{"id":2096,"date":"2016-06-21T05:00:00","date_gmt":"2016-06-21T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/06\/21\/m-g-ein-germanisches-problem\/"},"modified":"2016-06-21T05:00:00","modified_gmt":"2016-06-21T05:00:00","slug":"m-g-ein-germanisches-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/m-g-ein-germanisches-problem\/","title":{"rendered":"M&#038;G : Ein germanisches Problem"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-meta\" style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Ich habe letzte Woche an einer Konferenz teilgenommen, auf der die Kritik an der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) auf Hochtouren lief. Der Kern der EZB-Schelte l&auml;sst sich in etwa so zusammenfassen:&#8230;.<\/span><\/span><\/div>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\"><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\">Stefan Isaacs<\/span><\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&bdquo;Die EZB hat den Verstand verloren. Die Geldpolitik ist impotent. Die EZB ist am Ende, und das Gesetz der sinkenden Ertr&auml;ge f&uuml;hrt zu nichts anderem als einer immer gr&ouml;&szlig;er werdende Fehlallokation von Ressourcen. Sparer werden bestraft und Spekulation ausgezeichnet, w&auml;hrend Schritt f&uuml;r Schritt die Glaubw&uuml;rdigkeit an den M&auml;rkten und im Bewusstsein der &Ouml;ffentlichkeit verloren wird. Die Bereitschaft der EZB, die M&auml;rkte zu beschwichtigen, f&uuml;hrt au&szlig;erdem lediglich dazu, den Druck zur Durchf&uuml;hrung notwendiger Reformen zu entlasten.&ldquo;<\/em><\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p style=\"text-align: justify;\">In meinen Augen hat das Argument der abnehmenden Ertr&auml;ge einen Kern an Wahrheit. Es scheint, als h&auml;tte jedes quantitative Lockerungsprogramm (QE) des Offenmarktausschusses (FOMC) einen geringeren Effekt auf die Renditen langfristiger Anleihen &ndash; eine wesentliche Kennzahl f&uuml;r QE-Programme &ndash; als sein Vorg&auml;nger. Der Markt musste zudem hinnehmen, dass die Untergrenze der Geldpolitik nicht null ist: Die Renditen auf 2-j&auml;hrige Papiere liegen sowohl in Deutschland und Frankreich als auch in Italien, Spanien, Schweden, den Niederlanden, der Schweiz und Japan deutlich unter dieser Marke. Die EZB hat demonstriert, dass sie ihre Bilanz durch weitere unkonventionelle Ma&szlig;nahmen noch weiter ausweiten kann und man sollte schlie&szlig;lich nicht vergessen, dass die Notenbank in ihren Ma&szlig;nahmen wesentlich weniger engagiert war als die Federal Reserve, die Bank of Japan oder die Bank of England. Dies mag unter Umst&auml;nden erkl&auml;ren, warum die Konjunkturerholung in der Eurozone hinter den Verbesserungen in anderen wichtigen Volkswirtschaftszonen hinterher hinkte.<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2016\/06\/Zentralbankbilanzen.png\" alt=\"Zentralbankbilanzen\" width=\"450\" height=\"338\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3394\" \/> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke, die EZB h&auml;tte ihre geldpolitischen Stimuli intensivieren sollen, um die Konjunktur in der Eurozone anzukurbeln. Sie h&auml;tte zudem fr&uuml;her eingreifen m&uuml;ssen, um ihr einziges Ziel &ndash; Preisstabilit&auml;t &ndash;zu erreichen. Die EZB hat darauf gehofft, dass die wirtschaftlich nicht wettbewerbsf&auml;higen L&auml;nder in der Eurozone schwierige Strukturreformen durchf&uuml;hren w&uuml;rden, um sich am internationalen Markt besser zu behaupten. Diese Hoffnung war unangebracht. Die hoch verschuldeten Staaten in der Eurozone haben zwar einige Ma&szlig;nahmen durchgef&uuml;hrt, doch h&auml;tte die EZB in ihren Sorgen anderen Faktoren mehr Priorit&auml;t einr&auml;umen sollen: hohe Arbeitslosigkeit, wachsende Verschuldung des &ouml;ffentlichen Sektors und der privaten Haushalte sowie r&uuml;ckl&auml;ufige Verbraucherausgaben. Die Ironie ist, dass die EZB alle n&ouml;tigen Werkzeuge zur Hand hatte, der kr&auml;nkelnden Eurozone auf die Beine zu helfen. F&uuml;r diejenigen unter uns, die nicht im Rat der EZB sitzen, scheint die EZB konsistent und bewusst eine restriktive Geldpolitik betrieben zu haben, um subjektiven Risiken an den Finanzm&auml;rkten aus dem Weg zu gehen. Die Quittung dieser Politik war die fehlende Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die reale Wirtschaft und die Nichteinhaltung des prim&auml;ren EZB-Ziels, n&auml;mlich die Inflation unter, aber nahe der 2%-Marke zu halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EZB hatte aber nat&uuml;rlich auch von Anfang an schlechte Karten. Eine W&auml;hrungsunion zwischen ungleichen Volkswirtschaften ohne eine gemeinsame Fiskalpolitik ist im besten Fall eine zerbrechliche Union. Im Kern dieser Zerbrechlichkeit innerhalb der Eurozone ist der oft &uuml;bersehene und konsistent wachsende Leistungsbilanz&uuml;berschuss Deutschlands. Der derzeitige &Uuml;berschuss bel&auml;uft sich auf fast 9% des BIP. Es handelt sich hier um eine Verletzung des Gesamtwirtschaftlichen Ungleichgewichtsverfahrens der Europ&auml;ischen Union, demzufolge ein Leistungsbilanz&uuml;berschuss auf +6% des BIP begrenzt ist. Martin Wolf von der Financial Times nennt Deutschland deshalb auch <strong>&bdquo;das gr&ouml;&szlig;te Problem der Eurozone.&ldquo; <\/strong>Deutschland hat gegenw&auml;rtig die M&ouml;glichkeit, Kapital ohne oder mit negativen Zinsen aufzunehmen und doch sind &ouml;ffentliche Investitionen in Deutschland die zweitniedrigsten in der OECD (1,5% des BIP). Die staatlichen Nettoinvestitionen sind seit 2003 negativ.<strong> &nbsp;<\/strong>Wie wir fr&uuml;her bereits erl&auml;uterten, <strong>braucht Europa ein deutsches Konjunkturprogramm, bekommt es aber nicht<\/strong>.<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2016\/06\/Zahlungsbilanzen-in-der-Eurozone.png\" alt=\"Zahlungsbilanzen in der Eurozone &ndash; Deutschland hat Leistungsbilanz&uuml;berschuss auf Rekordniveau \" width=\"450\" height=\"338\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3395\" \/> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als gr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft und gr&ouml;&szlig;ter Gl&auml;ubiger in der Eurozone war Deutschland der wichtigste Verfechter f&uuml;r einen Haushalts&uuml;berschuss in der Eurozone. Zur Erwerbung der notwendigen Finanzmittel f&uuml;r die Bezahlung ihrer Verbindlichkeiten m&uuml;ssen hoch verschuldete L&auml;nder wie Griechenland, Portugal, Spanien und Irland versuchen, ihre Haushalte aus tiefen Verlusten in einen &Uuml;berschuss verwandeln. Zur Erreichung dieses Ziels m&uuml;ssen die Regierungen einschneidende Sparma&szlig;nahmen durchsetzen, und anstatt auf Investments die Priorit&auml;t auf Einsparungen legen. Die Konsequenz: Deutschland genie&szlig;t niedrige Arbeitslosenzahlen, steigende L&ouml;hne, h&ouml;here Immobilienpreise und eine g&uuml;nstige W&auml;hrung, w&auml;hrend die L&auml;nder S&uuml;deuropas in Stagnation, Rezession und Depression verharren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese fundamentalen Anf&auml;lligkeiten stehen im Zentrum der Probleme in der Eurozone. Letzten Endes verlangt die Situation entweder nach <strong>gro&szlig;en fiskalen Umschichtungen von Norden nach S&uuml;den<\/strong>, eine deutlich h&ouml;here Inflation in Deutschland oder viele Jahre mit Massenarbeitslosigkeit in den schw&auml;cheren Volkswirtschaften Europas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fast zehn Jahre nach Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 f&uuml;hlt es sich nicht so an, als seien wir einer L&ouml;sung n&auml;her gekommen. Solange die verantwortlichen Politiker nicht bereit sind oder (wahrscheinlicher) zur Durchsetzung schwieriger Entscheidungen gezwungen werden m&uuml;ssen, wird die EZB weiter die Hauptlast tragen und de facto als &bdquo;Fiskalagentur&ldquo; der Eurozone agieren. In der Folge ist ein Ende der Kritik an der EZB nicht abzusehen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe letzte Woche an einer Konferenz teilgenommen, auf der die Kritik an der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) auf Hochtouren lief. 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