{"id":21493,"date":"2015-08-05T06:00:00","date_gmt":"2015-08-05T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/08\/05\/lgt-kursbeben-an-chinas-aktienmaerkten\/"},"modified":"2015-08-05T06:00:00","modified_gmt":"2015-08-05T06:00:00","slug":"lgt-kursbeben-an-chinas-aktienmaerkten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-kursbeben-an-chinas-aktienmaerkten\/","title":{"rendered":"LGT: Kursbeben an Chinas Aktienm\u00e4rkten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Seit einigen Wochen werden Chinas Aktienm&auml;rkte wiederholt von regelrechten Kursbeben heimgesucht. Im Epizentrum steht dabei der inl&auml;ndische A-Aktienmarkt. Doch auch der f&uuml;r internationale Investoren zug&auml;ngliche H-Markt in Hongkong bleibt nicht unversehrt. Andere Schwellenl&auml;nder oder gar die global weiterhin intakten Bullenm&auml;rkte vermag das chinesische Beben aber kaum zu ersch&uuml;ttern&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>von Daniel Kunz, Financial Economist bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">Mit Kursverlusten von &uuml;ber 30% an den Festland-B&ouml;rsen liefert China internationale Negativ-Schlagzeilen. Einige Marktkommentare verbreiten regelrechte Panik. Sie sehen den Anfang vom Ende des chinesischen Wirtschaftswunders und warnen vor der Ansteckungsgefahr f&uuml;r die globalen Finanzm&auml;rkte. Dabei geht schnell vergessen, dass der chinesische Leitindex CSI 300 trotz der j&uuml;ngsten Kursr&uuml;ckschl&auml;ge seit Jahresbeginn mit einem Plus von fast zw&ouml;lf Prozent noch immer zu den internationalen Spitzenreitern geh&ouml;rt.<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\"><strong style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: bold; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none;\">Die M&auml;r vom Wohlstandseffekt<\/strong><\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">Der pl&ouml;tzliche Markteinbruch war nicht die Folge aufkeimender Konjunktursorgen. Die strukturelle Wachstumsverlangsamung Chinas zeichnete sich n&auml;mlich schon seit l&auml;ngerem ab, hat aber den Aktienmarkt nicht daran gehindert, seinen Wert innert Jahresfrist mehr als zu verdoppeln. Angetrieben wurde das fulminante Rally von geldpolitischen Lockerungen, Reformen und Spekulationen auf Kredit (margin debt). Erst die Eind&auml;mmung solcher kreditfinanzierter Spekulationen durch offizielle Stellen hat den Bullenmarkt beendet und starke Kursbeben ausgel&ouml;st. Die Angst vor R&uuml;ckkoppelungseffekten auf die Realwirtschaft scheint aber &uuml;bertrieben. Daf&uuml;r spielen in China Aktienb&ouml;rsen als Mittel zur Unternehmensfinanzierung und Aktien als private Verm&ouml;gensanlage eine zu kleine Rolle. So sind weniger als 10% des gesamten chinesischen Haushaltsverm&ouml;gens sind in Aktien investiert. Das Argument, dass der Wohlstandseffekt &ndash; gem&auml;ss dem die Haushalte weniger konsumieren, wenn ihr (Aktien-)Verm&ouml;gen schrumpft &ndash; die Realwirtschaft in den Abw&auml;rtssog zieht, scheint daher nicht sehr plausibel. Dementsprechend wurden die Wachstumsprognosen im ersten Halbjahr trotz eines fulminanten Kursrallys und des vermeintlich positiven Wohlstandeffekts auch nicht nach oben korrigiert.<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\"><strong style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: bold; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none;\">Noch reichlich staatliche Feuerkraft vorhanden<\/strong><\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">Die Regierung versucht nun, mit einem B&uuml;ndel an Massnahmen dem Kurszerfall an den B&ouml;rsen entgegenzutreten. Zwar sind die ersten Massnahmen relativ schnell verpufft, doch verf&uuml;gen die chinesischen Institutionen &uuml;ber gen&uuml;gend Feuerkraft (auch mittels unkonventioneller Methoden), das Finanzsystem mit Liquidit&auml;t zu versorgen, sollte dieses wegen Ausf&auml;llen von Lombardkrediten in Schwierigkeiten geraten. Kritische Beobachter werten das staatliche Eingreifen als Abkehr von den Reformpl&auml;nen bez&uuml;glich Marktliberalisierung. Allerdings sind Markteingriffe auch in den vermeintlich liberalen Finanzm&auml;rkten Amerikas und Europas an der Tagesordnung. Nat&uuml;rlich werden sie dort mit Preisstabilit&auml;t etwas eleganter begr&uuml;ndet, manipulieren aber &uuml;ber die langen Zinsen (&bdquo;Quantitative Easing&ldquo;) die Aktienpreise ebenfalls.<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\"><strong style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: bold; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none;\">Chinas Aktienmarkt ist ein isolierter B&auml;renk&auml;fig<\/strong><\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">Da der Zugang zum Festland-Aktienmarkt ausl&auml;ndischen Investoren mehrheitlich sowieso verwehrt ist, f&uuml;rchten sich diese vor allem vor der Ansteckungsgefahr. Dass die in Hongkong frei handelbaren H-Aktien nicht ungeschoren davon kommen, liegt auf der Hand. Diese stammen n&auml;mlich grossteils von Firmen, die auch A-Aktien aufgelegt haben. Doch die hohen Handelsschranken zwischen der Hongkong und den Festlandb&ouml;rsen verhindern reine Arbitragem&ouml;glichkeiten. Die Festland-Investoren reagieren sensitiver auf die chinesische Wirtschaftspolitik. So profitierten A-Aktien deutlich st&auml;rker von geldpolitischen Lockerungen als H-Aktien. Letztere sind daf&uuml;r weniger hart von den j&uuml;ngsten R&uuml;ckschl&auml;gen betroffen. Anders als die Realwirtschaft, sind Chinas Aktienm&auml;rkte f&uuml;r den Rest der Welt noch nicht von signifikanter Bedeutung. Die ausl&auml;ndische Beteiligung an der Festland-B&ouml;rse ist minimal, was eine Ansteckung &uuml;ber diesen Kanal unwahrscheinlich erscheinen l&auml;sst. Unter der realistischen Annahme, dass die Kursr&uuml;ckschl&auml;ge nicht zu einer Finanzkrise oder einem abrupten Wirtschaftseinbruch in China f&uuml;hren, d&uuml;rften die Auswirkungen des chinesischen B&auml;renmarkts nicht weiter als nach Hongkong reichen, wo sie ged&auml;mpft wahrgenommen werden. Und dort bieten H-Aktien mit einem Abschlag von 38% zu A-Aktien eine attraktive Bewertung.<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\"><strong style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: bold; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none;\">Immer noch hervorragende Performance &uuml;ber die letzten 12 Monate<\/strong><\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">Der chinesische Aktienmarkt f&uuml;hrt schon seit l&auml;ngerem ein Eigenleben fernab von Realwirtschaft und dem Globalmarkt. So ist der CSI 300 vor dem letzten Rally &uuml;ber vier Jahre hinweg gefallen. Notabene in einer Zeit, in der die Unternehmensgewinne stiegen und globale Aktienm&auml;rkte florierten. Die Aktienbewertung wurde zunehmend attraktiver, doch erst geldpolitische Lockerungen und Regierungsanreize f&uuml;hrten zu einem Umdenken bei chinesischen Anlegern. Immer mehr Kleinanleger dr&auml;ngten auf den Aktienmarkt, und nahmen zu diesem Zweck auch Kredite auf. Von Oktober letzten Jahres bis Juni ist der CSI 300 um 130% gestiegen. Nach so einem fulminanten Anstieg ist eine Korrektur nichts Aussergew&ouml;hnliches und der Index notiert immer noch mehr als 60% &uuml;ber dem Vorjahreswert. Das Ausmass und das Tempo der Korrektur sind allerdings besorgniserregend und h&auml;ngen wohl mit den besonderen Marktgegebenheiten an Chinas Festlandb&ouml;rse zusammen. Der Markt ist dominiert von unerfahrenen Spekulanten. 85% des Handelsvolumens ist auf Privathaushalte zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Grosse institutionelle Anleger fehlen ebenso wie ausl&auml;ndische Investoren.<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4164\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/de0249fdb57b8f97190a530e7916778b.png\" alt=\"05082015 1t\" width=\"600\" height=\"197\" \/><\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\"><strong style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: bold; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none;\">Aktien-Investitionen spielen in China eine untergeordnete Rolle<\/strong><\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">Die Aktienbeteiligung machen unter 10% der Gesamtersparnisse chinesischer Haushalte aus. Der Wert liegt deutlich unter demjenigen in Europa oder der USA. Den gr&ouml;ssten Teil der Ersparnisse stellen immer noch Immobilien dar. Der negative Effekt des Aktienabw&auml;rtstrends auf die chinesische Realwirtschaft ist daher vergleichsweise sehr klein. Der Grossteil der Haushalte d&uuml;rfte nicht betroffen sein. Langfristig bietet der chinesische Aktienmarkt weiterhin viel Potenzial. Die sich abzeichnende Aufnahme von Festland-Aktien in g&auml;ngige Benchmarks wie etwa den MSCI AC World f&uuml;hrt zu erheblichen Zufl&uuml;ssen. Die Umschichtung der chinesischen Haushalte von Immobilien und Cash hin zu mehr Aktien wird zwar einen R&uuml;ckschlag erlitten haben, d&uuml;rfte sich aber langfristig durchsetzen. In den n&auml;chsten Wochen kann es jedoch noch vermehrt zu Kursr&uuml;ckschl&auml;gen kommen. Internationale Investoren k&ouml;nnen momentan von einer attraktiven Bewertung von H-Aktien profitieren, die immer noch mit einem Abschlag von 38% gegen&uuml;ber A-Aktien gehandelt werden.<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: inherit; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none; text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4165\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/737f5b0673c6c42d01dc1ea6d57e8498.png\" alt=\"05082015 2t\" width=\"600\" height=\"268\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einigen Wochen werden Chinas Aktienm&auml;rkte wiederholt von regelrechten Kursbeben heimgesucht. 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