{"id":21448,"date":"2015-04-15T09:00:00","date_gmt":"2015-04-15T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/04\/15\/lgt-us-ertragswachstum-ueberrascht-positiv\/"},"modified":"2015-04-15T09:00:00","modified_gmt":"2015-04-15T09:00:00","slug":"lgt-us-ertragswachstum-ueberrascht-positiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-us-ertragswachstum-ueberrascht-positiv\/","title":{"rendered":"LGT: US-Ertragswachstum \u00fcberrascht positiv"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich sollten die Energiebaisse und der starke US-Dollar den US-Unternehmen im ersten Quartal des Jahres einen seltenen Ertragsr&uuml;ckgang &laquo;bescheren&raquo;. Davon ging der Konsens aus. Die ersten Indizien aus der Ertragssaison verweisen jedoch darauf, dass die Analysten im Schnitt die positiven Auswirkungen ebendieser Faktoren auf die Konjunktur zum Teil deutlich untersch&auml;tzen. Das US-Gewinnwachstum d&uuml;rfte daher weiter auf ansehnlichem Niveau verharren&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>&nbsp;Mikio Kumada<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der vergangenen Woche begann in den USA die Berichtssaison f&uuml;r das erste Quartal 2015. Mit einem gesch&auml;tzten R&uuml;ckgang des Quartalsgewinns f&uuml;r den S&amp;P 500 von rund 5% gegen&uuml;ber dem Vorjahr hatte der Konsens den ersten Einbruch seit dem dritten Quartal 2012 in Aussicht gestellt. Zugleich w&auml;re damit der gr&ouml;sste R&uuml;ckgang seit Beginn der Hausse vor mehr als sechs Jahren verbucht. Gem&auml;ss der ersten Berichte von der Wall Street scheinen die US-Unternehmen stattdessen das h&ouml;chste Gewinnwachstum seit mindestens vier Jahren auszuweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die US-Firmenertr&auml;ge werden schon l&auml;nger systematisch untersch&auml;tzt. Das tats&auml;chliche Wachstum war w&auml;hrend der vergangenen vier Jahre in jedem Quartal im Schnitt rund drei Prozentpunkte h&ouml;her als prognostiziert. In den zwei Jahren davor war das Ausmass der Untersch&auml;tzung oft noch extremer. Im Schlepptau von Finanzkrise und Weltrezession wollte wohl kaum ein Analyst mit rosigen Zukunftsprognosen auffallen. Insgesamt bleibt die Konsenshaltung aber auch heute tendenziell vorsichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>USD-Hausse und Energieeinbruch gelten prim&auml;r als belastende Entwicklungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach wie vor werden allzu optimistische Konjunkturszenarien weiter im Hintergrund gehalten, wenn nicht v&ouml;llig ignoriert, w&auml;hrend den Risiken und Warnhinweisen ein hohes Gewicht beigemessen wird. Gem&auml;ss einer aktuellen Analyse der Telefonkonferenzen zwischen Managern und Analysten &uuml;ber den Gesch&auml;ftsausblick, den sogenannten &laquo;Earnings Calls&raquo;, wurde der starke US-Dollar in 70% der F&auml;lle als der gr&ouml;sste (potenzielle) Belastungsfaktor erw&auml;hnt, gefolgt von den Streiks der Hafenarbeiter an der US-Westk&uuml;ste (22%) und dem j&uuml;ngsten Roh&ouml;l- und Gaspreiseinbruch (13%). Vor diesem Hintergrund wurde aus dem per Ende Dezember erwarteten EPS-Wachstum von 4.3% bis letzten Freitag ein EPS-Einbruch von 4.8%. Eine solch deutliche Herabstufung der Prognosen gab es zuletzt im Q1\/2009 &#8211; also auf dem H&ouml;hepunkt der letzten Baisse und im direkten Anschluss an die Finanzkrise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Positive Konjunktureffekte werden ignoriert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Einbruchsprognose d&uuml;rfte sich zum Gl&uuml;ck jedoch nicht bewahrheiten. Die ersten Berichte deuten darauf hin, dass der Konsens die negativen Folgen der j&uuml;ngsten W&auml;hrungs- und Energiemarktentwicklungen &uuml;bertreibt, die positiven Nebeneffekte ebendieser Faktoren aber weitgehend ignoriert. Eine starke W&auml;hrung kann in Kombination mit tiefen bzw. sinkenden Energiepreisen nat&uuml;rlich die Verbraucherstimmung, den Binnenkonsum aber auch die verarbeitende Industrie potenziell sogar sehr deutlich stimulieren &#8211; dies gilt in besonderem Masse f&uuml;r Volkswirtschaften mit hoher Konsumneigung, wie eben jene der USA. Wir sollten auch hinzuf&uuml;gen, dass allgemein antizipierte W&auml;hrungs- und Energiemarktschwankungen in der Regel in hohem Masse effizient absichert werden k&ouml;nnen. Export- und Energieunternehmen k&ouml;nnen also solchen Risiken weitgehend entgegenwirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bisher wurden in den USA jedenfalls 131 Ergebnisse publiziert, von insgesamt mehr als 5,000 Unternehmen. Aus diesen geht hervor, dass die US-Unternehmen, trotz USD-Rallye und &Ouml;lbaisse, ihren Gewinn je Aktie (EPS) im Q1\/2015 aggregiert um 8.3% gesteigert haben. Das liegt nahe der h&ouml;chsten EPS-Wachstumsrate des S&amp;P 500 der letzten drei Jahre. Zudem lieferten bezeichnenderweise die beiden Konsumbranchen &laquo;Discretionary&raquo; und &laquo;Staples&raquo; sowie die verarbeitende Industrie die deutlichsten positiven &Uuml;berraschungen (22% bis knapp 27% &uuml;ber Konsens), w&auml;hrend der Einbruch der Energiebranche nicht so dramatisch wie bef&uuml;rchtet ausgefallen ist. Unter dem Strich scheinen Unternehmen und Verbraucher in den USA also zunehmend von den Vorteilen einer reiferen &#8211; und daher auch stabileren &#8211; Phase im Konjunkturzyklus zu profitieren. Die US-Hausse d&uuml;rfte also auch in Zukunft recht robust bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Grafiken und zus&auml;tzliche Hintergrundinformationen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Industrie und Konsum weisen die h&ouml;chsten Gewinnwachstumsraten aus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden Tabellen bieten einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Ergebnisse der US-Berichtssaison f&uuml;r das Q1\/2015. Die erste Tabelle zeigt das Umsatz- und Gewinnwachstum gegen&uuml;ber Vorjahr, nach Sektoren geordnet. Bisher haben 131 von insgesamt 5,228 b&ouml;rsenkotierten US-Unternehmen ihre Q1-Ergebnisse ausgewiesen. Wir betrachten diesmal die Gesamtheit der Ergebnisse statt nur die Ergebnisse im S&amp;P 500 oder MSCI USA, um einen breiteren ersten Einblick in den generellen Trends im Markt zu erlangen. Auf dieser Basis weisen mit Ausnahme der Branchen Energie und Materialien, die dem Energie- und Rohstoffpreisverfall nat&uuml;rlich am direktesten ausgesetzt sind, die meisten Branchen zum Teil sehr hohe Wachstumsraten aus. Auch Gesundheitswesen und der Technologiebereich weisen bisher kaum Wachstum aus &#8211; doch das stellt keine &Uuml;berraschung dar, wie die n&auml;chste Tabelle aufzeigt. Interessanter ist, dass Konsum und Industrie allen Sch&auml;tzungsreduktionen zum Trotz weiter deutlich zulegen konnten. Auf Gesamtmarktebene betr&auml;gt das EPS-Wachstum 8.3%. Auf Ebene des S&amp;P 500 betrug der h&ouml;chste Zuwachs der letzten drei Jahre 8.8% (im Q3\/2013). Erw&auml;hnenswert ist auch, dass die Gewinne in der Regel immer noch st&auml;rker wachsen als die Ums&auml;tze &#8211; ein Hinweis, dass es mit der Profitabilit&auml;t der Unternehmen weiterhin tendenziell bergauf geht (Erh&ouml;hung der Gewinnmargen, Eigenkapitalrenditen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4039\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/5d49503a682e7f77e118f3adae173fcc.png\" alt=\"15 04 15lgt1\" width=\"600\" height=\"212\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Negative Aspekte der Energie- und Rohstoffbaisse &uuml;bersch&auml;tzt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zweite Tabelle zeigt die Ergebnisse im Vergleich zu den Konsenssch&auml;tzungen. Auf Gesamtebene sind die EPS rund sieben Prozentpunkte &uuml;ber den Erwartungen ausgefallen. Unter den Sektoren mit wachsenden EPS verbuchten der Basiskonsum, der zyklische Konsum und die Industrie die deutlichsten positiven Abweichungen &#8211; genau jene Sektoren, die typischerweise von tieferen Energiepreisen und einer aufgehellten Binnenkonjunktur profitieren sollten. Doch auch der Energiesektor lieferte eine deutlich positive Abweichung: Der EPS-R&uuml;ckgang ist mit weniger als 4% bisher bei Weitem nicht so hoch wie bef&uuml;rchtet ausgefallen. Zusammengefasst best&auml;tigt das Gesamtmuster, dass die Auswirkungen des &Ouml;leinbruchs und\/oder des starken USD eher &uuml;bersch&auml;tzt wurden, w&auml;hrend die positiven Effekte ebendieser Faktoren untersch&auml;tzt werden. Beachtenswert ist auch, dass die popul&auml;ren Branchen Gesundheit und Technologie die Erwartungen nur marginal &uuml;bertreffen konnten &#8211; typisch f&uuml;r seit Jahren beliebte und boomende Sektoren. Hier sind Analysten eben eher bereit, vergleichsweise optimistische bzw. hohe Sch&auml;tzungen abzugeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das endg&uuml;ltige Ergebnis k&ouml;nnte nat&uuml;rlich von diesem ersten vorl&auml;ufigen Eindruck durchaus noch abweichen. Da die bisherigen Indizien auf Basis des Gesamtmarktes jedoch sowohl vom Muster als auch von den Dimensionen her doch klar von den Konsenswerten abweichen, d&uuml;rfen wir doch einigermassen zuversichtlich sein, dass diese Entwicklung letztlich auch auf Ebene des S&amp;P 500 best&auml;tigt werden d&uuml;rfte. Noch per Ende der vergangenen Wochen hatte der Konsens f&uuml;r den S&amp;P 500 schliesslich einen R&uuml;ckgang der EPS um 4.8% vorhergesagt. Auch ohne den Energiesektor sah der Konsens nur ein mageres Gewinnwachstum von 3.3%. Diese Sch&auml;tzungen wirken jetzt eindeutig zu konservativ.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4040\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/1bdefc9bf814ef9018a0bb3e6a252de8.png\" alt=\"15 04 15lgt2\" width=\"600\" height=\"188\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch <span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sollten die Energiebaisse und der starke US-Dollar den US-Unternehmen im ersten Quartal des Jahres einen seltenen Ertragsr&uuml;ckgang &laquo;bescheren&raquo;. Davon ging der Konsens aus. Die ersten Indizien aus der Ertragssaison verweisen jedoch darauf, dass die Analysten im Schnitt die positiven Auswirkungen ebendieser Faktoren auf die Konjunktur zum Teil deutlich untersch&auml;tzen. 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