{"id":2140,"date":"2016-07-07T05:00:00","date_gmt":"2016-07-07T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/07\/07\/mehr-und-mehr\/"},"modified":"2016-07-07T05:00:00","modified_gmt":"2016-07-07T05:00:00","slug":"mehr-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/mehr-und-mehr\/","title":{"rendered":"Mehr und mehr"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wachstum scheint auch heute noch das Elixier, aus dem die Wirtschaft einzig Kraft sch&ouml;pft. Schon fast verzweifelt und doch alles andere als erfolgreich, versucht die Politik in den hochentwickelten Industrienationen, die von der Finanzkrise arg angeschlagenen Volkswirtschaften wenigstens wieder auf den Potenzialwachstumspfad zur&uuml;ckzuf&uuml;hren&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn verhaltene Wachstumsprognosen verheissen selten Gutes und reduzieren die Wiederwahlchancen der Exekutive. Und die Rezession ist in den K&ouml;pfen der Politiker noch immer die Geissel der Volkswirtschaften, vor allem weil dann die Arbeitslosigkeit steigt. Wachstum steht daher auf dem wirtschaftspolitischen Zielkatalog meist ganz oben, neben Vollbesch&auml;ftigung, Preisniveaustabilit&auml;t, einem aussenwirtschaftlichen Gleichgewicht und einer ausgewogenen Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung. Dieser Zielkatalog ist in der Volkswirtschaftslehre als das magische F&uuml;nfeck der Wirtschaftspolitik bekannt. Als der Club of Rome in den Achtzigerjahren die Grenzen des quantitativen Wachstums propagierte, sorgte dies f&uuml;r ziemliche Aufregung in der Zunft der &Ouml;konomen und der Politik. Zwar bestehen in der Wirtschaftstheorie l&auml;ngst schon Konzepte, die Umweltbeanspruchung in Kosten zu &uuml;bersetzen, die sogenannte Internalisierung. Allerdings werden diese nur sehr zaghaft und schon gar nicht fl&auml;chendeckend angewendet. Verschmutzungsrechte etwa sind ein Beispiel daf&uuml;r, aber in der Realit&auml;t sind diese Konzepte &#8211; beispielsweise die CO2-Zertifikate &#8211; recht umstritten. Das Verursacherprinzip, nach dem auch die Kosten der Umweltbeanspruchung beglichen werden, ist zwar ein in der Theorie unumstrittenes Konzept, aber auch nicht mehr. Kostenwahrheit &#8211; sprich die Internalisierung negativer externer Effekte &#8211; w&uuml;rde letztendlich die heutige internationale Arbeitsteilung in Frage stellen und damit die Globalisierung, die neben den hochstilisierten Vorteilen halt auch &Ouml;kodumping generiert.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Schweiz soll weiter wachsen&hellip;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hierzulande besch&auml;ftigt sich die Politik intensiv mit Wachstumsfragen. J&uuml;ngst erst ist der Bericht des Bundesrates mit dem Titel &bdquo;Neue Wachstumspolitik 2016 &#8211; 2019&ldquo; erschienen. In den Medien ging er allerdings im Trubel rund um den Brexit fast vollends unter. Nichtsdestoweniger besteht aus der Sicht des Bundesrates wachstumspolitischer Handlungsbedarf. Ob und warum Wachstum n&ouml;tig ist, wird gar nicht hinterfragt. Es herrscht offenbar Konsens, dass quantitatives Wachstum unverzichtbar ist, wobei immerhin auch ein Augenmerk auf qualitative Wachstumsaspekte gewor&#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">fen wird. Unsere Exekutive ortet drei S&auml;ulen, auf welche die neue Wachstumspolitik abgest&uuml;tzt werden soll. Neben der St&auml;rkung der Arbeitsproduktivit&auml;t und der Erh&ouml;hung der Widerstandsf&auml;higkeit der Volkswirtschaft sollen auch die Ressourcen produktiver genutzt werden &#8211; letzteres, um die negativen Nebenwirkungen des (quantitativen) Wirtschaftswachstums zu mildern. Mit insgesamt vierzehn Massnahmen sollen diese drei Ziele materialisiert werden. Die sollen hier im Einzelnen aber nicht alle diskutiert werden, sonst verliert man schnell einmal die &Uuml;bersicht. Der Fokus der weiteren Ausf&uuml;hrungen liegt auf den Ans&auml;tzen zur Milderung der negativen Nebenwirkungen (externe Effekte) des Wirtschaftswachstums.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&hellip;aber auch qualitativ<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Landesregierung kommt zum hehren Schluss, dass auch die Qualit&auml;t des Wachstums auf die Waagschale gelegt werden muss. Leider ist diese Qualit&auml;t schwer messbar und der Zielkonflikt zwischen &Ouml;kologie und &Ouml;konomie scheint nach wie vor nur schwer &uuml;berbr&uuml;ckbar. Es wird anerkannt, dass das BIP allein nicht zur Messung unseres Wohlstandes und dessen Ver&auml;nderung herangezogen werden kann, die m&ouml;glichen Ans&auml;tze zur Steigerung des qualitativen Wachstums bleiben aber eher vage. Neben dem zweiten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 und der Klimagesetzgebung 2020 m&ouml;chte der Bundesrat unter anderem die Wohnungsknappheit durch eine &bdquo;bessere&ldquo; Regulierung des Wohnungsmarktes mildern und die Verkehrsinfrastrukturen besser nutzen. Besser ist der Komparativ von gut. Es mag spitzfindig sein, aber wer von besserer Regulierung spricht, geht davon aus, dass die bisherige Regulierung zumindest schon mal gut ist. Konkretes zu den Themen Verkehr und Wohnungsknappheit findet sich im bundesr&auml;tlichen Bericht aber nicht. Statt von &Uuml;berlastung der Verkehrsinfrastruktur ist von zunehmenden Herausforderungen des heutigen Verkehrssystems die Rede, trotz der Verachtfachung der Staustunden innert 20 Jahren. Und die Umnutzung von Pannenstreifen, &Uuml;berholverbote f&uuml;r Lastkraftwagen, Geschwindigkeitsreduktionen im &Uuml;berlastungsfall und bessere Stauinformationen sind doch eher kosmetischer Natur und beseitigen die Ursachen kaum. Denn Mobilit&auml;tsanspr&uuml;che und vor allem die schiere Masse &#8211; sprich Bev&ouml;lkerungszahl &#8211; steigen nun mal viel st&auml;rker als die Infrastruktur ausgebaut wird. Der Verdr&auml;ngung einkommensschwacher Haushalte in die Peripherie der Zentren m&ouml;chte der Bundesrat mit Studien zum Wohnungsmarkt begegnen und daraus mittels Auslegeordnung den Handlungsbedarf ableiten. Keine Eile sozusagen, dabei ist dieses Problem schon seit Dekaden bekannt. Erschwinglicher Wohnraum muss heute schon subventioniert werden und es ist absehbar, dass der soziale Wohnungsbau in Zukunft einen gr&ouml;sseren Stellenwert einnehmen muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zumal die Zersiedlung der Bev&ouml;lkerung zunehmend Sorge bereitet und die Verdichtung nur harzig voranschreitet &#8211; vor allem im Bestand. Wo viel zu viel Gegenwehr besteht. Da werden auch die beauftragten Studien kaum L&ouml;sungen finden, es sei denn man zont zus&auml;tzliches Land ein, sch&ouml;pft die Mehrwerte ab und subventioniert damit erschwingliche Wohnungen. Oder man stellt das Wachstum auf null.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Teilen statt Wachsen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade die Schweiz w&auml;re ein Land, das auf Grund seines Wohlstands pr&auml;destiniert scheint, die Grenzen des Wachstums auszuloten und auf Qualit&auml;t zu setzen, anstatt das Wachstum mit h&ouml;heren Schulden zu erkaufen. Kaum ein Land in Europa &bdquo;erfreut&ldquo; sich eines solchen Zustroms von (arbeitswilligen) Menschen und ist gleichzeitig r&auml;umlich so limitiert, dass Dichtestress selbst hier zu einem Begriff wurde. Obwohl wir alle sp&uuml;ren, dass es zu Kosten der &Uuml;berf&uuml;llung kommt und uns das &auml;rgert, ist die Angst vor Wohlstandseinbussen noch immer gr&ouml;sser als die vor den Nebenwirkungen des quantitativen Wachstums. Es w&auml;re Zeit f&uuml;r einen grossen Wurf in der Wachstumsdiskussion und nicht f&uuml;r die routinem&auml;ssige Fortschreibung der Thematik mit jeweils leichten Modifikationen. Share Economy vom Feinsten zum Beispiel, doch das Wort Kokonsum findet sich nicht im Wachstumsbericht. Wer aber auf quantitatives Wachstum setzt, muss wenigstens eingestehen, dass das nur mit einem massiven (und klugen) Ausbau der Infrastruktur m&ouml;glich sein wird und mit teuren Kompensationen f&uuml;r die nicht zu vermeidenden negativen Nebenwirkungen. B&auml;ume wachsen bekanntlich auch nicht in den Himmel.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wachstum scheint auch heute noch das Elixier, aus dem die Wirtschaft einzig Kraft sch&ouml;pft. 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