{"id":21426,"date":"2015-01-22T10:00:00","date_gmt":"2015-01-22T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/01\/22\/lgt-die-schweiz-waehlt-die-schocktherapie\/"},"modified":"2015-01-22T10:00:00","modified_gmt":"2015-01-22T10:00:00","slug":"lgt-die-schweiz-waehlt-die-schocktherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-die-schweiz-waehlt-die-schocktherapie\/","title":{"rendered":"LGT: Die Schweiz w\u00e4hlt die Schocktherapie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span>Die Abkopplung des Franken vom Euro stellt die Schweiz sicherlich vor einige Herausforderungen. Mittelfristig hat das wirtschaftlich grunds\u00e4tzlich gesunde Land von seinem Potenzial und Handlungsspielraum jedoch nichts verspielt&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong> Mikio Kumada<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Zudem erinnert die j\u00fcngste SNB-Entscheidung daran, dass Notenbanken n\u00f6tigenfalls problemlos negative Zinsen einf\u00fchren k\u00f6nnen. Die globale Aktienhausse d\u00fcrfte indessen von diesem \u00abSchock\u00bb weitgehend unber\u00fchrt bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schweizer Entscheidung sorgt f\u00fcr globale Turbulenzen<\/strong><br \/> Die Schweizerische Nationalbank \u00abschockierte\u00bb am 15. Januar die Finanzm\u00e4rkte, indem sie v\u00f6llig \u00fcberraschend den seit September 2011 g\u00fcltigen Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro aufk\u00fcndigte. Zugleich wurde der Zins f\u00fcr gr\u00f6ssere Bargeldguthaben und das Zielband f\u00fcr ihren Dreimonats-Libor um jeweils 0.5 Prozentpunkte auf minus 0.75% bzw. auf minus 0.25% bis minus 1.25% gesenkt. Diese Entscheidung wertete den Franken mit einem Schlag stark auf und sorgte f\u00fcr Turbulenzen an den Finanzm\u00e4rkten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der geldpolitische \u00abSchock\u00bb hat kurzfristig einen hohen Preis<\/strong><br \/> Die Abkopplung wird Schweizer Unternehmen kurzfristig in der einen oder anderen Form finanziell belasten. Dazu kommen Spekulationen \u00fcber die Hintergr\u00fcnde und Motive der Entscheidung sowie Debatten \u00fcber die Glaubw\u00fcrdigkeit der SNB im Besonderen und der Notenbanken im Allgemeinen. In einer Zeit, in der sich Investoren und Unternehmen besonders stark auf vermeintliche Berechenbarkeit der fast \u00fcberall stabil \u00ablockeren\u00bb Geldpolitik zu verlassen scheinen, k\u00f6nnen solche Diskussionen nat\u00fcrlich verunsichern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztlich handelt es sich aber um eine legitime geldpolitische Entscheidung, welche sich schlimmstenfalls f\u00fcr die Volkswirtschaft der Schweiz als \u00abfalsch\u00bb erweisen k\u00f6nnte. Doch selbst Letzteres ist keinesfalls gegeben, denn mit der Abkopplung allein ist noch nicht gesagt, dass sich die Geldpolitik der SNB auf Dauer als \u00abzu streng\u00bb erweisen wird. Langfristig ist die Schweiz mit ihrer flexiblen Hartw\u00e4hrungspolitik sowieso alles andere als schlecht gefahren. Mit der Zeit werden sich die Gem\u00fcter also wieder beruhigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Normalisierung der Geldpolitik war vielleicht \u00fcberf\u00e4llig<\/strong><br \/> Vergessen wir nicht, dass die Anbindung zum Euro in einer ausserordentlichen Zeit stattfand. Die Welt hatte gerade eine Jahrhundert-Finanzkrise hinter sich, in den USA schien sich die Konjunktur einfach nicht erholen zu wollen (Angst vor dem \u00abDouble Dip\u00bb), w\u00e4hrend in Europa die \u00abEurokrise\u00bb zu eskalierten drohte. Inzwischen zeigt sich die US-Wirtschaft stark, w\u00e4hrend die \u00absystemischen\u00bb Risiken im Euroraum abgeklungen sind. So ist es nachvollziehbar, dass die SNB einen Schritt in Richtung Normalisierung der Geldpolitik setzen wollte und das Instrument der starren Anbindung des strukturell starken Franken an den Euro, der zunehmend einer Schwachw\u00e4hrungspolitik unterworfen werden wird, als zu restriktiv, fremdbestimmt und marktverzerrend beurteilte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es mag auch sein, dass der vorprogrammierte \u00abKatzenjammer\u00bb in der Schweiz personell nicht spurlos an der F\u00fchrung der derzeitigen SNB vorbeigehen wird. Als Institution hat die SNB aber h\u00f6chstens nur wenig von ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit eingeb\u00fcsst, w\u00e4hrend ihr Arsenal an Interventionsm\u00f6glichkeiten unver\u00e4ndert intakt bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von vorschnellem Urteilen raten wir ab<\/strong><br \/> Vor weitreichenden vorschnellen Urteilen m\u00f6chten wir vorerst jedenfalls abraten. Schon morgen werden wir schliesslich erfahren, wie weit die Europ\u00e4ische Zentralbank tats\u00e4chlich mit ihrer Version der \u00abquantitativen Lockerung\u00bb (\u00abQE\u00bb) gehen will. Am Sonntag wird sich zudem zeigen, ob Griechenland eine stabile Regierung haben wird &#8211; und damit die Minimalbedingung f\u00fcr vern\u00fcnftige Gespr\u00e4che mit seinen europ\u00e4ischen Gl\u00e4ubigern erf\u00fcllen kann. So werden wir in den n\u00e4chsten Tagen Schritt f\u00fcr Schritt mehr Klarheit dar\u00fcber erhalten, wie es um einige Schl\u00fcsselfragen f\u00fcr Europa und die Schweiz steht. Dann werden wir besser beurteilen k\u00f6nnen, ob der Franken auf Dauer gegen\u00fcber allen W\u00e4hrungen so stark bleiben kann und ob die Schweizer Aktienhausse tats\u00e4chlich ein \u00abvorzeitiges\u00bb Ende gefunden hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vorerst keine grossen Ver\u00e4nderungen in unserer taktischen Allokation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir erwarten aufgrund der SNB-Entscheidung f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit keine grossen und dauerhaften Verwerfungen an den globalen Finanzm\u00e4rkten. F\u00fcr die Schweiz ist sie aber zumindest kurzfristig mit Konsequenzen verbunden. Solange die SNB keine nachtr\u00e4glichen Anpassungen ihrer Geldpolitik vornimmt, was nach dem Abklingen des ersten \u00abSchocks\u00bb denkbar ist, d\u00fcrfte der Franken trotz negativer Zinsen zumindest gegen\u00fcber dem Euro sowie anderen W\u00e4hrungen, deren Notenbanken eine Schwachw\u00e4hrungspolitik betreiben, tendenziell weiter zur St\u00e4rke neigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Aufwertungsschock reduziert zudem f\u00fcr die absehbare Zukunft den Gewinnausblick der Schweizer Unternehmen stark, was Schweizer Aktien zun\u00e4chst dementsprechend deutlich belastet. Gleichzeitig profitierten insbesondere europ\u00e4ische Titel von der Erwartung, dass der SNB-Schritt die Lancierung eines umfangreichen QE-Programms im Euroraum unmittelbar vorweggenommen hat. Wir hegen allerdings weiterhin Zweifel, dass die EZB die hohen Erwartungen der Marktteilnehmer diesbez\u00fcglich erf\u00fcllen oder sogar \u00fcbertreffen kann. So \u00e4ndert sich vorerst an unserer globalen Aktienallokation nichts: Wir bleiben bei Aktien in Europa weiterhin neutral positioniert und bevorzugen in dieser Anlageklasse nach wie vor die USA und Japan. Auch im Bereich Anleihen \u00e4ndert sich unsere Allokation nicht (insgesamt untergewichtet, aufgrund der weitgehend sehr tiefen Zinsen in den Industriel\u00e4ndern, vgl. PDF S.4 und Grafik S. 2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>SNB-Bilanzsumme k\u00f6nnte sich wieder ausweiten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Nachfolgenden zeigen wir die Entwicklung der Bilanzsummen der verschiedenen Notenbanken. Die Ankopplung des Frankens an den Euro hat die bis dahin massive Ausweitung der Bilanzsumme der SNB gestoppt. Aufgrund der hohen Glaubw\u00fcrdigkeit der SNB waren umfassende Interventionen zeitweise nicht mehr oder nur selten notwendig. Zuletzt hatten allerdings die Rubel-Krise, die Aussicht auf ein \u00abQE\u00bb der EZB sowie die erneuten Spekulationen \u00fcber einen Euro-Austritt Griechenlands den Druck auf den EUR-CHF-Mindestkurs deutlich erh\u00f6ht. Sollte der momentan (zu) starke Aufw\u00e4rtsdruck auf den Franken bestehen bleiben, dann kann es also sein, dass die Bilanzsumme der SNB in n\u00e4chster Zeit wieder deutlich st\u00e4rker zu wachsen beginnt. Somit ist die Aufhebung der Wechselkursuntergrenze keinesfalls zwingend gleichbedeutend mit einer dauerhaft \u00abstrengeren\u00bb Geldpolitik. Die SNB hat sich lediglich den Freiraum zur\u00fcckgeholt, wieder eine eigenst\u00e4ndige Politik zu betreiben .<\/p>\n<p>Quelle: AdvisorWorld.ch <span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Abkopplung des Franken vom Euro stellt die Schweiz sicherlich vor einige Herausforderungen. 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