f6hepunkt erreichen und danach sinken wird. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass China trotz dieser Zusage weiterhin neue Kohlekraftwerke baut. Zwar k\u00f6nnte man argumentieren, dass die neueren Kohlekraftwerke effizienter sind und weniger Kohlenstoff pro erzeugter Energieeinheit ausstossen. Doch ist dies auch ein Zeichen daf\u00fcr, dass es f\u00fcr China schwierig ist, sich vollst\u00e4ndig von der Kohle zu verabschieden.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Herausforderung der Urbanisierung<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">China steht noch vor einer anderen Herausforderung: der nach wie vor erhebliche Entwicklungsbedarf des Landes. Die j\u00fcngste Volksz\u00e4hlung hat gezeigt, dass die Urbanisierungsrate in China in den letzten zehn Jahren schneller gestiegen ist als erwartet. Dieser Trend wird sich im n\u00e4chsten Jahrzehnt fortsetzen, da die st\u00e4dtische Bev\u00f6lkerung bis 2030 voraussichtlich um weitere 169 Millionen Menschen wachsen wird. Dies hat Auswirkungen auf den Wohnungsbestand und wird die Nachfrage nach Stahl und Zement ankurbeln, die f\u00fcr den Bau dieser neuen St\u00e4dte und Geb\u00e4ude ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Problem besteht darin, dass die Herstellung von Stahl, Zement und anderen Baumaterialien \u00e4usserst kohlenstoffintensiv ist und grosse Mengen an Strom f\u00fcr den Betrieb der Fabriken sowie fossile Brennstoffe f\u00fcr einen Teil des Prozesses erfordert. Dies ist der Grund daf\u00fcr, dass die industriellen Emissionen 28 Prozent der Kohlenstoffemissionen Chinas ausmachen, weit mehr als in anderen Regionen. Die einzige L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem besteht darin, entweder die Kohlenstoffintensit\u00e4t w\u00e4hrend der Produktion zu verringern oder die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung zu nutzen. Das heisst Kohlenstoff abzuscheiden, bevor er in die Atmosph\u00e4re gelangt, und ihn unterirdisch zu speichern. Leider sind grosse technologische Durchbr\u00fcche erforderlich, bevor die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung derzeit eine praktikable L\u00f6sung darstellen w\u00fcrde.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Nationales Emissionshandelssystem (ETS)<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine langfristige L\u00f6sung ist vielleicht die Einf\u00fchrung des nationalen Emissionshandelsmarktes in China im Juli, der derzeit die meisten W\u00e4rmekraftwerke Chinas abdeckt &#8211; etwa 40 Prozent der gesamten Kohlenstoffemissionen des Landes. Das Emissionshandelssystem ist zwar ein erster positiver Schritt, um ein Zeichen f\u00fcr den Wandel zu setzen. Aber es ist nicht zu erwarten, dass es zu Beginn viel bewirken wird. Dies liegt daran, dass das ETS kein &#8220;Cap-and-Trade&#8221;-System ist, das heisst es gibt keine Obergrenzen f\u00fcr die gesamten Kohlenstoffemissionen. China geht wahrscheinlich schrittweise an den Emissionshandel heran und lernt dabei vom f\u00fchrenden EU-ETS-System, das bei der Einf\u00fchrung ebenfalls keine Obergrenzen vorsah. Das EU-ETS brauchte mehrere Iterationen und mehr als ein Jahrzehnt, bevor es begonnen hat, die Emissionen in Europa sp\u00fcrbar einzud\u00e4mmen. Es ist wahrscheinlich, dass Chinas ETS-System einen \u00e4hnlichen Entwicklungspfad einschlagen wird. Es ist daher zu erwarten, dass in nicht allzu ferner Zukunft auch industrielle Akteure und eine harte Emissionsobergrenze einbezogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>REYL : Pr\u00e4sident Xi Jinping \u00fcberraschte die Welt im vergangenen September. 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