{"id":21431,"date":"2015-02-18T10:00:00","date_gmt":"2015-02-18T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/02\/18\/lgt-alternder-bulle-oder-aufkeimende-mega-hausse\/"},"modified":"2015-02-18T10:00:00","modified_gmt":"2015-02-18T10:00:00","slug":"lgt-alternder-bulle-oder-aufkeimende-mega-hausse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-alternder-bulle-oder-aufkeimende-mega-hausse\/","title":{"rendered":"LGT: Alternder Bulle oder aufkeimende Mega-Hausse?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span>Die Aktienhausse wird bald sechs Jahre alt. Der durchschnittliche amerikanische Bullenmarkt seit 1932 dauerte nur knapp vier Jahre. Daher fragen sich nun viele Marktteilnehmer, wie lange der Boom noch anhalten kann&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>&nbsp;Mikio Kumada<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Risiken gibt es bei Aktien nat&uuml;rlich immer, und auch unerwartete Unf&auml;lle k&ouml;nnen passieren. Doch es gibt auch Argumente, die daf&uuml;r sprechen, dass wir uns in einer strukturellen Mega-Hausse wie jener von 1980 bis 2000 befinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">US-Aktien erlebten im eingangs erw&auml;hnten Zeitraum bis zur Jahrhundertwende eine aussergew&ouml;hnliche Hausse, auch wenn es zwischendurch herbe R&uuml;ckschl&auml;ge gab, wie den &laquo;Schwarzen Montag&raquo; von 1987 oder die Kuwaitkrise von 1990. Inflationsbereinigt legte der S&amp;P 500 vom Rezessionstief im April 1980 bis zum Internetblasenhoch im August 2000 im Schnitt 9.8% pro Jahr zu &#8211; mehr als doppelt so viel wie seit 1932. Seit 2000 betr&auml;gt der reale Kursgewinn hingegen nur 0.3% pro Jahr (alle Angaben ohne Ber&uuml;cksichtigung der Dividenden). Auf einen ungew&ouml;hnlich robusten Bullmarkt folgte also eine Epoche volatiler und schwacher M&auml;rkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es w&auml;re daher nicht ganz &uuml;berraschend, wenn sich die Rallye, die im M&auml;rz 2009 begann, wieder als besonders langlebig herausstellen sollte. Neben der aufgrund struktureller Deflationstendenzen weltweit wahrscheinlich auf Jahre expansiven Geldpolitik stellt der j&uuml;ngste R&uuml;ckgang der Energiepreise in diesem Zusammenhang ein zus&auml;tzliches Argument f&uuml;r eine solche Hausse dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ende des Rohstoffbooms beg&uuml;nstigt Industriel&auml;nder und Konsumgesellschaften<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von 1998 bis 2008 erlebten wir einen grossen Rohstoffboom, welcher die Schwellenl&auml;nder entsprechend beg&uuml;nstigte. Doch dieser ist inzwischen vorbei. Somit hat sich das Blatt in dieser Hinsicht wieder zugunsten der &laquo;alten&raquo; Industriel&auml;nder und Dienstleistungsge-sellschaften gewendet. Besonders deutlich wird diese Wende, wenn wir den realen Roh&ouml;lpreis betrachten. Aus US-Sicht ist das Barrel Roh&ouml;l inflationsbereinigt von 67 US-Dollar im Juli 2008 auf aktuell weniger als 23 US-Dollar gefallen (vgl. PDF Seite 2, Grafik 1). Sollten die realen Preise so tief bleiben oder sogar weiter fallen, dann w&auml;re eine wichtige Parallele zu den fr&uuml;hen 1980ern gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in den 1980er Jahren stellten Disinflation sowie sinkende Zinsen und Energiepreise die Ausl&ouml;ser der Hausse dar, obwohl dies seinerzeit keinesfalls offensichtlich war. In den 1970ern wurden B&ouml;rse und Konjunktur von den &laquo;&Ouml;lschocks&raquo; und der inflation&auml;ren Lohn- und Ausgabenpolitik der Regierungen zur&uuml;ckgehalten. Anfang der 1980er fokussierten Notenbanken und Regierungen dann zunehmend auf Inflationsbek&auml;mpfung und Ausgabenkontrolle. An den B&ouml;rsen ging es aber zun&auml;chst trotzdem nur schleppend voran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&Ouml;lbaisse als Symbol gr&ouml;sserer Gezeitenwechsel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch parallel dazu ging es mit dem &Ouml;lpreis immer st&auml;rker und schneller bergab: Kostete das Fass Roh&ouml;l am H&ouml;hepunkt des Iran-Irak-Krieges von 1980 noch real rund 100 USD, so war der Preis bis 1985 auf das heutige Niveau von 20 bis 25 USD gefallen. Bis 1998 sank der Preis sogar auf weniger als 8 USD &ndash; und die B&ouml;rsen erlebten in der Zwischenzeit eine Jahrhunderthausse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwann fand dieser Megazyklus nat&uuml;rlich sein Ende. Die Internetblase platzte, und es folgten die Anschl&auml;ge vom 11. September 2001, die Kriege gegen Afghanistan und Irak, die USD-Abwertung und diverse andere Entwicklungen, die letztlich den vieldiskutierten &laquo;Abstieg&raquo; der USA symbolisierten. Doch diese Epoche d&uuml;rfte nun vorbei sein &ndash; oder zumindest neue Nuancen entwickeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleibt es jedenfalls bei den g&uuml;nstigen Rohstoffpreisen, dann w&uuml;rden die alternden Volkswirtschaften des Westens und Japan profitieren. Die Mittelschichten dieser L&auml;nder, welche tendenziell zu den Globalisierungsverlierern z&auml;hlten, k&ouml;nnten sich mit der Zeit wieder st&auml;rker erholen. Potenzielle Gewinner gibt es aber auch in einigen inzwischen in hohem Masse industrialisierten Schwellenl&auml;ndern. S&uuml;dkorea ist ja praktisch schon ein Industrieland. Doch auch Chinas Wandel vom aufstrebenden Billiglohnland zur anspruchsvollen Konsumgesellschaft d&uuml;rfte beschleunigt werden. Von dieser Entwicklung w&uuml;rden nicht nur chinesische Unternehmen profitieren &ndash; und auch das d&uuml;rfte sich nat&uuml;rlich an den B&ouml;rsen spiegeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Deutlich tiefere reale Roh&ouml;lpreise st&uuml;tzen die Aktienhausse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Grafik zeigt die nominale und die inflationsbereinigte Preisentwicklung f&uuml;r das Fass Roh&ouml;l. F&uuml;r die realen Preise nehmen wir den &laquo;Bloomberg WTI Crude Oil Inflation Adjusted Spot Price Index&raquo;. Aus langfristiger Sicht ist die Abweichung zwischen nominalen und realen Preisen signifikant. Selbst die Grafik vermag das optisch nicht so deutlich herauszustreichen: So betrug der nominale Preis Ende Januar rund 48 USD pro Fass &#8211; und lag damit immer noch knapp 60% h&ouml;her als zu Beginn der Zeitreihe im Mai 1983. Real betrachtet notierte der Preis jedoch bei etwas mehr als 20 USD &#8211; also gut 33% tiefer als 1983. Damit wird deutlich, wie stark der &Ouml;lpreis aus US-Sicht im Verh&auml;ltnis zum allgemeinen Preisniveau inzwischen gesunken ist. F&uuml;r den Konsumenten, aber auch f&uuml;r sehr viele Gesch&auml;ftsbranchen bietet diese Entwicklung einen klaren R&uuml;ckenwind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3990\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/38131fe380a91970edac4fdb91acfb7a.png\" alt=\"18 2 15 1 lgt\" width=\"600\" height=\"257\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Reale Aktienkurse auf dem Niveau von 2000 &#8211; trotz eingebrochener &Ouml;lpreise und h&ouml;herer Unternehmensgewinne<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n&auml;chste Grafik&nbsp; zeigt den Kursverlauf des S&amp;P 500 (Daten von Prof. Robert Shiller) und des &Ouml;lpreises auf inflationsbereinigter Basis. Dem grossen Bullmarkt der 1980er-1990er ging ein &auml;hnlich deutlicher R&uuml;ckgang des &Ouml;lpreises voraus (wobei der reale Preis 1980 bei 100 USD notierte). Mit der Stabilisierung des &Ouml;lpreises auf tiefem Niveau gewann ab 1983 auch die Aktienhausse sukzessive an Schwung. In der zweiten H&auml;lfte der 1990er setzte schliesslich eine Phase &uuml;bertriebenen Optimismus ein. Danach verlief die Entwicklung an den Finanzm&auml;rkten sehr volatil: Es gab zwei intensive Abw&auml;rtsphasen und zwei Bullm&auml;rkte, wobei der zweite seit 2009 anh&auml;lt. Trotzdem haben US-Aktien auf inflationsadjustierter Basis erst k&uuml;rzlich das Niveau von 2000 erreicht &#8211; und dies, obwohl Unternehmensgewinne und Dividenden die damaligen St&auml;nde heute um rund 45% bzw. 75% &uuml;bertreffen (ebenfalls inflationsbereinigt). Letzteres unterscheidet die aktuelle Situation &uuml;brigens von der Rallye in der zweiten H&auml;lfte der 1990er, als die Stimmung derart &uuml;berschw&auml;nglich war, dass Ertr&auml;ge und Dividenden jahrelang den Aktienkursen deutlich hinterherhinkten. Ob und wie lange US-Aktien freilich weiterhin so stark wie seit 2009 laufen werden, sei dahingestellt &#8211; gewiss sollten und werden B&ouml;rsen in anderen Regionen fr&uuml;her oder sp&auml;ter aufholen, wie es beispielsweise seit Anfang Jahr f&uuml;r Euroraum-Aktien zutrifft. Dass der aktuelle US-Bullmarkt jedoch grunds&auml;tzlich noch mehrere Jahre anhalten k&ouml;nnte, kann angesichts des zus&auml;tzlichen R&uuml;ckenwindes, den die zuletzt deutlich tieferen Rohstoffpreise bieten, keinesfalls ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3991\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/33a152a17b0fa6ed066f34e06a0c8808.png\" alt=\"18 2 15 2 lgt\" width=\"600\" height=\"253\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch <span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aktienhausse wird bald sechs Jahre alt. Der durchschnittliche amerikanische Bullenmarkt seit 1932 dauerte nur knapp vier Jahre. Daher fragen sich nun viele Marktteilnehmer, wie lange der Boom noch anhalten kann&#8230;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":3793,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[],"class_list":["post-21431","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21431"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21431\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}