{"id":21434,"date":"2015-02-25T10:00:00","date_gmt":"2015-02-25T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/02\/25\/lgt-griechenland-einigung-bestaetigt-aufweichung-des-sparprimats\/"},"modified":"2015-02-25T10:00:00","modified_gmt":"2015-02-25T10:00:00","slug":"lgt-griechenland-einigung-bestaetigt-aufweichung-des-sparprimats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-griechenland-einigung-bestaetigt-aufweichung-des-sparprimats\/","title":{"rendered":"LGT: Griechenland-Einigung best\u00e4tigt Aufweichung des Sparprimats"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span>Europa hat sich geeinigt: Das hochverschuldete Griechenland soll weiterhin g&uuml;nstige Kredite erhalten, prim&auml;r zur Bedienungs einer Altschulden und der Absicherung seiner Banken&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>&nbsp;Mikio Kumada<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Athens neue Links-Rechts-Regierung darf zudem den damit verbundenen Sparkurs jetzt aus sozialen Gr&uuml;nden etwas lockern und erh&auml;lt zugleich ein bedingtes Mitspracherecht bei den Reformen. Das insgesamt wachstumsfreundlichere Resultat entspricht weitgehend unseren Erwartungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&Uuml;ber den spannenden Verlauf der Gespr&auml;che zwischen den europ&auml;ischen Politikern und der neuen griechischen Regierung haben die Medien in den letzten drei Wochen mit viel Tamtam berichtet. Wer sich dabei aber zu stark von sensationsheischenden Schlagzeilen und Schnellanalysen &uuml;ber vermeintliche Gewinner und Verlierer der Verhandlungen leiten l&auml;sst, riskiert, vor lauter B&auml;umen den Wald zu &uuml;bersehen. Angesichts der dringlichen und ungew&ouml;hnlichen Umst&auml;nde haben sich Athen und Europa n&auml;mlich nicht nur ziemlich genau wie erwartet verhalten, sondern auch vergleichsweise rasch geeinigt. Das ist eine positive Entwicklung f&uuml;r die M&auml;rkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aufweichung des Sparprimats erneut best&auml;tig<\/strong><br \/> Zudem best&auml;tigt die Einigung einmal mehr, dass das Sparprimat in der Wirtschaftspolitik Europas sukzessive zugunsten von Wachstum und Reform aufgeweicht wird. F&uuml;r die Gl&auml;ubigerstaaten bedeutet die Einigung, dass das laufende Rettungsprogramm im Kern unver&auml;ndert bleibt und bereits durchgef&uuml;hrte Reformen nicht einseitig zur&uuml;ckgerollt werden. Griechenland hat sich allerdings mehr Mitsprache erk&auml;mpft &#8211; es darf zuk&uuml;nftig selbst Reformvorschl&auml;ge vorlegen. Sofern diese Pl&auml;ne gepr&uuml;ft und angenommen werden, d&uuml;rften die relativ strengen Sparziele zudem etwas gelockert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Einbindung der neuen griechischen Regierung als Chance<\/strong><br \/> Dass die Regierung in Athen nun st&auml;rker in den Prozess eingebunden wird, ist grunds&auml;tzlich begr&uuml;ssenswert, denn letztlich hat nur sie das notwenige Grundvertrauen der griechischen Bev&ouml;lkerung. Nur so besteht eine Chance, dass Reformen angenommen und durchgesetzt werden. So haben w&auml;hrend der Verhandlungen die Zustimmungswerte f&uuml;r die Regierung mehr als 80% erreicht. Erstmals seit ausserordentlichen historischen Ereignissen wie dem Ende der Besetzung nach dem Zweiten Weltkrieg oder dem Sturz der Milit&auml;rdiktatur von 1974 gab es im ganzen Land regierungsfreundliche Massendemonstrationen &#8211; ohne gewaltt&auml;tigte Zwischenf&auml;lle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n&auml;chsten Wochen werden freilich zeigen, ob die Griechen ihrem F&uuml;hrungsteam um Premierminister Alexis Tsipras das Nachgeben &uuml;bel nehmen werden, oder sich doch der notwendige Realit&auml;tssinn durchsetzt. Die neue griechische Regierung sorgt anderswo in Europa f&uuml;r Aufregung, Misstrauen und zus&auml;tzliche Komplikationen &#8211; und sei es nur deshalb, weil sie die Sprache der internationalen B&uuml;rokratie und Diplomatie offensichtlich (noch) nicht ganz beherrscht. Sie ist jetzt aber am europ&auml;ischen politischen Prozess und dessen Entscheidungen beteiligt und verf&uuml;gt mit Sicherheit &uuml;ber das notwendige politische Kapital, um ihre W&auml;hler von der Notwendigkeit des Kompromisses zu &uuml;berzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Europa im zyklischen Aufwind<\/strong><br \/> Wichtiger ist aber die unver&auml;ndert freundliche Gesamtsituation: Im Euroraum hat sich einmal mehr die Kooperation durchgesetzt, w&auml;hrend die zyklischen Zeichen seit einiger Zeit ohnehin zunehmend auf Wachstum stehen. Die anstehende deutliche Lockerung der Euro-Geldpolitik und das nachlassende Sparprimat wurden bereits erw&auml;hnt. Dazu kommen der schw&auml;chere Euro und die gesunkenen Preise f&uuml;r Industrierohstoffe. Auch der im Herbst angek&uuml;ndigte EU-Investitionsplan hilft, auch wenn das Zielvolumen von 315 Mrd. Euro ohne erh&ouml;hte direkte Staatsfinanzierung letztlich verfehlt werden d&uuml;rfte. Diese Faktoren d&uuml;rften in n&auml;chster Zeit die Konjunktur und die Unternehmensgewinne im W&auml;hrungsraum beleben und dessen Aktienm&auml;rkte in st&auml;rkerem Ausmass als in anderen Regionen auf Trab halten &#8211; und sollte sich Athen zudem an die gerade getroffenen Vereinbarungen halten, was derzeit nicht gerade der Konsenserwartung entspricht, dann wird es selbstverst&auml;ndlich auch an dieser Dynamik teilnehmen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p><strong> Abklingende Sparpolitik und zunehmender monet&auml;rer R&uuml;ckenwind im Euroraum<\/strong><br \/> Die erste Grafik zeigt die Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes im internationalen Vergleich seit 2012. Die rot markierten Zellen signalisieren eine Rezession, gelb impliziert eine neutrale Situation und gr&uuml;n nimmt einen zyklischen Aufschwung vorweg. Anhand dieses Farbenrasters wird ersichtlich, wie deutlich sich die heutige Situation gegen&uuml;ber dem Zustand im ersten Halbjahr 2012 verbessert hat &#8211; auch damals hielt die griechische Schuldenkrise die internationalen Finanzm&auml;rkte in Atem (Umstrukturierung der alten Staatsschulden, zweifache Wahlen, gewaltt&auml;tige Ausschreitungen von der Athener Parlament). Inzwischen hat sich aber selbst Griechenland vom tiefroten Bereich an die Wachstumsschwelle empor gearbeitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3996\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/b8e4caeaeb84b609ff2866074a818674.png\" alt=\"25 02 15 1lgt\" width=\"600\" height=\"320\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fiskalische Gegenwinde nehmen allm&auml;hlich ab<\/strong><br \/> Die n&auml;chste Grafik&nbsp; zeigt die Ver&auml;nderung der Budgetdefizite in Prozentpunkten des Bruttoinlandsprodukts. Wir vergleichen die Ver&auml;nderung w&auml;hrend der vergangenen Jahre mit der erwarteten Entwicklung in den n&auml;chsten zwei Jahren. Die Basis bieten die Daten des Internationalen W&auml;hrungsfonds, vor den etwaigen Anpassungen nach der j&uuml;ngsten Einigung mit Griechenland. Eine negative Zahl bedeutet eine Reduktion des Budgetdefizits &#8211; d.h. eine entsprechend intensive Sparpolitik. Ein positive Zahl verweist auf erh&ouml;hte Staatsausgaben, was in der Regel zyklisch stimulierend wirkt. Im Schlepptau der Finanzkrise f&uuml;hrten die L&auml;nder der europ&auml;ischen Peripherie von 2009 bis 2014 die weltweit h&auml;rtesten Sparprogramme durch &#8211; allen voran Griechenland und Irland. Die resultierende Verbesserung der makro&ouml;konomischen Kennzahlen war allerdings mit hohen sozialen und politischen Kosten und Problemen verbunden. Die bis 2016 anvisierten Sparziele f&uuml;r die Peripheriel&auml;nder sind zwar gegen&uuml;ber fr&uuml;her moderater geworden, bleiben aber im globalen Vergleich &uuml;berdurchschnittlich hart. Sie d&uuml;rften daher weder politisch realistisch noch in diesem Ausmass wirtschaftlich notwendig sein. Wir gehen daher davon aus, dass die Sparziele in n&auml;chster Zeit sukzessive generell aufgelockert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3997\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/5abada9346fa20a0a3139100acf28b3d.png\" alt=\"25 02 15 2lgt\" width=\"600\" height=\"248\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch <span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa hat sich geeinigt: Das hochverschuldete Griechenland soll weiterhin g&uuml;nstige Kredite erhalten, prim&auml;r zur Bedienungs einer Altschulden und der Absicherung seiner Banken&#8230;&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":3793,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[],"class_list":["post-21434","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21434","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21434"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21434\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21434"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21434"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21434"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}