{"id":21442,"date":"2015-03-11T10:00:00","date_gmt":"2015-03-11T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/03\/11\/lgt-japans-reflationsstrategie-bleibt-auf-kurs\/"},"modified":"2015-03-11T10:00:00","modified_gmt":"2015-03-11T10:00:00","slug":"lgt-japans-reflationsstrategie-bleibt-auf-kurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-japans-reflationsstrategie-bleibt-auf-kurs\/","title":{"rendered":"LGT: Japans Reflationsstrategie bleibt auf Kurs"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span>Tokios B&ouml;rse geh&ouml;rt seit Herbst 2012 zu den Top-Performern &#8211; trotz tiefsitzender Zweifel, dass es Japan wirklich gelin-gen wird, die Deflation abzusch&uuml;tteln. Auch der schwache Yen bot eine gute Ausrede, den Aktienmarkt zu meiden. An-fang M&auml;rz hat der Nikkei 255 jedoch auch in USD gemessen ein 15-Jahreshoch erreicht&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>&nbsp;Mikio Kumada<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Globalen Investoren d&uuml;rfte es damit zunehmend schwerer fallen, den Markt weiter zu ignorieren, was die japanische Hausse nur weiter n&auml;hren wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den ersten Blick entt&auml;uscht Japans Wirtschaft weiterhin. Nach offiziellen Angaben war sie im dritten Quartal 2014 wieder in eine Rezession zur&uuml;ckgefallen, was Ministerpr&auml;sident Shinzo Abe sogar dazu veranlasste, vorgezogene Neuwahlen aufzurufen. Und ges-tern wurde auch das Bruttoinlandsprodukt f&uuml;r das vierte Quartal 2014 &uuml;berraschend nach unten revidiert, nachdem bereits die erste Sch&auml;tzung entt&auml;uschte. Die als &laquo;Abenomics&raquo; bekannte Reflationspolitik scheint wirkungslos zu &laquo;verpuffen&raquo;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Markt selbst signalisiert aber ein anderes Bild. Seit den vermeintlich schwachen BIP-Daten f&uuml;r das Q3\/2014 vom 17. November hat der Nikkei in US-Dollar die anderen grossen entwickelten M&auml;rkte deutlich schlagen k&ouml;nnen (Nikkei 225: 5.8%, EuroStoxx: 0.9%, Hang Seng: 0.3%, S&amp;P 500: 0.1%, FTSE 100 0.5%, SMI: -2.2%). Noch interessanter ist aber die langfristige Sicht in USD.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sind die M&auml;rkte bez&uuml;glich Japan zu optimistisch? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist der Nikkei in der vergangenen Woche auf den h&ouml;chsten Stand seit Oktober 2000 geklettert und &uuml;berwand damit technisch einen seit 1994 bestehenden Abw&auml;rtstrend. Damit wurde auch der zweite, sehr langfristige Abw&auml;rtstrend durchbrochen (vgl. Grafik, Seite 3). Der Markt signalisiert also eine erfolgreiche Reflation &#8211; und wir glauben: zu Recht. Angesichts der langen Konsolidierungs-phasen, die Japan zwischendurch erlebte, k&ouml;nnen wir bisher auch keinen &uuml;bertriebenen Anlegeroptimismus erkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Reflationserfolg und Unternehmensgewinne werden weiterhin untersch&auml;tzt <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Japans B&ouml;rse hat immer noch ein sehr grosses Nachholpotenzial. Im langfristigen Bild ist es n&auml;mlich immer noch so, dass die Aktien-kurse in Japan im Schnitt seit 15 Jahren stagnieren, w&auml;hrend die Unternehmensgewinne durchaus im Einklang mit der globalen Entwicklung gewachsen sind. So ist der Gewinn je Aktie (EPS) f&uuml;r Japan heute 3.3-mal h&ouml;her als 1995, im Vergleich zu 3.1-mal f&uuml;r den Weltindex (ohne Japan). Der Kurs des MSCI Japan notiert jedoch nur 30% h&ouml;her als 1995, w&auml;hrend der Weltindex um 240%, bzw. 3.4-mal, gestiegen ist (alles in USD, vgl. Seite 2, Grafik 1). Diese Bewertungsl&uuml;cke kann letztlich mit einem Wort erkl&auml;rt werden: Deflation. Sollte Letztere auf Dauer &uuml;berwunden werden, dann wird sich auch diese L&uuml;cke wieder schliessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zudem sind es gerade die vermeintlich so schwachen BIP-Statistiken, die zeigen, dass &laquo;Abenomics&raquo; durchaus gut funktioniert. In diesem Zusammenhang m&uuml;ssen wir zwischen nominalen und inflationsbereinigten (bzw. realen) Daten unterscheiden. Die meisten Research- und Medienkommentare beziehen sich typischerweise auf die realen Statistiken. Im Falle Japans sind derzeit jedoch die nominalen Zahlen entscheidend (die reale Entwicklung wird dann an Bedeutung gewinnen, sobald sich langfristig stabile, positive Inflationserwartungen etabliert haben). Und die nominalen Trends unterstreichen, dass seit Beginn von &laquo;Abenomics&raquo; vor zwei Jah-ren klare Fortschritte erzielt wurden: Die einst stagnierenden oder schrumpfenden BIP-Gr&ouml;ssen wachsen wieder, w&auml;hrend andere, weniger problematische Bereiche, wie etwa die Ein- und Ausfuhren, ihr Wachstum weiter beschleunigt haben (vgl. Seite 2, Grafik 2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neue Hochs aus USD-Sicht ziehen internationale Aufmerksamkeit an <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu guter Letzt ziehen neue H&ouml;chstst&auml;nde in US-Dollar nat&uuml;rlich weltweite Aufmerksamkeit an und unterh&ouml;hlen damit den h&auml;ufig als Vorwand gegen Investitionen in Japan verwendeten Vorwand der Yen-Schw&auml;che. Kurz: Aufgrund der Funktionsweise der Reflation arbeitet die Zeit in Japan zugunsten jener Investoren, die bei japanischen Aktien exponiert bleiben. The Beacon. Quellen: Bloomberg, oder wie angegeben. Siehe Disclaimer letzte Seite. 2\/6<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Grafiken und Hintergrundkommentare <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Deflation entwertet Unternehmensgewinne <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der ersten Grafik zeigen wir Aktienkurse und Unternehmensgewinne (EPS) in Japan und im Rest der Welt in USD (auf Basis des MSCI All-Country World Excluding Japan). Der Weltindex zeigt, dass sich die Kurse in den letzten 20 Jahren weitgehend im Einklang mit den EPS bewegten (mit Zwischenphasen der Unter- und &Uuml;bertreibung). Japan stellt allerdings die grosse Ausnahme dar. Hier bewegen sich die Kurse seit etwa zwei Jahrzehnten seitw&auml;rts bis leicht s&uuml;dlich, obwohl die Unternehmensgewinne letztlich im Ein-klang mit der globalen Situation wuchsen. Mit anderen Worten, der permanente Deflationsdruck hat japanische Firmen stark ent-wertet. Mit der R&uuml;ckkehr der Inflation sollte sich dieser Prozess nat&uuml;rlich umdrehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4007\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/14d6055fc6bd05ccf4b99c2c0b257e94.png\" alt=\"11 03 15 1lgt\" width=\"595\" height=\"249\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Seit &#8220;Abenomics&#8221; erholen sich alle nominalen BIP-Gr&ouml;ssen <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der zweiten Grafik vergleichen wir die durchschnittlichen annualisierten Wachstumsraten ausgew&auml;hlter BIP-Elemente vom Q1\/1994 bis zum Beginn von &laquo;Abenomics&raquo; im Q4\/2012 mit den Wachstumsraten danach (alles auf nominaler Basis). Wir sehen, dass seit &laquo;Abenomics&raquo; alle Komponenten entweder wieder zu wachsen begonnen haben bzw. ihr Wachstumstempo weiter erh&ouml;ht haben. Der Staatskonsum (21% des BIP) ist die einzige Komponente, dessen Wachstumsrate weniger deutlich gestiegen ist (der Staat zieht sich also langsam zugunsten der Privatwirtschaft zur&uuml;ck &#8211; wie es im Idealfall auch sein sollte).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4008\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/b62e9cecdd85a1490f6fc8f46f9fbfa3.png\" alt=\"11 03 15 2lgt\" width=\"599\" height=\"233\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch die j&uuml;ngsten BIP-Zahlen waren besser als sie schienen <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende noch ein Wort zu den j&uuml;ngsten nominalen Daten f&uuml;r das Q4\/2014. Das nominale BIP-Wachstum erholte sich auf 3.9% pro Jahr, nach einem R&uuml;ckgang um 3.5% im Q3 (alle Wachstumsangaben: Ver&auml;nderungsraten gegen&uuml;ber Vorquartal, auf das Jahr hochgerechnet). Das Wachstum der privaten Konsumausgaben (60% des BIP) beschleunigte sich nominal auf 1.2% auf 2.8%, w&auml;h-rend das Wachstum des Staatskonsums von 2.8% auf 1.6% sank. F&uuml;r Aktienanleger besonders interessant war jedoch die starke Erholung des Bruttonationalprodukts, welches die &uuml;berseeischen Unternehmensertr&auml;ge umfasst: Das BNP-Wachstum erholte sich n&auml;mlich auf 7.8%, nach einem R&uuml;ckgang von 1.6% im Q3. Die privaten Investitionen (ohne H&auml;userbau) nahmen ebenfalls zu, ob-wohl man sich immer mehr Wachstum w&uuml;nschen kann. Das Wachstum der Nettoertr&auml;ge aus &Uuml;bersee hat sich sogar von 65.5% auf 136.7% beschleunigt. Zur Erinnerung: Japans BIP war im Q2 und Q3 des vergangenen Jahres als Folge der einmaligen Wirkung einer landesweiten Konsumsteuererh&ouml;hung aus realer Sichtweise st&auml;rker als erwartet eingebrochen. Aus der entscheidenden nominalen Sicht spielt diese Entwicklungen jedoch eine weniger wichtige Rolle. The Beacon. Quellen: Bloomberg, oder wie angegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zus&auml;tzliche Grafiken und Informationen <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nikkei 255 in USD durchbricht langfristigen Abw&auml;rtstrend <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzte Grafik zu Japan zeigt den Nikkei 225 seit 1975 in USD. Deutlich zu sehen ist die ab 1989 dominierende strukturelle Baisse. Bis 2012 war jedes neue Zwischenhoch tiefer als das vorherige. Seit Abenomics tut sich jedoch wieder etwas. 2013 gelang der Aus-bruch aus dem ersten Abw&auml;rtstrend (dunkelrote Linie, bis 1989 zur&uuml;ckreichend). Vor etwa einer Woche folgte der zweite Ausbruch (hellrote Linie, bis zum Zwischenhoch von 1994). Die Tatsache, dass diese Entwicklung auch aus Sicht des harten USD gilt, ist aus internationaler Sicht besonders interessant und sollte den japanischen Markt zus&auml;tzlich st&uuml;tzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4009\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/8cc51fd924f8653559f064ae8829d939.png\" alt=\"11 03 15 3lgt\" width=\"600\" height=\"260\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Information zur taktischen Anlageallokation <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schliessung des &Uuml;bergewichts des GBP gegen&uuml;ber EUR <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen der regelm&auml;ssigen &Uuml;berpr&uuml;fung der Anlagepolitik hat das Strategieteam der LGT Capital Partners gestern beschlossen, die j&uuml;ngste St&auml;rke des britischen Pfund (bzw. die ausgepr&auml;gte Schw&auml;che des Euro) zu nutzen, um eine bestehende &uuml;bergewichtete Position im GBP gegen&uuml;ber dem EUR zu schliessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allein seit den letzten dreimonatlichen Strategiebeschl&uuml;ssen von Mitte Dezember hat sich das Pfund in Euro von 1.25 auf rund 1.40 aufgewertet. Aus technischer Sicht erscheint uns das GBP gegen&uuml;ber dem EUR nun etwas &laquo;&uuml;berkauft&raquo;. Ausserdem k&ouml;nnten die am 7. Mai anstehenden britischen Wahlen die Marktstimmung zuungunsten des GBP beeinflussen. Der erwartete Wahlerfolg der rechtsgerichteten UK Independence Party d&uuml;rfte u.a. die Diskussionen um einen britischen Austritt aus der Europ&auml;ischen Union st&auml;rk-ten. Gleichzeitig d&uuml;rfte die Quantitative Lockungspolitik der Europ&auml;ischen Zentralbank, welche erst vorgestern formell lanciert wurde, inzwischen weitgehend eingepreist sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4010\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/8c7871b391bf4b076053c02917a3c739.png\" alt=\"11 03 15 4lgt\" width=\"602\" height=\"264\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch <span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tokios B&ouml;rse geh&ouml;rt seit Herbst 2012 zu den Top-Performern &#8211; trotz tiefsitzender Zweifel, dass es Japan wirklich gelin-gen wird, die Deflation abzusch&uuml;tteln. Auch der schwache Yen bot eine gute Ausrede, den Aktienmarkt zu meiden. 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