{"id":20452,"date":"2022-08-02T10:35:38","date_gmt":"2022-08-02T08:35:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=14238"},"modified":"2022-08-02T10:35:38","modified_gmt":"2022-08-02T08:35:38","slug":"wermuth-am-klimapolitik-global-nehmen-die-co2-emissionen-weiter-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wermuth-am-klimapolitik-global-nehmen-die-co2-emissionen-weiter-zu\/","title":{"rendered":"Wermuth AM : Klimapolitik: Global nehmen die CO2-Emissionen weiter zu"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wermuth AM : Ich war lange Zeit jemand, der dachte, das mit dem Klima, das wird schon. Fortschritte waren ja un\u00fcbersehbar und es schien f\u00fcr mich nur eine Frage der Zeit, dass die durchschnittliche Temperatur der Welt wegen r\u00fcckl\u00e4ufiger CO2-Emissionen aufh\u00f6ren w\u00fcrde zu steigen. Inzwischen kommt mir das naiv vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dieter Wermuth, Economist und Partner bei Wermuth Asset Management<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr meinen Sinneswandel gibt es zwei Hauptgr\u00fcnde: Global nehmen die Emissionen weiterhin mit einer j\u00e4hrlichen Rate von 0,5% zu, da der unaufhaltsame Anstieg des Wohlstands in den \u00e4rmeren L\u00e4ndern einhergeht mit einer rapiden Zunahme des Verbrauchs fossiler Brennstoffe \u2013 in diesem Teil der Welt leben immerhin f\u00fcnf- bis sechsmal so viele Menschen wie in der reicheren OECD-Region. Wer will beispielsweise den Indern verwehren, so zu leben wie wir, also mehr als viermal so viel Kohle, Gas und Erd\u00f6l zu verbrennen wie heute, sich Klimaanlagen und Autos anzuschaffen? Also werden die CO2-Emissionen erst einmal weiter steigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-14239 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/68fabface022527f1eb494234c193675.gif\" alt=\"220802_DW_Tabelle_CO2_Emissionen_im_Jahr_2021\" width=\"581\" height=\"401\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der zweite Grund ist die Tatsache, dass inzwischen so viel CO2 in die Umwelt gepustet worden ist \u2013 und da noch gr\u00f6\u00dftenteils ist -, dass sich ein weiterer rascher Anstieg der Durchschnittstemperatur und eine Klimakatastrophe nicht vermeiden lassen. Ich empfehle zu diesem Thema das gerade erschienene Buch \u201eHothouse Earth\u201c von Bill McGuire, Emeritus des University College London. Die Dinge verschlimmern sich, bevor sie besser werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ich hatte auch gedacht, dass sich die Emissionen durch kr\u00e4ftig steigende Steuern und Abgaben vermindern lassen. Zu meiner \u00dcberraschung gibt es zumindest in Deutschland entgegen den Erwartungen bislang eine positive Korrelation zwischen der Ver\u00e4nderung eines Index der Preise f\u00fcr importierte Energie und der Ver\u00e4nderung der CO2-Emissionen. Hei\u00dft: Hohe Preise helfen nicht immer. Ein Hintergrundfaktor scheint hierzulande am Werk zu sein: die st\u00e4ndige Zunahme der Pro-Kopf-Einkommen und damit des (konventionell gemessenen) Lebensstandards. Auch wenn Fl\u00fcge nach Mallorca oder das Benzin und die Gasheizung teurer werden, scheinen sich die Menschen ihren energieintensiven Konsum so schnell nicht vermiesen zu lassen. Die Nachfrage nach solchen Leistungen und G\u00fctern ist offenbar unelastisch. Lieber verzichten die Leute auf neue Kleidung, auf B\u00fccher, Zeitungen, Restaurantbesuche oder eine neue Sitzgruppe im Wohnzimmer.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass Preise bisher in Deutschland nicht wirken, kann aus \u00f6konomischer Sicht nur bedeuten, dass sie st\u00e4rker steigen m\u00fcssen, so stark, dass es wehtut \u2013 oder dass der Staat massiv regulierend eingreifen muss, wie bei dem kommenden Verbot von Verbrennungsmotoren oder \u00d6lheizungen, oder mit Vorschriften dar\u00fcber, welche Temperaturen in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden nicht \u00fcberschritten werden d\u00fcrfen, oder wie bestehende und neue H\u00e4user isoliert sein m\u00fcssen, oder auf welche Weise Strom produziert werden muss, also umweltfreundlich statt CO2-intensiv. Jedenfalls ist der Widerstand gegen hohe Energiepreise in der Bev\u00f6lkerung bereits heute so stark, dass die Politik Gegenma\u00dfnahmen zulasten der \u00f6ffentlichen Haushalte beschlossen hat. Letztlich wird zurzeit kontraproduktiv das Ziel verfolgt, die CO2-Emissionen zu verbilligen statt noch weiter zu verteuern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und dann der Aspekt, dass sich Deutschland so klimafreundlich verhalten mag, wie es will, wenn der Rest der Welt, vor allem die \u00e4rmeren L\u00e4nder, nicht mitmachen k\u00f6nnen oder wollen, wird sich die kommende Klimakatastrophe nicht vermeiden lassen. Deutschland ist im Weltma\u00dfstab einfach zu klein. Im vergangenen Jahr machten die deutschen 630 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen gerade einmal 1,9% der globalen Emissionen aus \u2013 selbst f\u00fcr die EU insgesamt waren es nur 8,1%. Eine kluge Klimapolitik muss zusammen mit der Entwicklungspolitik versuchen, in den \u00e4rmeren L\u00e4ndern Anreize f\u00fcr einen sparsamen Umgang mit fossilen Energietr\u00e4gern zu schaffen, vor allem f\u00fcr den Umstieg auf erneuerbare Energie. Das w\u00e4re gut angelegtes Geld und f\u00fcr die eigene Wirtschaft eine zukunftsorientierte Strukturpolitik.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wermuth AM : Ich war lange Zeit jemand, der dachte, das mit dem Klima, das wird schon. Fortschritte waren ja un\u00fcbersehbar und es schien f\u00fcr mich nur eine Frage der Zeit, dass die durchschnittliche Temperatur der Welt wegen r\u00fcckl\u00e4ufiger CO2-Emissionen aufh\u00f6ren w\u00fcrde zu steigen. 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