{"id":21283,"date":"2015-06-15T08:00:00","date_gmt":"2015-06-15T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/06\/15\/interview-reinhold-hafner-ueber-tail-risks\/"},"modified":"2015-06-15T08:00:00","modified_gmt":"2015-06-15T08:00:00","slug":"interview-reinhold-hafner-ueber-tail-risks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/interview-reinhold-hafner-ueber-tail-risks\/","title":{"rendered":"Interview: Reinhold Hafner \u00fcber Tail Risks"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die j&uuml;ngste Global RiskMonitor Umfrage von Allianz Global Investors zeigt, dass unter Anlegern die Sorge in Bezug auf &bdquo;Tail Risks&ldquo; w&auml;chst, sich aber viele nur bedingt abwehrbereit f&uuml;hlen. Ein Gespr&auml;ch mit Reinhold Hafner, CIO von AllianzGI Global Solutions und Chef von risklab&#8230;&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Reinhold Hafner, CIO von AllianzGI Global Solutions und Chef von risklab<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Herr Hafner, seit einigen Jahren ist verst&auml;rkt die Rede von &bdquo;schwarzen Schw&auml;nen&ldquo; und &bdquo;Tail Risks&ldquo;. Was verbirgt sich dahinter genau? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Finanzbranche versteht man unter einem &bdquo;schwarzen Schwan&ldquo; gemeinhin ein unerwartetes und schwerwiegendes Ereignis, das starke Auswirkungen auf die Finanzm&auml;rkte insgesamt oder einzelne Anlageklassen hat. Ihrer Natur gem&auml;&szlig; ist ein derartiges Ereignis quasi unm&ouml;glich vorherzusehen. Ein Beispiel ist die Pleite von Lehman Brothers im September 2008, die innerhalb von sechs Wochen zu einem etwa 30-prozentigen Kursrutsch beim DAX gef&uuml;hrt hat. Bei dieser Verlustgr&ouml;&szlig;enordnung befinden wir uns sehr weit links im negativen Bereich der Normalverteilungskurve, also an deren linken Schwanz, daher auch &bdquo;Tail Risks&ldquo;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie kann man die Auswirkungen derartiger Ereignisse auf Portfolien ermitteln? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In welcher Form sich ein schwarzer Schwan zeigen wird, kann man definitionsgem&auml;&szlig; nicht vorhersehen. Es gibt zwar Methoden, d&uuml;stere Szenarien durchzuspielen, aber letztlich m&uuml;ssen Sie am Ende immer selbst Annahmen &uuml;ber die Wahrscheinlichkeiten treffen. Die Definition von &bdquo;Tail Risks&ldquo; ist daher nicht unbedingt an das unbekannte oder unerwartete Ereignis an sich gebunden, sondern an den damit verbundenen au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Verlust.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie k&ouml;nnen sich Anleger davor sch&uuml;tzen? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Extremrisiken k&ouml;nnen sich individuell ganz unterschiedlich auswirken: Wer 2008 &uuml;berwiegend in Aktien investiert war, wird dieses Jahr extrem negativ in Erinnerung behalten. F&uuml;r diese Anleger war der Kollaps von Lehman Brothers ein schwarzer Schwan im urspr&uuml;nglichen Sinne, also ein Ungl&uuml;cksbote. Wer aber &uuml;berwiegend in Bundesanleihen investiert war, hat aus Portfoliosicht eines der besten Anlagejahre &uuml;berhaupt erlebt. Also muss man &bdquo;Tail Risks&ldquo; individuell auf Basis des jeweiligen Portfolios betrachten und analysieren. Dies hei&szlig;t im Umkehrschluss, dass es beim sogenannte &bdquo;Tail Risk Hedging&ldquo;, also bei der Absicherungsstrategie, keine Standardantwort geben kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Handlungsalternativen haben Anleger? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt zwei grunds&auml;tzliche Alternativen: Erstens Aussitzen. In den meisten F&auml;llen wurden die Kursverluste nach Extremereignissen in einigen Jahren wieder aufgeholt. Wer einen langen Atem hat und nicht durch Bilanzierungsvorschriften eingeschr&auml;nkt ist, k&ouml;nnte diese Option also grunds&auml;tzlich w&auml;hlen. Aber: Viele Anleger k&ouml;nnen dies nicht. Und hierbei rede ich nicht nur von institutionellen Investoren. Schauen Sie beispielsweise nach Japan: Selbst 25 Jahre nach dem Platzen der Blase hat der Aktienindex Nikkei seine Verluste bei weitem nicht wieder wettgemacht. F&uuml;r die meisten Anleger ist daher das Aussitzen keine echte Alternative.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bleibt also die Portfolio-Absicherung&hellip; <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, &uuml;ber alle Anlegergruppen hinweg ist dies wohl die zu pr&auml;ferierende Variante. Letztlich wollen unsere Kunden beides: attraktive Renditen bei hohem Schutz vor &bdquo;Tail Risks&ldquo;. F&uuml;r die Absicherung eines Portfolios gibt es grunds&auml;tzlich zwei M&ouml;glichkeiten. Die eine ist eine optionsbasierte Strategie: Man erwirbt sogenannte Verkaufsoptionen &ndash; Puts &ndash;, durch die Kursverluste in einzelnen Anlageklassen effektiv nach unten begrenzt werden k&ouml;nnen. Die zweite, von unseren Kunden sehr viel h&auml;ufiger nachgefragte Alternative ist ein Risikomanagement im Sinne einer dynamischen Asset Allocation. Hierbei schichten wir mithilfe von Futures dynamisch zwischen den Anlageklassen um und erzeugen damit ebenfalls ein asymmetrisches Risikoprofil &ndash; Partizipation bei Kursgewinnen und Schutz gegen &uuml;berm&auml;&szlig;ige Kursverluste &ndash; wie bei der optionsbasierten Variante. Der Charme des dynamischen Risikomanagements liegt allerdings darin, dass es langfristig deutlich kosteng&uuml;nstiger und flexibler ist als der Optionseinsatz. Optionen haben dagegen den Vorteil, dass sie auch bei Adhoc-Ereignissen wie 9\/11 eine unmittelbare Absicherung bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie wirkt sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld und die in einzelnen Anlageklassen austrocknende Marktliquidit&auml;t auf das dynamische Risikomanagement aus? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liquidit&auml;tsrisiko ist ein gro&szlig;es Thema. Wir haben bei der Portfolioabsicherung die Liquidit&auml;t der Instrumente immer schon im Auge gehabt, dies ist jedoch noch wichtiger geworden. Dadurch dass Banken weniger Risiken aufs eigene Buch nehmen und ihre Rolle als Market Maker &ndash; also quasi als K&auml;ufer der letzten Instanz &ndash; weniger als zuvor wahrnehmen, ist nun auch schon in tiefen M&auml;rkten wie bei Staatsanleihen phasenweise ein Mangel an Liquidit&auml;t zu sp&uuml;ren. Damit sind &bdquo;Tail Risks&ldquo; letztlich wahrscheinlicher geworden. Man k&ouml;nnte also argumentieren, dass der Regulator in dem nachvollziehbaren Wunsch, durch ein Mehr an Regulierung k&uuml;nftige &bdquo;Tail Risks&ldquo; zu verhindern, gerade das Gegenteil bewirkt. Und das Niedrigzinsumfeld hat zur Folge, dass die Renditepuffer weg sind. Bei f&uuml;nf Prozent Rendite oder einem Kupon in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung hatten Staatsanleihen fr&uuml;her einen gewissen Puffer: Die Auswirkungen von Kursr&uuml;ckg&auml;ngen wurden hierdurch zun&auml;chst aufgefangen. Heute, wo 10-j&auml;hrige Bundesanleihen bei einem Prozent rentieren, schlagen Kursverluste praktisch sofort durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was bedeutet dies f&uuml;r die Anlagestrategie, gerade auch von Privatanlegern? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anleger m&uuml;ssen st&auml;rker ins Risiko gehen, um eine positive Rendite zu erzielen. Das hei&szlig;t, sie m&uuml;ssen den Portfolioanteil risikobehafteter Assets wie Aktien, Wertpapiere aus Schwellenl&auml;ndern sowie alternative Investments ausbauen. Wie wir bereits seit l&auml;ngerem sagen: Das gr&ouml;&szlig;te Risiko bei der Kapitalanlage ist heutzutage, kein Risiko einzugehen. Diversifikation allein reicht aber leider nicht, um die Auswirkungen eines &bdquo;Tail Risks&ldquo; zu begrenzen. Der Diversifikationseffekt greift leider dann am wenigsten, wenn man ihn am st&auml;rksten ben&ouml;tigt &ndash; wie auch das Bonmot &bdquo;In der Krise f&auml;llt alles au&szlig;er der Korrelation&ldquo; formuliert. Daher ist eine zus&auml;tzliche Absicherung &uuml;ber dynamisches Risikomanagement unbedingt anzuraten. Allein werden das die meisten Privatanleger nicht aufsetzen k&ouml;nnen. Multi Asset Fonds mit integriertem dynamischen Risikomanagement sind daher eine sehr gute Alternative.<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die j&uuml;ngste Global RiskMonitor Umfrage von Allianz Global Investors zeigt, dass unter Anlegern die Sorge in Bezug auf &bdquo;Tail Risks&ldquo; w&auml;chst, sich aber viele nur bedingt abwehrbereit f&uuml;hlen. 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