{"id":2064,"date":"2016-06-10T05:00:00","date_gmt":"2016-06-10T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/06\/10\/nordics-dnb-insights-konvergenz-und-divergenz-juni-2016\/"},"modified":"2016-06-10T05:00:00","modified_gmt":"2016-06-10T05:00:00","slug":"nordics-dnb-insights-konvergenz-und-divergenz-juni-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/nordics-dnb-insights-konvergenz-und-divergenz-juni-2016\/","title":{"rendered":"Nordics \u2013 DNB Insights : Konvergenz und Divergenz &#8211; Juni 2016"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">In einem Teilbereich der Volkswirtschaftslehre, der Wachstumstheorie, besch&auml;ftigen sich Volkswirte mit der Fragestellung, wie verschiedene Inputfaktoren m&ouml;glichst optimal kombiniert werden k&ouml;nnen. Inputfaktoren in den meisten wachstumstheoretischen Modellen sind zum Beispiel Arbeit und Kapital&#8230;.<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Hagen-Holger Apel, Dipl. Volkswirt DNB Asset Management<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werden diese beiden Faktoren optimal miteinander kombiniert, so erzeugen sie auch einen optimalen Output. Fehlt einer dieser beiden Faktoren, so ist der Output nicht optimal und eine Anpassung wird notwendig, im Extremfall kann kein Output erzeugt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Volkswirte, die sich mit Wachstumstheorie befassen, sprechen von der Konvergenz zweier Volkswirtschaften, wenn die volkswirtschaftliche Leistung, also zum Beispiel das BIP pro Kopf, zu einem &auml;hnlichen Level konvergiert. Unterscheiden sich diese Level oder laufen diese sogar in die entgegengesetzte Richtung, so zeigt sich eine Divergenz der jeweiligen BIPs pro Kopf und der Wachstumsraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Februar habe ich meinen Kollegen und Senior Portfolio Manager Mikko Ripatti gebeten, die aktuelle wirtschaftliche Lage in Finnland zu beschreiben. Im Nordics &#8211; DNB Insights vom Februar 2016 wird die Lage Finnlands mit der Lage Deutschlands Ende der 90er Jahre verglichen. &Uuml;berf&auml;llige Strukturreformen, ein starres Lohngef&uuml;ge und mehrere asymmetrische Schocks, die auf die finnische Volkswirtschaft einwirken, sorgen aktuell f&uuml;r viele Herausforderungen in der derselben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Monate nach der Analyse der Lage ist es noch zu fr&uuml;h um zu sagen wie die Finnen mit der Krise umgehen und welche der L&ouml;sungsans&auml;tze Erfolge bringen werden. Allerdings hat mich die Tatsache, dass die finnische Volkswirtschaft nach der Finanzkrise 2008\/2009 nicht wieder auf den alten Wachstumspfad zur&uuml;ckgekehrt ist, zum Nachdenken &uuml;ber Konvergenz und Divergenz gebracht.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Europ&auml;ische Union verfolgt mehrere Ziele, unter anderem die Schaffung eines einheitlichen Wirtschaftsraumes, die M&ouml;glichkeit des freien Waren- und Personenverkehrs sowie die Sicherung des Friedens in Europa durch die wirtschaftliche Verflechtung. Neben der politischen Integration strebt die EU auch die wirtschaftliche Integration an. Durch die Einf&uuml;hrung einer Gemeinschaftsw&auml;hrung hat man die wirtschaftliche Integration vor der politischen Integration vorangetrieben. Man war der Meinung, dass ein stark verflochtener und wirtschaftlich integrierter Staatenverbund keine Kriege untereinander f&uuml;hren wird. Diese Theorie ist bisher korrekt und ich glaube, dass dieser Verbund der europ&auml;ischen Staaten bei einem Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung gew&uuml;nscht ist. Neben diesen Zielen verfolgt die EU auch die Schaffung einheitlicher Lebensstandards sowie einheitlicher Regeln f&uuml;r alle B&uuml;rger der EU. Dieser Weg ist jedoch ein weiter Weg und es wird noch lange dauern, bis man dieses Ziel erreicht hat. Die aktuelle Situation Europas, eine ungel&ouml;ste Schuldenkrise insbesondere im s&uuml;dlichen Teil sowie die Fl&uuml;chtlingskrise halten B&uuml;rger sowie die Politik in Atem. Eine R&uuml;ckkehr nationaler Tendenzen sowie ein drohender Brexit im Juni 2016 k&ouml;nnten Vorboten neuer Probleme innerhalb der Union sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wesentliches Merkmal der EU ist allerdings die einheitliche W&auml;hrung sowie ein einheitliches, von der EZB vorgegebenes Zinsniveau. In einem voll integrierten Wirtschaftsraum ohne Handelsbarrieren macht das absolut Sinn. Auf den ersten Blick scheint die EU so zu funktionieren. Von au&szlig;en betrachtet sieht man einen voll integrierten Wirtschaftsraum in dem Personen- und Warenfreiz&uuml;gigkeit herrscht, der Euro ist allgemeines Zahlungsmittel. Bedeutet das nun auch, dass die Lebensstandards zwangsl&auml;ufig konvergieren, also &auml;hnliche Level erreichen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Voll entwickelte Volkswirtschaften erreichen im Laufe der Zeit einen bestimmten Wohlstand und ein hohes Level an Wirtschaftsleistung. Betrachtet man die Entwicklung der Wirtschaftsleistung eines Landes &uuml;ber einen langen Zeitraum, so kann man im Zeitverlauf abnehmende Wachstumsraten feststellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Tatsache ist rein mathematisch begr&uuml;ndet und auch logisch. Beginnend von einem niedrigen Level sorgt die richtige Kombination von Arbeit und Kapital f&uuml;r steigendes Wachstum, aber auch abnehmende Wachstumsraten. Volkswirte sprechen vom abnehmenden Grenznutzen zus&auml;tzlicher Inputfaktoren, das bedeutet, dass jede weitere Steigerung des Outputs durch Hinzuf&uuml;gen weiterer Inputfaktoren geringer ausf&auml;llt als die vorherige. Das macht Sinn, denn irgendwann erreichen Volkswirtschaften einen gewissen S&auml;ttigungsgrad, es gibt eine optimale Inputkombination und einen daraus resultierenden Output. Ein zus&auml;tzliches Merkmal einer voll entwickelten Volkswirtschaft ist die begrenzte Wachstumsf&auml;higkeit. Zum einen sind die Grundbed&uuml;rfnisse innerhalb des Systems voll befriedigt und einzelne Individuen treffen hinsichtlich ihrer Wahl zwischen einem zus&auml;tzlich verdienten Euro und Freizeit eine individuelle Entscheidung. Zum anderen sind aber auch die Faktoren Arbeit und Kapital begrenzt. Volkswirtschaften, die weiter wachsen wollen, m&uuml;ssen also ihre Inputfaktoren erh&ouml;hen oder verbessern, denn Wachstum ist auch &uuml;ber technologischen Fortschritt und Verbesserung der Effizienz m&ouml;glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das bedeutet, dass in einer globalisierten Welt die einzelnen L&auml;nder untereinander in einem Wettbewerb um Ressourcen und Inputfaktoren stehen. Erfolgreiche Volkswirtschaften mit einem Bedarf an Arbeit und Kapital ziehen eben diese Faktoren an, andere hingegen verlieren sie.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was hat das alles mit Konvergenz und Divergenz zu tun? Wenn die Politik das Ziel der Konvergenz vorgibt und alles daf&uuml;r tut, dieses Ziel zu erreichen, warum existieren dann noch keine einheitlichen Lebensstandards innerhalb gro&szlig;er Wirtschaftsr&auml;ume?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage ist einfach zu beantworten, die Ursachen liegen unter anderem im unbeschr&auml;nkten Wandern von Arbeit und Kapital. Erfolgreiche Regionen ziehen Inputfaktoren an, andere hingegen verlieren Inputfaktoren. Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang stellt sich immer wieder. Was k&ouml;nnen L&auml;nder wie zum Beispiel Finnland oder Griechenland tun, um ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit zu erhalten oder wieder zu verbessern? Wie im Insight vom Februar 2016 beschrieben kann Finnland seine Wettbewerbsf&auml;higkeit aktuell nur &uuml;ber eine interne Abwertung wieder herstellen. Interne Abwertungen sind im Gegensatz zu externen Abwertungen jedoch schmerzhafte Prozesse, da die Individuen einer Volkswirtschaft immer direkt von den Ma&szlig;nahmen betroffen sind. Diese Ma&szlig;nahmen k&ouml;nnen zum Beispiel das Senken des Lohnes, die Verl&auml;ngerung der Arbeitszeit oder sonstige Ver&auml;nderungen sein. In einem integrierten Wirtschaftsraum mit einer einheitlichen W&auml;hrung ist eine externe Abwertung &uuml;ber den Wechselkurs jedoch nicht mehr m&ouml;glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gemeinschaftsw&auml;hrung wirkt f&uuml;r L&auml;nder wie Finnland oder Griechenland wie eine sehr schwer zu tragende Last, da die Bev&ouml;lkerung direkt von der internen Abwertung betroffen ist. In der Vergangenheit konnte ein Teil der Wettbewerbsf&auml;higkeit wieder hergestellt werden, indem die W&auml;hrung eines Landes abgewertet wurde. Viele L&auml;nder sind diesen (einfachen) Weg gegangen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Investoren sollten ihr Kapital jedoch dort anlegen, wo Unternehmen sich Wettbewerbsvorteile durch Innovation verschaffen und nicht durch W&auml;hrungsabwertungen. Die Konvergenz zu einheitlichen pro Kopf Wirtschaftsleistungen wird auf lange Sicht eine Vision bleiben, eine einheitliche W&auml;hrung wirkt momentan f&uuml;r einige L&auml;nder wie Fesseln, die nicht zu l&ouml;sen sind.Die falschen politischen Annahmen und Versprechen einer Konvergenz verschiedener Wirtschaftsr&auml;ume sollten f&uuml;r Anleger keine Rolle spielen. Investoren sollten in global operierende Unternehmen investieren und wenn m&ouml;glich von unterbewerteten W&auml;hrungen profitieren, wenn sie ihre Anlageentscheidung treffen. Ein Blick nach Schweden und Norwegen im Vergleich zu Finnland macht dies deutlich und zeigt, dass ein variabler Wechselkurs viele positive Nebeneffekte f&uuml;r Investoren haben kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quele: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Teilbereich der Volkswirtschaftslehre, der Wachstumstheorie, besch&auml;ftigen sich Volkswirte mit der Fragestellung, wie verschiedene Inputfaktoren m&ouml;glichst optimal kombiniert werden k&ouml;nnen. 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