{"id":21481,"date":"2015-07-15T06:00:00","date_gmt":"2015-07-15T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/07\/15\/lgt-die-finanzmaerkte-zeigen-sich-bemerkenswert-robust-2\/"},"modified":"2015-07-15T06:00:00","modified_gmt":"2015-07-15T06:00:00","slug":"lgt-die-finanzmaerkte-zeigen-sich-bemerkenswert-robust-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-die-finanzmaerkte-zeigen-sich-bemerkenswert-robust-2\/","title":{"rendered":"LGT: Die Finanzm\u00e4rkte zeigen sich bemerkenswert robust"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Laufe der letzten vier Wochen erlebte China einen B&ouml;rsencrash, w&auml;hrend Griechenland mit der Katastrophe zu flirten schien. Die Finanzm&auml;rkte zeigten sich dennoch robust, wie wir erwartet hatten. Bei Aktien beschr&auml;nkten sich die Verluste fast ausschliesslich auf China und die Risikopr&auml;mien der Euro-Peripherie sanken. Inzwischen hat auch die Politik in Europa und China reagiert, um das Schlimmste zu verhindern. Der globale Marktausblick bleibt konstruktiv&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>von Mikio Kumada, CIIA, Global Strategist bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den ersten Blick sieht es d&uuml;ster aus: Chinas extrem spekulative Aktienblase scheint am 9. Juni geplatzt zu sein, w&auml;hrend ein verzweifeltes, oder gar selbstm&ouml;rderisch agierendes Griechenland ein politisch zunehmend gespaltenes Europa zum Vorschein kommen l&auml;sst. Enorme Verluste h&auml;ufen sich auf: Die globale Marktkapitalisierung ist im Laufe des Monats um USD 3.1 Bio. gesunken &#8211; eine Summe, die in etwa der franz&ouml;sischen Jahreswirtschaftsleistung entspricht. Die Realit&auml;t ist jedoch deutlich nuancierter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens betreffen USD 2.9 Bio., bzw. 94%, der oben erw&auml;hnten weltweiten Verluste nur die B&ouml;rsen von Schanghai und Shenzhen, dessen Aktienbarometer im genannten Zeitraum um 23% bzw. 28% eingebrochen sind. In Hongkong &laquo;verpufften&raquo; weitere USD 428 Milliarden, nachdem der H-Aktienindex HSCEI und der Hang Seng um 14.5% bzw. 6.6% sanken. Im Gegensatz dazu notieren fast alle Industriel&auml;nderbarometer heute h&ouml;her als vor Beginn der Verkaufswelle in China (Eurozone: +3.9%, Japan: +1.8%, USA: +1.4%). Das gilt &uuml;brigens auch f&uuml;r viele Schwellenl&auml;nder &#8211; insbesondere jene, die nicht stark von Rohstoffen und\/oder Exporten nach China abh&auml;ngen (z.B.: T&uuml;rkei +6.1%, Indien: +5.5%, Israel +4.3% oder Mexiko +1.4%).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der globale Einfluss der chinesischen B&ouml;rsen ist beschr&auml;nkt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">China (inkl. Hongkong) repr&auml;sentiert 17% der globalen Marktkapitalisierung. Daher k&ouml;nnen starke Schwankungen nat&uuml;rlich beunruhigen &#8211; man stelle sich nur vor, was w&auml;re, wenn der S&amp;P 500 in den USA innerhalb weniger Wochen um mehr als 20% einbr&auml;che. In Wahrheit bleiben Chinas B&ouml;rsen aber weiterhin relativ isoliert. In den globalen institutionellen Anlagebenchmarks sind sie unterrepr&auml;sentiert (was sich aufgrund des offensichtlich immer noch hochspekulativen, unberechenbaren Charakters seiner B&ouml;rsen und ihrer Abh&auml;ngigkeit von harten staatlichen Interventionen in unmittelbarer Zukunft auch kaum &auml;ndern d&uuml;rfte). Doch auch innerhalb Chinas bleiben die B&ouml;rsen von Shanghai und Shenzhen Spielplatz einer f&uuml;r chinesische Verh&auml;ltnisse eher kleinen Anzahl wohlhabender Personen und Haushalte. Auch die Auswirkungen des Einbruchs auf die chinesische Realwirtschaft d&uuml;rften daher begrenzt bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Griechenlands Aktionen werden in erster Linie Griechenland selbst schaden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens lohnt es sich zu wiederholen, dass Griechenlands Schuldenproblem &#8211; egal in welcher Art es letztlich &uuml;berwunden werden wird &#8211; im Falle von Fehlentwicklungen prim&auml;r nur Griechenland betreffen wird. Das signalisieren tendenziell auch die Entwicklungen an den Finanzm&auml;rkten. Auch wenn es w&auml;hrend der politischen Eskalation des Schuldenstreits zeitweise volatil zuging &#8211; europ&auml;ische Aktien haben im Laufe des vergangenen Monats im weltweiten Vergleich letztlich ansehnliche Kursgewinne verbucht. Die Staatsanleihenrenditen notieren heute weltweit generell tiefer als am 9. Juni &#8211; allerdings sind in Italien, Spanien, Portugal und Irland sind auch die Risikoaufschl&auml;ge gegen&uuml;ber deutschen Anleihen (&laquo;Spreads&raquo;) zur&uuml;ckgegangen. Die &laquo;Spreads&raquo; f&uuml;r die (immer noch als &auml;usserst riskant gepreisten) griechischen Anleihen sind w&auml;hrenddessen zwar gestiegen (um rund 100 Basispunkte) &#8211; aber selbst das stellt im Vergleich zum letzten Ausbruch der Schuldenkrise im Jahr 2012 keine extreme Entwicklung dar .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz: Griechenland und China k&auml;mpfen derzeit im Grunde mit den Folgen selbst verursachter Fehler. Athen muss jetzt in manchen Bereichen noch &laquo;h&auml;rtere&raquo; Reformen durchf&uuml;hren, w&auml;hrend Peking mit allen Mitteln die vollst&auml;ndige Implosion einer Blase, die es aus politischen Gr&uuml;nden selbst aufzubl&auml;hen half, verhindern will. Trotz zahlreicher Unterschiede zwischen den zwei L&auml;ndern geht es hier letztlich um Themen wie Reform, Modernisierung und Vertrauen, welche im jeweiligen nationalen und regionalen Kontext nat&uuml;rlich sehr wichtig sind. Aus globaler Marktsicht nehmen diese Themen jedoch trotzdem nur eine zweitrangige Bedeutung ein. Wir bleiben jedenfalls bei unserer konstruktiven taktischen Positionierung zugunsten von Aktien aus entwickelten Industriel&auml;ndern .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gespaltenes China: Bewertungskluft zwischen A- und H-Aktien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Grafik vergleicht die Haussepfade verschiedener M&auml;rkte, ausgehend vom jeweiligen zyklischen Tief vor Beginn &laquo;indigener&raquo; Rallyes: In den USA wurde dieses Tief am 9. M&auml;rz 2009 erreicht &#8211; d.h. kurz vor Lancierung des ersten ordentlichen quantitativen Lockerungsprogramms (QE einschliesslich Monetisierung von Staatsschulden). In der Eurozone war dies Mitte Oktober 2014 der Fall, als deutlich wurde, dass auch hier ein solches QE-Programm ansteht. In Japan, Indien und China lauten die Daten 14. November 2012, 28. August 2013 bzw. 18. Juli 2014 &#8211; alle diese Daten markieren grob wichtige politische oder wirtschaftliche Wendepunkte. Wir sehen, dass die Haussemuster &uuml;berall in sehr &auml;hnlichen Bahnen verlaufen &#8211; mit Ausnahme von China. Im A-Aktienm&auml;rkt sehen wir einen extremen &Uuml;berschwang, gefolgt von einer harten Korrektur. Die Korrektur kann doch noch eine Weile andauern, bis ein Gleichgewicht widerhergestellt ist &#8211; selbst wenn es der chinesischen Regierung (wie wir erwarten) am Ende doch gelingen d&uuml;rfte, den Markt zu stabilisieren und eine Rezession zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichzeitig sehen wir, dass die H-Aktien auf der negativen Seite vom &laquo;normalen&raquo; Pfad abweichen. So bleiben H-Aktien attraktiv bewertet &#8211; sie reflektieren die diversen Probleme hinsichtlich Chinas fundamentaler Trends (Konjunkturverlauf, Unternehmensprofitabilit&auml;t) in wahrscheinlich mehr als ausreichendem Ausmass. Im Hinblick auf die A-Aktien m&uuml;ssten wir vor einer wirklich nachhaltigen und zuverl&auml;ssigen Stabilisierung aber wahrscheinlich doch entweder noch tiefere Kurse oder eine deutlichere Erholung der Unternehmensgewinne sehen. Das Kursgewinnverh&auml;ltnis der H-Aktien auf Basis der f&uuml;r die kommenden 12 Monate erwarteten Gewinne je Aktie betr&auml;gt derzeit etwa 10, was im globalen Vergleich billig ist .Die A-Aktien notieren bei 15 &#8211; was nicht g&uuml;nstig ist. Selbstverst&auml;ndlich k&ouml;nnte es aufgrund der Besonderheiten des chinesischen Marktes durchaus sein, dass A-Aktien binnen kurzer Frist wieder die j&uuml;ngsten Hochst&auml;nde erreichen. Anleger sollten sich jedoch auf jeden Fall bewusst sein, dass ein solcher Anstieg einfach nicht durch realistische fundamentale Entwicklungen und Erwartungen gerechtfertigt werden. In jedem Fall m&uuml;ssen wir mit wiederkehrenden Volatilit&auml;tssch&uuml;ben rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4146\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/9c573d46450d9226fa8df777d71cbc84.png\" alt=\"15 07 15 1LGT\" width=\"600\" height=\"212\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nach wie vor niedrige Risikoaufschl&auml;ge der europ&auml;ischen Peripherie (ausser f&uuml;r Griechenland)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n&auml;chste Grafik zeigt die Renditenaufschl&auml;ge (&laquo;Spreads&raquo;) s&uuml;deurop&auml;ischer Staatsanleihen gegen&uuml;ber den Anleihen Deutschlands. Nach Bekanntgabe der Rahmenvereinbarung f&uuml;r ein drittes Rettungspaket f&uuml;r Griechenland am Sonntag sind die &laquo;Spreads&raquo; &uuml;berall gesunken. Wichtiger ist jedoch das gr&ouml;ssere Bild: Die Risikoaufschl&auml;ge notieren f&uuml;r alle L&auml;nder (ausser Griechenland) seit Mitte 2014 auf niedrigem Niveau und signalisieren damit allenfalls nur Probleme f&uuml;r Griechenland. Doch selbst die griechischen &laquo;Spreads&raquo; notieren deutlich unter den Niveaus von 2012, als das zweite Rettungsprogramm f&uuml;r das &uuml;berschuldete Land beschlossen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4147\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/8a1d00abbfcba31110a4cdd4a3b05dbc.png\" alt=\"15 07 15 2LGT\" width=\"689\" height=\"255\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Laufe der letzten vier Wochen erlebte China einen B&ouml;rsencrash, w&auml;hrend Griechenland mit der Katastrophe zu flirten schien. Die Finanzm&auml;rkte zeigten sich dennoch robust, wie wir erwartet hatten. Bei Aktien beschr&auml;nkten sich die Verluste fast ausschliesslich auf China und die Risikopr&auml;mien der Euro-Peripherie sanken. 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