{"id":2085,"date":"2016-02-02T23:00:00","date_gmt":"2016-02-02T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/02\/02\/lgt-japan-allein-kann-den-weltweiten-ausblick-nicht-aufhellen\/"},"modified":"2016-02-02T23:00:00","modified_gmt":"2016-02-02T23:00:00","slug":"lgt-japan-allein-kann-den-weltweiten-ausblick-nicht-aufhellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-japan-allein-kann-den-weltweiten-ausblick-nicht-aufhellen\/","title":{"rendered":"LGT: Japan allein kann den weltweiten Ausblick nicht aufhellen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Entscheidung, Negativzinsen einzuf&uuml;hren, hat die Bank of Japan (BOJ) gezeigt, dass Notenbanken jederzeit mit Pr&auml;ventivmassnahmen &uuml;berraschen k&ouml;nnen. Generell d&uuml;rfte der Schritt Aktien und h&ouml;herverzinsliche Anlagen beg&uuml;nstigen, ohne den Yen zu schw&auml;chen&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollten die anderen grossen Notenbanken mit &auml;hnlichen Aktionen folgen, k&ouml;nnte es sogar weltweit zu einer Wiederbelebung der alten Hausse kommen. Insgesamt ist aber weiterhin Vorsicht angebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&laquo;Wenn sich die Fakten &auml;ndern, &auml;ndere ich meine Meinung. Was tun Sie, Sir?&raquo; soll John Maynard Keynes einmal rhetorisch gefragt haben. F&uuml;r Investoren bleibt dieser Grundsatz universell g&uuml;ltig und wichtig. Mit der Entscheidung, nun doch Negativzinsen einzuf&uuml;hren, hat Bank of Japan-Gouverneur Haruhiko Kuroda Pragmatismus demonstriert. Genau deswegen haben Aktien- und Anleihem&auml;rkte rund um den Globus zun&auml;chst auch so eindeutig positiv reagiert. Gleichzeitig &uuml;berzeugt die Behauptung, dass Japan einen &laquo;W&auml;hrungskrieg&raquo; verfolge, nicht: Der Yen hat schliesslich nur einen Teil seiner zuletzt ungew&ouml;hnlich hohen Kursgewinne zur&uuml;ckgeben und neigt im mittelfristigen Trend weiterhin zur St&auml;rke (siehe Grafik im PDF, Seite 2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Qualitative und quantitative Lockerung mit negativem Zins<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist konkret geschehen? Am 26. Januar hat Japans Notenbank in einer knappen Abstimmung (f&uuml;nf zu vier) zum ersten Mal einen Negativzinssatz eingef&uuml;hrt. Ab dem 16. Februar wird die BOJ auf die neu angesammelten &Uuml;berschussreserven der japanischen Gesch&auml;ftsbanken -0.1% berechnen. Existierende &Uuml;berschussreserven, welche aus den bisherigen Einnahmen des laufenden quantitativen Lockerungsprogramms (QE) der BOJ stammen, zahlen jedoch weiter 0.1%. Die erforderlichen Mindestreserven bleiben unverzinst. Dieser Schritt ist potenziell inflation&auml;r. Da ein Teil der risikolosen Zinsertr&auml;ge zuk&uuml;nftig wegf&auml;llt, h&auml;tten Banken einen Anreiz, ihr Geld verst&auml;rkt anderswo anzulegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die tats&auml;chlichen praktischen Auswirkungen d&uuml;rften sich aber vorerst in Grenzen halten. Ende 2015 betrugen die Reserven der japanischen Banken &yen;230.6 Bio. ($1.9 Bio), wobei 96% davon &Uuml;berschussreserven darstellen. Netto wird die BOJ den Banken also weiterhin auf Sicht Zinsen &uuml;berweisen, selbst wenn diese die Gesamtheit der zuk&uuml;nftigen QE-Erl&ouml;se (&yen;80 Bio. pro Jahr) passiv auf ihrem BOJ-Girokonto liegen lassen. Die Investoren rechnen also offensichtlich damit, dass die BOJ bereit ist, zu gegebener Zeit weitergehende Massnahmen zu ergreifen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">International gesehen ist die Signalwirkung wichtiger als die Massnahme an sich. Noch Anfang Januar hatte Kuroda n&auml;mlich Negativzinsen f&uuml;r Japan abgelehnt. Doch nach drei Wochen globaler Marktturbulenzen wollte die BOJ klarstellen, dass sie tats&auml;chlich bereit ist, alles Notwendige zu tun, wann auch immer es erforderlich sein sollte &ndash; und zwar ohne sich &uuml;ber den m&ouml;glichen Verlust an Glaubw&uuml;rdigkeit Gedanken zu machen. Selbst dann nicht, wenn die BOJ Fehler eingestehen und den Kurs &auml;ndern m&uuml;sste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wird die US-Notenbank eine &auml;hnliche Flexibilit&auml;t demonstrieren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zumal die Europ&auml;ische Zentralbank eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik bereits in Aussicht gestellt hat, stellt der BOJ-Schritt daher die Hoffnung in den Raum, dass auch die Federal Reserve in den USA nicht z&ouml;gern werde, den Kurs wieder zu wechseln. Dies nachdem sie ein gutes Jahr lang z&ouml;gerte, bevor sie im Dezember endlich die erste US-Zinserh&ouml;hung beschloss. Ohne diese konkrete Hoffnung ergibt eine globale Rallye kaum Sinn. Ohne ein baldiges Einschwenken der Fed kann auch Japan nicht als einziger Markt allein auf Dauer haussieren, w&auml;hrend sich der globale Ausblick weiter eintr&uuml;bt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Generell ist der BOJ-Entscheid durchaus willkommen. Und falls er sich tats&auml;chlich als die erste in einer Reihe von positiven &Uuml;berraschungen erweisen sollte, k&ouml;nnte es sogar doch noch zu einer Wiederbelebung der alten globalen Aktienhausse kommen. Doch wie in der Vorwoche an dieser Stelle erl&auml;utert, haben die Januar-Turbulenzen den M&auml;rkten weltweit erhebliche Sch&auml;den zugef&uuml;gt. Vor diesem Hintergrund bleibt daher eine gewisse Vorsicht im Hinblick auf den mittelfristigen Marktausblick weiterhin angemessen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4320\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/013cadf916c3e87a29ae5fef4ce8a5d9.png\" alt=\"03022016\" width=\"571\" height=\"226\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Strategisch: BOJ-Massnahme bekr&auml;ftigt unseren Gesamtansatz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere &uuml;bergeordnete strategische Erwartung, dass die alternde und inzwischen m&ouml;glicherweise sogar verh&auml;ngnisvoll verwundete Hausse vermehrt zu extremer Volatilit&auml;t neigen wird, wurde weiter best&auml;tigt. Dieses Umfeld bevorzugt weiter flexible Anlagestrategien wie Hedge Fonds und Managed Futures. Es beg&uuml;nstigt zudem aktives Investment-Management. Das zeigt die volatile und asymmetrische Entwicklung an der Tokioter B&ouml;rse nach dem BOJ-Entscheid. So ist breite Topix-Index seit Freitag um 1% gestiegen, nachdem er zwischenzeitlich sogar Kursgewinne von 6.7% verbuchte. Darunter verstecken sich zudem grosse Disparit&auml;ten zwischen Sektoren. REITs und Konsumfinanzierer sind um jeweils gut 6% gestiegen, w&auml;hrend Banken 11% verloren haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anstieg der REITs und der Risikokreditgesellschaften unterstreicht zudem unsere strategische Ausrichtung zugunsten alternativer Rendite- und Ertragsquellen wie Private Equity, Private Debt oder Versicherungsverbriefungen. Letztere bieten zudem aufgrund ihrer sehr geringen Korrelation mit den Aktienm&auml;rkten und wirtschaftlichen Entwicklungen auch verbesserte Diversifikation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktien: kurzfristig positiv, mittelfristig fraglich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die BOJ-Massnahme vom letzten Freitag best&auml;tigt die Gr&uuml;nde f&uuml;r unsere Pr&auml;ferenz f&uuml;r japanische Aktien, einschliesslich Immobilienfonds (Real Estate Investment Trusts, bzw. REITs). Allerdings ist der Schritt nicht gross genug, um auch den globalen Ausblick f&uuml;r Aktien grundlegend aufzuhellen. So bleiben wir zwar gegen&uuml;ber Japan und Europa weiterhin vergleichsweise konstruktiv eingestellt, beim globalen Aktienrisiko sind wir inzwischen allerdings auf Neutralposition. F&uuml;r eine Aufhellung des Ausblicks m&uuml;ssten auch die anderen Notenbanken bald vergleichbare &Uuml;berraschungen liefern, was im Moment eher schwierig erscheint: In Europa gibt Mario Draghi zwar kontinuierlich verbale Versprechungen ab. Doch entweder entt&auml;uschen die nachfolgenden EZB-Massnahmen oder sie werden zwischenzeitlich vollends an den M&auml;rkten eingepreist. In den USA k&ouml;nnten die Sorge vor einem m&ouml;glichen Verlust der institutionellen Glaubw&uuml;rdigkeit die Fed zu lange vor einer Kurskorrektur abhalten. Sie d&uuml;rfte eher abwarten, bis die Bremspuren der Januar-Turbulenzen auch in den mittelfristigen Konjunkturdatentrends sichtbar werden. Dann k&ouml;nnte es jedoch zu sp&auml;t sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Positiv f&uuml;r Anleihen, besonders f&uuml;r riskantere und alternative Segmente<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Renditen von traditionellen Staatsanleihen d&uuml;rften noch l&auml;nger extrem tief bleiben und bei Bedarf tiefer in den negativen Bereich gedr&uuml;ckt werden. Die Zentralbanken sind grunds&auml;tzlich dazu f&auml;hig. In den entwickelten Volkswirtschaften sind traditionelle Staatsanleihen heute in erster Linie nicht mehr als Finanzanlagen, sondern als Instrumente der Geldpolitik anzusehen. Sie sind daher als solche auch nicht attraktiv. Andererseits profitieren praktisch alle anderen h&ouml;herverzinslichen Anlagen von dieser Entwicklung. Investoren m&uuml;ssen h&ouml;here Risiken eingehen, falls sie mittel- bis langfristig positive Renditen erwirtschaften wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W&auml;hrungen: Der japanische Yen wird weiter zur St&auml;rke neigen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Yen wird die BOJ-Entscheidung nicht wesentlich schw&auml;chen, obwohl sich etwaige Kursgewinne des Yen gegen&uuml;ber dem US-Dollar in Grenzen halten d&uuml;rften (siehe Grafik im PDF, Seite 2). Der breitere Yen-Aufw&auml;rtstrend gegen&uuml;ber den anderen Industriel&auml;nder-W&auml;hrungen im Allgemeinen und dem Euro im Besonderen bleibt jedoch ungebrochen. Wie die nachstehende Grafik zeigt, folgt der Yen-Zyklus weiterhin dem Pfad des US-Dollars seit M&auml;rz 2009, d.h. dem Beginn QE-Politik in den USA. Die Einf&uuml;hrung der BOJ-Negativzinsen hat nur die j&uuml;ngsten Kursgewinne des Yen etwas entsch&auml;rft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist auch, dass Japans Wirtschaft sich in den letzten Monaten nicht wesentlich abgeschw&auml;cht hat, w&auml;hrend die BOJ-Entscheidung hilft, die realwirtschaftlichen Risiken, die sich im Schlepptau der Januar-Marktturbulenzen ergeben k&ouml;nnten, zu reduzieren. Noch am 19. Januar sch&auml;tzte Kuroda am WEF in Davos Japans Konjunktur als relativ robust ein. Eine Einsch&auml;tzung, die von mittelfristigen Datentrends unterst&uuml;tzt wird. So hatte die BOJ trotz des Lockerungssignals vom Freitag die reale Wirtschaftswachstumsprognose f&uuml;r das laufende Fiskaljahr per Ende M&auml;rz geringf&uuml;gig von 1.4 % auf 1.5% erh&ouml;ht (Mediansch&auml;tzungen). Nur der Zeitpunkt, an dem die j&auml;hrliche Inflationsrate 2% erreichen soll, wurde um etwa sechs Monate auf die erste H&auml;lfte 2017 verschoben.<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Entscheidung, Negativzinsen einzuf&uuml;hren, hat die Bank of Japan (BOJ) gezeigt, dass Notenbanken jederzeit mit Pr&auml;ventivmassnahmen &uuml;berraschen k&ouml;nnen. 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