{"id":2074,"date":"2016-06-14T07:00:00","date_gmt":"2016-06-14T07:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/06\/14\/credit-suisse-laesst-sich-die-fed-durch-us-wahlzyklus-beeinflussen\/"},"modified":"2016-06-14T07:00:00","modified_gmt":"2016-06-14T07:00:00","slug":"credit-suisse-laesst-sich-die-fed-durch-us-wahlzyklus-beeinflussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/credit-suisse-laesst-sich-die-fed-durch-us-wahlzyklus-beeinflussen\/","title":{"rendered":"Credit Suisse: L\u00e4sst sich die Fed durch US-Wahlzyklus beeinflussen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span>Ob und wie stark die Fed die Zinsen anhebt, wird heftig diskutiert. Die Pr&auml;sidentschafts- und Kongresswahlen Anfang November in den USA werfen zus&auml;tzlich die Frage auf, ob der Wahlzyklus den Fed-Entscheid beeinflussen wird.<span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"mod_page_abstract\">\n<p>Angesichts des entt&auml;uschenden US-Arbeitsmarktberichts f&uuml;r den Mai, der am 3. Juni ver&ouml;ffentlicht wurde, d&uuml;rfte eine Zinserh&ouml;hung bei der kommenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed) am 14.\/15. Juni sehr unwahrscheinlich sein. Dies legt auch die Rede der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen vom 6. Juni nahe. Falls der n&auml;chste Arbeitsmarktbericht jedoch wesentlich besser ausf&auml;llt, andere Konjunkturdaten robust bleiben und die Ungewissheit &uuml;ber den Ausgang der Abstimmung &uuml;ber die EU-Mitgliedschaft in Grossbritannien nachl&auml;sst, ist eine Zinserh&ouml;hung im Juli nicht auszuschliessen. In unserem Basisszenario gehen wir allerdings weiterhin davon aus, dass die Zinsen erst im September wieder angehoben werden. Interessant ist sicherlich die Frage, ob der US-Wahlzyklus Auswirkungen auf den Fed-Entscheid haben wird.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"component_standard\">\n<div class=\"component_standard_content\">\n<div class=\"mod_text_component\">\n<p><strong>Fed-Entscheide und der Wahlzyklus<\/strong><\/p>\n<p>Zur Untersuchung der Frage, ob die Entscheidungen der Fed in der Vergangenheit vom Wahlzyklus beeinflusst wurden, haben wir die letzten sechs Jahrzehnte betrachtet. Das Datenmaterial ist nicht umfangreich genug, um statistisch signifikante Ergebnisse zu erhalten, aber eine genaue Untersuchung der Daten liefert eine relativ eindeutige Antwort.&nbsp;<\/p>\n<p>In nur zwei bis drei F&auml;llen d&uuml;rfte die Fed-Politik in der Zeit vor den Pr&auml;sidentschaftswahlen &laquo;anders&raquo; als unmittelbar danach gewesen sein. Der erste Fall betrifft das Jahr 1964, als der Demokrat Lyndon Johnson und der republikanische Kandidat Barry Goldwater aufeinandertrafen. Damals blieb die Fed einige Monate vor den Wahlen in Wartestellung, nahm aber unmittelbar danach eine Reihe von Zinserh&ouml;hungen vor.&nbsp;<\/p>\n<p>Dies k&ouml;nnte als Pr&auml;ferenz der Fed f&uuml;r den amtierenden Pr&auml;sidenten &ndash; d. h. Johnson &ndash; interpretiert werden, der dieses Amt nach der Ermordung von John F. Kennedy im November 1963 &uuml;bernommen hatte. Allerdings ist nicht eindeutig, welche Rolle die Politik dabei spielte. Die Inflationsrate war 1965 nur moderat gestiegen, beschleunigte sich aber 1966. Dies legt nahe, dass die Politik m&ouml;glicherweise eher auf diesen &ouml;konomischen Faktor als auf politische &Uuml;berlegungen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren war.<\/p>\n<p><strong>Nixon vs. Burns als m&ouml;gliche Ausnahme<\/strong><\/p>\n<p>Die anderen beiden F&auml;lle sind die Wahlk&auml;mpfe von 1968 und 1972 zwischen Richard Nixon und den Demokraten George McGovern bzw. Hubert Humphrey. 1968 verlangsamte die Fed ihren Zinserh&ouml;hungszyklus und setzte ihn vor den Wahlen schliesslich ganz aus. Allerdings k&ouml;nnten auch hier &ouml;konomische Gr&uuml;nde das zentrale Motiv gewesen sein, denn die US-Wirtschaft rutschte im Dezember 1969 in eine Rezession, und die Inflation verlangsamte sich ab Mitte der 1970er-Jahre.&nbsp;<\/p>\n<p>Der einzige historisch belegte Fall von politischer Einmischung betrifft das Jahr 1972: Der damalige Fed-Vorsitzende Arthur Burns erkl&auml;rte in seinen Memoiren, dass Pr&auml;sident Nixon ihn trotz der steigenden Inflation zu einer lockeren Geldpolitik gedr&auml;ngt hatte. Doch auch dann hatte sich die Fed Funds Rate aufgrund des Inflationsanstiegs erh&ouml;ht.<\/p>\n<p>Keiner der anderen in der Abbildung aufgef&uuml;hrten F&auml;lle l&auml;sst eine &Auml;nderung der Geldpolitik vor und nach den Wahlen erkennen. Es gibt Zeitr&auml;ume, in denen die Fed ihre Zinssenkungsphase vor und nach den Wahlen fortsetzte (z. B. George H. W. Bush vs. Bill Clinton 1992), die Fed Funds Rate vor und nach den Wahlen unver&auml;ndert beliess (z.B. Bill Clinton vs. Bob Dole 1996) oder ihre Zinserh&ouml;hungsphase fortsetzte (z.B. George W. Bush vs. John Kerry 2004).<\/p>\n<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"component_standard\">\n<div class=\"component_standard_content\">\n<div class=\"mod_text_component\">\n<p><strong>Der Berufungsprozess: Versuchung zur Einflussnahme?<\/strong><\/p>\n<p>Donald Trumps Bemerkung im vergangenen Monat, dass er im Fall seiner Wahl die Fed-Vorsitzende Janet Yellen ersetzen m&ouml;chte, wirft die Frage auf, ob ein Pr&auml;sident die Fed-Politik durch den Berufungsprozess beeinflussen kann.<\/p>\n<p>Es besteht kaum Zweifel, dass dieser Prozess eine starke politische Pr&auml;gung aufweist &ndash; wie auch jener f&uuml;r die Richter des Supreme Court. Jedoch gibt es, wie im letzteren Fall, Kontrollmechanismen innerhalb des US-Systems, mit denen &laquo;extreme&raquo; Ernennungen &uuml;blicherweise verhindert werden.<\/p>\n<p>Die Schl&uuml;sselrolle spielt hier der Senat, der die vom US-Pr&auml;sidenten vorgeschlagenen Kandidaten akzeptieren muss. Da der Senat strukturell gem&auml;ssigter ausgerichtet ist als das Repr&auml;sentantenhaus, was mit den l&auml;ngeren Amtszeiten und den erforderlichen Mehrheiten im Staat statt nur im Bezirk zusammenh&auml;ngt, sind die Kandidaten f&uuml;r das Board of Governors tendenziell auch so ausgerichtet.<\/p>\n<p><strong>&#8230; oder Wunsch nach Stabilisierung?<\/strong><\/p>\n<p>Die Mitglieder des Board of Governors werden zudem f&uuml;r eine Amtszeit von 14 Jahren eingesetzt, was f&uuml;r Kontinuit&auml;t sorgt, und das Notenbankgesetz verlangt, dass das Board f&uuml;r eine &laquo;gleichm&auml;ssige Repr&auml;sentation von finanziellen, landwirtschaftlichen, industriellen und gesch&auml;ftsbestimmenden Interessen und geografischen Verteilungen des Landes&raquo; sorgen muss.<\/p>\n<p>Vorsitzender und Vizevorsitzender des Board of Governors werden nur f&uuml;r vier Jahre ernannt. Jedoch wird diese Amtszeit von den Pr&auml;sidenten &uuml;blicherweise verl&auml;ngert, auch wenn die Fed-Vorsitzenden von einem Pr&auml;sidenten der anderen Partei eingesetzt worden waren (NB: Paul Volcker wurde urspr&uuml;nglich vom Demokraten Jimmy Carter ernannt, jedoch von Ronald Reagan wiederernannt; Bill Clinton setzte erneut Alan Greenspan ein, der urspr&uuml;nglich von Reagan ernannt worden war; Ben Bernanke wurde von George W. Bush berufen und von Barack Obama wiederernannt).<\/p>\n<p><strong>Genug andere Sorgen als die Politik<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt legen die Daten nahe, dass der Wahlzyklus keine bedeutende Rolle f&uuml;r die Fed-Politik spielt. Zentrale Entscheidungsfaktoren f&uuml;r die Fed-Verantwortlichen sind ihre Prognosen f&uuml;r Besch&auml;ftigung und Inflation gem&auml;ss der Definition zum &laquo;Doppelmandat&raquo; der Fed. Globale Faktoren und Finanzstabilit&auml;t spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>Die politischen Entwicklungen in den USA oder andernorts w&auml;ren nur dann ein Entscheidungsfaktor f&uuml;r die Fed, wenn sie die Finanzstabilit&auml;t und dadurch die wirtschaftlichen Ergebnisse beeinflussen w&uuml;rden.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div>\n<p class=\"text text15\">Quelle: Credit Suisse<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob und wie stark die Fed die Zinsen anhebt, wird heftig diskutiert. 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