{"id":21414,"date":"2014-11-12T10:00:00","date_gmt":"2014-11-12T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2014\/11\/12\/lgt-japan-bleibt-entschieden-auf-kurs\/"},"modified":"2014-11-12T10:00:00","modified_gmt":"2014-11-12T10:00:00","slug":"lgt-japan-bleibt-entschieden-auf-kurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-japan-bleibt-entschieden-auf-kurs\/","title":{"rendered":"LGT: Japan bleibt entschieden auf Kurs"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span>Japan wird seine bereits massive Geldbasis noch weiter deutlich ausbauen und die Aktienquote des gr\u00f6ssten Staatspensionsfonds verdoppeln. Politisch wird mit diesen in einem konjunkturell kritischen Moment gefassten Entscheidungen klar signalisiert, dass die \u00abdeflation\u00e4re Mentalit\u00e4t\u00bb mit allen Mitteln ausgemerzt werden soll&#8230;&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>Von Mikio Kumada, CIIA LGT<\/p>\n<hr \/>\n<p>Auf globaler Ebene st\u00fctzen diese in ihren Dimensionen \u00fcberraschenden Massnahmen die globale Aktienhausse und den US-Dollar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 31. Oktober beschloss die \u00abBank of Japan\u00bb, die K\u00e4ufe inl\u00e4ndischer Anleihen und Aktien um j\u00e4hrlich 70 bis 80 Billionen Yen (700 Mrd. USD) auszuweiten, was ihre Bilanzsumme bis Ende 2015 auf mehr als 70% des Bruttoinlandsprodukts erh\u00f6hen wird &#8211; damit w\u00e4re sie mehr als doppelt so gross wie jene der Federal Reserve oder der Europ\u00e4ischen Zentralbank. Gleichzeitig k\u00fcndigte der Pensionsfonds GPIF an, seine Zielallokation f\u00fcr japanische Staatsanleihen von 60% auf 35% zu senken und im Gegenzug die Quote f\u00fcr (in- und ausl\u00e4ndische) Aktien von 24% auf 50% zu erh\u00f6hen. Der GPIF verwaltet umgerechnet 1.1 Bio. USD und ist das \u00abFlaggschiff\u00bb des Rentensystems Japans. Andere \u00f6ffentliche, betriebliche und private Pensionsfonds, mit weiteren 2.2 Bio. USD an gesch\u00e4tzten Verm\u00f6gen, d\u00fcrften fr\u00fcher oder sp\u00e4ter folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zeitpunkt und Dimensionen der Entscheidungen \u00fcberraschten<\/strong><br \/> Fast alle Beobachter wurden vom Zeitpunkt und der Dimension der Ereignisse \u00fcberrascht, obwohl BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda immer wieder die M\u00f6glichkeit weiterer Lockerungsmassnahmen kommuniziert hatte und die Pl\u00e4ne des GPIF grunds\u00e4tzlich bekannt waren. Der vielleicht wichtigste Teil der Botschaft ist n\u00e4mlich keinesfalls rein wirtschaftlicher Natur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Klares politisches Signal an die Japaner<\/strong><br \/> Politisch wurde signalisiert, dass sich die \u00abReflationisten\u00bb um Premierminister Shinzo Abe nicht von interner institutioneller Opposition aufhalten lassen werden. Kuroda hatte die Massnahmen im BoJ-Rat n\u00e4mlich \u00abnur\u00bb mit einer knappen Mehrheit von f\u00fcnf gegen vier Stimmen durchgesetzt, was einen seltenen Bruch vom traditionellen Konsensprinzip darstellt und international auffiel. Martin Wolf von der Financial Times meinte diesbez\u00fcglich zum Beispiel, dass dieser Bruch die Wirksamkeit der Geldpolitik untergrabe. Doch auch das Gegenteil k\u00f6nnte der Fall sein. Die Vorgehensweise steht n\u00e4mlich im Einklang mit einer anderen, vielleicht ebenso starken politischen Tradition in Japan: Wenn mutige Schritte gefragt sind, weil die Zukunft des Landes auf dem Spiel steht, dann kann auf Konsens verzichtet werden. Die Mehrheit der Japaner d\u00fcrfte diese Botschaft verstanden haben und akzeptieren. Davon wird Erfolg und Misserfolg der Reflationspolitik letztlich auch abh\u00e4ngen &#8211; nicht zuletzt, weil die Regierung sp\u00e4testens 2016 wiedergew\u00e4hlt werden muss. Genau deswegen waren zuletzt an der Tokioter B\u00f6rse auch erwartungsfrohe Spekulationen zu vernehmen, dass Abe vorgezogene Neuwahlen plane, um seinen Anh\u00e4ngern erneut \u00abplebiszit\u00e4r\u00bb den R\u00fccken zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bekr\u00e4ftigung der neuen geldpolitischen Haltung<\/strong><br \/> Wirtschaftlich gesehen kommen die Massnahmen zudem wahrscheinlich genau im richtigen Moment: Noch hat die Umsatzsteuererh\u00f6hung vom April keine bleibenden Sch\u00e4den hinterlassen und die generellen Erholungstrends sind noch intakt. Nominale Aggregate wie Firmengewinne und Anlegeinvestitionen wachsen und die konjunkturellen Fr\u00fchindikatoren bleiben insgesamt konstruktiv. Die erh\u00f6hte Steuer hat den Konsum allerdings seit April ged\u00e4mpft (nachdem sie bis dahin stimulierend gewirkt hatte). Die Ausweitung des sogenannten \u00abQuantitative and Qualitative Easing\u00bb (\u00abQQE\u00bb) soll daher das Aufkommen der Erwartung sinkender Preise gleich im Keim ersticken. Japans Inflationsrate ist n\u00e4mlich von -0.9% im M\u00e4rz 2013 (Kurodas Amtsantritt) auf zuletzt 3.2% gestiegen. Damit notiert sie auf dem h\u00f6chsten Stand seit 1990 und zugleich deutlich \u00fcber dem BoJ-Inflationsziel von 2%. Diese Entwicklung geht allerdings stark auf den Einmaleffekt der Steuererh\u00f6hung zur\u00fcck, w\u00e4hrend Preise f\u00fcr importierte Rohstoffe in letzter Zeit auch in Yen gemessen sinken. So ist es verst\u00e4ndlich, dass viele Konsumenten wieder mit einem Inflationsr\u00fcckgang rechnen &#8211; zumal die BoJ in \u00e4hnlichen Situationen in der Vergangenheit tendenziell zur \u00dcberbewertung der Inflationsgefahr neigte. Auch vor diesem Hintergrund hat die BoJ mit ihrer j\u00fcngsten \u00abQQE\u00bb-Ausweitung bekr\u00e4ftigt, dass sie in ihrer Grundhaltung inzwischen wirklich eine fundamentale Wende vorzogen hat &#8211; und bereit ist, diese Haltung gegen\u00fcber Kritikern und Gegnern \u00fcberzeugt zu vertreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Japans Notenbank ignoriert hohe laufende Inflation<\/strong><br \/> Egal ob mit oder ohne den Energie- und Nahrungsmittelpreisen, Japans j\u00e4hrliche Inflationsrate&nbsp; notiert klar \u00fcber dem BoJ-Ziel, was allerdings wie erw\u00e4hnt in hohem Masse auf den Einmaleffekt der Steuererh\u00f6hung vom April zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Energie- und Agrarrohstoffpreise sind im Laufe des vergangenen Jahres allerdings auch in Yen zum Teil deutlich gesunken: Der Brent-\u00d6lpreis hat in US-Dollar 23% und in Yen 11% eingeb\u00fcsst. Agrarrohstoffe (ausser Kaffee und Zucker) sind heute ebenfalls mehrheitlich billiger. Ausserdem ist bekannt, dass sich Chinas Wirtschaftswachstum mittelfristig tendenziell abflacht, w\u00e4hrend die Eurozone in j\u00fcngster Zeit erneut der Gefahr einer Rezession ausgesetzt ist und die EZB z\u00f6gerlich wirkt. Die US-Wirtschaft ist zwar relativ robust geblieben, aber die US-Notenbank hat erst am 29. Oktober ihr \u00abQE\u00bb beendet, was den globalen Wachstumsausblick ebenfalls etwas abschw\u00e4chen k\u00f6nnte. Die potenziellen Auswirkungen all dieser Entwicklungen auf Japan w\u00e4ren also deflation\u00e4r. Das ist der Zusammenhang, in dem die BoJ handelte. Sie hat signalisiert, dass die derzeit hohe Inflation sie keinesfalls in ihren Handlungsm\u00f6glichkeiten einschr\u00e4nkt. Im Marktjargon wird dieses Verhalten als \u00abahead oft the curve\u00bb bezeichnet: Gemeint ist damit die F\u00e4higkeit der Notenbanken, die Marktteilnehmer zu \u00fcberraschen und ihre Erwartungen zu lenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.etfworld.ch\/images\/stories\/NOTIZIE\/12-12-14_1lgt.png\" alt=\"12-12-14 1lgt\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Dynamik des Gesch\u00e4ftsvertrauens aufrecht erhalten<\/strong><br \/> Japans Gesch\u00e4ftslageumfragen zeigen , dass sich die Situation in den letzten Jahren verbessert hat. Die Gesch\u00e4ftsbarometer f\u00fcr die grossen Unternehmen haben sich auch relativ rasch vom Einbruch nach der Steuererh\u00f6hung erholt. Seit Mitte 2012 besteht ein moderater Aufw\u00e4rtstrend (mit Ausnahme des steuererh\u00f6hungsbedingten R\u00fcckgangs im Q2\/2014). Allerdings sind die Indexwerte nicht stark positiv, und die Geschichte zeigt, dass sie recht leicht wieder in den negativen Bereich abrutschen k\u00f6nnen. Das \u00abpr\u00e4ventive\u00bb Vorgehen der BoJ k\u00f6nnte auch hier die Absicht haben, eine m\u00f6gliche Abschw\u00e4chung der Unternehmerstimmung gar nicht erst aufkommen zu lassen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.etfworld.ch\/images\/stories\/NOTIZIE\/12-12-14_2lgt.png\" alt=\"12-12-14 2lgt\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch <span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japan wird seine bereits massive Geldbasis noch weiter deutlich ausbauen und die Aktienquote des gr\u00f6ssten Staatspensionsfonds verdoppeln. 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