{"id":21437,"date":"2015-03-04T10:00:00","date_gmt":"2015-03-04T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/03\/04\/lgt-europa-vor-dem-qe-startschuss\/"},"modified":"2015-03-04T10:00:00","modified_gmt":"2015-03-04T10:00:00","slug":"lgt-europa-vor-dem-qe-startschuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-europa-vor-dem-qe-startschuss\/","title":{"rendered":"LGT: Europa vor dem QE-Startschuss"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span>Die Europ&auml;ische Zentralbank wird in den n&auml;chsten Tagen ihr quantitatives Lockerungsprogramm (QE) lancieren. Obwohl die Eckdaten des Programms l&auml;ngst bekannt sind und daher weitgehend &laquo;eingepreist&raquo; sein sollten, sollte seine potenzielle Wirkung nicht untersch&auml;tzt werden&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>&nbsp;Mikio Kumada<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vergleich mit der Entwicklung im Yen vor zwei Jahren und die Dimension des europ&auml;ischen QE unterstreichen, dass der Euro-Abwertungsprozess wahrscheinlich noch nicht abgeschlossen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EZB wird voraussichtlich morgen die prozeduralen und terminlichen Details ihres am 22. Januar angek&uuml;ndigten QE-Programms bekannt geben. Sofern die EZB, wie wir annehmen, nicht mit zus&auml;tzlichen unerwarteten Lockerungsschritten aufwartet, d&uuml;rften auch die Finanzm&auml;rke diese EZB-Lockerung vorerst einmal weitgehend eingepreist haben. Das mittelfristige Abwertungspotential des Euro gegen&uuml;ber den meisten W&auml;hrungen bleibt jedoch trotzdem bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Akzeleration der Euro-Abwertung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen&uuml;ber dem US-Dollar hat der Euro hat seit dem Tag der QE-Ank&uuml;ndigung rund 3.7% verloren, was einer auf das Jahr hochgerechten Abwertung von rund 28% entspricht. In den sechs Monaten vor dem Ereignis hatte der Euro 14.2% verloren, d.h. etwa 26% pro Jahr. Das Abwertungstempo gegen&uuml;ber dem &laquo;Greenback&raquo; hat sich zuletzt also etwas erh&ouml;ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;Diese beschleunigte Abwertungsdynamik des Euro ist gegen&uuml;ber dem britischen Pfund am deutlichsten ausgepr&auml;gt, grunds&auml;tzlich aber gegen&uuml;ber den meisten anderen W&auml;hrungen beobachtbar. Gegen&uuml;ber Sterling hat der Euro im Halbjahr bis zur Entscheidung der EZB 3.2% verloren (bzw. 6.8% p.a.). In der Zeit seitdem waren es aber 5.1%, also 37% p.a. Gegen&uuml;ber dem Yen betrug die Abwertung in den sechs Monaten bis zum 22. Januar 0.1% (0.2% p.a.) und seitdem 2.4% (19% p.a.). Dieses Muster gilt gegen&uuml;ber den meisten W&auml;hrungen, wobei der Schweizer Franken und die skandinavischen Kronen die grossen Ausnahmen darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktuelle Euroschw&auml;che erinnert an den Yen im Jahr 2013<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beschleunigte Abwertung kurz vor Eintreffen eines im Wesentlichen bekannten Ereignisses deutet darauf hin, dass der vorherrschende Trend zwar noch eine Weile anhalten d&uuml;rfte &#8211; bis der Markt derart stark in eine Richtung &uuml;bertrieben hat, dass sich der Trend von selbst ersch&ouml;pft. Aufschlussreich ist diesbez&uuml;glich das Verhalten des Yen in der Zeit um die Ank&uuml;ndigung des QE durch die Bank of Japan am 4. April 2013 (siehe PDF, Seite 2, Grafik 2). Nach dem japanischen QE-Startschuss folgte bis Mitte Mai noch einmal eine relativ kurze, intensive Yen-Abwertungsphase. Danach setzte jedoch eine Konsolidierungsbewegung ein, die etwa sechs Monate lang stabile Wechselkurse mit sich brachte. Es verging letztlich gut ein weiteres Jahr, bis die n&auml;chste deutliche Abwertungsbewegung einsetzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Euro-QE wird mittelfristig eine signifikante Wirkung entfalten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abschluss noch ein Wort zum europ&auml;ischen QE-Programm: Viele Analysten betrachten dessen potentielle Wirkung weiterhin mit einer gewissen Skepsis &#8211; weil es vergleichsweise sp&auml;t kommt, auf den ersten Blick konservativ wirkt oder weil Europa eben &laquo;anders&raquo; ist. Dennoch sollten wir es nicht untersch&auml;tzen: Relativ zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) wirken die angek&uuml;ndigten Wertpapierk&auml;ufe von monatlich 60 Mrd. Euro im globalen Vergleich bescheiden. Wenn wir jedoch die staatlichen Budgetdefizite als Massstab hernehmen, stellt Europas QE alle anderen &laquo;Konkurrenzprogramme&raquo; klar in den Schatten (siehe PDF, Seite 2, Grafik 2). Es unterst&uuml;tzt damit die Eurostaaten genau dort, wo sie es einerseits &laquo;am N&ouml;tigsten&raquo; haben und anderseits auch &#8211; teilweise deutlich &#8211; besser dastehen als die anderen L&auml;nder zum Zeitpunkt der QE-Lancierung. Der fiskalische Spielraum f&uuml;r eine wachstumsfreundlichere Politik ist damit in Europa heute sicher gr&ouml;sser als 2009 in den USA und Grossbritannien oder 2013 in Japan. Sofern diese Regierungen diese Spielr&auml;ume auch nutzen, was naheliegend ist, stehen die Chancen gut, dass sich das europ&auml;ische QE letztlich als sehr wirksam herausstellen wird. Gleichzeitig d&uuml;rfte die Gr&ouml;ssenordnung des EZB-Lockerungsprogramms den Euro durchaus auf Dauer belasten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&nbsp;Bisherige Euro-Abwertung verl&auml;uft nach dem Muster des Yen seit Herbst 2012<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Grafik zeigt die zeitversetzte Abwertungspfade des japanischen Yen und des Euro gegen&uuml;ber dem US-Dollar. Sie vergleicht also den Euro heute mit dem Yen um die Zeit der jeweiligen QE-Lancierung. Wir nehmen den Yen als Muster f&uuml;r den Euro, weil die &ouml;konomische und politische Situation in den beiden Wirtschaftsr&auml;umen im Vorfeld von QE gewisse &Auml;hnlichkeiten aufweist. Wie in Europa gab es zum Beispiel auch in Japan zahlreiche Bedenken gegen ein ordentliches QE, im Sinne ungehemmter Staatsanleihek&auml;ufe. In beiden L&auml;ndern wurden die QE-Programme de facto mehrere Monate vor dem eigentlichen Startschuss weitgehend &laquo;vorangek&uuml;ndigt&raquo;. Der Yen hatte jedenfalls in den sechs Monaten bis zum offiziellen QE-Start am 4. April 2013 bereits rund 20% verloren (gg&uuml;. US-Dollar). Bis zum 22. Mai verlor Nippons W&auml;hrung noch einmal rund 10%. Dann setzte allerdings ein Stabilisierungsprozess ein. Bis zur n&auml;chsten grossen Yen-Abwertungsbewegung vergingen schliesslich weitere 16 Monate, wie der Chart visualisiert. Falls der Euro weiter diesem Muster folgt, dann m&uuml;sste die Euro-Schw&auml;che in den n&auml;chsten Wochen oder Monaten irgendwo zwischen $1.00 und $1.10 vorerst ein Ende finden. Bis zum n&auml;chsten signifikanten Abwertungsschub k&ouml;nnte dann eine gewisse Zeit vergehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4002\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/bdd2468b65f7a059ab3ac8ac621c411f.png\" alt=\"04 03 15 lgt\" width=\"600\" height=\"243\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Europas QE-Programm sollte nicht untersch&auml;tzt werden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n&auml;chste Grafik zeigt die Dimensionen der j&auml;hrlichen Wertpapierk&auml;ufe der verschiedenen Notenbanken in der jeweils intensivsten Phase (z.B. im Falle der USA w&auml;re dies die Zeit von &laquo;QE3&raquo;, vom Dezember 2012 bis Dezember 2013). G&auml;ngig ist der Vergleich der QE-K&auml;ufe mit dem jeweiligen BIP. Aus dieser Sicht ist das Euro-QE vergleichbar mit dem amerikanischen, aber bescheidener als das japanische und britische. Nehmen wir aber die erwartete j&auml;hrliche &ouml;ffentliche Nettoneuverschuldung (Nettoemission von Staatsanleihen) in den relevanten Jahren als Messlatte, stellt das EZB-QE alle anderen Programme klar in den Schatten. Die anderen L&auml;nder kombinierten ihre QE-Programme mit schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen und\/oder Bankrettungspaketen. Ihre Budgetdefizite waren daher sehr hoch &#8211; sie schwankten zwischen 8.2% des BIP in Japan (2013) und 13.5% in den USA (2009). Im Unterschied dazu betr&auml;gt die gesch&auml;tzte Nettoneuverschuldung des Euroraums in diesem Jahr kaum 2.5% des BIP &#8211; die EZB-K&auml;ufe im (720 Mrd. Euro pro Jahr) entsprechen daher fast der dreifachen erwarteten Neuverschuldung der Eurozone. QE kann als indirekte Staatsfinanzierungshilfe verstanden werden. Daher d&uuml;rfte dessen Wirkung auch in Europa signifikant ausfallen &#8211; besonders, falls das Programm tats&auml;chlich mindestens 16 Monate lang beibehalten wird.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4003\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/b42d877a12ba2c2be91e0fa4d7c61de9.png\" alt=\"04 03 15 1lgt\" width=\"600\" height=\"252\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch <span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ&auml;ische Zentralbank wird in den n&auml;chsten Tagen ihr quantitatives Lockerungsprogramm (QE) lancieren. 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