{"id":21311,"date":"2020-05-11T09:54:14","date_gmt":"2020-05-11T07:54:14","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=7178"},"modified":"2020-05-11T09:54:14","modified_gmt":"2020-05-11T07:54:14","slug":"investment-views-der-schmale-grat-der-zentralbanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/investment-views-der-schmale-grat-der-zentralbanken\/","title":{"rendered":"Investment views: Der schmale Grat der Zentralbanken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Investment views: Das Urteil des deutschen Verfassungsgerichts gegen die Europ\u00e4ische Zentralbank EZB hat in den Medien f\u00fcr Schlagzeilen gesorgt&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/newsletter\"><strong>Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/strong><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von  Dr.Thomas Stucki  &#8211; St. Galler Kantonalbank<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den Finanzm\u00e4rkten wurde es hingegen kaum beachtet. Das Gericht wirft der EZB vor, dass die K\u00e4ufe von Staatsanleihen nicht mit dem Mandat der EZB vereinbar sind. Die EZB muss nun innert drei Monaten darlegen, warum die Anleihenk\u00e4ufe f\u00fcr die Umsetzung ihrer Geld- und W\u00e4hrungspolitik wichtig und verh\u00e4ltnismassig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansonsten darf die Deutsche Bundesbank daran nicht mehr teilnehmen. Das Urteil aus Karlsruhe zeigt, dass die Zentralbanken, nicht nur die EZB, in den letzten Jahren ihr Mandat sehr grossz\u00fcgig interpretiert hatten, nach dem Motto \u00abder Zweck heiligt die Mittel\u00bb. In der aktuellen Corona-Krise haben sie diesbez\u00fcglich noch einmal einen Gang h\u00f6her geschaltet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei ihrem ersten Anleihenkaufprogramm, welches die Grundlage der Klage in Deutschland ist, hat die EZB die K\u00e4ufe noch gem\u00e4ss BIP-Anteil auf die verschiedenen Eurol\u00e4nder verteilt. Beim aktuellen Corona-Programm stellt sie offen dar, dass es in erster Linie um den Kauf von Staatsanleihen der schw\u00e4cheren Eurol\u00e4nder geht. Faktisch ist es eine getarnte Finanzierung der staatlichen Hilfsprogramme Italiens und Griechenlands. Die Fed weitet ihr Mandat ebenfalls zunehmend aus. Sie war schon bisher der gr\u00f6sste Gl\u00e4ubiger des amerikanischen Staates. Der Grossteil der zus\u00e4tzlichen Treasuries f\u00fcr die Finanzierung der Corona-Pakete d\u00fcrfte auch bei der Fed landen. Dazu kauft die Fed neben Staatsanleihen und verbrieften Hypotheken neu auch Unternehmensanleihen jeglicher Schuldnerqualit\u00e4t sowie Geldmarktpapiere f\u00fcr die kurzfristige Finanzierung von Unternehmen. Sie geht sogar so weit, dass sie die direkte Kreditvergabe an Unternehmen in Aussicht stellt. Faktisch verteilt sie \u00fcberall dort Geld, wo sie es f\u00fcr n\u00f6tig h\u00e4lt, um das Finanzsystem am Laufen zu halten.<\/p>\n<h6><strong>Kurzfristig aufrechterhalten des Vertrauens<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurzfristig ist das Verhalten der Zentralbanken richtig und notwendig. Die Erfahrung aus der Finanzkrise 2008 hat gezeigt, dass in einer Krisensituation das Vertrauen in das Finanzsystem ein kritischer Faktor ist, damit die angeschlagene Realwirtschaft nicht noch zus\u00e4tzlich geschw\u00e4cht wird. Damit dieses Vertrauen gesichert ist und das Finanzsystem seine Funktion als Schmiermittel f\u00fcr die Wirtschaft erf\u00fcllen kann, sind rasche Entscheide und viel, sehr viel Geld n\u00f6tig. Diesbez\u00fcglich machen die Notenbanken erneut eine sehr gute Arbeit. Nebenwirkungen wie die Aufrechterhaltung ineffizienter Strukturen und eine gewisse Willk\u00fcr bei der Auswahl der Beg\u00fcnstigten ist in der aktuellen Situation in Kauf zu nehmen.<\/p>\n<h6><strong>Das Vorgehen der Zentralbanken darf kein Dauerzustand werden<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Finanzkrise haben sie mit der Straffung der Geldpolitik zu lange gewartet oder wie die EZB die ausserordentliche Geldpolitik gar noch ausgebaut. Eine sinnvolle Bereinigung der wirtschaftlichen Strukturen fand dadurch nicht statt. Die Finanzm\u00e4rkte, aber auch die Unternehmen, haben sich darauf verlassen, dass die Zentralbanken schon helfen, sei es mit niedrigen Zinsen oder einem schw\u00e4cheren Franken. Diesmal sollten die Zentralbanken schneller reagieren und rascher zu einer ordentlichen Geldpolitik zur\u00fcckkehren, sobald die Wirtschaft zu einem neuen Wachstum zur\u00fcckfindet. Ansonsten werden die Verzerrungen noch gr\u00f6sser. Sie sollten auch schneller die Zinsen anheben. Ansonsten wird auf der Suche nach Rendite die Lust am Risiko an den Finanzm\u00e4rkten rasch wieder neue H\u00f6hen erklimmen. Die Zentralbanken m\u00fcssen lieber fr\u00fcher als sp\u00e4ter das Risiko eingehen, die Finanzm\u00e4rkte zu entt\u00e4uschen und Verluste zulassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Investment views: Das Urteil des deutschen Verfassungsgerichts gegen die Europ\u00e4ische Zentralbank EZB hat in den Medien f\u00fcr Schlagzeilen gesorgt&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5441,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[666],"tags":[667],"class_list":["post-21311","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-investment-views","tag-investment-views"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21311"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21311\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5441"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}