{"id":2081,"date":"2016-06-16T05:00:00","date_gmt":"2016-06-16T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/06\/16\/bantleon-ezb-der-exit-ist-noch-in-weiter-ferne\/"},"modified":"2016-06-16T05:00:00","modified_gmt":"2016-06-16T05:00:00","slug":"bantleon-ezb-der-exit-ist-noch-in-weiter-ferne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bantleon-ezb-der-exit-ist-noch-in-weiter-ferne\/","title":{"rendered":"Bantleon: EZB: Der Exit ist noch in weiter Ferne"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Das Anleihenkaufprogramm der EZB endet nach derzeitigem Stand im M&auml;rz 2017. Sp&auml;testens im Herbst dieses Jahres muss die Notenbank Farbe bekennen, ob das Programm nochmals verl&auml;ngert wird&#8230;.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld <a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. Daniel Hartmann Senior Analyst Economics<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein m&ouml;glicher Brexit w&uuml;rde den Entscheidungsprozess beschleunigen. Aber auch ohne Brexit zeichnen sich zus&auml;tzliche geldpolitische Impulse ab, weil im 2. Halbjahr 2016 mit einer konjunkturellen Eintr&uuml;bung zu rechnen ist. Die Folge sind tiefere Inflationsprognosen der EZB, die wiederum zus&auml;tzliche geldpolitische Massnahmen erzwingen. Wir rechnen mit einer weiteren Aufstockung der Anleihenk&auml;ufe um 900 Mrd. EUR. Fr&uuml;hestens Ende 2018 d&uuml;rfte das Programm auslaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufregung &uuml;ber die Anleihenk&auml;ufe der EZB ist nach wie vor gross. Bef&uuml;rworter und Gegner liefern sich hitzige Debatten &uuml;ber den Nutzen des Billionenprogramms. Das Ende hat noch kaum jemand im Blick &ndash; dabei r&uuml;ckt das Finale unaufhaltsam n&auml;her. Wird das Programm nicht verl&auml;ngert, ist im M&auml;rz 2017 bereits Schluss. Zu diesem Zeitpunkt wird die Notenbank Wertpapiere im Umfang von 1.800 Mrd. EUR erworben haben. Ob und wie es danach weitergeht, ist noch vollkommen offen.<\/p>\n<p> Gegenw&auml;rtig spielen die W&auml;hrungsh&uuml;ter auf Zeit. Sieht man von der Brexit-Debatte ab, erscheint das Umfeld f&uuml;r einen solch abwartenden Kurs g&uuml;nstig: Die Wirtschaft der Eurozone ist mit Schwung ins neue Jahr gestartet. Gleichzeit hat sich der &Ouml;lpreis seit Anfang 2016 nahezu verdoppelt. Bleibt es dabei, wird die Inflationsrate im 2. Halbjahr 2016 rasch an H&ouml;he gewinnen. Dar&uuml;ber hinaus setzen die W&auml;hrungsh&uuml;ter grosse Hoffnungen in die neuen Langfristtender (TLTROs), die f&uuml;r zus&auml;tzlichen monet&auml;ren R&uuml;ckenwind sorgen sollen.<\/p>\n<p> Kann die EZB also bald mit dem Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik beginnen? Sp&auml;testens im Herbst m&uuml;ssen die W&auml;hrungsh&uuml;ter in dieser Hinsicht Farbe bekennen. Die Entscheidung h&auml;ngt &ndash; wie immer &ndash; vom konjunkturellen Umfeld ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Brexit setzt die EZB unter Zugzwang<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den weiteren Ausf&uuml;hrungen unterstellen wir, dass die Briten am 23. Juni f&uuml;r den Verbleib in der EU stimmen. Kommt es anders, w&auml;re dies ein Schock, der die EZB sofort unter Zugzwang setzt.<\/p>\n<p> Die rein &ouml;konomischen Auswirkungen eines Brexits w&auml;ren im Grunde beherrschbar. Schliesslich geht es &raquo;nur&laquo; um die Neuordnung von Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten K&ouml;nigreich und der restlichen EU. Beide Seiten d&uuml;rften sich dabei auf einen vern&uuml;nftigen Kompromiss einigen. Der Warenaustausch k&auml;me deswegen keineswegs zum Erliegen. Vorbilder sind die Schweiz oder Norwegen, die einerseits kein Teil der EU sind, andererseits aber enge Handelsverflechtungen mit dem Staatenverbund unterhalten.<\/p>\n<p> Schwerwiegender sind die politischen Folgen eines m&ouml;glichen Brexits. Die Zentrifugalkr&auml;fte in der EU erhielten einen weiteren Schub, was gleichzeitig erneut die Gr&auml;ben in der Eurozone aufreissen w&uuml;rde. Die Risikoaufschl&auml;ge von Bonds der Peripheriel&auml;nder w&uuml;rden als Folge davon zwangsl&auml;ufig in die H&ouml;he schiessen &ndash; zumindest in einer ersten Reaktion. Die damit einhergehende Verschlechterung der Finanzierungskonditionen und die allgemeine Verunsicherung bes&auml;ssen das Potential, die Eurozone erneut in die Rezession zu stossen.<\/p>\n<p> Wie stets in den vergangenen acht Jahren k&auml;me der EZB in einer solchen Situation die Rolle des Ausputzers zu. Dies gilt umso mehr, als es gerade erst unter grossem Aufwand gelungen ist, die Lage innerhalb der Eurozone zu stabilisieren. Alles andere als ein klares geldpolitisches Signal w&auml;re eine &Uuml;berraschung. Wir rechnen folglich im Falle des Brexits &ndash; trotz aller Vorbehalte gegen&uuml;ber Negativzinsen &ndash; mit einer erkennbaren Leitzinssenkung (von -0,40% auf \u20110,60%). Dar&uuml;ber hinaus sind auch eine sichtbare Aufstockung der monatlichen Anleihenk&auml;ufe (von 80 auf mindestens 100 Mrd. EUR) und eine Verl&auml;ngerung des Programms (bis mindestens September 2017) zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Konjunktur d&uuml;rfte im 2. Halbjahr einen Schw&auml;cheanfall erleiden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verbleib Grossbritanniens in der EU und nicht der Brexit sollen aber im Folgenden das Basisszenario sein. Wie stellt sich in diesem Fall der Wirtschaftsausblick dar? Das Konjunkturbild der Eurozone ist gegenw&auml;rtig &auml;usserst vielschichtig. Das Wirtschaftswachstum startete zun&auml;chst verheissungsvoll ins Jahr. Das BIP legte im 1. Quartal 2016 um +0,6% zu &ndash; zusammen mit dem 1. Quartal 2015 der st&auml;rkste Zuwachs in den vergangenen f&uuml;nf Jahren. Gleichzeitig sind jedoch zu Jahresbeginn die Fr&uuml;hindikatoren (Einkaufsmanagerindex, Gesch&auml;ftsklima) eingebrochen, was auf ein schw&auml;cheres 2.&nbsp;Quartal hindeutet. Mittlerweile hat sich die Lage vor allem in den Kernl&auml;ndern wieder stabilisiert, sodass im 3.&nbsp;Quartal erneut eine Belebung eintreten d&uuml;rfte. Allerdings ist das aktuelle Aufb&auml;umen keineswegs dynamisch. Die Peripheriel&auml;nder leiden unter der politischen Verunsicherung. Die Aufholjagd hat sich hier verlangsamt.<\/p>\n<p> Hinzu kommt, dass unsere eigenen, weit vorauslaufenden Fr&uuml;hindikatoren f&uuml;r die zweite Jahresh&auml;lfte eine zyklische Verlangsamung nahelegen (vgl. Abb.&nbsp;1). Der Grund daf&uuml;r: Es fehlt an neuen Impulsen. Nachdem die Finanzm&auml;rkte um die Jahreswende 2014\/2015 ein Feuerwerk abgebrannt haben, ist in den vergangenen 12 Monaten nicht mehr viel geschehen: Ob Aktienm&auml;rkte, Spreads oder Euro, von der Tendenz her trat &uuml;berall eine leichte Verschlechterung ein. Auch der &Ouml;lpreis, dessen Absturz zu Jahresbeginn die Binnennachfrage massiv stimuliert hat, f&auml;llt zunehmend als Konjunkturst&uuml;tze weg. Schliesslich d&uuml;rfte die in China derzeit beobachtbare Belebung nur von kurzer Dauer sein und alsbald wieder einer r&uuml;ckl&auml;ufigen Entwicklung Platz machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abb. 1: Der konjunkturelle Gegenwind nimmt zu<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-06-15\/Abb1-794a33c049502b8717ae569f9be3e9f3.png\" alt=\"\" width=\"377\" height=\"198\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: Eurostat, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Mit einem kr&auml;ftigen Einbruch des Wachstums der Eurozone in Richtung Nulllinie ist zum Ende des Jahres zwar nicht zu rechnen. Dazu sind die binnenwirtschaftlichen Auftriebskr&auml;fte zu stark. Es droht aber erneut ein Mini-Wachstum, mit dem weder die Kapazit&auml;tsauslastung noch die Inflation nachhaltig nach oben getrieben werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Inflation bleibt ein Sorgenkind<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine ganz entscheidende Rolle f&uuml;r die Geldpolitik spielt der Inflationsausblick der EZB f&uuml;r die n&auml;chsten zwei Jahre. Derzeit liegt die offizielle Prognose f&uuml;r 2018 bei 1,6% und damit ein gutes St&uuml;ck von der Zielsetzung entfernt (knapp 2,0%). Nur wenn das Vertrauen w&auml;chst, dass die Inflation &#8211; nach Jahren des Unterschreitens &ndash; die Zielmarke wieder klar erreicht, wird die Notenbank den Exit aus der ultraexpansiven Geldpolitik allm&auml;hlich einleiten.<\/p>\n<p> Derzeit k&auml;mpft die EZB noch mit der Nullinflation. Allerdings zeichnet sich f&uuml;r die zweite Jahresh&auml;lfte 2016 eine Entspannung ab. Seit Januar hat sich der &Ouml;lpreis der Sorte Brent von 26&nbsp;USD auf gut 50 USD erholt. Bleibt es dabei &ndash; bzw. setzt sich der Aufw&auml;rtstrend sogar Richtung 60 USD fort &ndash;, wird die Teuerungsrate der Eurozone ab August sprunghaft ansteigen und nach unserer Einsch&auml;tzung bis Anfang 2017 von derzeit -0,1% auf 1,4% anziehen. Sie l&auml;ge damit erstmals seit drei Jahren wieder &uuml;ber der 1,0%-Marke. Auch wenn es sich dabei im Grunde nur um eine technische Reaktion handelt, d&uuml;rfte damit zumindest ein psychologischer Effekt verbunden sein und der generelle Inflationspessimismus gemildert werden.<\/p>\n<p> Letztendlich ist f&uuml;r die EZB jedoch der fundamentale Preisdruck entscheidend. Dieser spiegelt sich in der Kerninflation wider, in der die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausgeklammert sind. Die Kerninflation hatte sich nach Beginn des Kaufprogramms (M&auml;rz 2015) zun&auml;chst ganz im Sinne der EZB entwickelt. Von dem historischen Tief bei +0,6% ist die Rate im Jahresverlauf sukzessive auf +1,1% angestiegen. Bereits Ende 2015 kam dieser Prozess aber ins Stocken. Zwischen Januar und Mai gab die Kerninflation wieder auf durchschnittlich +0,9% nach &ndash; Tendenz fallend.<\/p>\n<p> In der Tat haben die Abw&auml;rtsrisiken f&uuml;r die Kerninflation kurzfristig zugenommen. Dazu tr&auml;gt vor allem der Deflationsdruck aus dem Ausland bei. Unter anderem lagen die Rohstoffpreise zu Jahresbeginn 35% unter dem Vorjahresniveau (in Euro gemessen am Goldman Sachs Index). Von billigen Rohstoffen profitierten namentlich die Unternehmen. Die industriellen Erzeugerpreise waren daher bis zuletzt abw&auml;rts gerichtet und sind im April auf ein neues 6-Jahres-Tief gefallen. Gross- und Einzelh&auml;ndler k&ouml;nnen also nach wie vor billig bei den Herstellern einkaufen, was sich d&auml;mpfend auf die Verbraucherpreise auswirkt (vgl. Abb. 2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abb. 2: Erzeugerpreise erzeugen Deflationsdruck<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-06-15\/Abb2-7d8a03bbe5251089e64eb0dd715fe1e4.png\" alt=\"\" width=\"374\" height=\"207\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: Eurostat, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Inzwischen ist zwar nicht nur beim &Ouml;l, sondern auch bei den Preisen vieler anderer Rohstoffe (Soja, Mais, Aluminium etc.) die Trendwende nach oben vollzogen. Bis sich daraus aber ein m&ouml;glicher Teuerungsschub f&uuml;r die Verbraucher ergibt, wird noch einige Zeit verstreichen.<\/p>\n<p> Von Lohnkostendruck ist in der Eurozone ebenfalls noch wenig zu sp&uuml;ren, obwohl die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken ist. Ausgerechnet in Deutschland hat er zuletzt sogar tendenziell nachgelassen (vgl. Abb. 3). In dieser Linie steht auch der j&uuml;ngste IG Metall-Abschluss. Auf den ersten Blick erscheint das Ergebnis zwar &uuml;ppig. Die Lohnsteigerung von 4,8% verteilt sich jedoch &uuml;ber 21 Monate und stellt damit im historischen Vergleich ein eher moderates Plus dar (ca. 2,5% p.a.). In weiten Teilen der Eurozone wirken &uuml;berdies nach wie vor die Arbeitsmarkreformen m&auml;ssigend auf die Lohnsteigerungen ein. Derzeit sticht in dieser Hinsicht speziell Italien hervor (vgl. Abb. 3). Der Lohndruck wird daher auf absehbare Zeit in der W&auml;hrungsunion moderat bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abb. 3: Von Lohndruck noch wenig zu sp&uuml;ren<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-06-15\/Abb3-21f41a665c79e6233c4b08def9e0be86.png\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"197\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: Eurostat, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Trotz der zuletzt soliden Konjunktur spricht somit viel f&uuml;r einen Seitw&auml;rtstrend der Kerninflation auf dem aktuell tiefen Niveau. Tr&uuml;bt sich dar&uuml;ber hinaus noch der Konjunkturausblick ein, nehmen die Abw&auml;rtsrisiken weiter zu. Wir gehen daher davon aus, dass die Inflationsprognosen der EZB f&uuml;r die Jahre 2017\/2018 nicht nach oben korrigiert werden, sondern eher die Gefahr einer Abw&auml;rtsrevision besteht. So rechnen wir etwa im n&auml;chsten Jahr mit einer um drei bis vier Zehntel niedrigeren Kerninflationsrate als die EZB (0,8% bis 0,9% versus 1,2%). Diese Entwicklung wird den W&auml;hrungsh&uuml;tern nicht gefallen &ndash; die &nbsp;Geldpolitik muss weiter aufs Gaspedal dr&uuml;cken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die TLTROs sorgen nicht f&uuml;r den Durchbruch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EZB weigert sich indes, jetzt schon &uuml;ber neue Stimuli zu spekulieren. Schliesslich sind nicht einmal alle bislang bewilligten Massnahmen umgesetzt. Das Ankaufprogramm f&uuml;r Unternehmensanleihen l&auml;uft gerade erst an und die Lancierung der neuen Langfristtender (TLTRO&nbsp;II) steht noch aus.<\/p>\n<p> Vor allem in die TLTROs setzt die EZB grosse Hoffnungen. Schliesslich hat sie die neuen Instrumente explizit attraktiv ausgestaltet: f&uuml;r 4 Jahre k&ouml;nnen sich &nbsp;Banken bei der EZB zu einem Negativzins[1] Geld leihen (im Rahmen von 4 Versteigerungsterminen). Das maximal abrufbare Volumen des Bankensektors bel&auml;uft sich auf 1.600 Mrd. EUR.[2] Die Notenbank w&uuml;nscht sich eine hohe Inanspruchnahme &ndash; die TLTROs w&auml;ren dann sozusagen ein zweites QE-Programm.<\/p>\n<p> <strong>F&uuml;r die Banken gibt es im Wesentlichen vier Motive, um die Langfristtender zu ersteigern:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umwandlung von TLTROs I in TLTROs II<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ersatz anderer Refinanzierungsquellen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Carry Trades<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liquidit&auml;t f&uuml;r neue Kredite<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den TLTROs I, die weniger attraktiv ausgestaltet waren[3], haben die Banken 425 Mrd. EUR ersteigert. Die EZB gestattet es, die TLTROs&nbsp;I in TLTROs&nbsp;II zu &uuml;berf&uuml;hren. Davon werden die meisten Banken Gebrauch machen. Schon allein aus diesem Grund d&uuml;rfte das Versteigerungsvolumen des 1. TLTROs II (Settlement 29. Juni 2016) bei mindestens 400 Mrd. EUR liegen. Dabei handelt es sich aber um keine zus&auml;tzliche Liquidit&auml;t.<\/p>\n<p> Offiziell zielen die TLTROs darauf ab, das Kreditgesch&auml;ft anzukurbeln (oben &raquo;Motiv&nbsp;4&laquo;). Allerdings zeigt sich immer mehr, dass das anhaltend niedrige Kreditwachstum in der Eurozone kein Problem der Angebotsseite ist, sondern auf mangelnder Nachfrage der Unternehmen beruht. Viele Banken schwimmen bereits jetzt in Liquidit&auml;t und bieten Kredite zu g&uuml;nstigen Konditionen an. Gleichzeitig beklagen sich die Kreditnehmer (selbst die kleinen) immer seltener &uuml;ber ein zu restriktives Angebot. In der j&uuml;ngsten EZB-Mittelstandsumfrage (SAFE) wurde der Zugang zu Krediten als das kleinste aller betriebswirtschaftlichen Probleme angesehen (vgl. Abb. 4). Die wenigsten Banken werden also in Erwartung einer anziehenden Kreditnachfrage zus&auml;tzliche Liquidit&auml;t ersteigern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abb. 4: Kreditversorgung derzeit kleinstes Problem<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-06-15\/Abb4-e000f9f59f045d87ea6534a7faa1b5f3.png\" alt=\"\" width=\"376\" height=\"218\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: EZB, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Die Liquidit&auml;t kann aber auch anders verwendet werden &ndash; z.B. zum Wertpapierkauf. Speziell f&uuml;r s&uuml;deurop&auml;ische Banken scheint es lukrativ, sich bei der EZB zu \u20110,40% zu verschulden und das Geld in 4-j&auml;hrige Staatsanleihen des eigenen Landes anzulegen. Damit k&ouml;nnte ein nahezu risikoloser Gewinn von 70 (Italien) bis 220 Bp (Portugal) eingestrichen werden. Ob solche &raquo;Carry Trades&laquo; in grossem Umfang durchgef&uuml;hrt werden, ist dennoch fraglich, schliesslich halten gerade s&uuml;deurop&auml;ische Banken schon heute hohe Best&auml;nde an Staatsanleihen.<\/p>\n<p> Die TLTROs k&ouml;nnen indes auch als Ersatz f&uuml;r andere Refinanzierungsquellen in Betracht gezogen werden. Unter anderem werden in den kommenden eineinhalb Jahren Bankschuldverschreibungen im Umfang von &uuml;ber 400 Mrd. EUR in der Eurozone f&auml;llig. Die Banken d&uuml;rften aber auch hier Vorsicht walten lassen, schliesslich will niemand in vollst&auml;ndige Abh&auml;ngigkeit der EZB geraten und sich langfristig den Zugang zum Kapitalmarkt versperren.<\/p>\n<p> Insgesamt halten wir ein TLTRO II-Volumen von 800 bis 900 Mrd. EUR f&uuml;r realistisch, wobei knapp die H&auml;lfte aus der &Uuml;bertragung der TLTROs&nbsp;I resultiert und ein weiterer Teil lediglich andere Refinanzierungsquellen ersetzt.<\/p>\n<p> Im Ergebnis werden die neuen TLTROs zweifellos einen Beitrag zur Absicherung des Bankensektors leisten &ndash; speziell schwache Institute k&ouml;nnen auf billige und relativ langfristige Liquidit&auml;t zur&uuml;ckgreifen. Der davon ausgehende Netto-Liquidit&auml;tseffekt f&uuml;r das Finanzsystem wird aber unter 500 Mrd. EUR liegen. Dies d&uuml;rfte nicht reichen, um der Wirtschaft im 2. Halbjahr den entscheidenden Impuls zu geben. Somit wird die EZB um weitere Massnahmen nicht umhinkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Leitzins spielt nur noch Nebenrolle<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Option f&uuml;r eine noch expansivere Geldpolitik steht der EZB neben dem QE-Programm nach wie vor die Zinspolitik zur Verf&uuml;gung. Bis Ende 2015 waren Leitzinssenkungen sogar das bevorzugte Instrument der europ&auml;ischen W&auml;hrungsh&uuml;ter. Dies lag zum einem am Widerstand der Bundesbank gegen&uuml;ber Anleihenk&auml;ufen. Zum anderen spielten die positiven Erfahrungen der Schweiz und D&auml;nemarks mit Leitzinsen unter null eine Rolle. Die EZB war denn auch zusammen mit der SNB und der DNB Vorreiter bei Negativzinsen.<\/p>\n<p> Im Dezember 2015 vollzog die Notenbank jedoch einen Schwenk. Die kleine Senkung der Depositenrate von \u20110,20% auf \u20110,30% entt&auml;uschte die M&auml;rkte. Mithin bekommt die EZB beim Thema Negativzinsen zunehmend kalte F&uuml;sse. Insbesondere der fragile Bankensektor der Eurozone soll gesch&uuml;tzt und nicht zus&auml;tzlich von dieser Seite unter Druck gesetzt werden.<\/p>\n<p> Dar&uuml;ber hinaus werden aber auch andere Nachteile angef&uuml;hrt, wie die Verunsicherung der Bev&ouml;lkerung und die Destabilisierung von Pensionskassen. Die W&auml;hrungsh&uuml;ter haben daher durchblicken lassen, nur noch in Notf&auml;llen die Leitzinsen weiter zu senken. Solche Krisenf&auml;lle k&ouml;nnten sein:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>eine Rezession<\/li>\n<li>ein &ouml;konomischer Schock (Brexit)<\/li>\n<li>eine starke Aufwertung des Euros<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">All dies ist in den n&auml;chsten Monaten nicht auszuschliessen, weshalb wir in unserem Basisszenario nochmals eine Leitzinssenkung um 10 Bp unterstellen (auf -0,50%). Die Zinspolitik d&uuml;rfte dennoch ein Nebenkriegsschauplatz bleiben. Das Hauptaugenmerk ist auf das Anleihenkaufprogramm gerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das QE-Programm besitzt noch Potential<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die &ouml;konomischen Wirkungen des QE-Programms sind h&ouml;chst umstritten. Die EZB geht selbstredend nach wie vor davon aus, dass Anleihenk&auml;ufe ein effektives Instrument sind. Gem&auml;ss eigenen Studien w&uuml;rde die Inflationsrate heute um mindestens 0,5 Prozentpunkte niedriger und damit tief im negativen Bereich liegen, w&auml;re die Geldpolitik unt&auml;tig geblieben. Die nochmalige Ausweitung der Anleihenk&auml;ufe stellt daher in den Augen der meisten W&auml;hrungsh&uuml;ter eine Option dar. Ist sie aber auch technisch durchf&uuml;hrbar?<\/p>\n<p> Mit den Entscheidungen vom Dezember 2015 (Verl&auml;ngerung des Programms um 6 Monate) und vom M&auml;rz 2016 (Aufstockung der monatlichen K&auml;ufe von 60 auf 80 Mrd. EUR) hat sich das Zielvolumen der Anleihenk&auml;ufe von 1.200 Mrd. EUR auf 1.800 Mrd. EUR erh&ouml;ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tab. 1: Ankaufprogramm f&uuml;r Staatsanleihen<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-06-15\/Tab1-ff042dba8da249e6eb5312cd2f777c82.png\" alt=\"\" width=\"379\" height=\"180\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: EZB, Bantleon; *inkl. L&auml;nderanleihen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Der L&ouml;wenanteil davon &ndash; ungef&auml;hr zwei Drittel &ndash; entf&auml;llt auf Staatsanleihen. Bis M&auml;rz 2017 m&uuml;ssen die EZB bzw. die jeweiligen nationalen Zentralbanken f&uuml;r ca. 1.200 Mrd. EUR Staatsanleihen erwerben.<a href=\"http:\/\/www.bantleon.com\/de\/aktuelles\/analysen\/2016\/2016-06-15#_ftn1\" title=\"\">[4]<\/a> Das Volumen wird nach dem EZB-Kapitalschl&uuml;ssel auf die L&auml;nder verteilt, d.h., der deutsche Anteil liegt bei ungef&auml;hr 310 Mrd. EUR, der franz&ouml;sische bei 250 Mrd. EUR und der italienische bei 210 Mrd. EUR (vgl. Tab. 1 und Abb. 5).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abb. 5: Bei Bundesanleihen wird es knapp<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-06-15\/Abb5-45c65cc8d2cfcf4483347a11aee8b68d.png\" alt=\"\" width=\"375\" height=\"232\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: EZB, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Im Fall Deutschlands wird es bereits im Rahmen des laufenden Programms zu Engp&auml;ssen kommen. Nach den Regularien der EZB d&uuml;rfen maximal 33% aller Staatsanleihen eines Schuldners erworben werden. Das ausstehende Volumen an deutschen Staats- und L&auml;nderanleihen bel&auml;uft sich derzeit auf ca. 1.000 Mrd. EUR (2 bis 30 Jahre) &ndash; die Ankaufsgrenze liegt somit bei ca. 330 Mrd. EUR. Die Marge zum notwendigen Ankaufvolumen (310 Mrd. EUR) ist mithin &auml;usserst gering (vgl. Tab. 1 und Abb. 5).<\/p>\n<p> Dies gilt umso mehr, als noch eine zweite Einschr&auml;nkung zur Geltung kommt: Die Anleihen m&uuml;ssen eine Mindestrendite in H&ouml;he der Depositenrate (-0,40%) aufweisen. Bundesanleihen erf&uuml;llen dieses Kriterium derzeit erst ab einer 6-j&auml;hrigen Laufzeit. In der Folge f&auml;llt aktuell rund die H&auml;lfte des potentiellen Ankaufvolumens weg.<\/p>\n<p> Damit die Bundesbank, die im Auftrag der EZB handelt, bis M&auml;rz 2017 die deutsche Quote erreicht, muss sie entweder auf steigende Zinsen hoffen oder verst&auml;rkt auf Agencies (KfW, NRW.Bank, L-Bank) und Supras ausweichen. Vom Bund als Emittent von Staatsanleihen ist keine Hilfe zu erwarten. Vielmehr wird im Bundeshaushalt weiterhin die schwarze Null angestrebt. Netto werden damit aller Voraussicht nach in den kommenden 12 Monaten keine zus&auml;tzlichen Staatsanleihen auf den Markt kommen.<\/p>\n<p> In Anbetracht dessen ist eines klar: Bei einer erneuten Ausweitung der Anleihenk&auml;ufe m&uuml;ssen Beschr&auml;nkungen gelockert oder zus&auml;tzliche M&auml;rkte erschlossen werden. Letzteres ist jedoch aus unserer Sicht kaum mehr m&ouml;glich. Mit dem Einbezug von Unternehmensanleihen sind fast alle Anleihensegmente abgegrast. Es verbleiben noch Bankschuldverschreibungen, deren Ankauf jedoch aus rechtlicher Sicht problematisch ist (Konflikt mit Bankenaufsicht der EZB). Auch den Erwerb von Aktien-ETFs, wie ihn die Bank of Japan bereits vornimmt, d&uuml;rfte die EZB kaum in Betracht ziehen. Zum einen ist der Markt in Europa recht klein (ca. 250 Mrd. EUR). Zum anderen w&uuml;rde sich die Notenbank noch st&auml;rker dem Vorwurf aussetzen, unkalkulierbare Risiken einzugehen und Kursblasen zu verursachen.<\/p>\n<p> Der einfachere Weg, um zus&auml;tzliche Freir&auml;ume zu schaffen, ist die Lockerung des Schuldnerlimits von 33% auf 50%, zumal dieser Schritt bei den Supras bereits gegangen wurde. Bedenken wegen Klumpenrisiken k&ouml;nnte man dadurch Rechnung tragen, dass lediglich bei &raquo;AAA&laquo;- (unter anderem Deutschland, Niederlande, &Ouml;sterreich) und &raquo;AA&laquo;-Schuldnern (Frankreich, Belgien, Finnland) das Limit erh&ouml;ht wird.<\/p>\n<p> Dar&uuml;ber hinaus ist es naheliegend, auch noch die Zinsuntergrenze beim Anleihenkauf zu beseitigen und die Laufzeitbeschr&auml;nkung zu lockern (z.B. auf 0,5 Jahre bis unendlich). Bezogen auf Deutschland w&uuml;rde sich durch all diese Massnahmen das potentielle Ankaufvolumen von 330 Mrd. EUR auf ca. 650 Mrd. EUR nahezu verdoppeln. Letztendlich gilt dies auch f&uuml;r das gesamte Anleihenkaufprogramm, das somit auf &uuml;ber 3.000 Mrd. EUR ausgedehnt werden k&ouml;nnte (vgl. Tabelle 2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tabelle 2: M&ouml;gliches finales Staatsanleihenprogramm<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-06-15\/Tab2-f42db21eadac80acc2d6f20ef6e2bc2d.png\" alt=\"\" width=\"379\" height=\"181\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: EZB, Bantleon; *inkl. L&auml;nderanleihen, **Verl&auml;ngerung um 6 Monate + Tapering (= 920 Mrd. &euro;, 80% der K&auml;ufe sind Staatsanleihen)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In unserem Basisszenario einer moderaten zyklischen Abk&uuml;hlung ist ein so weitgehender Schritt gar nicht erforderlich. Die EZB d&uuml;rfte sich mit der &uuml;blichen Dosis der Aufstockung (ca. 500 bis 600 Mrd. EUR) begn&uuml;gen und dazu im Herbst eine Verl&auml;ngerung des bestehenden Programms um weitere sechs Monate ank&uuml;ndigen (bis September 2017). Sollte sich dann die Konjunktur 2017 stabilisieren, wird die Notenbank anschliessend ein &raquo;Tapering&laquo; durchf&uuml;hren, d.h., die monatlichen Ank&auml;ufe w&uuml;rden z.B. um 10 Mrd. EUR pro Notenbanksitzung reduziert. Das endg&uuml;ltige Zielvolumen l&auml;ge somit bei 2.700 Mrd. EUR und das Programm w&uuml;rde im September 2018 auslaufen.[5]<\/p>\n<p> Wenn der Abschwung im 2. Halbjahr 2016 st&auml;rker ausf&auml;llt als gedacht, w&auml;re noch Platz f&uuml;r eine Aufstockung der monatlichen Ank&auml;ufe von 80 auf 100 Mrd. EUR. Erst wenn auch diese Massnahmen ins Leere laufen, m&uuml;sste sich die EZB &uuml;ber weitergehende Schritte (&raquo;Helikopter-Geld&laquo;) Gedanken machen bzw. die Fiskalpolitik eine aktivere Rolle spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit: QE ist noch nicht am Ende<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht allein wegen des m&ouml;glichen Brexits muss die EZB &uuml;ber zus&auml;tzliche geldpolitische Impulse nachdenken. Ganz unabh&auml;ngig vom Briten-Referendum droht aus unserer Sicht im Laufe des 2.&nbsp;Halbjahres eine zyklische Abk&uuml;hlung. In der Folge d&uuml;rfte die EZB im Herbst ihre Inflationsprognose f&uuml;r das Jahr 2018 nach unten korrigieren, womit zwangsl&auml;ufig Handlungsdruck entsteht.<\/p>\n<p> Vor diesem Hintergrund werden die W&auml;hrungsh&uuml;ter im September nicht umhinkommen, eine nochmalige Verl&auml;ngerung des QE-Programms um sechs Monate (bis September 2017) zu verk&uuml;nden. Danach d&uuml;rfte das Programm &uuml;berdies nicht abrupt enden, sondern nur langsam auslaufen. Die daraus resultierende Aufstockung der Anleihenk&auml;ufe von 1.800 Mrd. EUR auf 2.700 Mrd. EUR ist problemlos umsetzbar, wenn das Schuldnerlimit beim Erwerb von Staatsanleihen von 33% auf 50% erh&ouml;ht wird.<\/p>\n<p> Die Geldpolitik d&uuml;rfte erst dann an ihre Grenzen stossen, wenn die Konjunktur auch 2017 nicht richtig zum Laufen kommt. Aber selbst in diesem Fall wird man sich von der stimulierenden Makropolitik nicht verabschieden. Vielmehr werden die Rufe nach einer expansiveren Fiskalpolitik umso vehementer erklingen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">[1] Weitet eine Bank ihr Kreditvolumen bis Anfang 2018 um 2,5% aus, kommt sie auf jeden Fall in den Genuss der Depositenrate als Kreditzins (derzeit -0,40%).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[2]&nbsp; 30% der ausstehenden Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen und Privathaushalte (ohne Hypothekenkredite).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[3]&nbsp; Die Zinss&auml;tze sind h&ouml;her und die Laufzeiten k&uuml;rzer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[4] Daneben w&uuml;rden ca. 160 Mrd. EUR an Supras, 100 Mrd. EUR an Agencies, 260 Mrd. EUR an Covered Bonds\/ABS sowie 80 Mrd. EUR an Unternehmensanleihen erworben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[5] Zu den bereits beschlossenen 1.800 Mrd. EUR kommen 480 Mrd. EUR aus der Verl&auml;ngerung und 440 Mrd. EUR aus dem Tapering (&uuml;ber 8 Sitzungen) hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Anleihenkaufprogramm der EZB endet nach derzeitigem Stand im M&auml;rz 2017. Sp&auml;testens im Herbst dieses Jahres muss die Notenbank Farbe bekennen, ob das Programm nochmals verl&auml;ngert wird&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3806,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-2081","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2081","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2081"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2081\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3806"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2081"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2081"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2081"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}