{"id":21425,"date":"2015-01-15T10:00:00","date_gmt":"2015-01-15T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/01\/15\/lgt-griechischer-euro-austritt-bleibt-unwahrscheinlich\/"},"modified":"2015-01-15T10:00:00","modified_gmt":"2015-01-15T10:00:00","slug":"lgt-griechischer-euro-austritt-bleibt-unwahrscheinlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-griechischer-euro-austritt-bleibt-unwahrscheinlich\/","title":{"rendered":"LGT: Griechischer Euro-Austritt bleibt unwahrscheinlich"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span>Ende Monat w\u00e4hlen die Griechen ein neues Parlament. Die in Umfragen favorisierte Linkspartei SYRIZA will eine Schuldenentlastung und ein Ende der harten Sparpolitik ausverhandeln &#8211; Pl\u00e4ne, die oft als gleichbedeutend mit einem Euro-Austritt angesehen werden. Die n\u00e4chsten Wochen k\u00f6nnten sich daher als turbulent erweisen &#8211; politisch und an den Finanzm\u00e4rkten. Unter dem Strich stehen die Chancen f\u00fcr eine sinnvolle \u00abeurop\u00e4ische L\u00f6sung\u00bb jedoch gar nicht so schlecht&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong> Mikio Kumada<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Griechenland als m\u00f6glicher Vorbote europ\u00e4ischer Umw\u00e4lzungen<\/strong><br \/> Ende Dezember nutzte die griechische Opposition eine verfassungsrechtliche M\u00f6glichkeit, vorgezogene Neuwahlen (am 25. Januar) zu erzwingen. Vor dem Hintergrund der turbulenten Entwicklungen nach den letzten Wahlen im Sommer 2012 hat dies erneut Spekulationen \u00fcber einen griechischen Euro-Austritt (\u00abGrexit\u00bb) und den internationalen Konsequenzen eines solchen Schrittes ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Steht die europ\u00e4ische W\u00e4hrungsunion wieder vor dem Abgrund?<\/strong><br \/> Betrachten wir zun\u00e4chst die Eckdaten. Griechenland hat seit Mai 2010 von der Eurogruppe und dem Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) rund 243 Mia. Euro an Krediten erhalten (135% des Bruttoinlandsprodukts). Rund 69% dieser Neuschulden flossen in verschiedenen Formen (prim\u00e4r Altschuldentilgung, Zinsen) an die Gl\u00e4ubiger zur\u00fcck (prim\u00e4r europ\u00e4ische Banken und Staaten sowie IWF). Weitere 20% wurden f\u00fcr die Kapitalisierung der griechischen Banken verwendet. Nur die restlichen 11% dienten der Deckung des (inzwischen ausgeglichenen) prim\u00e4ren Haushaltsdefizits &#8211; d.h. f\u00fcr \u00abnormale\u00bb \u00f6ffentliche Ausgaben. Wenn wir die restlichen Schulden Griechenlands dazurechnen (d.h. im Wesentlichen die 2012 umstrukturierten, marktgehandelten Anleihen), dann betr\u00e4gt die Gesamtstaatsverschulung rund 320 Mia. Euro, bzw. etwa 174% des BIP. Den L\u00f6wenanteil von rund 200 Mia. Euro (62% der Gesamtheit) halten die Staaten der Eurozone &#8211; und genau um diesen Teil wird es nach den Wahlen h\u00f6chstwahrscheinlich gehen (siehe PDF, Seite 2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Griechenlands Schulden sind realistisch gesehen nicht abzahlbar<\/strong><br \/> Die Option eines einseitigen Euro-Austritts wird dabei zumindest im Wahlkampf als verhandlungstaktisches Argument hochgespielt. Die enorme Last der Verschuldung wird nat\u00fcrlich von der griechischen Bev\u00f6lkerung getragen. Nach f\u00fcnf Jahren Sparpolitik und bei einer Arbeitslosenrate von 26% ist es politisch nachvollziehbar, warum viele Griechen die \u00abRettungspakete\u00bb als einen Hohn empfinden und sich von den etablierten politischen Parteien abwenden. Vergleichbare politische Trends sind auch in Spanien oder Italien beobachtbar. Wirtschaftlich gesehen ist die Sachlage schneller erkl\u00e4rt: Eine derart hohe, prim\u00e4r dem Schuldendienst gewidmete Neuverschuldung kann bei den meisten realistischen Wachstumsannahmen nicht abgetragen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Spielraum f\u00fcr sinnvolle L\u00f6sungen vorhanden<\/strong><br \/> Die Logik der \u00abRettungspakte\u00bb f\u00fcr Griechenland seit 2010 mag solange sinnvoll gewesen sein, solange die Priorit\u00e4t darin bestand, Feuerherde zu l\u00f6schen, noch gr\u00f6ssere Fl\u00e4chenbr\u00e4nde zu verhindern und Zeit f\u00fcr den Aufbau dauerhafter europ\u00e4ischer Mechanismen und L\u00f6sungsans\u00e4tze zu gewinnen. Heute liegen die Schwerpunkte woanders. So d\u00fcrfte den meisten Beteiligten von Br\u00fcssel bis Berlin doch zunehmend klar sein, dass neben langfristig wirkenden Strukturreformen auch die Schuldentragf\u00e4higkeit und unmittelbare Wachstumsimpulse wichtig sind &#8211; und zwar keinesfalls nur in Bezug auf Griechenland. Der sich abzeichnende, aber unvertraute Linksruck Athens k\u00f6nnte eine politische Dynamik in Europa ausl\u00f6sen, deren Folgen nicht ganz absehbar sind. Sicherlich besteht daher das Risiko gr\u00f6sserer Finanzmarktverwerfungen und Potential f\u00fcr grosse \u00dcberraschungen. Selbst ein \u00abGrexit\u00bb ist nicht unm\u00f6glich &#8211; um Wahlkampfrhetorik und nationale Vorurteile und Emotionen bereinigt bleibt diese nicht zwingend notwendige und eigentlich unerw\u00fcnschte Option aber dennoch extrem unwahrscheinlich. Der Spielraum f\u00fcr sinnvolle Kompromisse ist jedenfalls sicherlich vorhanden. So kann letztlich auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Wahlen den Anlass f\u00fcr einen Neuanfang liefern werden &#8211; f\u00fcr den Beginn einer Zeit, in der es weniger um Altlasten und Schuldzuweisungen und mehr um zuk\u00fcnftiges Wachstum geht. Davon w\u00fcrde mit Sicherheit ganz Europa profitieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00abEurop\u00e4ische L\u00f6sung\u00bb f\u00fcr Hellas bleibt am wahrscheinlichsten<\/strong><br \/> Unter dem Strich erwarten wir, dass Griechenland unter einer SYRIZA-Regierung im Euro bleibt und in der einen oder anderen Form einen Schuldenentlastung erh\u00e4lt. Daf\u00fcr k\u00f6nnten Strukturreformen st\u00e4rker in den Vordergrund r\u00fccken. Wir w\u00fcrden dies \u00fcbrigens grunds\u00e4tzlich auch im Falle einer Nea Dimokratia-gef\u00fchrten Regierung erwarten. Das Programm der \u00abTroika\u00bb (EU, EZB, IWF) ist kurz vor Abschluss, Griechenlands Banken wurden rekapitalisiert und das Land hat es zuletzt sogar geschafft, das h\u00f6chste BIP-Wachstum der Eurozone auszuweisen. Es weist inzwischen auch einen prim\u00e4ren Haushalts\u00fcberschuss und eine positive Leistungsbilanz aus. Generell anerkannt ist auch, dass die Schuldenlast Griechenlands zu hoch ist und extrem investitions- und wachstumshemmend wirkt, w\u00e4hrend politisch niemand Interesse an neuen Abenteuern mit ungewissem Ausgang hat. So w\u00fcrde es nicht \u00fcberraschen, wenn die \u00abTroika\u00bb und Athen schon bald nach den Wahlen eine vern\u00fcnftige Gespr\u00e4chsbasis finden. Aber selbst im schlimmsten Fall w\u00fcrde ein \u00abGrexit\u00bb machbar sein, weniger belastend wirken und eine deutliche geringere Ansteckungsgefahr mit sich bringen, als noch 2011 oder 2012. Dies geht prim\u00e4r auf den Europ\u00e4ischen Stabilit\u00e4tsmechanismus ESM, der einheitlichen Bankenaufsicht SSM sowie dem inzwischen robuster unterlegten \u00abWhatever-it-takes\u00bb-Versprechen des EZB-Pr\u00e4sidenten Mario Draghi zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3970\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/17ad8ba173a48d417f2ee23d4b55460e.png\" alt=\"15 1 15 LGT\" width=\"578\" height=\"652\" \/><\/p>\n<p>Quelle: AdvisorWorld.ch <span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Monat w\u00e4hlen die Griechen ein neues Parlament. Die in Umfragen favorisierte Linkspartei SYRIZA will eine Schuldenentlastung und ein Ende der harten Sparpolitik ausverhandeln &#8211; Pl\u00e4ne, die oft als gleichbedeutend mit einem Euro-Austritt angesehen werden. Die n\u00e4chsten Wochen k\u00f6nnten sich daher als turbulent erweisen &#8211; politisch und an den Finanzm\u00e4rkten. Unter dem Strich stehen die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":3793,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[],"class_list":["post-21425","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21425","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21425"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21425\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21425"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21425"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21425"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}